Spanntechnik ist beim Dispergieren ein Sicherheitsfaktor. Für den Labordissolver Dispermat CV3evo setzt VMA-Getzmann auf eine gemeinsam mit Igus entwickelte Drylin Spannvorrichtung mit Spindelachse.
Redaktion TECHNIK+EINKAUFRedaktionTECHNIK+EINKAUF
Igus Energieketten sorgen in den Anlagen von VMA-Getzmann für eine sichere Leitungsführung.Jannick Kruhl/Igus GmbH
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VMA-Getzmann nutzt im Labordissolver Dispermat CV3evo eine gemeinsam mit Igus entwickelte Spanntechnik.
Die drylin Spannvorrichtung fixiert Behälter bei Drehzahlen von bis zu 20.000 U/min und wird per Handrad verstellt.
Eine schmierfreie Gewindemutter aus Hochleistungskunststoff ermöglicht den Trockenlauf ohne Schmieröl oder -fett.
Die Lösung soll auch in den Hochleistungsdissolvern Dispermat AE serienmäßig eingesetzt und perspektivisch auf weitere Baureihen übertragen werden.
Ob Autolacke, Künstlerfarben, Smartphone-Beschichtungen oder Zahnkeramik: Die Maschinen von VMA-Getzmann kommen überall dort zum Einsatz, wo Pigmente, Additive und Lösemittel für die Herstellung von flüssigen Medien vermischt werden müssen. Die Herausforderung: Pigmente besitzen starke Haftkräfte, die überwunden werden müssen, um ein homogenes und qualitativ hochwertiges Endprodukt zu erzielen.
Das sich in einem Behälter langsam drehende Produkt trifft auf eine extrem schnell drehende Dispergierscheibe. Die hier entstehende Scherung reicht aus, um die Haftkräfte der Pigmente zu überwinden und diese dadurch bis zur gewünschten Partikelgröße zu zerkleinern. Dieses Verfahren nennt sich Dispergieren und ist das Spezialgebiet von VMA-Getzmann. Das Unternehmen aus Reichshof im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen ist führender Hersteller besonders innovativer und hochwertiger Dispergieranlagen.
Der Sondermaschinenbauer fokussiert sich dabei auf Anlagen für kleinere Produktionsmengen: Vom Labor (ganz kleine Mengen ab 100 Milliliter) über Technikum (Mengen von ca. fünf bis 100 Liter) bis hin zur Kleinproduktion (Mengen bis 2.000 Liter). „Vor allem im Labor wird mit minimalen Rohstoffmengen gearbeitet“, sagt Christian Getzmann. „Die Rohstoffe sind meist sehr teuer und empfindlich. Da muss jeder Prozessschritt sitzen und die Maschine präzise und zuverlässig arbeiten.“
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Warum Spanntechnik beim Dispergieren wichtig ist
Angefangen hat alles in den 1970er Jahren, als Hermann Getzmann, damals im Vertrieb für Viskosimeter tätig, erste eigene Dissolver in kleinem Maßstab fertigte. Mit dem Fokus auf Qualität und Präzision entwickelte sich VMA-Getzmann seit der Gründung 1980 über die Jahrzehnte zu einem weltweit gefragten Spezialisten für Dispergier- und Dissolvertechnologie. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 70 Mitarbeitende am Standort Reichshof. Anfang der 1990er Jahre stiegen auch die beiden Söhne des Firmengründers, Christian und Martin Getzmann ein, die das Familienunternehmen heute gemeinsam als Geschäftsführer leiten.
Rund 60 % seiner Maschinen exportiert das Unternehmen an Kunden weltweit – vom Ein-Personen-Betrieb bis zum Großkonzern. Besonders gefragt sind die Maschinen in Bereichen, in denen hochwertige Farben und Lacke mit besonderen Eigenschaften verarbeitet werden. Aber auch in anderen Bereichen wie Beschichtungen für Batterien und Brennstoffzellen werden die Maschinen zunehmend nachgefragt. „Im Zuge neuer Technologien entwickeln auch wir uns immer weiter und arbeiten stetig daran, unsere Maschinen zu verbessern“, erklärt Christian Getzmann. „Denn unsere Kunden investieren in Anlagen, die langlebig und zuverlässig sein müssen, um gleichbleibend hohe Qualitätsstandards zu erzielen.“ Neben der Fertigung vor Ort setzt VMA-Getzmann daher auch auf eine 100-Prozent-Prüfung aller Maschinen vor Auslieferung. Ein Qualitätsanspruch, der sich auch in der Wahl der Maschinenkomponenten von igus widerspiegelt.
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VMA-Getzmann setzt auf Igus-Komponenten
Das neue drylin Spannsystem mit Spindelachse sorgt für eine präzise Verstellung, hohe Stabilität und einfache Montage.Jannick Kruhl/Igus GmbH
Der erste Kontakt zu igus entstand vor rund 20 Jahren auf einer Messe. Seitdem kommen in den Maschinen von VMA-Getzmann immer wieder Igus Komponenten aus Hochleistungskunststoff zum Einsatz – darunter Energieketten, Gleitlager und Flanschlager. „Wir wollen Standards setzen in unserer Branche“, betont Christian Getzmann. „Das geht nur mit Partnern, die denselben Anspruch an Qualität haben wie wir.“ Ein aktuelles Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist der neue Labordissolver Dispermat CV3evo für Produktionsmengen von 0,05 bis 7 Liter.
Gemeinsam mit einem Designbüro entwickelte VMA-Getzmann ein kompaktes Gerät, das innovative Technik und ergonomisches Design vereint. „Unser Anspruch war es, die Technik zu verbessern, ohne teurer zu werden, und gleichzeitig eine ansprechende Optik zu erzielen“, so Martin Getzmann. Der Dispermat CV3evo ist mit einer elektrischen Höhenverstellung ausgestattet und kann für viele Aufgabenstellungen eingesetzt werden – ob dispergieren, vakuumdispergieren, feinmahlen, emulgieren oder lösen.
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Für die Behälterspannvorrichtung setzt das Unternehmen auf eine gemeinsam mit igus entwickelte, individuelle Lösung: eine drylin Spannvorrichtung mit Spindelachse – manuell verstellbar per Handrad.
Wie funktioniert die neue Spanntechnik?
Die Lösung ersetzt eine bisherige Eigenkonstruktion und überzeugt durch eine einfache Montage, eine präzise Verstellung und eine hohe Stabilität. Bei Drehzahlen von bis zu 20.000 U/min ist eine sichere Behälterspannung essenziell. „Wenn der Behälter nicht richtig fixiert ist, kann er sich mitdrehen – das ist ein echtes Arbeitsschutzthema“, sagt Christian Getzmann.
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Die neue drylin Lösung sorgt für präzise Fixierung und verhindert ungewollte Bewegungen – auch beim Dispergieren von Medien mit hoher Viskosität. Der Gewindetrieb des Spannsystems basiert wie bei allen Igus Spindelachsen-Lösungen auf einer schmierfreien Gewindemutter aus Hochleistungskunststoff. Integrierte Festschmierstoffe in den Hochleistungspolymeren ermöglichen einen Trockenlauf ohne Schmieröl oder -fett.
Wo soll die Spanntechnik künftig eingesetzt werden?
Besonders in Laborumgebungen, in denen Staub und Pigmentreste mit Schmiermitteln reagieren können, ist das von Vorteil. Auf Kunststoffmutter und Spindel abgestimmte Eigenschaften und Geometrien sorgen zudem für eine höhere Lebensdauer und Effizienz. „Die neue Spannvorrichtung ist nicht nur stabiler, sondern auch wartungsfrei“, erklärt Christian Getzmann. „Durch die Wartungsfreiheit und die einfache Montage profitieren unsere Kunden von einer erheblichen Zeitersparnis.“
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Die neue, maßgeschneiderte Lösung soll ab dem vierten Quartal 2025 auch in den nächstgrößeren Maschinen, den Hochleistungsdissolvern Dispermat AE mit einer Produktionsmenge von 0,25 bis 200 Litern, serienmäßig zum Einsatz kommen. Perspektivisch ist eine sukzessive Umsetzung in weiteren Serien geplant.
Neben der technischen Qualität schätzt VMA-Getzmann vor allem die Liefertreue und den kompetenten, schnellen Austausch. „Wenn Igus einen Liefertermin nennt, wird der auch eingehalten“, sagt Christian Getzmann. „Und wenn wir Fragen haben, ist sofort jemand zur Stelle.“
Welche Spanntechnik nutzt VMA-Getzmann? – Im Labordissolver DISPERMAT CV3evo kommt eine gemeinsam mit Igus entwickelte drylin Spannvorrichtung mit Spindelachse zum Einsatz.
Warum ist die Spanntechnik beim Dispergieren wichtig? – Die Behälter müssen bei Drehzahlen von bis zu 20.000 U/min sicher fixiert bleiben, damit sie sich während des Prozesses nicht mitdrehen.
Wie wird die Spanntechnik verstellt? – Die drylin Spannvorrichtung wird manuell über ein Handrad verstellt.
Warum arbeitet die Spanntechnik schmierfrei? – Eine Gewindemutter aus Hochleistungskunststoff mit integrierten Festschmierstoffen ermöglicht den Trockenlauf ohne Schmieröl oder -fett.
In welchen Maschinen soll die Spanntechnik eingesetzt werden? – Neben dem DISPERMAT CV3evo ist die Lösung für die Hochleistungsdissolver DISPERMAT AE vorgesehen. Perspektivisch soll sie in weiteren Serien zum Einsatz kommen.