Das Logistiksystem LISA

Kunden sollen, neben Statistiken rund um ihre Kanban-Systemlandschaft, von Visualisierungen und einem Alarmsystem profitieren. - Bild: Keller & Kalmbach

Schlanke Prozesse spielen bei C-Teilen eine maßgebliche Rolle, sind die Kosten rund um Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung doch um ein Vielfaches höher als der Teilepreis selbst. So verwundert es nicht, dass Unternehmen zunehmend ihren Fokus auf ebendiese Teile richten und nach passenden Lösungen suchen, auch um freie Ressourcen für die entscheidenden A- und B-Teile nutzen zu können.

Aus Kanban online wird LISA

Transparenz ist hierbei entscheidend. „Sobald sich unsere Kunden für ein Kanban-System entschieden haben, spricht man neben der Digitalisierung von Prozessen über Transparenz und mögliche Auswertungen rund um logistische Stamm- und Bewegungsdaten des eingesetzten Logistiksystems. Und natürlich über kontinuierliche Optimierungen. Hier kommt unsere webbasierte Plattform LISA ins Spiel. Sie stellt Daten in Echtzeit bereit und sorgt dafür, dass Kunden ihre C-Teile sicher im Blick haben“, erzählt Andreas Jäger, Projektleiter Customer Logistic and Services bei Keller & Kalmbach.

LISA ist die Abkürzung für Logistics Information and Service Application und löst die bisherige Plattform „Kanban online“ ab. „Mit LISA gelingen Verwaltung, Analyse und Optimierung von C-Teilen im Handumdrehen“, so Jäger. Damit das funktioniert, setzt das Unternehmen überwiegend vollautomatische Systeme ein, zum Beispiel auf RFID-Basis (Radio Frequency Identification), womit Objekte per Funk berührungslos identifiziert werden – als Basis für die Bedarfsauslösung. Die Nutzung von LISA erfordert keine Software-Installation. Für Kunden ist sie auch eine Möglichkeit, um detaillierte Auswertungen vorzunehmen. So können auch High- bzw. Lowrunner ermittelt, Datenexporte erstellt und Projektdaten eingesehen werden.

Was sind C-Teile?

C-Teile werden im Einkauf so definiert, dass ihr Anteil am Einkaufsvolumen zwar gering ist, sie aber einen hohen Aufwand in der Beschaffung bedeuten. In der ABC-Analyse gilt: C-Teile machen etwa fünf Prozent des Wertes des Einkaufs aus, aber 80 Prozent der Menge. Beispiele für C-Teile sind Schrauben, Muttern oder Scheiben - Produkte also, die zwar nicht bedeutend erscheinen, für das Endprodukt jedoch unverzichtbar sind.

Die wichtigsten Eigenschaften von C-Teilen:

  • Sie sind von untergeordneter Bedeutung für das Endprodukt.
  • Es handelt sich dabei um niedrigpreisige Materialien mit der Wertgrenze von bis zu 20 Euro pro Stück.
  • Im Vergleich zum Beschaffungswert ist der -aufwand sehr hoch.
  • Die Verrechnung erfolgt in der Regel über die Materialgemeinkosten.
  • Oft können C-Teile als Schüttgut abgewickelt werden.

 

Vor allem in konjunkturstarken Zeiten gestaltet sich die Beschaffung von C-Teilen aufwändig: sie lösen viele Bestellvorgänge aus, benötigen viele Lieferanten und die Anzahl der Artikel ist meist auch höher als die anderer Beschaffungsteile.

Interface des C-Teile-Management Systems LISA
Mit der Weiterentwiclung von „Kanban online“ will Keller & Kalmbach den Fokus weiter auf digitale Dienstleistungen setzen. - Bild: Keller & Kalmbach

In der Regel arbeiten Mitarbeiter in der Beschaffung, Logistik, Produktion und Arbeitsvorbereitung mit dem System. Keller & Kalmbach setzt die Plattform seit 2009 ein und entwickelt das System inhouse kontinuierlich weiter – mit LISA nun in einer neuen Identität.

Grundsätzlich lassen sich alle Kanbansysteme über die Plattform abbilden. Auch über E-Logistics angebundene Drittlieferanten sind integriert, so dass Statistiken unternehmensübergreifend visualisiert werden können. E-Logistics ist eine intelligente Software-Lösung, die zur automatisierten Warenbewirtschaftung dient und die Steuerung aller Material- und Informationsflüsse von Artikeln mit wiederkehrenden Bedarfen ermöglicht.

Wie LISA funktioniert

Die Plattform LISA soll den Blick mehr auf praktische Features richten, so soll sie beispielsweise interaktiver sein als ihr Vorgänger. Laut Anbieter können Kunden nun ihre Forecastzahlen durch die tatsächlichen Anlieferungen oder Abrufe verifizieren und graphisch darstellen. Dadurch können sie die Produktionsplanung überprüfen und im nächsten Schritt verbessern. Zudem ist eine digitale Abbildung der implementierten Regal- und Behälterinfrastruktur integriert – mit Ampelsystem.

Es lassen sich zudem umfassende Informationen zu einem Kanbanbehälter darstellen. Dafür verfügt LISA über einen integrierten QR-Code und ermöglicht es Kunden, über jedes mobile Endgerät einen Blick auf ein gewünschtes Regal oder einen spezifischen Behälter zu werfen. Der Kunde sieht sofort, wie viele Behälter sich aktuell im Regal befinden und ob eine Nachlieferung möglicherweise schon auf dem Weg ist. Das ermöglicht eine frühzeitige und schnelle Intervention und sorgt damit für stabile Produktionsprozesse. Es ist auch eine praktische Funktion, wenn ein Mitarbeiter an einem Regal steht und hierzu Informationen zu einem Behälter, dem darin enthaltenen Artikel oder dem aktuellen Bestand, abrufen möchte. Ein QR-Code kann auch an einem Behälter angedruckt oder an einem Regal angebracht werden.

Das bayerische Unternehmen richtet seinen Fokus zunehmend auf Vernetzung und Digitalisierung von Prozessen. Das heißt: Big-Data-Analysen, um Daten aus unterschiedlichen internen und externen Quellen miteinander zu verknüpfen und somit detaillierte Auswertungen für Kunden bereitstellen zu können. Diese sind entscheidend, denn längst haben Unternehmen erkannt, dass ungeordnete Daten in wertvolles Wissen transferiert werden müssen.

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