Zwei Hände halten zusammengesetzte Puzzleteile mit der Aufschrift Training on the job.

Weiterbildung wird für Einkäufer noch wichtiger für die Qualifizierung von Nachwuchs. (Bild: Pixabay)

| von Dörte Neitzel

Durch die Digitalisierung haben sich Tätigkeiten und das Selbsverständnis des Einkaufs deutlich gewandelt. Führungskräfte im Einkauf müssen vor diesem Hintergrund ihre Organisationsmodelle überarbeiten. Wie sie das angehen und ob das gelingt, hat die Studie "The Human Factor: Strategische Beschaffung und die Führungskräfte von morgen" der Einkaufsberatung Efficio zusammen mit der Cranfield Universiy herausgefunden.

Danach haben 53 Prozent der Befragten solche Veränderungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate bereits vorgenommen. Schauen die Studienmacher auf die letzten drei Jahre zurück, steigt der Anteil sogar auf 80 Prozent.

Rund 79 Prozent der Befragten stimmen zudem der Aussage zu, dass sich die Herangehensweise des Einkaufs an das Thema Weiterbildung und Schulung mit Blick auf die neue Zielorganisation verändern muss. Gleichzeitig zählen „Soft Skills“ für eine klare Mehrheit (78%) zu den wichtigsten Fähigkeiten, über die Führungskräfte im Einkauf verfügen sollten.

Herausforderungen bei der Neuorganisation

Zu den größten Herausforderungen, vor denen Führungskräfte im Einkauf bei der Umsetzung dieses neuen Organisationsmodells stehen, zählen ...

  • Ein Mangel an Prozessen und Fähigkeiten zur Unterstützung der neuen Technologie (35 %)
  • Das Fehlen eines strukturierten Aus- und Weiterbildungsprogramms in der Abteilung (94%)

Problematisch gestaltet sich darüber hinaus, die Rekrutierung an die demografischen Veränderungen am Arbeitsmarkt anzupassen.

Gehalt oder Aufstiegschancen: Was ist wichtiger?

Die Umfrage hat zudem gezeigt, dass Verantwortliche in Unternehmen sehr unterschiedliche Sichtweisen dazu haben, wie sich talentierte Nachwuchskräfte gewinnen und halten lassen. Ein Viertel sieht Gehalt und Vergütung als wichtigsten Faktor an. Etwas mehr als ein Fünftel (21%) sind der Meinung, dass vor allem die Rolle des Einkaufs hinsichtlich Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility entscheidend ist. Für 37 Prozent wiederum ist eine klare Kommunikation der internen Aufstiegschancen der Schlüssel, um potenzielle Talente zu halten.

Dabei ist den Unternehmen ist durchaus bewusst, was für die nächste Generation von Führungskräften zählt, sie müssen dies aber auch offen kommunizieren. "Viel zu lange galt der Einkauf vor allem als „Prozess-Polizei“ oder reiner „Preisverhandler“ – Vorwürfe, die man gerne von sich weisen würde, die allerdings oft genug auch nicht aus der Luft gegriffen sind", so Simon Whatson von Efficio. Um künftig effektiver zu agieren, müssten Führungskräfte im Einkauf ein neues, technologiegetriebenes und durch Fähigkeiten gestütztes Organisationsmodell entwickeln. Im Mittelpunkt stehe dabei der Mensch.

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