Felicity Ace im Hafen von Rotterdam.

Felicity Ace im Hafen von Rotterdam. (Bild: Von Alf van Beem - Eigenes Werk, CC0)

Seit Mittwochnachmittag brennt das Containerschiff Felicity Ace vor den portugiesischen Azoren. An Bord befinden sich rund 4.000 Autos der Luxusklasse vornehmlich des VW-Konzerns, darunter etwa 1.100 Fahrzeuge von Porsche, Audi, Lamborghini und Bentley. Das Ziel des Schiffs von der japanischen Reederei Mitusui O.S.K. Lines (MOL): Davisville im US-Bundesstaat Rhode Island. Gestartet war es im Verladehafen Emden.

"Das Schiff brennt von einem Ende zum anderen", so der Hafenkapitän von Horta auf den Azoren, Joao Mendes Cabecas, zur Nachrichtenagentur Reuters. Ab fünf Metern über der Wasserlinie habe alles Feuer gefangen. Der Grund des Feuers sind anscheinend Akkus der an Bord befindlichen Elektroautos, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Verletzte habe es aber keine gegeben, so ein VW-Sprecher. Laut Guardian sei es nicht erwiesen, dass die E-Autos das Feuer entzündet hätten, die Wahrscheinlichkeit sei jedoch sehr groß, dass sie das Feuer am Laufen hielten.

Nun wird versucht, dem Feuer Herr zu werden. Spezialisten der niederländischen Bergungsfirma Smit versuchten, es unter Kontrolle zu bringen. Das Problem: Die Akkus der E-Modelle können nicht einfach mit Wasser gelöscht werden. Bisher war geplant, das Containerschiff in den nächsten Hafen zu schleppen und dort zu löschen. Der Hafen auf den Azoren scheidet dafür allerdings aus, dafür ist das Schiff zu groß. Dem Kapitän zufolge komme ein anderer Hafen in Europa oder auf den Bahamas infrage. Das würde jedoch länger dauern. Daher wird nun doch eine Löschung auf offener See erwogen.

Brände auf Schiffen nehmen zu

Zu einem ähnlichen Vorfall auf offener See kam es im Jahr 2019, als das Containerschiff "Grande America" auf dem Atlantik vor der französischen Stadt La Rochelle Feuer fing und sank. Damals waren mehr als 2.000 Fahrzeuge an Bord, darunter ebenfalls Audis und Porsches. Im Januar 2019 verursachte fälschlicherweise als Kokosnuss-Pellets deklarierte Grillkohle ein Feuer auf dem „Yantian-Express“. Das Schiff transportierte 22 Tonnen Pflanzenkohle auf dem Atlantik von Kanada in die USA.

2019 war insgesamt ein Rekordjahr mit 40 Bränden im Zusammenhang mit der Ladung an Bord von Containerschiffen. Das geht aus einer Schifffahrtsstudie der Allianz hervor.

Bei wem der Schaden versichert ist, steht nicht fest. Nach Angaben der Allianz gehören Probleme mit Autotransportern aber zu den größten Sicherheitsrisiken in der Schifffahrt. Dabei komme es immer wieder zu langwierigen Rettungsaktionen. Beispielsweise dauerte es acht Tage, bis ein Brand auf dem Autotransporter "Höegh Xiamen" im Juni 2020 gelöscht werden konnte. Oft kommt es durch einen Fehler in der Elektrik des Schiffes zu Bränden.

In der Regel sind Autotransporter wie mehrstöckige Parkhäuser konstruiert, so ein VW-Sprecher. Die einzelnen Ebenen sind versiegelt sind, was Schäden an der Fracht verringern könnte. Wie viele der transportierten Autos auf der Felicity Ace beschädigt sind, konnte der Sprecher noch nicht sagen.

Wie der Guardian mit Bezug auf die Russell Group berichtet, soll die Ladung rund 438 Millionen US-Dollar wert sein. Allein die Fahrzeuge sollen daran einen Anteil von 401 Millionen Dollar haben. Etwa 155 Millionen Dollar rechnet der britische Hochschulverbund der VW-Gruppe zu.

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