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Auch 2018 höhere Kupfer-Nachfrage als -Produktion

| von Dörte Neitzel

Die International Copper Study Group (ICSG) hat Ende Oktober ihre Prognose für Angebot und Nachfrage nach raffiniertem Kupfer veröffentlicht. Danach sieht das Institut für 2017 ein Produktionsdefizit von rund 151.000 Tonnen. Das ist ungefähr so viel wie im Vorjahr mit 152.000 Tonnen. Für 2018 erwarten die Experten ein Defizit von 104.000 Tonnen.

Kathodenprämie festgelegt

Nachdem das deutsche Kupferunternehmen Aurubis am 20. Oktober 2017 seine Kathodenprämie für Kupferkontrakte 2018 mit 86 US-Dollar/Tonne festgelegt hat, ist der chilenische Produzent Codelco am 27.10. 2017 ebenfalls mit der Europa-Prämie an die Öffentlichkeit getreten. Aurubis behält die Prämienhöhe der Jahreskontrakte 2017 bei, Codelco erhöht seine Prämie um 6 US-Dollar/Tonne, von 82 US-Dollar/Tonne auf 88 US-Dollar/Tonne.

Kupfer-Unternehmen investieren fleißig

Auch aus den Unternehmen gab es Neuigkeiten im Oktober: Der indonesische Präsident drängt nach Angaben von Reuters auf einen zügigen Fortschritt der Verhandlungen mit Freeport-McMoRan über die Betreiberrechte der Grasberg-Kupfermine.

Nachdem Freeport in einer ersten Vereinbarung zugestimmt hatte seinen Anteil an der Mine zu verwässern, wurde der Wert der lokalen Grasberg-Projektgesellschaft in Indonesien, vom indonesischen Bergbauminister, mit rund 8 Mrd. US-Dollar taxiert. Wann eine endgültige Einigung erzielt werden kann, ist aber weiter unklar. Auch wenn die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, produziert die Grasberg-Mine weiter. Freeport hat die Genehmigung, bis zu 1,1 Mio. Tonnen Kupferkonzentrat bis Februar 2018 zu exportieren.

Die chilenische Codelco will rund 20 Mrd. US-Dollar in Umweltschutz und Kapazitätserweiterungen zu investieren. Davon profitieren sollen insbesondere die Projekte Traspaso Andina, Chuquicamata Subterranea und Nuevo Nivel Mina Teniente. Ein Teil der Investitionen soll in Codelcos Hütten fließen, insbesondere um den immer strenger werdenden Umweltschutzauflagen in Chile gerecht zu werden.

Peru gab Mitte Oktober bekannt, dass sich mehr als 20 Unternehmen im Bieterwettbewerb um das 2 Mrd. US-Dollar-Minenprojekt Michiquillay beteiligen. Das zeigt das große Interesse der Unternehmen, neue Minenprojekte für Kupfer zu erschließen. Das Projekt soll einen Output von bis zu 200.000 Tonnen Kupfer pro Jahr haben. Michiquillay liegt im nördlichen Teil Perus auf fast 4.000 Metern.

China’s Jiangxi Copper hat angekündigt, weitere Zukäufe in Afrika ins Auge zu fassen. Über die letzten zehn Jahre hinweg, haben chinesische Unternehmen stark in Afrika investiert. Im Fokus lagen dabei die kupferreichen Gebiete der Demokratischen Republik Kongo und Zambia.

Bild: 3desc/Fotolia.de

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