Eine Müll-Deponie

Das richtige Entsorgen von Abfällen spielt unter anderem für den Umweltschutz eine herausragende Rolle. (Bild: eyetronic - stock.adobe.com)

Ob Plastikverpackungen, Altpapier oder Bioabfälle: Jeder von uns produziert täglich eine große Menge im Müll. So kommen laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union bei einem durchschnittlichen Europäer knapp 500 kg Müll pro Jahr zustande. Das sind mehr als ein Kilo pro Tag. Aber nicht nur das: Zu den privaten Abfällen kommen auch gewerbliche und industrielle Abfälle hinzu.

Kein Wunder also, dass sich mit dem Sammeln, Behandeln und Beseitigen oder Recyclen dieser Abfälle eine Menge Geld verdienen lässt. Allein in Deutschland setzten Entsorger nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2020 rund 40 Milliarden Euro um. Dabei ist die Abwasserentsorgung noch nicht einmal mitgerechnet.

Aber das Geschäft mit dem Müll ist nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern ein weltweites Geschäft. Wir zeigen die größten Entsorgungsunternehmen auf dem globalen Markt. Überraschend? Frankreich ist ganz vorne mit dabei. Grundlage sind die gemeldeten Umsatzzahlen der jeweiligen Unternehmen 2021.

11. Covanta

Covanta erreicht auch 2021 knapp nicht die Top 10 der größten Entsorger weltweit. Den größten Teil seines 2021er-Umsatzes von 2,089 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 1,92 Milliarden Euro) macht das US-amerikanische Unternehmen Covanta mit seinen Abfallverbrennungsanlagen. Dort wandelt das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich rund 21 Millionen Tonnen Abfall von Kommunen und Unternehmen in Strom um und versorgt damit knapp eine Million Haushalte.

Darüber hinaus gewinnt das Unternehmen bei diesem Prozess knapp 600.000 Tonnen Metall zur Wiederverwertung. Neben der Abfallverbrennung unterhält der Konzern ein Netz von Aufbereitungs- und Recyclinganlagen und unterstützt Unternehmen im Abfallmanagement.

Ansässig ist Covanta in Morristown (New Jersey) in der Nähe New Yorks und beschäftigte Ende 2000 rund 4.000 Mitarbeiter.

10. Renewi

Das Entsorgungsunternehmen Renewi hat seinen Sitz in Großbritannien, ist aber hauptsächlich in den Benelux-Ländern (Belgien, Niederlande, Luxemburg) aktiv. Der Konzern hat sich das Prinzip "Waste-to-Product" auf die Fahnen geschrieben. Der Nettoumsatz  verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Bereiche:

  • Sammlung, Recycling und Behandlung von gewerblichen und organischen Abfällen (72,1 Prozent): darunter auch Stromerzeugung aus Deponiegas, industrielle Reinigung, Verarbeitung von Biomasse und Herstellung von Düngemitteln
  • Verwaltung von Siedlungsabfällen und Sonderabfällen (18 Prozent)
  • Entsorgung gefährlicher Abfälle (9,9 Prozent): Wiederaufbereitung und Reinigung von Böden, Abwasser

So werden von den jährlich verwerteten 14 Millionen Tonnen Abfall 89 Prozent entweder recycelt oder zur Energierückgewinnung verwendet. Mit einem Umsatz von umgerechnet 1,86 Milliarden US-Dollar schafft es Renewi in die Top 10 der größten Entsorgungsunternehmen.

Greifbagger vor einem Haufen unsortiertem Müll
Renewi sammelt und verwertet rund 14 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. (Bild: Renewi)

9. Stericycle

Auf den neunten Platz schafft es Stericyle mit einem 2021er-Umsatz von 2,647 Milliarden US-Dollar. Auf die Entsorgung von ganz besonderen Abfällen hat sich Stericycle spezialisiert. So bietet das US-Unternehmen Dienstleistungen für die Entsorgung von sicherheitsrelevantem Müll. Dazu zählen etwa medizinische Abfälle wie Kanülen und Medikamentenabfälle, aber auch beispielsweise zurückgerufene Produkte. Neben dem Heimatmarkt USA ist das Unternehmen nach eigenen Angaben in 16 weiteren Ländern tätig und beschäftigt rund 14.775 Mitarbeiter weltweit.

Zu den Segmenten des Unternehmens gehören Nordamerika und International, das verschiedene Dienstleistungen anbietet, darunter RWCS und SID Services. RWCS bietet unter den Markennamen Steri-Safe, Clinical Services, First Practice Management, SeguriMed und EnviroAssure die Sammlung und Verarbeitung von regulierten und speziellen Abfällen, einschließlich medizinischer, pharmazeutischer und gefährlicher Abfälle für Entsorgungs- und Compliance-Programme.

8. Clean Harbors

Clean Harbors Mit gefährlichen und belasteten Abfällen beschäftigt sich auch das US-Unternehmen Clean Harbors. Zum Kundenstamm gehören nach eigenen Angaben vor allem die Chemie-, Energie- und Fertigungsindustrie. Darunter sind eine Großzahl der umsatzstärksten Fortune-500-Unternehmen sowie eine Reihe von Regierungsbehörden. Das Unternehmen ist auch der Wiederaufbereiter und Recycler von Altöl in Nordamerika und der Anbieter von Reinigungsteilen und damit verbundenen Umweltdienstleistungen für gewerbliche, industrielle und Automobilkunden in Nordamerika.

Zu seinen Segmenten gehören:

  • Environmental Services (80,2 Prozent) sammelt, transportiert, behandelt und entsorgt gefährliche und ungefährliche Abfälle, einschließlich der Rückgewinnung von Ressourcen, der physikalischen Behandlung, der Vermischung von Brennstoffen, der Verbrennung, der Deponieentsorgung, der Abwasserbehandlung, der Entsorgung von Laborchemikalien, des Sprengstoffmanagements und der CleanPack-Dienste
  • Safety-Kleen Sustainability Solutions (19,8 Prozent) produziert, formuliert, verpackt, vertreibt und vermarktet Schmierstoffe, die seinen Kunden eine nachhaltige Lösung für ihren Ölbedarf bieten. Das gesammelte Altöl wird verarbeitet oder aufbereitet, um es in eine Vielzahl von Produkten umzuwandeln.

Clean Harbors hat seinen Sitz in Norwell, Massachusetts (USA) und beschäftigt 19.775 Mitarbeiter.

7. Cleanaway

Cleanaway ist nach eigenen Angaben Australiens größtes Unternehmen für Abfallmanagement und Umweltdienstleistungen. Über das ganze Land unterhält der Konzern demnach etwa 250 Standorte und mit mehr als 5.300 Müllfahrzeugen eine der größten Flotten. Im Bereich Recycling konnte das Unternehmen 2021 nach eigenen Angaben etwa 435.000 Tonnen Papier und Karton, 19.000 Tonnen Plastik sowie 25.000 Tonnen Stahl und Aluminium wiedergewonnen. Der damit erzielte Umsatz liegt bei rund 3,8 Milliarden US-Dollar.

Das Unternehmen ist in drei Segmenten tätig:

  • Solid Waste Services umfasst die Sammlung, Verwertung und Entsorgung aller Arten von festen Abfällen, einschließlich verrottbarer Abfälle, Inertabfälle, Haushaltsabfälle und wiederverwerteter Abfälle
  • Industrial & Waste Services umfasst eine Vielzahl von Dienstleistungen für die Märkte Infrastruktur, Industrie und Ressourcen;
  • Liquid Waste & Health Services umfasst die Sammlung, Behandlung, Verarbeitung, Veredelung und das Recycling und die Vernichtung von gefährlichen und nicht gefährlichen Flüssigkeiten, Kohlenwasserstoffen und chemischen Abfällen, verpackten Spezialabfällen und gefährlichen Abfällen
  • Health Services umfasst die Bereitstellung von Dienstleistungen für den Gesundheitssektor zur sicheren Behandlung und Entsorgung von gesundheitsrelevanten Abfällen, einschließlich scharfer Abfälle, pharmazeutischer Abfälle, gefährlicher Abfälle aus dem Gesundheitswesen und Quarantäneabfällen.

Cleanaway hat seinen Sitz in Melbourne und beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter.

Cleanaway-Sammelfahrzeug liefert Kartonagen in einer Halle ab
Cleanaway ist ein australisches Entsorgungsunternehmen und die Nummer 7 unter den größten Entsorgungsunternehmen. (Bild: Cleanaway)

6. Waste Connections

Waste Connections gehört zu den drei größten Entsorgungsunternehmen in Nordamerika. Es ist nach eigenen Angaben in 43 der 50 US-Bundesstaaten sowie sechs kanadischen Provinzen aktiv und bedient dort insgesamt acht Millionen Privat-, Gewerbe- und Industriekunden. Seinen Hauptsitz hatte es bis 2012  in Folsom (Kalifornien), zog dann aber um nach The Woodlands (Texas) und beschäftigt 22.109 Mitarbeiter. Mit einem Umsatz von 6,151 Milliarden US-Dollar kommt es auf den sechsten Platz im Ranking der größten Entsorger weltweit.

Zu den Dienstleistungen gehört vor allem die Entsorgung von nicht-gefährlichen Abfällen und die Wiederverwertung. Neben dem klassischen Recycling widmet sich das Unternehmen dabei auch der Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen. Das Unternehmen teilt sich in die Segemente Eastern, Southern, Western, Central und Canada.

Die Dienstleistungen für Privathaushalte umfassen die Abholung von Hausmüll, Gartenabfällen, Recycling für Privathaushalte, die Vermietung von Müllcontainern für Privathaushalte, die Abholung von Sperrmüll und Mobiltoiletten. Zu den Dienstleistungen für gewerbliche Kunden gehören gewerbliche Müllabfuhr, gewerbliches Recycling, Zerkleinerungsservice, gewerbliche Abrollcontainer. Das Unternehmen bietet auch die Behandlung, Verwertung und Entsorgung von nicht gefährlichen Ölfeldabfällen in verschiedenen Becken in den Vereinigten Staaten sowie intermodale Dienstleistungen für den Transport von Fracht und Abfallcontainern im pazifischen Nordwesten an.

Müllfahrzeug von Waste Connections vor der Firmenzentrale
Das Unternehmen Waste Connections landet auf dem sechsten Platz unter den größten Entsorgungsunternehmen der Welt. (Bild: Waste Connections)

5. Remondis

Als größtes deutsches Entsorgungsunternehmen gehört Remondis auch zu den größten der Welt. Das Familienunternehmen ist neben festen Abfällen auch im Bereich Wasserwirtschaft tätig und bedient sowohl kommunale als auch industrielle und gewerbliche Kunden mit einer Flotte von Müllfahrzeugen. Mit einem Umsatz im Jahr 2021 von 10 Milliarden US-Dollar schafft es Remondis auf den fünften Rang unter den größten Entsorgern weltweit.

Mit dem Tochterunternehmen TSR Recycling ist der Konzern auch im Bereich Schrotthandel und -aufbereitung tätig. Neben Deutschland ist Remondis in 34 weiteren Ländern aktiv. Seinen Sitz hat Remondis in Lünden, die Anzahl der Mitarbeiter gibt das Unternehmen mit rund 41.000 an.

Remondis bei der Abholung von Altpapier.
Der deutsche Entsorger Remondis liegt auf dem fünften Platz im Entsorger-Ranking. (Bild: Remondis)

4. Republic Services

Republic Services entstammt ursprünglich dem Republic-Industries-Konzern und ist einer der größten Entsorger in den USA. Mit einem Umsatz von 11,3 Milliarden US-Dollar ist es das viertgrößte Entsorgungsunternehmen weltweit. Es zählt mittlerweile laut der Wirtschaftszeitschrift Fortune zu den 300 umsatzstärksten Unternehmen überhaupt im Land. Nach eigenen Angaben bedient der Konzern insgesamt 14 Millionen Kunden im Bereich der Entsorgung von konventionellen Abfällen für Gewerbe und Privathaushalte. Die Flotte umfasst etwa 18.500 Fahrzeuge.

Seinen Hauptsitz hat Republic Services in Phoenix (Arizona) und beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter.

In die Kritik kam Republic Services nach der Übernahme einer verfüllten und stillgelegten Deponie von Allied Waste Industries in St. Louis. Auf dieser wurde zuvor radioaktiver Abfall inoffiziell entsorgt. Anwohner registrieren bis heute eine erhöhte Krebsrate.

3. Waste Management

Das größte Entsorgungsunternehmen der USA heißt passenderweise Waste Management. Auch hier kommen die Kunden aus dem kommunalen, gewerblichen und industriellen Bereich. Das Unternehmen unterhält im Land etwa 270 Deponien (davon fünf Deponien für gefährliche Abfälle) sowie 103 Recycling-Anlagen. Das beim Abbau organischer Inhaltsstoffe der deponierten Abfälle entstehende Deponiegas von 124 der Deponien wird aufbereitet und zur Stromerzeugung oder als Ersatzbrennstoff für industrielle Prozesse vermarktet oder in örtliche Gasnetze eingespeist.

Seinen Sitz das das US-Unternehmen in Houston (Texas) und beschäftigt 44.900 Mitarbeiter.

2. Suez

Auf allen fünf Kontinenten ist das französische Entsorgungsunternehmen Suez aktiv. Mit 21,06 Milliarden US-Dollar ist es die Nummer zwei unter den größten Entsorgern. Der Konzern behandelt nach eigenen Angaben 45 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr, produziert im Bereich Recycling 4,4 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe sowie 7,7 TWh Energie. Neben der Entsorgung von Feststoffen ist das Unternehmen aber auch in der Abwasserbehandlung tätig und bereitet dort jährlich über eine Milliarde Kubikmeter Abwässer für 66 Millionen Menschen auf.

Im Jahr 2020 wollte der französische Konkurrent Veolia knapp 30 Prozent der Aktien von Suez übernehmen - mit dem Ziel einen Weltmarktführer für Entsorgungsdienstleistungen zu schaffen. Suez stufte das als versuchte feindliche Übernahme ein und verkaufte stattdessen sein Abfallgeschäft in den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland und Polen an die deutsche Prezero-Gruppe, die Teil der Schwarz Handelsgruppe ist. Betroffen waren 125 Standorte und rund 6.700 Mitarbeiter.

Ende 2020 kaufte Veolia dennoch ein großes Aktienpaket und legte ein öffentliches Übernahmeangebot vor, dass die EU-Kommission Ende 2021 genehmigte - allerdings unter Auflagen. So sollte Suez sein Frankreichgeschäft für Abfall und kommunales Wasser verkaufen. Veolia durfte sein Geschäft mit mobilen Wasserdienstleistungen im gesamten EWR nicht mehr behalten, ebenso wie seine französischen Tätigkeiten bei der Bewirtschaftung von industriellem Wasser. Auch das Deponiegeschäft mit gefährlichen Abfällen beider Unternehmen sollte reduziert werden. Suez sollte zudem sein komplettes Geschäft der Müllverbrennung und physikalisch-chemischen Behandlung gefährlicher Abfälle verkaufen.

Suez Müllfahrzeug verlässt das Firmengelände
Suez ist der zweitgrößte Entsorger weltweit. (Bild: Volvo Group Trucks Central Europe)

1. Véolia

Ebenfalls aus Frankreich kommt der Branchenprimus der Entsorgungsindustrie: Veolia. 32,29 Milliarden US-Dollar Umsatz macht das Unternehmen und ist damit unangefochtene Nummer eins unter den größten Entsorgungsunternehmen weltweit. Seinen Sitz hat Véolia in Paris und beschäftigt 213.600 Mitarbeiter (Stand 2022).

Neben der Abfallentsorgung ist man auch wie viele andere Unternehmen der Branche zusätzlich in den verwandten Bereichen Abwasser sowie Energie tätig. Die Leistung bei der Abfallentsorgung betrug 2020 nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Tonnen, gleichzeitig erzeugte der Konzern 45 Millionen MWh Energie und stellte die Abwasserentsorgung für 67 Millionen Menschen sicher. Bis 2018 war Véolia auch im Transport- und Verkehrswesen aktiv, gliederte den Bereich aber aus und zog sich 2018 komplett aus dem Segment zurück.

2021 genehmigte die EU-Kommission die Übernahme des Konkurrenten Suez unter Auflagen.

 

Zwei Véolia-Mitarbeiter im Wassermanagement
Unangefochtene Nummer eins unter den Entsorgungsunternehmen ist Véolia aus Frankreich. (Bild: Véolia)
Portrait Dörte Neitzel Redakteurin Technik+Einkauf
(Bild: mi connect)

Die Autorin: Dörte Neitzel

Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.

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