Kupferdraht bei Lapp

Kabelhersteller Lapp will beim Kupfereinkauf CO₂ einsparen. (Bild: Lapp)

Um die Erderwärmung zu bremsen, muss der CO₂-Ausstoß weltweit drastisch reduziert werden. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu verringern. Eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Klimaneutralität spielt dabei die Industrie.

Bei Lapp können die CO₂-Emissionen am besten bei den eingesetzten Produkten verringert werden, da dort das meiste CO₂ gebunden wird. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Rohstoff Kupfer. Daher hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, bis 2025 den CO₂-Fußabdruck der Produkte um 20 Prozent zu reduzieren (bezogen auf das Geschäftsjahr 2020/2021).

Der Grund: Interne Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass Kupfer im Durchschnitt für 88 Prozent des CO₂-Fußabdrucks in den Produkten von Lapp verantwortlich ist. Daher ist das Industriemetall ein wichtiger Hebel, um dem Einsparziel näherzukommen.

Aber wie? Ein Verzicht auf Kupfer als Rohstoff ist derzeit unmöglich, da kein anderes Material über vergleichbare Eigenschaften verfügt. Das rote Metall ist nach Silber der zweitbeste Stromleiter und besitzt eine deutlich bessere Leitfähigkeit als Aluminium. Zudem ist Kupfer widerstandsfähiger gegen Hitze, langlebig und zu 100 Prozent recycelbar.

Größte Emissionen beim Abbau von Kupfer

Nach Berechnungen von Experten und Expertinnen liegt das Erderwärmungspotenzial von Kupfer im Durchschnitt bei 4,1 kg CO2e/kg. Der höchste Anteil davon entsteht in den frühen Phasen des Bergbaus, wenn das Erz im Berg gelöst und im Anschluss daran transportiert und aufbereitet wird. Eine weitere Herausforderung ist, dass in den Kupferminen weltweit, beispielsweise in Chile, Peru, China oder den USA, die Erzgehalte zurückgehen und für die Förderung ein komplizierterer Prozess mit höherem Energieeinsatz nötig ist.

Parallel wird die Nachfrage nach Kupfer wegen des massiven Ausbaus an erneuerbaren Energien bis 2040 um 60 Prozent steigen. Diese Entwicklung ist für Lapp als Kabelhersteller eine große Herausforderung. Einerseits kann der Weltmarktführer für integrierte Lösungen der Kabel und Verbindungstechnik auf den Rohstoff Kupfer nicht verzichten, andererseits wird für den Abbau von Kupfererz eine hohe Menge an Energie benötigt und auch die Preise werden Prognosen zu Folge weiter steigen. Daher sucht das Unternehmen nach Wegen, um beim Kupfereinsatz nachhaltiger zu werden.

Neue Einkaufsstrategie

Mittlerweile gibt es weltweite Initiativen, die die globale Kupferindustrie nachhaltiger gestalten wollen. Heute beziehen die weltweiten Produktionsstätten von Lapp das benötigte Kupfer weitestgehend eigenständig. Zukünftig soll die Beschaffung von Kupfer strategisch gesteuert werden.

In einem ersten Schritt wurde im Jahr 2020 das Projekt Cuprum gestartet. Das große Ziel des Projektes ist es, Transparenz zu schaffen, indem die weltweiten Lieferketten sichtbar gemacht werden. Lapp will künftig bevorzugt ökologisch sauberes Kupfer einkaufen. Aber der Weg zur nachhaltigen Wertschöpfung ist kompliziert. Basierend auf den Projektergebnissen wird der Kabelhersteller seine Einkaufsstrategie ausrichten – von einer dezentralen zu einer zentralen Beschaffungsorganisation.

Gleichzeitig ist vorgesehen, dass Kupfer weiterhin von mehreren Bezugsquellen beschafft wird, denn die Entscheidung für einen Lieferanten hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wo ist der Lieferant angesiedelt? Wie weit sind die Transportwege? In welcher Verarbeitungsform wird das Kupfer zur Verfügung gestellt? Es zeigt sich: Kupfer ist nicht gleich Kupfer.

Derzeit führt Lapp Gespräche mit Kupferlieferanten, um sich einen Überblick zu den CO₂-Emissionen der verschiedenen Produkte zu verschaffen. Sobald eine Übersicht zu den aktuellen Emissionswerten aller bezogenen Kupferprodukte vorliegen, wird geprüft, ob ein Wechsel hin zu grünem Kupfer möglich ist. Wichtig ist dabei, den Dialog mit den Lieferanten zu suchen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

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(Bild: Gerd Mischler)

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