Goldbarren aufeinandergestapelt

Gold wird mehr denn je zur Sicherheitswährung. (Bild: Couperfield/Adobestock)

| von Dörte Neitzel

Der Goldpreis steht aktuell über 1.800 US-Dollar je Feinunze. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2011 als der Goldpreis über 1.900 Dollar für eine Feinunze kletterte. Danach sank der Kurs bis Ende 2015 wieder auf knapp über 1.000 Dollar, um bis heute - mit einigen Ausschlägen nach unten - wieder anzusteigen.

Das zeigt wieder einmal deutlich: Gold ist mehr als nur ein Rohstoff für die Industrie. Die Nachfrage nach dem Edelmetall, und damit der Preis, wird maßgeblich vom Sicherheitsbedürfnis der Käufer bestimmt. Gold gilt immer noch als Reservewährung, als "sicherer Hafen" in wirtschaftlich stürmischen oder zumindest unsicheren Zeiten.

Schulden steigen, das Sicherheitsbedürfnis auch

Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass Experten davon ausgehen, dass die Marke von 1.800 US-Dollar für eine Feinunze Gold nicht das Ende der Fahnenstange ist. "Wir denken, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Gold seinen Aufwärtstrend wieder aufnimmt", orakelt Daniel Briesemann von Commerzbank Research. "Das Investoreninteresse ist weiterhin groß", so der Rohstoff-Experte.

Es gebe auch gute Gründe, dass die Investoren weiter Gold kaufen: Die Schulden der Länder nehmen nicht ab, sondern zu. So haben sich die EU-Regierungschefs auf ein massives Hilfpaket geeinigt. Neben den 390 Milliarden Euro an Zuschüssen sollen 360 Milliarden Euro für weitere Kredite zur Verfügung stehen. Briesemann weiß, was das bedeutet: "Weitere Schuldenberge und eine weitere Geldentwertung". Der Analyst geht daher von aus, dass Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage davon "profitieren" werde. Für Rohstoffeinkäufer bedeutet das: steigende Preise.

Auch in den USA wird über weitere Finanzhilfen zur Bewältigung der Corona-Krise debattiert. Und diese sind nötig, denn die seit Wochen in die Höhe schnellenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen hinterlassen bereits neue Spuren in der US-Wirtschaft: Das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen ist im Juli deutlich gefallen.

Silberpreis zieht mit nach oben

Auch der Silberpreis ist im Aufwärtstrend. Mit knapp über 20 US-Dollar (Stand: 21. Juli 2020) ist er von seinem Höchststand (50,35 US-Dollar) zwar weit entfernt. Doch seit dem Absturz im März (12 US-Dollar) wird das Edelmetall stetig beliebter.

Der Rohstoff wird in der Industrie beispielsweise in Spiegeln und Solarmodulen eingesetzt. In der Medizintechnologie ist er ebenfalls beliebt durch seine antiseptischen Eigenschaften. Gerade während der Corona-Pandemie wurde das zum Vorteil.

Laut Commerzbank Research ist Silber bei Investoren schon seit Monaten beliebter als Gold. In der letzten Woche (KW 29) verzeichneten die von Bloomberg erfassten Silber-ETFs Zuflüsse von fast 320 Tonnen, seit Beginn des Monats Juli seien es rund 1.440 Tonnen - ein Anstieg um fast 6 Prozent. Im gleichen Zeitraum war es bei Gold "nur" ein Zuwachs um 2 Prozent.

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