Energiekette eines Hallenkrans

Die Einsatzgebiete von Energieketten sind vielfältig - wie hier bei einem Hallenkran. (Bild: Igus)

Das Beschaffungsmanagement spielt eine Schlüsselrolle bei Kostensenkungsmaßnahmen und Effizienzsteigerungen, das zeigt die Deloitte Studie ‚Einkauf als Werttreiber im Maschinen- und Anlagenbau‘. Demnach ist der Einkauf im Maschinen- und Anlagenbau nicht selten für die Hälfte der Kosten verantwortlich. So lässt sich vereinfacht sagen: Wird im Einkauf gespart, steigen die operativen Gewinne.

Ein Auszug aus dem Ergebnis der Studie "Supply-Chain-Management in Industrieunternehmen" besagt etwa, „dass in 74 Prozent der befragten Unternehmen der Teilepreis maßgebliches Auswahlkriterium für Lieferanten ist“. Das Problem: Besonders bei Lieferanten mit äußerst günstigen Bauteilpreisen entstehen später an anderer Stelle im Unternehmen oftmals höhere Mehrkosten, beispielsweise in der Instandhaltung oder bei Reklamationen.

Darüber hinaus stehen sich nicht auf Technik basierende Entscheidungen und die Motivation von Maschinenbauern nach Verbesserungen des Produktes häufig entgegen.

Höhere Lebensdauer durch hochwertigere Komponenten

Wie kann dieses Dilemma gelöst werden und wie lässt sich die richtige Qualität als Kostenvorteil herausstellen? Ein Fokus auf die technische Produktlebensdauer hilft hier weiter. Diese Zeitspanne zwischen der Vermarktung/Auslieferung einer Anlage und ihrem endgültigen Ausfall kann vielfältige Ursachen haben, etwa mangelnde Leistungsfähigkeit von Materialien und Komponenten.

Ist die Lebensdauer eines Produktes zu gering, kann es in der Folge zu deutlichen Folgekosten kommen, beispielsweise, wenn nicht produziert werden kann und die Ware nicht beim Kunden ankommt. Aufwendungen wie etwa für die Fehlersuche oder das Instandsetzungspersonal kommen ebenso hinzu wie Reputationsschäden durch Lieferverzögerungen.

So profitiert der Kunde kurzfristig zwar von einem günstigen Teilepreis, mittel- und langfristig kann es jedoch zu hohen Kosten kommen. Die Wahl von höherwertigen Bauteilen führt hingegen zu einer Verlängerung der technischen Lebensdauer und damit in der gesamten Prozesskette zu niedrigeren Kosten.

Mehr Sicherheit für Einkäufer

Daher lohnt es sich, bei der Wahl der richtigen Energiezuführung nicht allein nur auf den Einkaufspreis, sondern auch auf den langfristig garantierten Grad der Sicherheit zu schauen, den diese Lösung bietet. Denn gerade im Bereich der Energie- und Datenführung ist das Angebot am Markt äußerst umfangreich. Eine Vielzahl an Herstellern bieten unterschiedlichste Arten der Energieführung an, die in den verschiedensten Bereichen genutzt werden – von Wellschläuchen am Roboter über Stromschienen in Lagerhallen bis zu Leitungswagen bei Hafenkranen. Unterschiede gibt es bei all diesen Lösungen im Preis, aber vielmehr noch bei der Lebensdauer in der jeweiligen bewegten Anwendung.

Checkliste für die Auswahl der richtigen Energiekette

Damit Unternehmen die richtige E-Kette für die jeweilige Anwendung finden, die ebenso höchste Kostenersparnis bietet, sind Antworten auf folgende Fragen relevant:

  • Welche Bewegungsart liegt vor?

a. Mit welchen Geschwindigkeiten und Beschleunigungen ist zu rechnen?

b. Wie gestalten sich Verfahrweg oder Torsion?

  • Welchen äußeren Einflüssen wie Temperatur, Feuchtigkeit, Chemie etc. ist eine Applikation ausgesetzt?
  • Wie hoch ist die zu erwartende Lebensdauer der gesamten Anwendung?
  • Ist eine einzelne E-Kette oder Leitung die beste Wahl oder lohnt sich ein konfektioniertes Komplett-System aus einer Hand?
  • Können intelligente Komponenten für eine weitere Reduzierung der Kosten sorgen, durch die Möglichkeit zur vorausschauenden Wartung?

Detaillierte Antworten stellen sicher, dass eine Energiekette exakt für den spezifischen Einsatzzweck konstruiert/ausgelegt ist. Das sichert ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis über den gesamten Produktlebenszyklus einer Maschine.

Energieketten
Energieketten haben die Aufgabe, Energie, Daten sowie Luft und Flüssigkeiten sicher zu führen. (Bild: Igus)

Eine interessante Alternative sind Energieketten (auch Energieführungsketten, E-Ketten oder Schleppketten genannt). Ihre Aufgabe ist es, Energie, Daten sowie Luft und Flüssigkeiten sicher zu führen. Einer der führenden Unternehmen in diesem Bereich ist der motion plastics Spezialist Igus, der Energieketten aus Hochleistungskunststoffen entwickelt und produziert.

Ihr Vorteil: Sie schützen nicht nur die Leitungen sicher, sondern sind durch den Einsatz von Kunststoff dabei auch besonders langlebig, leicht, wartungsarm und korrosionsbeständig. Dabei lassen sie sich in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen einsetzen: stabile E-Ketten bei langen Verfahrwege, robuste Ausführungen in rauen Umgebungsbedingungen oder torsionsfähige Varianten in 3D-Roboteranwendungen.

Das Einsatzgebiet ist dabei sehr groß: von Werkzeug-, Holz- und Blechbearbeitungsmaschinen über die Anwendung in Reinräumen in der Verpackungs- oder Automobilindustrie bis hin zu Regalbediengeräten. Die jeweiligen Anforderungen an die Tribopolymer-Energieketten sind daher sehr unterschiedlich, sodass bei Igus allein 20.000 verschiedene E-Ketten-Komponenten ab Lager verfügbar sind.

Das Besondere: Igus verkauft nicht einfach nur die Energiezuführung, sondern durch die Kombination aus verschiedenen Werkstoffen, innovativen Konstruktionsprinzipien und realen Tests auch Sicherheit und damit verlängerte Produktlebenszeit. Über eine Online-Lebensdauerberechnung lässt sich im Netz kostenfrei die Lebensdauer in der jeweiligen Anwendung verlässlich berechnen.

Drei Fragen an... Jürgen Baumeister, PMV Fördertechnik GmbH

Jürgen Baumeister
Jürgen Baumeister, PMV Fördertechnik. (Bild: privat)

Herr Baumeister, für welche Anwendungen kaufen Sie Energieketten ein?

Da unsere Förderanlagen sowohl horizontal als auch vertikal verfahrbar sind beziehungsweise sein können, haben wir immer wieder die Situation, dass die Versorgungsleitungen – egal ob Strom-, Steuer- oder Pneumatikschläuche – diese Bewegungen mitmachen müssen. Hierbei haben sich Energieketten als das richtige Mittel zum Zweck herauskristallisiert, da sie neben hervorragendem Schutz der Leitungen auch eine hohe Lebensdauer mit sich bringen. Daher setzen wir sie in unterschiedlichen Längen und Breiten ein.

Sind TCO-Betrachtungen bei der Auswahl der Lieferanten ein Kriterium?

Nein, nicht wirklich, da unsere Industrie diesen Gesichtspunkt noch nicht für sich entdeckt hat. Ein Kriterium für mich ist ein gutes Produktportfolio, eine faire Preispolitik und ein partnerschaftlicher Umgang miteinander. Der klassischen Kunden-Lieferanten-Beziehung, wie sie in der Vergangenheit gelebt wurde, kann ich nur bedingt etwas abgewinnen, und sie funktioniert bei einem komplexen Produkt wie der Energiekette auch nicht. Hier zeigt sich Igus gerade in Kombination mit dem Leitungsportfolio und der Vertriebs- und Engineeringexpertise als genau der Partner, den ich gesucht habe.

Wie wichtig sind neben Kostenvorteilen auch weitere Services beim Einkauf für Energieketten für Sie?

Wie schon beschrieben, ist es das, was den Unterschied macht. Einen Lieferanten zu haben, der nicht nur Energieketten liefert, sondern auch noch das Leitungssystem dazu, führt zu einem großen Mehrwert für uns. Wir können damit auf Erfahrungswerte aus dem Hause Igus zurückgreifen – was beispielsweise die Lebensdauer vom System angeht – die andere Lieferanten so nicht haben. Zu guter Letzt spielt der Aspekt der Gewährleistung hier auch noch eine – wenn auch untergeordnete – Rolle, aber so können wir sicher sein, dass es klappt. Und wenn nicht, kann der Lieferant der Energiekette sich nicht mit einem Fremdfabrikat der Leitungen rausreden.

Die Basis dafür sind die generierten Daten aus dem Testlabor. Hier werden die Energieketten auf maximale Lebensdauer in realitätsnahen Prüfeinrichtungen gecheckt. Mit den gewonnenen Daten werden Produkte und Lebensdauerrechner weiterentwickelt, damit Kunden ihre Wunschkette konfigurieren können. Das Testlabor ist einzigartig in der deutschen Industrie und umfasst mehr als 3.800 m².

Zehn Milliarden E-Ketten-Zyklen pro Jahr im E-Ketten- und Leitungs-Labor, davon 3,5 Milliarden Testzyklen allein für Energieketten, werden hier im Jahr gefahren. Sämtliche anzunehmenden Parameter werden dabei berücksichtigt unter Zuhilfenahme einer Klimakammer, über Außenversuche, unter Nutzung einer Geräuschkammer und über einen mehr als 200 m langen Verfahrweg, beziehungsweise extra installierte Roboteranlagen.

Dabei werden nicht nur E-Ketten, sondern auch speziell für die Bewegung in der E-Kette entwickelte Leitungen getestet, allein mit zwei Milliarden Zyklen im Jahr. Denn Igus bietet neben der reinen E-Kette mit einer einzigartigen Garantie von bis zu 36 Monaten auch komplette Energiekettensysteme inklusive Leitungen an. Diese können auch als konfektionierte Leitungen mit Stecker bestellt werden und auf Wunsch auch mit intelligenten Systemen für die vorausschauende Wartung.

Der Vorteil eines Energiekettensystems aus einer Hand liegt dabei vor allem darin, dass alle Komponenten getestet sind und optimal miteinander funktionieren. Dadurch reduzieren sich die Lifecycle Costs (LCC) der Maschine am Ende deutlich. Zusätzlich profitiert der Einkäufer, dass er nur einen Lieferanten und eine Bestellung für das Gesamtsystem hat.

Das Unternehmen: Igus

Die Igus GmbH entwickelt und produziert motion plastics. Diese schmierfreien Hochleistungskunststoffe verbessern die Technik und senken Kosten überall dort, wo sich etwas bewegt. Bei Energiezuführungen, hochflexiblen Kabeln, Gleit- und Linearlagern sowie der Gewindetechnik aus Tribopolymeren führt Igus weltweit die Märkte an. Das Familienunternehmen mit Sitz in Köln ist in 35 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 4.150 Mitarbeiter.

2020 erwirtschaftete Igus einen Umsatz von 727 Millionen Euro. Die Forschung in den größten Testlabors der Branche produziert laufend Innovationen und mehr Sicherheit für die Anwender. 234.000 Artikel sind ab Lager lieferbar und die Lebensdauer ist online berechenbar. In den letzten Jahren expandierte das Unternehmen auch durch interne Start-ups, zum Beispiel für Kugellager, Robotergetriebe, 3D-Druck, die Plattform RBTX für Lean Robotics und intelligente ‚smart plastics‘ für die Industrie 4.0. Zu den wichtigsten Umweltinvestitionen zählen das ‚chainge‘-Programm – das Recycling von gebrauchten E-Ketten – und die Beteiligung an einer Firma, die aus Plastikmüll wieder Öl gewinnt (Plastic2Oil).

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