Eine alte blaue Gehaltsabrechnung

Welcher Betrag steht bei Einkäufern auf der Lohnabrechnung? Der Gehaltsreport 2020 hat es herausgefunden. (Bild: Wissmann Design/Adobestock)

| von Dörte Neitzel

Wie viel verdienen Beschäftigte im Einkauf auf unterschiedlichen Positionen und in verschiedenen Branchen?

Gerade für Einsteiger im Einkauf, gleich ob als operativer oder strategischer Einkäufer, Projekteinkäufer, Lead Buyer oder Supply Chain Manager, ist es wichtig zu wissen, ob sie mit ihren Gehaltsforderungen richtigliegen oder vielleicht übers Ziel hinausschießen.

Doch auch für altgediente Mitarbeiter ist es entscheidend zu wissen, wie sie im Vergleich zu Kollegen innerhalb und außerhalb der eigenen Branche bezahlt werden. Viele Beschäftigte in Einkaufsabteilungen wollen jetzt ihren Marktwert wissen. Denn nicht selten hat die Corona-Pandemie eine Umorientierung in eine andere Branche oder Region notwendig gemacht – oder macht sie noch notwendig.

Diese Aspekte untersucht der Einkäufergehaltsreport 2020 der Einkaufsberatung Kloepfel zusammen mit Onventis.

Befragt wurden rund 1.900 Angestellte und Führungskräfte aus dem Einkauf.

Die Umfrage unterteilt die Befragen in:

  • Operative Einkäufer,
  • Strategische Einkäufer,
  • Lead Buyer/ Commodity Manager,
  • Projekteinkäufer,
  • Supply Chain Manager,
  • Einkaufsleiter und
  • Chief Procurement Officer (CPO).

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Gehälter im Einkauf?

Neben der Durchschnitts-Gehaltserhebung gibt es in diesem Jahr auch Informationen dazu, in welchen Positionen das Einkaufspersonal Gehaltsverluste durch die Coronakrise zu verbuchen hatte.

Aufgrund der aktuellen Lage fragten die Studienmacher, inwieweit die Pandemie die Unternehmen der Befragten tangiert. Ein knappes Drittel (31 Prozent) der Befragten gab an, mittelmäßig betroffen zu sein. Weitere 28 Prozent trifft die Krise stark und 10 Prozent geben an, sehr starke Folgen zu spüren.

Weniger gravierende Auswirkungen haben Lockdown & Co. für 23 Prozent der Unternehmen gehabt. Damit spüren insgesamt 92 Prozent die Folgen der Virus-Pandemie im unterschiedlichen Ausmaß.

Sechs Prozent gaben an, gar nicht betroffen gewesen zu sein. Zwei Prozent konnten die Lage nur schwer einschätzen und wollten sich nicht festlegen.

Die Mehrheit aller Einkäufer hat der Umfrage zufolge im Schnitt keinen Gehaltsverlust durch die Coronakrise erlitten. Doch blickt man auf die einzelnen Positionen, ergibt sich ein differenziertes Bild. So gab die Hälfte der Lead Buyer an, Einbußen zu verzeichnen. Damit sind sie Spitzenreiter des Gehaltsverlusts.

Von den operativen Einkäufern und Einkaufsleitern hat jeweils ein Drittel Einbußen angegeben. Am wenigsten trifft es die strategische Beschaffung: Hier blieb das Gehalt bei 71 Prozent der Beschäftigten auf Vorkrisenniveau.

Gehaltseinbußen durch Corona im Einkauf
Gehaltseinbußen durch Corona im Einkauf: Die Mehrheit bekommt ihr altes Gehalt. (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Welche Position bringt Einkäufern das höchste Gehalt?

Oberste Führungs- und Leitungsfunktionen werden besser bezahlt als ausführende. Allen voran steht der CPO. Er wird durch die Bank weg am besten bezahlt. Aber auch Einkaufsleiter kommen auf ein durchschnittliches Gehalt von mehr als 100.000 Euro.

Unter dieser Marke bleiben Projekteinkäufer, Lead Buyer und Supply Chain Manager. Am untersten Ende der Gehaltspyramide stehen der strategische sowie der operative Einkäufer.

Durchschnittliche Gehälter im Einkauf je nach Position im Unternehmen
Wie hoch sind die Positionen im Einkauf dotiert? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Wie viel Einkäufer in der jeweiligen Position verdienen, hängt natürlich auch vom Umsatz des Unternehmens ab.

Generell gilt: Je größer das Unternehmen, desto besser werden die einzelnen Positionen vergütet. Der höchste Gehaltssprung ist sichtbar bei Einkaufsleitern von KMU (bis 250 Millionen Euro Umsatz) und gehobenem Mittelstand (ab 250 Millionen Euro Umsatz).

Details finden Sie in folgender Tabelle:

Tabelle zum Gehalt im Einkauf nach Unternehmensgröße
Je größer das Unternehmen, desto höher auch das Gehalt. (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Gehaltsunterschiede im direkten und indirekten Einkauf

Wie in den Jahren zuvor zeigt sich auch in der 2020er-Umfrage, dass die meisten Angestellten tendenziell mehr im indirekten als im direkten Einkauf verdienen. Unter den Befragten gab es keine CPOs, die ausschließlich die indirekte Beschaffung betreuen.

Die Position des Chief Procurement Officers existiert nicht in allen Unternehmen. Aber dort, wo sie besetzt wird, erstreckt sich die Verantwortung in der Regel über den gesamten Einkauf. Alternativ beschränkt sie sich auf den direkten Einkauf, weil der indirekte bei produzierenden Unternehmen im Vergleich nur einen Bruchteil ausmacht.

Bei operativen und strategischen Einkäufern sind Gehaltsunterschiede zwischen "direkt" und "indirekt" nicht spürbar. Sie verdienen jeweils etwa 58.000 Euro (operativ) und 71.000 Euro (strategisch). Auch bei Projekteinkäufern gibt es keinen großen Unterschied. Sie verdienen laut der Studie im direkten Einkauf sogar etwas mehr (rund 73.600 Euro vs. 72.500 Euro).

Sehr wohl macht sich ein Gehaltsunterschied jedoch bei Lead Buyern (86.000 Euro vs. 96.000 Euro) und Einkaufsleitern (106.000 Euro vs. 113.000 Euro) bemerkbar.

Mitarbeiter, die beide Einkaufsarten betreuen verdienen in der Regel weniger als wenn sie sich auf einen konzentrieren können.

Tabelle zum Gehalt im direkten und indirekten Einkauf
Direkter oder indirekter Einkauf - Wo gibt es mehr Gehalt? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Wie unterscheiden sich direkter und indirekter Einkauf?

Beschaffung wird in zwei Kategorien eingeteilt: direkte und indirekt. Der direkte Einkauf befasst sich mit der Beschaffung jener Ressourcen, die das Unternehmen für die Herstellung des eigentlichen Produkts benötigt. Bei einem Autohersteller sind das zum Beispiel Sitze und Reifen oder die Abgastechnik.

Der indirekte Einkauf ist dagegen zuständig für die Ressourcen, mit denen das Unternehmen als solches arbeiten kann. Das sind etwa Druckerpapier, IT-Ausstattung oder Büromöbel.

Das bedeutet auch, dass in Dienstleistungsunternehmen der Anteil des indirekten Einkaufs naturgemäß höher ist als bei produzierenden Unternehmen. Oft greifen beide Arten auch ineinander.

So ist die Beschaffung eines Flottenfahrzeugs für ein Logistikunternehmen ein direkter Einkauf. Während das Tanken zur indirekten Beschaffung zählt.

Wie hängt das Gehalt vom Einkaufsvolumen ab?

Über alle Klassen von Einkaufsvolumina hinweg verdienen die operativen Einkäufer am wenigsten. Ihr Gehalt reicht von etwa 41.000 Euro (Budget unter 1 Million Euro) bis 92.000 Euro (Budget zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro). Etwas mehr ist es bei strategischen Einkäufern (zwischen 57.000 und 107.000 Euro). Sie sind auch in Großunternehmen zu finden.

Am anderen Ende liegen die CPOs. Auch sie verdienen mehr, je höher das Einkaufsvolumen ist (zwischen 87.600 und 150.000 Euro). In kleineren Unternehmen sind sie allerdings naturgemäß seltener vertreten. Dazwischen reihen sich die anderen Einkaufsberufe ein.

Besonders auffällig ist der Zusammenhang bei Einkaufsleitern. Ihre Gehaltsspanne liegt zwischen knapp 48.000 Euro (Budget unter 1 Million Euro) bis zu knapp 178.000 Euro (Budget über 1 Milliarde Euro).

Projekteinkäufer, Lead Buyer und Supply Chain Manager bewegen sich gehaltsmäßig im Mittelfeld. Allerdings sind Lead Buyer die „Besserverdiener“ unter diesen dreien. Ihr Gehalt bewegt sich zwischen 60.000 Euro (Budget unter 1 Million Euro) und 122.000 Euro (Budget über 1 Milliarde Euro).

Dahinter folgt der Projekteinkäufer mit einer Spanne zwischen 62.000 Euro und 100.000 Euro. Der Supply Chain Manager ist nicht in jedem Unternehmen vertreten. Er wird bei geringerem Einkaufsvolumen mit rund 55.000 Euro am schlechtesten von den dreien bezahlt. Ist eine solche Position vorhanden, verdient er in Großunternehmen mit einem Milliardeneinkaufsbudget im Schnitt 108.000 Euro.

Tabelle zur Abhängigkeit des Gehalts vom Einkaufsvolumen
Wie sehr steigt das Gehalt mit dem Einkaufsvolumen? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Welches Gehalt erwartet Einkäufer mit welchem Abschluss?

Kurz zusammengefasst: Auch im Einkauf ist es so, dass Mitarbeiter mit höherem Abschluss generell mehr verdienen. Ein Studium lohnt sich danach auf jeden Fall.

Je nach Abschluss (Bachelor, Master, Diplom oder Promotion) sieht es dann jedoch anders aus. Allerdings ist der Unterschied zwischen Bachelor und Master nicht sehr gravierend.

Mit einer Berufsausbildung beträgt das jährliche Bruttogehalt im Schnitt etwa 74.298 Euro, mit einer Promotion werden es bis zu 124.246 Euro.

Auch ein Diplom ist nach wie vor sehr gut angesehen und wird mit einem guten Gehalt honoriert. Es gibt noch Diplom-Studiengänge im Maschinenbau, in der Verfahrenstechnik sowie bei den Bauingenieuren. Auch viele ältere Einkäufer haben noch einen Diplomabschluss gemacht. Sie profitieren von ihrer Berufserfahrung und zurückliegenden Gehaltsrunden.

Gehalt im Einkauf nach Abschluss
Mit welchem Abschluss erreichen Einkäufer das höchste Gehalt? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Verdienen Männer und Frauen im Einkauf gleich viel?

Die Gehaltsstudie von Kloepfel zeigt: Frauen sind im Einkauf mit einem Anteil von zwölf Prozent bei der Befragung nicht nur unterdurchschnittlich tätig. Sie verdienen auf den gleichen Positionen auch ein deutlich geringeres Gehalt als Männer.

Das lasse sich laut Kloepfel auch nicht durch eine höhere Teilzeitquote erklären: Nur etwa sieben Prozent der weiblichen Teilnehmer arbeiteten in Teilzeit, bei den Männern waren es ein Prozent.

Unter den rund 1.900 Befragten gab es jedoch keine Frauen in den Positionen Chief Procurement Officer und Supply Chain Manager.

Besonders drastisch sind die Unterschiede im Projekteinkauf. Hier verdienen Frauen lediglich 85,9 Prozent des Gehalts, das bei männlichen Projekteinkäufern auf dem Konto landet. Auch im strategischen Einkauf liegt die Quote bei nur knapp 88 Prozent.

Etwas besser sieht es bei den Lead Buyern (90,4 Prozent) und den Einkaufsleitern (92,5 Prozent) aus. Die wenigsten Unterschiede sind im operativen Einkauf zu finden. Hier verdienen Frauen „nur“ sieben Prozent weniger.

Gehalt im Einkauf nach Geschlecht
Verdienen Männer und Frauen im Einkauf das gleiche Gehalt? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Wie wirkt sich die Berufserfahrung aufs Gehalt aus?

Operativer Einkauf: Den größten Gehaltssprung gibt es zwischen sechs und zehn Jahren Tätigkeit im operativen Einkauf. Danach jedoch sinkt das Gehalt.

Marc Kloepfel von der Kloepfel Group hat dazu folgende Erklärung: „Die Professionalisierung des Einkaufs mit entsprechenden Studiengängen und Ausbildungen hat erst in den letzten 10 bis 15 Jahren an Relevanz gewonnen. Je nach Position kann es sich daher niederschlagen, dass „alte Hasen“ verschiedene Gehaltsrunden mitgemacht haben, ab einem bestimmten Zeitpunkt die Konkurrenz durch top ausgebildete Studienabgänger sich auf diejenigen auswirkte, die noch nicht oben angekommen waren.“

Strategischer Einkauf: Im strategischen Einkauf macht sich ein Mehr an Berufserfahrung in jeder Hinsicht bezahlt. Hier steigt das Gehalt gemeinsam mit der Berufserfahrung an. Den größten Zuwachs gibt es ab sechs bis zehn Jahren Tätigkeit. Danach steigt das Gehalt nur noch moderat an.

Laut Duran Sarikaya, Geschäftsführer der Kloepfel Group, liegt es daran, dass in diesem Alter das Ende der Karriereleiter vermeintlich erreicht ist. "Eine gute Grundlage für weitere Gehaltsverhandlungen und Positionswechsel sind bescheinigte Weiterbildungen“, so Sarikaya.

Lead Buyer: Auf dieser Position ist das Einstiegsgehalt mit 73.000 Euro bereits recht hoch. Bis zu einer Berufserfahrung von 25 Jahren steigt es auf hohem Niveau weiter stetig an. Ältere Mitarbeitern mit noch längerer Erfahrung können diese jedoch nicht in mehr Geld ummünzen. Auch hier dürften gut ausgebildete jüngere Kollegen die Treiber eines höheren Gehalts in frühen Jahren sein. Maximal erreichen Lead Buyer ein Gehalt von knapp 96.000 Euro.

Projekteinkauf: Hier gibt es stetige und auch größere Gehaltssprünge bis 15 Jahren Erfahrung - auch bedingt durch das relativ geringe Startgehalt. Auch ab 21 Berufsjahren gibt es noch einmal ein Gehaltsplus. Bei rund 88.000 Euro ist jedoch Schluss.

Supply Chain Management: Auch hier steigen Berufsanfänger recht hoch ein mit über 75.000 Euro pro Jahr. Der Zusammenhang mit Berufserfahrung ist hier eher uneinheitlich. Die Studie gibt rund 90.000 Euro als Obergrenze an.

Einkaufsleitung: Als Einkaufsleiter oder Einkaufsleiterin stehen Berufserfahrung und Gehalt in engem Zusammenhang. Das gilt zumindest bis 25 Jahre. Altgediente Einkaufsleiter kommen zwar auch über 100.000 Euro Jahresgehalt, doch scheint bislang eine Grenze bei etwa 110.000 Euro erreicht zu sein.

CPO: Am höchsten steigen die CPOs ein, sie bekommen bereits in den ersten Berufsjahren um die 100.000 Euro. Steigerungspotenzial gibt es bis über 120.000 Euro mit einem Mehr an Berufserfahrung. Allerdings fällt die Steigerung immer geringer aus.

Tabelle zum Gehalt im Einkauf nach Berufserfahrung
Wie macht sich Berufserfahrung in den einzelnen Positionen im Einkauf bezahlt? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

In welcher Branche verdienen Einkäufer am meisten?

Operativer Einkauf: Hier lohnt es sich besonders, in der IT zu arbeiten. Bei operativen Einkäufern stehen durchschnittlich 64.500 Euro brutto pro Jahr auf dem Lohnzettel. Aber auch der Handel (63.900 Euro) und die Pharma-Branche (60.500 Euro) zahlen gut.

Strategischer Einkauf: Hier schneidet die IT-Branche ebenfalls wieder am besten ab (76.500 Euro). Aber auch der Sonderfahrzeugbau und die Automobilbranche sind nicht kleinlich. Lediglich das Baugewerbe fällt auf. Das Gehalt liegt etwa gleichauf mit dem der operativen Einkäufer. Laut Marc Kloepfel ist der strategische Einkauf gerade bei KMU im Baugewerbe kein Thema. "Hier wird häufig eher auf Zuruf gearbeitet und die Grenze zwischen operativem und strategischem Einlauf ist fließend, was sich auch in den Gehältern niederschlägt. Bislang sind es vor allem die großen Player, die im Baugewerbe Wert auf dezidiert strategischen Einkauf legen.“

Lead Buyer: Auch sie sind in der IT gehaltsmäßig am besten aufgehoben (90.000 Euro). Dann kommen aber auch bereits Automotive und der Sonderfahrzeugbau. Insgesamt ist hier die Spreizung über die Industriebranchen jedoch nicht ganz so groß.

Projekteinkauf: Naturgemäß ist der Projekteinkauf besonders im Fahrzeugbau (97.000 Euro im Sonderfahrzugbau, 76.500 Euro in der Automobilindustrie) gefragt. Sie beschaffen die Ressourcen, mit denen ein Projekt oder eine Produktionslinie gestartet werden kann. Entsprechend gut werden sie bezahlt. Aber auch die Pharmaindustrie (80.400 Euro) kann mithalten.

Supply Chain Management: Das Management der kompletten Lieferkette steht vor allem im Automobilbau hoch im Kurs und wird entsprechend vergütet (89.000 Euro). Aber auch im Baugewerbe ist die Position gut dotiert (71.500 Euro).

Einkaufsleitung: Wer als Einkaufsleiter in der Industrie besonders viel verdienen will, sollte sich die Fahrzeugbranche aussuchen. Sowohl im Sonderfahrzeugbau (115.000 Euro) als auch im Automotive-Bereich (113.400 Euro) bekommen Einkaufleiter die höchsten Gehälter.

CPO: Die höchste Einkaufsposition wird in der Pharmabranche am besten bezahlt (142.500 Euro). Mit etwas Abstand folgen IT (125.000 Euro) und der Maschinen- und Anlagenbau (120.300 Euro).

Tabelle, die das Gehalt im Einkauf nach Branche auflistet
Welche Branche bezahlt welche Einkäufer am besten? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

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In welcher Region verdienen Einkäufer am meisten?

Auch über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen Einkäufer im Osten noch deutlich weniger als im Westen. Unter allen Teilnehmern verdienen Kollegen in den Neuen Bundesländern durchschnittlich knapp ein Drittel (29 Prozent) weniger als ihre Kollegen im Westen.

Spitzenreiter unter den Bundesländern ist bei Einkaufsleitern, Supply-Chain-Managern und CPOs das Saarland mit 151.000 Euro im Schnitt. Das ist getrieben von der Automobil- und Stahlindustrie. Direkt gefolgt von Bremen (126.600 Euro). Auch der Stadtstaat ist ein großer Industriestandort mit Mercedes-Benz und vielen Unternehmen in der maritimen Industrie und der Windkraft.

Bei den strategischen und operativen Einkäufern führen Hamburg (75.700 Euro), Hessen (75.600 Euro) und Baden-Württemberg (75.075 Euro). Auch hier handelt es sich um große Industriestandorte.

Interessant: Sowohl in Sachen-Anhalt als auch Brandenburg fällt auf, dass die Gehälter von leitenden Einkäufern (CPO, Einkaufsleiter, Supply Chain Manager) geringer sind als die der anderen Gruppe (operativer/strategischer Einkauf, Lead Buyer, Projekteinkauf). Mark Kloepfel erklärt das so: „In aller Regel bedeutet mehr Verantwortung auch mehr Gehalt. Allerdings kann es sein, dass gute strategische Einkäufer in größeren Unternehmen mehr verdienen als Einkaufsleiter in kleineren Betrieben. Dies scheint sich hier strukturell niederzuschlagen.“

Balkendiagramm, dass das Gehalt im Einkauf nach Bundesland auflistet
In welchem Bundesland verdienen Einkäufer am besten? (Quelle: Kloepfel Gehaltsreport 2020, Grafik: TECHNIK+EINKAUF)

Wer bekommt einen Firmenwagen?

Firmenwagen sind kein klassisches „Goodie“ für Einkäufer. Im operativen und strategischen Einkauf bekommen nur jeweils neun Prozent der Befragten ein Dienstfahrzeug gestellt. Nur wenig mehr sind es beim Projekteinkauf (11 Prozent) und bei den Lead Buyern (12 Prozent).

Bei diesen Einkaufsmitarbeitern greifen Unternehmen lieber zu einem Jobticket oder Essenszuschüssen als Nettolohnkomponente.

Noch am weitesten ist der Firmenwagen in der Leitungsebene bei den CPOs verbreitet. 29 Prozent der obersten Beschaffungsebene fahren mit einem Dienstfahrzeug. Bei Einkaufsleitern und Supply Chain Managern sind es jeweils immerhin 23 Prozent.

Insgesamt erhalten die Supply Chain Manager unter den Befragten dieses Gehaltsreports auch häufiger Gehaltszuschüsse. Am ehesten zu einem E-Bike oder den Beiträgen eines Fitness-Studios.

Regional oder global: Wo wird am meisten beschafft?

Die beliebteste Beschaffungsregion der deutschen Einkäufer ist und bleibt: Deutschland. 95 Prozent der Befragten kaufen Made in Germany ein.

Gleich danach folgt das übrige Europa (ohne Österreich und die Schweiz). Der heimische Kontinent dient 62 Prozent als Beschaffungsmarkt. Allein 22 Prozent der Unternehmen kaufen in Österreich ein, 17 Prozent tun das in der Schweiz.

Geht es über den europäischen Tellerrand hinaus, wird es zahlenmäßig bereits dünner. Der beliebteste Beschaffungsmarkt außerhalb der heimischen Gefilde ist Asien mit 43 Prozent. In Übersee ist nur noch Nordamerika (inklusive Mexiko) mit 15 Prozent ein nennenswerter Beschaffungsmarkt.

Das Ende markieren Südamerika (vier Prozent), Afrika (zwei Prozent) und Australien (ein Prozent). Sie spielen bei den Befragten nahezu keine Rolle.

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