Digital Procurement für E-Mobility

Facturee vereinfacht das Digital Procurement für E-Mobility

Digital Procurement soll die Beschaffung für E-Mobility vereinfachen. Beim Projekt E-Taxi Austria lieferte Facturee Aluminiumkomponenten für das automatisierte Ladesystem Matrix Charging von Easelink.

Facturee bündelt die Beschaffung individuell gefertigter Zeichnungsteile über eine zentrale Schnittstelle und ermöglicht den Zugriff auf unterschiedliche Fertigungstechnologien und Kapazitäten.
Facturee bündelt die Beschaffung individuell gefertigter Zeichnungsteile über eine zentrale Schnittstelle und ermöglicht den Zugriff auf unterschiedliche Fertigungstechnologien und Kapazitäten.

  • Facturee lieferte kleine Dreh- und Frästeile aus Aluminium für das automatisierte Ladesystem Matrix Charging von Easelink.

  • Die Komponenten kamen im Förderprojekt eTaxi Austria zum Einsatz, das von Juni 2021 bis März 2025 in Wien und Graz lief.

  • Facturee bündelt mehr als 2.000 geprüfte Fertigungspartner und rund 15.000 Maschinen über eine zentrale Schnittstelle.

  • Second-Source-Optionen sowie Qualitäts- und Dokumentationsleistungen sollen die Beschaffung für Automotive- und E-Mobility-Projekte absichern.

Mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen wächst auch die Bandbreite der Anforderungen an die Beschaffung von Bauteilen. Unterschiedliche Fahrzeugmodelle und Anwendungen benötigen verschiedene Materialien, Fertigungsverfahren, Oberflächen und Stückzahlen. Hinzu kommen Automotive-spezifische Qualitätsanforderungen und entsprechende Dokumentationspflichten.

Nach Angaben der International Energy Agency (IEA) stiegen die Verkäufe von Elektroautos einschließlich Plug-in-Hybriden in Europa 2025 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 % auf 4,2 Mio. Fahrzeuge. Gleichzeitig nahm die Zahl der verfügbaren Elektroauto-Modelle um knapp 35 % zu. Für 2026 erwartet die IEA, dass rund jedes dritte in Europa verkaufte Auto elektrisch sein wird.

Der Digital-Procurement-Spezialist Facturee setzt an den damit verbundenen Beschaffungsanforderungen an. Das Unternehmen bündelt die Beschaffung individuell gefertigter Zeichnungsteile über eine zentrale Schnittstelle und stellt dafür unterschiedliche Fertigungstechnologien und Kapazitäten zur Verfügung.

„Für den Einkauf bedeutet diese Vielfalt, dass immer mehr Faktoren zusammengebracht werden müssen: Fertigungsverfahren und Stückzahlen, geeignete Kapazitäten, Qualität und Dokumentation“, erklärt Moritz König, CEO und Founder von Facturee. „Wer dafür einzelne Fertigungspartner suchen, qualifizieren und steuern muss, hat einen erheblichen Beschaffungsaufwand. Wir bündeln diese Bedarfe über eine zentrale Schnittstelle.“

Wie Facturee das Projekt E-Taxi Austria unterstützte

Ein konkretes Anwendungsbeispiel liefert das F&E-Pilotprojekt E-Taxi Austria. Das vom österreichischen Klima- und Energiefonds geförderte Projekt lief von Juni 2021 bis März 2025 in Wien und Graz. Dort wurde die automatisierte konduktive Ladetechnologie Matrix Charging des österreichischen Technologieunternehmens Easelink im realen Taxibetrieb erprobt.

E-Taxi Austria gilt als weltweit größtes Pilotprojekt für automatisiertes Laden. Das System setzt sich aus dem Matrix Charging Connector im Fahrzeugunterboden und einem Ladepad am Parkplatz zusammen.

Steht das Fahrzeug über dem Ladepad, senkt sich der Connector automatisch ab und stellt die Verbindung für den Ladevorgang her. Ein manuelles Anschließen eines Ladekabels ist damit nicht erforderlich.

Für den Matrix Charging Connector lieferte Facturee verschiedene kleine Dreh- und Frästeile aus Aluminium. Dabei kamen unterschiedliche Fertigungstechniken und Oberflächenbehandlungen aus dem Lieferantennetzwerk des Beschaffungsdienstleisters zum Einsatz.

Matrix Charging bewährte sich im E-Taxi-Betrieb und lieferte zugleich eine technische Validierung für internationale Fahrzeughersteller. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in weitere Projekte sowie in die Standardisierung und Serienentwicklung der Technologie ein.

Digital Procurement bündelt Fertigungsverfahren

Facturee verfügt nach eigenen Angaben über ein Netzwerk von mehr als 2.000 geprüften Fertigungspartnern und rund 15.000 Maschinen. Über dieses Netzwerk wird die Beschaffung von Zeichnungsteilen gebündelt.

Das Fertigungsspektrum reicht von CNC- und Blechbearbeitung über Gießverfahren und Spritzguss bis zur additiven Fertigung. Hinzu kommen verschiedene Oberflächenbehandlungen. Nachbearbeitung, Qualitätssicherung und Dokumentation werden ebenfalls über Facturee abgewickelt. Für den Kunden bleibt Facturee dabei zentraler Vertrags- und Ansprechpartner.

Im Bereich Antrieb und E-Mobilität werden von Marktteilnehmern über das Unternehmen unter anderem Motoren- und Batteriegehäuse, Inverter-Kühlkörper, Stromschienen sowie Ventilkomponenten beschafft.

Warum dokumentierte Qualität entscheidend ist

Neben Fertigungstechnologie und Kapazität spielt in Automotive-Projekten die Nachweisführung eine wesentliche Rolle. Die Anforderungen an Qualitätsmanagement und Dokumentation entwickeln sich dabei weiter. Aktuell arbeitet die International Automotive Task Force an der zweiten Ausgabe der IATF 16949. Gleichzeitig aktualisieren Automobilhersteller ihre kundenspezifischen Anforderungen an das Qualitätsmanagement.

Bauteile müssen damit nicht nur vorgegebene Geometrie- und Materialanforderungen erfüllen. Insbesondere in der Serienfertigung müssen definierte Qualitätsanforderungen reproduzierbar eingehalten und dokumentiert werden.

Facturee ist nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Für Automotive-Projekte greift das Unternehmen bei Bedarf auf Fertigungspartner zurück, die branchenspezifische Nachweise wie IATF 16949 bereitstellen können. Darüber hinaus können Erstmusterprüfberichte (EMPB), PPAP-Freigaben und Materialzeugnisse nach EN 10204 zur Verfügung gestellt werden.

Je nach Projekt umfasst die Qualitätssicherung Dokumentationen, Zwischenprüfungen und Messprotokolle sowie eine doppelte Endkontrolle beim Fertigungspartner und bei Facturee oder unabhängigen Prüfstellen. Auch sensible Entwicklungs- und Fertigungsdaten sind Teil des Beschaffungsprozesses. Facturee verweist in diesem Zusammenhang auf seine Zertifizierung nach ISO/IEC 27001:2022.

Wie Digital Procurement Lieferketten absichern soll

Neben der eigentlichen Bauteilbeschaffung rückt die Verfügbarkeit alternativer Fertigungskapazitäten in den Mittelpunkt. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Störungen internationaler Lieferketten erhöhen nach Angaben von Facturee die Bedeutung der Versorgungssicherheit in der E-Mobility-Branche.

Hersteller und Zulieferer stehen damit vor der Aufgabe, Abhängigkeiten von einzelnen Bezugsquellen zu reduzieren und alternative Fertigungsmöglichkeiten verfügbar zu halten. Facturee verfolgt hierfür eine Anti-Single-Source-Strategie. Integrierte Second-Source-Optionen sollen die Abhängigkeit von einzelnen Fertigern reduzieren und das Risiko von Produktionsausfällen minimieren.

„Gerade in einem volatilen Marktumfeld ist es wichtig, bei der Beschaffung flexibel reagieren zu können“, sagt Moritz König. „Unser Netzwerk ermöglicht es, unterschiedliche Fertigungsverfahren und Kapazitäten über einen zentralen Beschaffungspartner abzudecken – vom ersten Bauteil bis zur Serie.“

Digital Procurement als zentrale Schnittstelle

Das Projekt eTaxi Austria zeigt nach Angaben von Facturee, wie sich unterschiedliche Fertigungsanforderungen über einen zentralen Beschaffungspartner bündeln lassen. Beim Matrix Charging Connector umfasste dies verschiedene Aluminiumkomponenten sowie unterschiedliche Fertigungstechniken und Oberflächenbehandlungen.

Mit seinem Netzwerk verbindet Facturee dabei Fertigungskapazitäten, Qualitätssicherung, Dokumentation und alternative Bezugsquellen. Gerade bei unterschiedlichen Bauteiltypen und Stückzahlen soll das Digital-Procurement-Modell den Aufwand reduzieren, der durch die Suche, Qualifizierung und Steuerung einzelner Fertigungspartner entsteht.

Was Sie zum Thema Digital Procurement wissen müssen

  • Wie kam Digital Procurement bei eTaxi Austria zum Einsatz? – Facturee beschaffte verschiedene kleine Dreh- und Frästeile aus Aluminium für den Matrix Charging Connector von Easelink.

  • Welche Fertigungsverfahren deckt Digital Procurement bei Facturee ab? – Das Netzwerk umfasst unter anderem CNC- und Blechbearbeitung, Gießverfahren, Spritzguss, additive Fertigung und Oberflächenbehandlungen.

  • Welche Rolle spielt Digital Procurement bei der Qualitätssicherung? – Facturee bündelt je nach Projekt unter anderem Dokumentation, Zwischenprüfungen, Messprotokolle und Endkontrollen.

  • Wie unterstützt Digital Procurement Second-Source-Strategien? – Facturee greift auf mehr als 2.000 geprüfte Fertigungspartner zurück und integriert alternative Bezugsquellen in sein Beschaffungsmodell.

  • Welche Automotive-Nachweise kann Digital Procurement einbinden? – Je nach Projekt können unter anderem IATF-16949-Nachweise von Fertigungspartnern, EMPB, PPAP-Freigaben und Materialzeugnisse nach EN 10204 bereitgestellt werden.