Globale Handelsströme

Die wichtigsten Freihandelsabkommen im Überblick

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Eine hochgefahrene Schranke mit dem Schild Zoll-Douane
Freihandelsabkommen bauen Zölle ab - eine wirtschaftliche und meist auch bürokratische Erleichterung für den Einkauf.

Welche Freihandelsabkommen gibt es? Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Freihandelsabkommen der EU und anderer Regionen weltweit.

Die Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten und Indien haben das Thema Freihandel wieder auf die Agenda katapultiert. Auch, wenn es noch einmal vor dem EuGH überprüft werden soll, ist man nach 26 Jahren immerhin schon ein gutes Stück weiter.

375 aktive regionale Handelsabkommen zwischen zwei oder mehr Staaten zählte die Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2025. Den größten Sprung machte der Freihandel nach dem Ende des Kalten Krieges bis 2010. Seit 2017 steigt die Zahl der Abkommen jedoch nur noch langsam. Die an Freihandelsabkommen beteiligten Staaten verzichten weitestgehend auf Export- und Importzölle. Nicht selten bauen Freihandelsabkommen nichttarifäre Handelshemmnisse ab. Das sind indirekte protektionistische Maßnahmen. Auch Standards und Vorgaben, zum Beispiel für Zulassungen, sind oft Teil der Abkommen.

Für die Wirtschaft ist der Trend positiv: Sie profitiert vom Handel ohne Grenzen, sowohl beim Einkauf als auch Verkauf der Produkte. Alleine die EU (selbst eine Freihandelszone) blickt aktuell auf etwa 50 Freihandelsabkommen mit rund 80 Drittstaaten bzw. anderen Freihandelszonen..

Zahl der weltweiten Freihandelsabkommen.
Zahl der weltweiten Freihandelsabkommen.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Freihandelsabkommen, die die EU bilateral oder multilateral abgeschlossen hat.

Europäische Union (EU)

In Kraft seit: 1992, Vorläufer Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1957

Mitgliedsstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern

Kandidatenländer: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Türkei, Ukraine

Einwohner (2025): 450 Millionen

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten (2025): rund 20 Billionen Euro

Deutsche Importe aus der EU (2024): 860 Mrd. Euro

Deutsche Exporte in die EU (2024): 941 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen Europäischer Wirtschaftsraum, EWR

Der Europäische Wirtschaftsraum dehnt die EU-Bestimmungen über den Binnenmarkt hinaus aus. Er ist eine Freihandelszone zwischen der EU und drei Ländern der Europäischen Freihandelszone EFTA. Die Schweiz ist nicht im EWR. Geregelt werden unter anderem eine gemeinsame Sozialpolitik, Verbraucherschutz und Statistiken. Es gelten 80 Prozent der Binnenmarktregeln der EU, Zölle wurden abgeschafft.

Gründung: 1994

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen

Einwohner (2025): 465 Mio.

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten (2019): 19 Billionen Euro

Deutsche Importe aus EWR (2024): 715 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach EWR (2024): 858 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen EU - Indien

Nach fast zwei Jahrzehnten haben sich die EU und Indien auf ein Freihandelsabkommen geeinigt.  Das Abkommen ebnet den Weg für die Öffnung des bislang stark abgeschotteten indischen Marktes für Unternehmen aus der EU, die bereits jetzt der größte Handelspartner des Landes ist. Deutschland importiert vor allem chemische Produkte, Maschinen und zunehmend Elektronik.

In Kraft seit: muss noch ratifiziert werden

Mitgliedstaaten: 27 EU-Staaten, Indien

Gesamte Einwohner (2024): 1,9 Mrd.

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 23,3 Bio. US-Dollar

Deutsche Importe aus Indien (2024): 14 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach Indien (2024): 17 Mrd. Euro

Zollunion EU – Türkei

Die Zollunion gilt nicht für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie für Kohle- und Stahlerzeugnisse. Gewerbliche Waren mit Ursprung in der Türkei, zu denen auch landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse sowie Kohle- und Stahlerzeugnisse gehören, sind in das System der Paneuropäischen Ursprungskumulierung eingebunden.

Gründung: 1996

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Türkei

Gesamte Einwohner (2025): 900 Mio.

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 20,7 Bio. Euro

Deutsche Importe aus der Türkei (2024): 23,5 Mrd. Euro

Deutsche Exporte in die Türkei (2024): 24,3 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen der EU mit Kanada (CETA)

CETA hat die Zölle auf 98,6 Prozent der kanadischen und 98,7 Prozent aller EU-Güter abgeschafft. Industriewaren sind komplett zollfrei. Im Agrarbereich sind 91,7 Prozent aller Produkte zollfrei. Der Rest (etwa Käse) bekommt Kontingente oder ist vom Zollabbau ausgenommen (Hühnerfleisch, Eier und Eiprodukte).

Gründung: Seit dem 21. September 2017 wird CETA vorläufig angewendet, die endgültige Ratifizierung steht noch aus.

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Kanada

Einwohner (2025): 492 Mio.

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 21,7 Bio. Euro

Deutsche Importe aus Kanada (2024): 7,1 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach Kanada (2024): 12,9 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen EU und Japan (JEFTA)

Das FHA bedeutet vor allem für EU-Agrarprodukte einen erleichterten Zugang zum japanischen Markt. Für den Import von EU-Schweinefleisch wird eine Kombination aus einem prozentualen Wertezoll und einem Festbetrag je Kilogramm fällig. Der Wertzoll soll innerhalb von elf Jahren von 4,3 Prozent auf null sinken. Bei Milchprodukten wurde der Zollabbau innerhalb von Mengenquoten beschlossen. Bei gewerblichen Waren gibt es einen kompletten Zollabbau innerhalb von sieben Jahren (Pkw, Lkw, Busse etc.), bei Motorrädern sind es fünf Jahre.

In Kraft seit: 2019

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Japan

Einwohner (2025): 573 Mio.

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 23 Bio. Euro

Deutsche Importe aus Japan (2024): 22,73 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach Japan (2024): 21,55 Mrd. Euro

Gestapelte Container im Hafen von Hongkong
Gestapelte Container im Hafen von Hongkong.

Freihandelsabkommen EU und Ukraine (DCFTA)

Das Abkommen ist ein Teil eines sehr umfassenden Assoziierungsabkommens. Es schließt nicht nur den freien Handel ein, sondern soll die Ukraine umfassend in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Demokratie reformieren. Für Industrieprodukte gilt ein Nullzollsatz seit Inkrafttreten. Für landwirtschaftliche Produkte gibt es jährliche Kontingente. Für die Automobilindustrie gilt eine Übergangszeit von 15 Jahren. Als Ziel ist die Integration der Ukraine in den EU-Binnenmarkt ausgegeben. Ab 2014 wurde das Assoziierungsabkommen vorläufig angewendet, offiziell in Kraft trat es 2017.

In Kraft seit: 2017

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Ukraine 

Gesamte Einwohner (2025): 488 Millionen

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 19,6 Bio. Euro

Deutsche Importe aus der Ukraine (2024): 3,5 Mrd. Euro

Deutsche Exporte in die Ukraine (2024): 8,2 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien

Großbritannien gehört seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr zur EU-Zollunion und zum Binnenmarkt. Damit endet der freie Warenverkehr. Exporteure und Importeure müssen Zollförmlichkeiten beachten. Zollfreiheit gibt es für alle Waren, die die im Abkommen festgelegten Ursprungsregeln erfüllen. Mengenbeschränkungen wurden nicht festgelegt. Für Nordirland gelten Sonderregeln. Nichttarifäre Handelshemmnisse kann das Abkommen nicht verhindern.

In Kraft seit: 2021

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Großbritannien

Gemeinsame Einwohner (2025): 520 Mio. 

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 2,7 Bio. Euro

Deutsche Importe aus Großbritannien (2024): 39,31 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach Großbritannien (2024): 87,45 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur

Die EU ist der größte Handelspartner der Mercosur-Staaten. Mit dem Abkommen sollen 90 Prozent Zölle verringert oder komplett abgeschafft werden. Beispielsweise lagen die Abgaben auf Kfz bislang bei rund 35 Prozent. Für sensible Produkte gibt es lange Übergangsfristen bis zu 15 Jahre. Im Gegenzug profitiert der Mercosur vom Zollabbau im Nahrungsmittelsektor.

Verhandlungen abgeschlossen: 2025 (muss noch von den jeweiligen Ländern ratifiziert werden)

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay

Einwohner (2024): 750 Mio

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (2024): 22 Bio. Euro

Deutsche Importe aus Mercosur (2024): 20 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach Mercosur (2024): 16,1 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen zwischen der EU, Australien und Neuseeland

Die Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen sind 2018 gestartet. Traditionell sind die Importzölle Australiens gering, einige Waren (zum Beispiel Druckmaschinen) sind bereits zollfrei. Die wichtigsten Ausfuhrgüter Australiens sind Rohstoffe (Metalle, Kohle), Maschinen, chemische Erzeugnisse. Die wichtigsten Ausfuhrgüter der EU sind Maschinen, chemische Erzeugnisse und Kfz. Es besteht ein großer Handelsüberschuss auf EU-Seite. Diesen gibt es auch mit Neuseeland. Hier sind die wichtigsten EU-Ausfuhrgüter Kfz, Maschinen und Elektrotechnik. Aus Neuseeland kommen hauptsächlich Agrarprodukte in die EU. Auch die neuseeländischen Zölle sind mit etwa fünf Prozent niedrig. Textilien, Wohnmobile und Ambulanzfahrzeuge werden mit zehn Prozent verzollt, Pkw sind zollfrei. Beide Länder haben strenge Hygiene- und Quarantänevorschriften, damit fremde Tier- und Pflanzenarten nicht eingeschleppt werden.

Stand: Das Freihandelsabkommen EU-Neuseeland ist seit Mai 2024 in Kraft, während das Abkommen EU-Australien seit 2018 in den Verhandlungen steckt und derzeit an Agrarfragen scheitert.

Mitgliedsstaaten: 27 EU-Staaten, Australien, Neuseeland

Gesamte Einwohner (2024): 460 Mio.

Gesamtes Bruttoinlandsprodukt (2024): 19 Bio. Euro

Deutsche Importe aus Australien und Neuseeland (2024): 5,5 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach Australien und Neuseeland (2024): 7,5 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen in Nordamerika

USMCA (früher NAFTA)

Das Abkommen sah bei seiner Einführung die Abschaffung für den überwiegenden Teil der Zölle zwischen den drei Ländern innerhalb von 15 Jahren vor (bis 2008). 2017 drängte der damalige US-Präsident Donald Trump auf eine Reform des Abkommens. 2018 einigten sich die Länder vorläufig, es gelten zum Beispiel strengere Ursprungsregeln und mexikanische Arbeitsstandards. Auch der Name ändert sich von NAFTA (North American Free Trade Association) zu USMCA (United States-Mexico-Canada). Mexiko nahm die überarbeitete Version Ende 2019, die USA Anfang 2020 und Kanada ratifizierte das FHA im Frühjahr 2020. Es hat eine Gültigkeit von 16 Jahren.

In Kraft seit: 1994 (Neufassung seit 2020)

Mitgliedsstaaten: Kanada, Mexiko, USA

Gesamte Einwohner: 492 Millionen

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten: 33,3 Bio. US-Dollar

Freihandelsabkommen Trans-Pacific Partnership (TPP/CPTPP)

Nachdem die USA 2017 aus dem Abkommen austraten, ist das Folgeabkommen unter der Bezeichnung „Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-pacific Partnership“ unterzeichnet. Aber es ist noch nicht von allen ratifiziert.

In Kraft seit: 2016 (2018 für Australien, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Singapur), 2019 (für Vietnam)

Mitgliedsstaaten: Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam (USA trat 2017 aus)

Einwohner (2025): 500 Mio.

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten: 14 Bio. Euro

Containerschiff im Hafen
Containerschiff stehen für den weltweiten Handl - ob mit oder ohne Freihandelsabkommen. (Bild; m.mphoto - stock.adobe.com)

Freihandelsabkommen in Südamerika

Freihandelsabkommen Mercosur (Mercado Común del Sur)

Im „gemeinsamen Markt des Südens“ haben sich vier südamerikanische Länder zusammengeschlossen. Das Abkommen bezieht sich nicht nur auf den Handel, sondern auch auf die politische und soziale Zusammenarbeit.

In Kraft seit: 1991

Mitgliedsstaaten: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Bolivien.  Assoziierte Mitgliedsstaaten: Chile, Peru, Kolumbien, Ecuador, Guayna, Suriname

Einwohner (2025): 282 Mio. ohne assoziierte Länder

Bruttoinlandsprodukt Mercosur (2024): 2,6 Bio. Euro

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Freihandelsabkommen in Asien

Freihandelszone Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP)

Ende 2020 entstand in Asien die größte Freihandelszone der Welt. 15 Staaten aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit insgesamt 30 Prozent des Welthandels haben sich zusammengetan. In jährlichen Stufen sollen Zölle abgebaut werden. Es sind einheitliche Ursprungsregeln vereinbart. Taiwan und Indien sind allerdings nicht Teil des Zone.

Unterzeichnet: 2020

Mitgliedsstaaten: Australien, Brunei, China, Kambodscha, Indonesien, Japan, Malaysia, Laos, Myanmar, Neuseeland, Philippinen, Singapur, Republik Korea, Thailand, Vietnam

Einwohner (2024): 2,2666 Milliarden

Bruttoinlandsprodukt RCEP (2024): 30 Bio. US-Dollar Euro

Deutsche Importe aus RCEP (2024): 230 Mrd. Euro

Deutsche Exporte nach RCEP (2024): 200 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen Association of Southeast Asian Nations (ASEAN)

ASEAN ist das wohl bekannteste Freihandelsabkommen Asiens. Es sah und sieht den stufenweisen Zollabbau auf eine Bandbreite zwischen 0 Prozent und fünf Prozent vor. Die ASEAN mit China, Japan, Indien, Korea sowie Australien und Neuseeland geschlossen.

In Kraft seit: 1967 (Gründung durch Thailand, Malaysia, Indonesien, Philippinen, Singapur)

Mitgliedsstaaten: Brunei, Kambodscha, Indonesien, Malaysia, Laos, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam

Einwohner: 695 Mio. 

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt ASEAN (2024): 4 Bio. Euro

Deutsche Importe aus der ASEAN (2024): 52,5 Mrd. Euro

Deutsche Exporte in die ASEAN (2024): 27,5 Mrd. Euro

Freihandelsabkommen in Afrika

Freihandelsabkommen: Gemeinsamer Markt für das Östliche und Südliche Afrika (COMESA)

COMESA ist das Freihandelsabkommen mit den meisten afrikanischen Staaten. Es ist der gemeinsame Markt für das östliche und das südliche Afrika. Ihm gehören 21 Staaten an. Eine Zollunion ist geplant, aber bislang ist sie nicht funktionsfähig.

Unterzeichnet: 1994 (ab 2000 mit neun Mitgliedsstaaten in Kraft)

Mitgliedsstaaten: Ägypten, Äthiopien, Burundi, Dschibuti, Eritrea, Kenia, Komoren, Demokratische Republik Kongo, Libyen, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Ruanda, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Sudan, Somalia, Swasiland, Tunesien, Uganda

Ehemalige Mitgliedsstaaten: Angola, Lesotho, Mosambik, Namibia, Tansania

Einwohner: 560 Millionen

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten (2019): 632 Milliarden Euro

Handelsgüter: landwirtschaftliche Produkte, vereinzelt Leichtindustrie (Ägypten) und Rohstoffe (Demokratische Republik Kongo, Libyen) sowie Tourismus (Kenia, Mauritius, Seychellen)

Deutsche Importe aus den COMESA-Mitgliedsstaaten (2015): 3,923 Milliarden Euro

Deutsche Exporte in die COMESA-Mitgliedsstaaten (2015): 5,3 Milliarden Euro

Zwei Frauenhände halten lose Kaffeebohnen
Kaffee ist ein Exportschlager aus Afrika.

Freihandelsabkommen: Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC)

Das Abkommen soll die wirtschaftliche Entwicklung und das Wachstum fördern. Der Handel der SADC-Staaten hat sich zwischen 2000 und 2011 nahezu vervierfacht. Die meisten Exporte gehen in die APEC-Länder, gefolgt von denen der EU.

Gründung: 1979, Änderung 1992

Mitgliedsstaaten: Angola, Botswana, Lesotho, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Namibia, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swasiland, Tansania, Uganda

Einwohner (2019): 353 Millionen

Gemeinsames Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten (2018): 594,32 Milliarden Euro

Handelsgüter: Landwirtschaftliche Produkte, vereinzelt Leichtindustrie und Automobile sowie Komponenten (Südafrika), Rohstoffe (Südafrika, Botswana, Angola, Demokratische Republik Kongo), Tourismus (Südafrika, Seychellen, Mauritius, Kenia)

Deutsche Importe aus den SADC-Mitgliedsstaaten (2015): 6,86 Milliarden Euro

Deutsche Exporte in die SADC-Mitgliedsstaaten (2015): 10,790 Milliarden Euro

FAQ - Freihandelsabkommen

Was ist ein Freihandelsabkommen?

Ein Freihandelsabkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei oder mehreren Staaten, der Handelshemmnisse wie Zölle und Importquoten abbaut. Ziel ist es, den grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr zu erleichtern und das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Welche Vorteile bieten Freihandelsabkommen?

Freihandelsabkommen senken Kosten für Unternehmen durch Zollabbau, erweitern Absatzmärkte und fördern den Wettbewerb. Verbraucher profitieren von niedrigeren Preisen und größerer Produktvielfalt, während Unternehmen Zugang zu neuen Rohstoffen und Technologien erhalten.

Was ist das größte Freihandelsabkommen der Welt?

Das Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) zwischen 15 asiatisch-pazifischen Staaten ist seit 2022 das größte Freihandelsabkommen weltweit. Es umfasst etwa 30% der Weltbevölkerung und des globalen Bruttoinlandsprodukts, darunter China, Japan, Südkorea und Australien.

Welche Kritikpunkte gibt es an Freihandelsabkommen?

Kritiker bemängeln, dass Freihandelsabkommen zu Arbeitsplatzverlusten in weniger wettbewerbsfähigen Branchen führen und Umwelt- sowie Sozialstandards unter Druck setzen können. Zudem profitieren häufig große Konzerne stärker als kleine und mittlere Unternehmen oder Entwicklungsländer.

Was ist der Unterschied zwischen bilateralen und multilateralen Abkommen?

Bilaterale Abkommen werden zwischen zwei Staaten geschlossen, wie das Abkommen zwischen der EU und Japan. Multilaterale Abkommen umfassen drei oder mehr Parteien, beispielsweise das nordamerikanische USMCA zwischen USA, Kanada und Mexiko.

Welche Rolle spielt die WTO bei Freihandelsabkommen?

Die Welthandelsorganisation (WTO) überwacht globale Handelsregeln und fördert multilaterale Verhandlungen, während sie regionale Freihandelsabkommen registriert und auf WTO-Konformität prüft. Sie fungiert als Schiedsstelle bei Handelskonflikten zwischen Mitgliedsstaaten.

Hat die EU viele Freihandelsabkommen abgeschlossen?

Ja, die EU hat als größter Handelsblock weltweit über 40 Freihandelsabkommen mit mehr als 70 Ländern geschlossen. Zu den wichtigsten zählen Abkommen mit Japan, Kanada (CETA), Südkorea und den Mercosur-Staaten in Südamerika.