Kupfer ist als Metall extrem gefragt - nicht zuletzt aufgrund der Energiewende.(Bild: salita2010 - stock.adobe.com)
Welches Unternehmen produziert wo das meiste Kupfer? Die größten Kupferproduzenten nach Fördermenge finden Sie in unserer Top 10.
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Nach Eisen und Aluminium ist Kupfer mengenmäßig das am meisten geförderte Metall. Nach 23 Mio. Tonnen im Jahr 2024 kamen die Bergbauunternehmen 2025 laut der US Geological Survey ebenfalls auf rund 23 Mio. Tonnen in der Minenproduktion. Allein Chile produzierte 5,3 Mio. Tonnen. Hinter Chile folgt die DR Kongo (3,2 Mio. Tonnen), dann kommt Peru (2,7 Mio. Tonnen). Auch China (1,8 Mio. Tonnen) sowie die USA (1 Mio. Tonnen). gehören zu den führenden Kupferproduktionsländern.
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Doch welche Unternehmen sind die größten Kupfer-Minengesellschaften? Wer holt das meiste "rote Gold" aus dem Boden? Wir haben die zehn größten Kupferproduzenten nach ihrer Produktion in Tonnen im Jahr 2024 gerankt. Nicht alle sind börsennotiert, wie das chinesische Rohstoffkonzern Zijin. Die Daten stammen von Investingnews.com sowie aus eigener Recherche.
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Top 10: Die größten Kupferproduzenten der Welt
Platz 10: KGHM Polska MiedzDas Unternehmen ist in Europa, Nord- und Südamerika tätig und verfügt in seinen Minen nach eigenen Angaben über 40 Millionen Tonnen Kupfererzressourcen weltweit. Im Jahr 2024 produzierte das Unternehmen 0,534 Millionen Tonnen Kupfer (2023: 614.278,5 Tonnen). Neben Kupferkonzentraten gehören Kupferkathoden und Kupfergießwalzdraht zu den Hauptprodukten der KGHM. Im Februar 2023 unterzeichnete KGHM einen Liefervertrag für Kupferkathoden mit Nexans, einem großen Draht- und Kabelunternehmen.(Bild: KGHM)
Platz 9: AntofagastaAntofagasta ist ein chilenischer Bergbaukonzern, allerdings mit Sitz in Großbritannien. Das Unternehmen fördert überwiegend Kupfer, daneben aber auch Molybdän und Gold. 2024 schaffte Antofagasta eine Kupferproduktion von 0,664 Millionen Tonnen (2023: 0,66 Tonnen) und fällt damit vom sechsten auf den neunten Rang unter den größten Kupferproduzenten der Welt. Die leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr wurde vor allem durch die Expansion der Minen Los Pelambres und eine stabile Produktion in der Mine Centinela erreicht. Für 2025 erwartet das Unternehmen zwischen 660.000 und 700.000 Tonnen Kupferproduktion.(Bild: KGHM)
Platz 8: Rio TintoRio Tinto ist das achtgrößte Kupferproduzent 2024 mit einer abgebauten Menge von 0,697 Millionen Tonnen (2023: 620.000 Tonnen). DAnstieg ist vor allem auf die Rampenphase der Oyu Tolgoi-Untertagemine in der Mongolei und höhere Erzgrade in Escondida (Chile) zurückzuführen. Für 2025 rechnet Rio Tinto mit einer Produktion am oberen Ende der Prognose von 780.000 bis 850.000 Tonnen. Rund 55.560 Mitarbeiter sind für die britisch-australische Gruppe tätig.(Bild: vladimirnenezic - stock.adobe.com)
Platz 7: Anglo AmericanDer in London ansässige Konzern Anglo American kommt in 2024 mit 0,773 Millionen Tonnen Kupfer (2023: 1,147 Millionen Tonnen) nur noch auf den siebten Platz. Damit geht es runter von Platz vier im Vorjahr. Die im April 2022 von den chilenischen Ministern genehmigte Überholung der Mine Los Bronces im Wert von mehr als drei Milliarden US-Dollar verleiht der Produktionsprognose von Anglo American einen deutlichen Schub. Anglo American stieg bereits im Jahr 2022 vom zehnten auf den achten Platz im Ranking der größten Kupferproduzenten - eine große Leistung, war das Unternehmen doch erst 2021 in die Top 10 aufgestiegen.(Bild: Anglo American)
6. GlencoreDer Schweizer Rohstoffkonzern klettert im Jahr 2024 vom siebten auf den sechsten Platz. 2021 lag Glencore noch auf Rang drei der größten Kupferproduzenten der Welt. 2024 kommt eine Produktion von 0,951 Millionen Tonnen Kupfer zusammen. Glencore hatte für Schlagzeilen gesorgt, vor allem wegen seines unaufgeforderten Übernahmeangebots in Höhe von 23 Milliarden US-Dollar für Kanadas größten Bergbaukonzern Teck Resources. 2023 übernahm Glencore das Kohlegeschäft des Konkurrenten, das Kupfergeschäft bleibt in Händen von Teck Resources. Laut Guardian war Glencore in den Jahren 1988 bis 2015 für 0,38 Prozent der industriell erzeugten Treibhausgase alleine verantwortlich. Glencore ist nach Umsatz das größte Schweizer Unternehmen mit rund 62.000 Beschäftigten. Seinen Sitz hat es im Schweizer Steuerspar-Kanton Zug in der Gemeinde Baar.(Bild: Glencore)
5. Zijin MiningDas chinesische Unternehmen Zijin Mining baute 2024 rund 1,07 Millionen Tonnen Kupfer (2023: 1,01 Millionen Tonnen) ab. 2022 waren es etwa 677.000 Tonnen. Damit bleiben die Chinesen stabil auf den fünften Platz der größten Kupferproduzenten der Welt. Im Jahr 2021 eröffnete Zijin die größte Kupfermine Serbiens, Cukaru Peki. Die Anlage, die Teil des Timok-Projekts ist, wird das Balkanland voraussichtlich zum zweitgrößten Kupferproduzenten Europas machen. Zijin hat auch mit der Kupferproduktion in seiner Goldmine Buritica in Kolumbien begonnen und hält einen Anteil von 39,6 Prozent an der Kupfermine Kamoa-Kakula von Ivanhoe in der Demokratischen Republik Kongo, die im Mai 2021 in Betrieb genommen wurde.(Bild: vladimirnenezic - stock.adobe.com)
Platz 4: Grupo MexicoÜber seine Tochtergesellschaft Southern Copper mit Hauptsitz in Phoenix (Arizone) ist die Grupo Mexico 2024 wieder der viertgrößte Kupferproduzent der Welt mit einer Produktion von 1,086 Millionen Tonnen (2023: 556.026 Tonnen). Zum Vergleich: 895.000 Tonnen sicherten 2022 den fünften Platz. Das Unternehmen konnte im April 2022 die volle Kapazität seines wichtigen Kupferbetriebs Cuajone in Peru wiederherstellen, nachdem Proteste der Bevölkerung die Mine für fast zwei Monate geschlossen hatten. Die Grupo Mexico selbst hat ihren Hauptsitz in Mexico Stadt.(Bild: F.C.G. - stock.adobe.com)
Platz 3: ColdecoRasanter Aufstieg: War Codelco (Corporación Nacional del Cobre de Chile; kurz Codelco Chile) 2022 noch an sechster Stelle, kommt der Konzern im Jahr 2024 mit rund 1,442 Millionen Tonnen Kupfer (2023: 1,347 Millionen Tonnen, 2022: 1,552 Millionen Tonnen) auf den dritten Platz.2022 gab es einen starken Produktionsrückgang, den die chilenische Kupferkommission mit einer sinkenden Erzqualität, Wasserbeschränkungen und Gewerkschaftsprotesten begründete. Codelco ist ein privatrechtlich organisiertes Staatsunternehmen, das sich vollständig im Besitz des chilenischen Staates befindet und in acht Geschäftsbereiche gegliedert ist (7 Minen und 1 Raffinerie). Codelco hat zahlreiche Tochtergesellschaften und Beteiligungen in der ganzen Welt.(Bild: Luis Sandoval M. - adobe.stock.com)
Platz 2: BHP GroupDie Nummer eins wurde 2023 zur Nummer zwei mit nur noch 1,389 Millionen Tonnen Kupfer und 2024 ging es trotz gestiegener Kupferproduktion und sogar Rekordwert von 1,86 Millionen Tonnen noch einen Platz runter für BHP. 2022 holte das Unternehmen rund 1,1 Millionen Tonnen Kupfer aus dem Boden. Um sein Engagement in Kupferprojekten zu erhöhen, schloss BHP im Jahr 2021 ein Explorationsabkommen mit Capstone Mining in Arizona und übernahm den australischen Kupferproduzenten Oz Minerals im Rahmen eines 6,4-Milliarden-US-Dollar-Deals. Das britisch-australische Unternehmen hat seinen Sitz in Melbourne, Australien. Der Sitz in London wurde 2022 aufgegeben und das Unternehmen ist auch nicht mehr an der Londoner Börse gelistet. Laut Carbon Majors Report war BHP zwischen 1988 und 2015 für 0,91 Prozent aller emittierten Treibhausgase allein verantwortlich.(Bild: BHP)
Platz 1: Freeport - McMoRanDas in Phoenix, Arizona, ansässige US-Bergbauunternehmen Freeport-McMoRan liegt mit einer Produktion von 2,04 Millionen Tonnen Kupfer (2023: 2,058 Millionen Tonnen Kupfer) an erster Stelle der größten Kupferproduzenten der Welt. Zum Vergleich: 2022 waren es 1,3 Millionen Tonnen.Im Februar 2023 war das Unternehmen gezwungen, den Betrieb seiner bekannten Grasberg-Mine in Indonesien für mehr als zwei Wochen einzustellen, nachdem die Mine von Überschwemmungen und Abrutschungen betroffen war. Das Bergbauunternehmen Freeport Sulphur war 1967 das erste ausländische Unternehmen, das eine Bergbaulizenz der indonesischen Regierung unter Suharto erhielt. Es wurden weder Umweltauflagen noch Entschädigungen für die Ureinwohner vereinbart. Später wurde das Freeport-McMoRan Copper & Gold Tochterunternehmen PT Freeport Indonesia mit der Mine Grasberg Betreiber der größten Goldmine und der am kostengünstigsten fördernden Kupfermine der Welt. Durch seine Unternehmenspolitik und die Verflechtungen in die indonesische Regierung steht das Unternehmen in Indonesien unter Beobachtung vieler Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen.(Bild: Dmitry Chulov - stock.adobe.com)
Wie wird Kupfer abgebaut?
Die Ressourcen weltweit, also die Vorkommen, die zwar vorhanden, derzeit aber nicht wirtschaftlich abbaubar sind, belaufen sich auf 1,5 Mrd. Tonnen. Experten der USGS rechnen damit, dass weitere 3,5 Mrd. an bislang unentdeckten Ressourcen im Boden schlummern.
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Es gibt zwei Verfahren, zur Gewinnung von Kupfer aus Kupfererzen. Beim Floating entstehen Kupferkathoden mit einem Kupfergehalt zwischen 20 und 30% , in sehr ergiebigen Vorkommen können es auch bis zu 50% sein. Zum anderen wird die sogenannte SX-EW-Methode angewendet. Das ist eine Abkürzung für Solvent Extraction-Electowinning, eine metallurgische Technik, bei der organische Lösungsmittel das Kupfer aus dem Gestein lösen. Im Anschluss entsteht Kupferkonzentrat durch Elektrolyse. Welches Verfahren angewendet wird, hängt davon ab, ob das vorhandene Kupfererz sulfidisch oder oxidisch ist.
Größte Kupferproduzenten 2024 (Plätze 11 bis 20)
Rang
Unternehmen
Kupferproduktion 2024 aus Minen in Mio. Tonnen
11.
Teck Resources
0,446
12.
Ivanhoe Mines
0,437
13.
First Quantum Minerals
0,431
14.
Sumitomo Metal Mining
0,3995
15.
KAZ Minerals Group
0,38
16.
Lundin Mining
0,369067
17.
MMG
0,355161
18.
Vale
0,345
19.
PJSC MMC Norilsk Nickel
0,343
20.
Barrick Gold
0,195
Quelle: Jahresberichte der Unternehmen
Sulfidisches und oxidisches Kupfererz
Bei der Herstellung von Primärkupfer aus sulfidischem Kupfererz wird das Gestein in einem ersten Schritt gemahlen. Dieses gemahlene Kupfererz ist wasserabweisend, daher ist es möglich, gemahlenes Kupfererz durch Flotation anzureichern. Dabei reichern sich feste Partikel zu Aggregaten an. Das Ganze passiert in einem Rührbecken, das mit Flüssigkeiten gefüllt ist. Während des Rührens entstehen Gasblasen. An diesen haften die Partikel und steigen mit ihnen auf. Die auf diese Weise gebildeten Aggregate werden anschließend mit einem Abstreifer abgezogen. Das bei der Flotation entstehende Kupferkonzentrat hat einen Kupfergehalt von 20 bis 35% . Der Flotationsprozess erfolgt in der Regel an den Kupferminen, die das Kupfererz abbauen.
Oxidisches Kupfererz: Kupfergewinnung durch SX-EW-Verfahren
Wird zur Herstellung von Primärkupfer oxidisches Kupfererz verwendet, kommt das zweite Verfahren zum Einsatz, denn oxidische Kupfererze sind nicht wasserabweisend. Sie können daher nicht mittels Flotation angereichert werden.
Im ersten Schritt wird hier das gesammelte Kupfererz mit Schwefelsäure berieselt und ausgewaschen. Dadurch entsteht ein kupferhaltiges Konzentrat, das mithilfe des Solventextraktion-Elektrogewinnungs-Verfahren (SX-EW) im zweiten Schritt zu Kupferkathoden verarbeitet wird. Dieses Verfahren kann in die drei Schritte eingeteilt werden:
Solventextraktion,
Strippen und
Elektrolyse (Electrowinning)
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Beim SX-EW-Verfahren werden zunächst organische Lösungsmittel wie Ketoxime oder Aldoxime zum Konzentrat hinzugegeben und verrührt. Das überführt Kupferionen in die organische Phase. Die dabei entstehende Lösung wird aufkonzentriert. Beim anschließenden Strippen kommt stärker konzentrierte Schwefelsäure hinzu. Diese verdrängt die reine Kupferlösung wieder aus der organischen Phase.
Die größten Kupferminen der Welt
Escondida
Chile
1350
Grasberg
Indonesien
800
Collahuasi
Chile
600
Kamoa-Kakula
Kongo
600
Morenci
USA
570
Cerro Verde II
Peru
550
Buenavista del Cobre
Mexiko
535
Antamina
Peru
450
Tenke Fungureme
Kongo
450
El Teniente
Chile
401
Cobre Panama
Panama
400
Las Bambas
Peru
400
Los Pelambres
Chile
400
Polar Division
Russland
400
Chuquicamata
Chile
370
Oyu Tolgoi
Mongolei
350
Quellaveco
Peru
340
Spence
Chile
315
Bingham Canyon
USA
310
Kamoto
Kongo
300
Quebrada Blance
Chile
300
Quelle: World Copper Factbook 2025, ICSG
Wo liegt die größte Kupfermine?
Die ertragreichste aktive Kupfermine im Jahr 2025 ist nach wie vor die Escondida-Mine in Chile. Sie liegt in der Atacama-Wüste und wird betrieben von einem Konsortium unter der Führung von BHP, das 57,5% der Anteile hält. Weitere Eigentümer sind Rio Tinto (30%) und ein japanisches Konsortium (12,5%).
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Im Jahr 2024 schürften ihre Eigner rund 1,28 Mio. Tonnen Kupfer dort, die Kapazität gibt der Betreiber mit rund 1,35 Mio. Tonnen an. Für 2025 rechnen die Unternehmen mit einer weiteren Steigerung. Allein aus der Escondida-Mine kommen 5% der weltweiten Minen- Kupferprodukton.
Wie wird Kupfer weiterverarbeitet?
Die Extraktion des Kupfererzes aus den Minen ist nur der erste Schritt in der gesamten Produktionskette. Diese besteht aus mehreren Schritten und ist davon abhängig, ob als Ausgangsstoff Sulfiderze oder oxidische Erze gefördert wurden.
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1. Aufbereitung des Erzes
Das geförderte Erz wird zerkleinert und zu feinem Pulver gemahlen, damit die kupferhaltigen Minerale freigelegt werden. Anschließend wird das (Sulfid-)Erz in einer Flotation mit Wasser, Chemikalien und Luft behandelt. Dabei schwimmen die Kupferminerale auf und werden als Konzentrat mit etwa 20 bis 40% Kupfer abgeschöpft. Oxidisches Erz wird mittels Schwefelsäure vorbehandelt und konzentriert (Beschreibung siehe weiter oben).
2. Schmelzmetallurgische Gewinnung von Rohkupfer (bei Sulfiderzen)
Das getrocknete Konzentrat wird in Schmelzöfen erhitzt und mit Zuschlägen (zum Beispiel Siliziumdioxid) verschmolzen. Dabei trennt sich eine kupferreiche Schicht (Kupferstein/Matte) von der Schlacke, die die Gangart enthält. Die Matte wird in Konvertern mit Luft oder Sauerstoff weiter oxidiert. Der hierin noch enthaltene Schwefel und das Eisen werden als Gase oder Schlacke entfernt,. Das Ergebnis ist sogenannter Blisterkupfer mit etwa 96 bis 99,5% Kupferanteil. Durch Feuerraffination wird dieses Blisterkupfer weiter gereinigt zu Anodenkupfer mit rund 99% Kupfergehalt.
Zerkleinertes Erz wird mit Schwefelsäure ausgelaugt, dabei geht das Kupfer in Lösung (beispielsweise Haufenlaugung). Über Lösungsextraktion werden Kupferionen aus der Rohlösung abgetrennt und in eine möglichst reine Kupfersulfat-Lösung überführt. Diese Lösung dient dann als Ausgangspunkt für die elektrolytische Gewinnung von metallischem Kupfer.
4. Elektrolytische Raffination zum hochreinen Kupfer
Im Anschluss an die schmelzmetallurgische oder nassmetallurgische Gewinnung erfolgt die Raffination. Die im vorherigen Schritt gewonnenen Anodenkupferplatten (oder das aus Lösung abgeschiedene Rohkupfer) dienen, wie es der Name bereits vermuten lässt, als Anoden in einem Elektrolysebad aus Kupfersulfat und Schwefelsäure. Als Kathoden werden meist Edelstahl- oder Kupferplatten eingesetzt. Infolge des Stromdurchflusses löst sich Kupfer von der Anode, geht als Cu²⁺ in Lösung und scheidet sich als sehr reines Kupfer an der Kathode wieder ab. Unedlere Bestandteile bleiben in Lösung bestehen, edlere Metalle sammeln sich als Anodenschlamm. Das Ergebnis ist ein hochreiner Kathodenkupfer mit typischerweise 99,95 bis 99,99% Reinheit.
5. Weiterverarbeitung zu Halbzeugen
Der reine Rohstoff Kupfer wird in einem weiteren Schritt zu sogenannten Halbzeugen weiterverarbeitet. Diese sind noch keine Endprodukte, sondern dienen als Vorprodukte für die Herstellung kupferhaltiger Produkte. Dafür wird der Kathodenkupfer geschmolzen und anschließend gewalzt, gezogen oder extrudiert, um die in der Industrie verwendeten Halbzeuge zu erzeugen. Das sind Bleche, Platten, Bänder, Folien, Drähte, Stangen, Rohre und Profile aus Kupfer.
Die größten Kupferraffinerien der Welt
Raffinerie
Land
Kapazität in 1.000 Tonnen
Guixi
China
1.100
Shandong Fangyuan
China
800
Nanko Copper
China
700
Daye/Hubei
China
675
Yanggu C&D
China
600
Adani
Indien
600
Birla
Indien
500
Jinchuan (Fangchenggang)
China
500
Manyar
Indonesien
495
Heding
China
480
Jinlong (Tongdu)
China
470
Pyshma
Russland
460
Toyo
Japan
460
Amarillo
USA
450
Chinalco Southeast Copper
China
450
Chuquicamata
China
450
Tenke Fungurume
Kongo
450
Las Ventanas
Chile
440
Onsan I
Korea
440
Hamburg, Aurubis
Deutschland
416
Quelle: World Copper Factbook 2025, ICSG
Woher kommt das Kupfer für Deutschland?
Entsprechend der unterschiedlichen Verarbeitungsstufen importiert Deutschland sowohl Kupfererze, Kupferkonzentrate, raffiniertes Kupfer und Halbzeuge.
Deutschland importierte laut der WVM - Metallstatistik im Jahr 2020 rund 607.000 Tonnen raffiniertes, nicht legiertes Kupfer. Hinzu kamen 26.000 Tonnen legiertes Kupfer sowie 57.000 Tonnen Kupfer zum Raffinieren. An Kupfererzen und -konzentraten kam 2019 etwa 1.020.000 Tonnen ins Land. An Halbzeug aus Kupfer importierte Deutschland 238.000 Tonnen, wobei die Ausfuhr (906.000 Tonnen) den Import mittlerweile deutlich überholt hat. Den Gesamtumsatz mit Kupfer beziffert die Metallstatistik 2020 mit 13,648 Mrd. EUR. Aktuellere Zahlen hat die WVM nicht.
Im Jahr 2010 stammt laut Deutscher Rohstoffagentur der größte Anteil der Kupfererze aus Belgien (56%), gefolgt von Namibia (19%) und Armenien (10%). Bei raffiniertem Kupfer hat Russland als Lieferland die Nase vorn (31%), gefolgt von Polen (19%) und Chile (18%).
Kupferkonzentrate dagegen kamen vor allem aus Peru (25%), Argentinien (18%), Chile (17 Prozent) und Brasilien (14 Prozent). Auch Indonesien, Kanada und Australien sind Lieferländer für Kupferkonzentrate nach Deutschland.
Wofür wird Kupfer verwendet?
Genutzt wird Kupfer hauptsächlich für Elektroinstallationen (57%), also für Kabel, Leitungen, Drähte, Leiterplatten, Batterien und Elektrogeräte. In Deutschland werden 15% des Kupfers im Bauwesen eingesetzt, zum Beispiels für die Dachentwässerung, für die Fassadenverkleidung oder Installationsrohre. 9% wandern in den Automobilsektor, dort findet sich Kupfer beispielsweise in Bremsbelägen. 8% finden im Maschinen- und Anlagenbau Verwendung, etwa in Sanitär- und Industriearmaturen oder in Kesseln. Immerhin noch 5% gehen in den Handel und 6% in andere Verwendungszwecke wie Schlösser, Beschläge, Musikinstrument, Münzen oder Glocken.
Nachfrage nach raffiniertem Kupfer weltweit
Jahr
Mio. Tonnen
2012
20,48
2013
21,42
2014
22,93
2015
23,06
2016
23,49
2017
23,69
2018
24,46
2019
24,35
2020
24,98
2021
25,24
2022
26,07
Quelle: ICSG
Weltweite Kupfernachfrage steigt
Kupfer ist ein Metall, dessen Nachfrage zyklisch, also mit dem Wirtschaftswachstum, steigt und fällt. Dementsprechend war Kupfer in den vergangenen Jahren ein gefragter Rohstoff - sogar im Corona-Jahr 2020. Wurden 2011 noch 19,71 Mio. Tonnen des weichen Metalls nachgefragt, stiegen die Einkäufe bis 2020 stetig an auf 24,98 Mio. Tonnen. Nur 2019 gab es eine Mini-Delle und die weltweite Nachfrage nach Kupfer sank auf 24,29 Mio. Tonnen, da sich die Weltwirtschaft abgekühlt hatte.
Der Kupferpreis spiegelt diese Nachfrage nicht immer wider, da die Produktion nicht stetig ist. So kostete beispielsweise eine Tonne Kupfer im Januar 2014 knapp 7.300 USD, sank dann bis auf 4.471 USD im Januar 2016, um dann im Jahr 2018 erneut auf über 7.000 US-Dollar zu klettern. Im Jahr 2019 ging der Trend wieder klar nach unten, seit der massiven Corona-Delle im April 2020 kennt der Preis jedoch nur eine Richtung: aufwärts. Zwischenzeitlich schrammte er sogar die 10.000 USD pro Kilo.
(Bild: mi connect)
Die Autorin: Dörte Neitzel
Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.
Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.
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Mehr Informationen zu den einzelnen Unternehmen sowie zur 2024er-Produktionsmenge erhalten Sie in unserer Bildergalerie.
FAQ - Kupfer und Kupferproduzenten
Wo sind die größten Kupfervorkommen der Welt?
Die größten Kupferreserven befinden sich laut USGS 2024 in: Chile, Australien, Peru, Russland und der Demokratischen Republik Kongo. Diese Länder verfügen über wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten und gelten als strategisch wichtige Quellen für die globale Versorgung.
Wo liegt die größte Kupfermine der Welt?
Die Escondida-Mine in Chile bleibt auch 2024 die weltweit größte Kupfermine mit einer Produktionskapazität von rund 1,35 Mio. Tonnen pro Jahr. Sie wird von der BHP Group betrieben und liegt in der Atacama-Wüste.
Welches Land hat am meisten Kupfer?
Gemessen an den Reserven liegt Chile mit rund 190 Mio. Tonnen an der Spitze. Auch bei der jährlichen Förderung ist Chile führend mit etwa 5 Mio. Tonnen Kupfer im Jahr 2024.
Wer fördert am meisten Kupfer?
Die Top-Förderländer 2024 sind: Chile, die Demokratische Republik Kongo, Peru, China und die USA.
Wo bekommt Deutschland sein Kupfer her?
Deutschland fördert selbst kein Kupfer mehr und ist auf Importe angewiesen. Die wichtigsten Herkunftsländer sind: Chile, Peru, DR Kongo sowiePolen, Schweden, Russland.Darüber hinaus Zudem stammt etwa 35 Prozentdes deutschen Kupferbedarfs aus Recycling – ein zunehmend wichtiger Faktor für nachhaltige Beschaffung.