Digitale Bedarfs- und Lagerplanung mit ERP im Einkauf
ERP-Systeme werden zum Schlüssel für Versorgungssicherheit und Kostenkontrolle. Sie dienen als Schnittstelle zwischen Einkauf, Produktion und Lager und schaffen auf diese Weise Transparenz über Bestände, Bedarfe und Lieferketten.
ERP-Systeme bringen Einkauf, Prodution, Vertrieb und Logistik auf denselben Informationsstand.j-mel - stock.adobe.com
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Summary: Produktionsunternehmen stehen unter Druck durch unsichere Märkte, komplexe Lieferketten und steigende Materialkosten. Moderne ERP-Systeme im Einkauf sollen Daten aus Einkauf, Produktion, Vertrieb und Lagerhaltung zusammenführen. KI-basiertes Forecasting, automatisierte Workflows und enge Zusammenarbeit mit der IT können Bedarfsplanung und Bestandssteuerung digital verbessern.
Produktionsunternehmen – und besonders deren
Einkaufsabteilungen – stehen derzeit vor einer Vielzahl an Herausforderungen.
Zum einen bleibt die weltwirtschaftliche Lage nach den Einschlägen durch die
Covid-Pandemie angesichts geopolitischer Unwägbarkeiten und erratischer Zollpolitik
weiter unsicher. Lieferketten sind seit dieser Zeit vulnerabel, werden zunehmend
komplexer und erhöhen so das Risiko von Engpässen – bei gleichzeitig steigenden
Materialkosten. Vor diesem Hintergrund haben viele Hersteller in den
vergangenen Jahren ihren Einkauf dazu angehalten, Lagerbestände deutlich zu
erhöhen.
Laut der
Konjunkturumfrage
des Ifo Instituts hatten 68% der deutschen Industrieunternehmen im
Jahr 2022 seit 2020 ihre Lager vergrößert, 65% nach neuen Lieferanten
gesucht. In der Ifo-Konjunkturumfrage
2024 gaben noch immer 45% der Befragten an, ihre Lagerhaltung erhöht
zu haben, 58% waren weiterhin mit der Diversifizierung ihrer Lieferketten
beschäftigt. „Trotz des deutlichen Rückgangs bei Lieferkettenstörungen und
Materialengpässen“, so Ifo-Forscher Andreas Baur. Für das dritte Quartal 2025
berichtet Trading
Economics einen Gesamtanstieg der deutschen Lagerbestände um 21,22
Mrd. EUR. All diese Entwicklungen führen dazu, dass die Arbeit von
Einkäufern zusehends komplexer, ihre Aufgaben vielfältiger und Entscheidungen
schwieriger werden.
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Mangelnde
Transparenz erzeugt Spannung zwischen Versorgungssicherheit und Kostenkontrolle
Hohe Lagerbestände verringern zwar das Risiko von
Materialengpässen, sie binden aber auch hohe Kapitalbeträge, die anderswo einen
größeren Mehrwert hätten. Gleichzeitig kommt es nach wie vor zu Verzögerungen
in der Produktion, weil Teile fehlen und nicht schnell genug nachgeliefert
werden. Die Ursachen für diese Probleme liegen häufig auch in der fehlenden
Transparenz zwischen den verschiedenen Funktionseinheiten über die
tatsächlichen Bedarfe.
Das einfachste Beispiel wäre hier ein gestörter
Informationsfluss zwischen Einkauf, Produktion, Vertrieb und Lagerhaltung, der
eine Synchronisierung der Prozesse zwischen den Abteilungen verhindert. Solche
Störungen wirken sich unmittelbar negativ auf fundamentale Leistungskennzahlen
(KPIs) eines Unternehmens aus, etwa den Bestandsumschlag, die Termin- und
Mengentreue, den Servicegrad, die Durchlaufzeiten oder die Produktivität – und
letztendlich die Umsätze. Was wiederum zu verminderter Wettbewerbsfähigkeit und
Resilienz eines Unternehmens führen und seine Zukunftsfähigkeit gefährden kann.
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ERP-Systeme für smarte Bedarfsplanung
„Abhilfe schaffen hier moderne ERP-Systeme, in denen alle
Unternehmensdaten gespeichert, intelligent miteinander verknüpft und so als
einheitliche digitale Datenbasis für alle beteiligten Akteure jederzeit
einsehbar sind. Ist eine solche digitale Unternehmensplattform zudem modular
aufgebaut, in der Cloud gehostet und von ihrer Software-Architektur her offen
für zusätzliche Applikationen von anderen Anbietern, kann sie skaliert und
flexibel an jede Branche, jede Unternehmensgröße und jedes Geschäftsmodell angepasst
werden“, erklärt Carsten Schröder, CEO bei Haufe X360. Bei voller
Kostenkontrolle und mit automatischen Updates, die keine Verzögerungen der
betrieblichen Abläufe verursachen.
In einem solchen Szenario lassen sich voll integrierte
Workflows realisieren, die für maximale Transparenz und exakt aufeinander
abgestimmte Prozesse sorgen, weil alle Abteilungen den jeweiligen Status Quo
jederzeit und unternehmensweit abrufen und entsprechend reagieren können: Wie
hoch ist der Bestand? Wann kommen Lieferungen? Wie viele Bestellungen sind
eingegangen? Wie hoch sind die Produktionskapazitäten zu welchen Zeiten? Wann
müssen Artikel beim Kunden sein? Diese – und eine Vielzahl weiterer – Informationen
sind in Echtzeit und 24/7 auf übersichtlichen Dashboards per Mausklick
einsehbar und erleichtern dem Procurement dadurch Entscheidungen. Ungewollte
Überbestände oder Materialengpässe lassen sich so schon frühzeitig erkennen und
vermeiden. Insbesondere, wenn das ERP-System auf dem neuesten technologischen
Stand ist und über intelligente Forecasting-Funktionen verfügt.
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KI-basiertes
Forecasting und Automatisierung von Routineprozessen
KI-basierte ERP-Funktionen nutzen die bestehende
Datenbasis eines Unternehmens für statistisch fundierte Voraussagen über
Bestände und Bedarfe – und berücksichtigen dabei auch saisonale Schwankungen und
Informationen zu Lieferanten, Kunden oder Preis- und Marktentwicklungen. Darüber
hinaus erlauben sie die Automatisierung von Routine-Prozessen, was zum einen
Effizienz und Genauigkeit erhöht, zum anderen Arbeitszeit einspart, die an
anderer Stelle nutzbringender eingesetzt werden kann. Allen automatisierten Prozessen
lassen sich Freigabe-Workflows vorschalten, die von Mitarbeitenden im Einkauf
kontrolliert werden, beispielsweise bei digital generierten Nachbestellungen
als Reaktion auf die Unterschreitung zuvor definierter Schwellenwerte bei den
im System gespeicherten Beständen.
Dabei ergibt sich auch ein zusätzlicher Nutzen moderner,
intelligenter ERP-Systeme: Wer die immensen geschäftlichen Potenziale von KI zukünftig
nutzen will, kann dies erst tun, wenn seine Unternehmensdaten digital
konsolidiert sind. Und da an KI bald niemand mehr vorbeikommen wird, sollte
jedes Unternehmen sich rechtzeitig digital so transformieren, dass es über die
dazu notwendige Datenbasis verfügt. Andernfalls wird man früher oder später vom
Wettbewerb verdrängt.
Enge Zusammenarbeit zwischen IT und Einkauf
bei der Implementierung
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Bei der
Implementierung eines ERP-Systems ist es fundamental wichtig, dass die IT und
der Einkauf eng und auf Augenhöhe zusammenarbeiten und transparent kommunizieren.
Und zwar von Anfang an. Denn nur wenn beide Seiten eine exakte gemeinsame
Vorstellung davon haben, was mit der Einführung eines ERPs erreicht werden soll
und welche Funktionalitäten dafür notwendig sind, können sie konkrete Use-Cases
entwickeln, die schnell und messbar zu klaren Verbesserungen bei Effizienz,
Produktivität, Profitabilität und anderen wichtigen KPIs führen.
Bei KMU sollte
IT-seitig zudem ein erfahrener und auf die jeweilige Branche spezialisierter
externer ERP-Implementierungspartner mit ins Boot geholt werden, weil die
eigene IT-Abteilung für ein solches unternehmensweites Projekt meist zu klein
oder zu unerfahren ist. Ein spezialisierter Implementierungspartner bietet den
immensen Vorteil, dass man auf eine tiefe Expertise und jahrelange Erfahrung
zurückgreifen kann, nicht nur, was die Software-Architektur betrifft, sondern
auch mit Blick auf die Einkaufsprozesse und ihre digitale Umsetzung.
Warum sind ERP-Systeme im Einkauf für Produktionsunternehmen wichtig?
Sie schaffen eine gemeinsame Datenbasis für Einkauf, Produktion, Vertrieb und Lagerhaltung und verbessern so Transparenz und Planung.
Wie helfen ERP-Systeme im Einkauf bei der Bestandssteuerung?
Sie machen Bestände, Bedarfe, Liefertermine und Produktionskapazitäten in Echtzeit sichtbar und erleichtern dadurch fundierte Entscheidungen.
Welche Rolle spielt KI in ERP-Systemen im Einkauf?
KI-basierte Funktionen können Bestände und Bedarfe prognostizieren, saisonale Schwankungen berücksichtigen und Routineprozesse automatisieren.
Warum sollten ERP-Systeme im Einkauf mit der IT gemeinsam eingeführt werden?
Einkauf und IT müssen Ziele, Funktionen und Use Cases gemeinsam definieren, damit messbare Verbesserungen in Prozessen und KPIs entstehen.
Welche Vorteile bieten ERP-Systeme im Einkauf für KMU?
Mit einem passenden Implementierungspartner können KMU Einkaufsprozesse digital abbilden, Daten konsolidieren und Bedarfsplanung effizienter gestalten.