vbw Rohstoffpreisindex

Rohstoffpreisindex erreicht neuen Höchststand

Der Rohstoffpreisindex der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat im Mai mit 209,1 Punkten einen neuen Höchststand erreicht. Der Verband sieht den Iran-Krieg als Preistreiber und fordert neue Beschaffungsmärkte.

Edelmetalle steigen im Preis, Seltene Erden geben leicht nach.
Edelmetalle steigen im Preis, Seltene Erden geben leicht nach.

Summary: Der Rohstoffpreisindex der vbw stieg im Mai auf einen Rekordwert von 209,1 Punkten. Nach Angaben der vbw sind vor allem die Auswirkungen des Iran-Kriegs für die Preisentwicklung verantwortlich. Die Wirtschaftsvereinigung fordert deshalb neue Rohstoffmärkte und stabile Wettbewerbsbedingungen, um die Versorgung der Unternehmen langfristig abzusichern.

Wie entwickelte sich der Rohstoffpreisindex?

Der Rohstoffpreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist im Mai gegenüber April um 3,5 % auf 209,1 Punkte gestiegen und erreichte damit einen neuen Höchststand. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, legte der Index seit einem Jahr nahezu durchgängig Monat für Monat zu. Im Vergleich zum Mai 2025 beträgt der Anstieg 42,5 %.

Für die Entwicklung macht die vbw insbesondere die geopolitische Lage verantwortlich. „Die massiven Preissprünge in den vergangenen Monaten kommen vor allem durch den Iran-Krieg. Wir hoffen, dass trotz des wiederaufflammenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran schnell eine dauerhafte stabile Lösung gefunden werden kann. Wie schnell dies gelingt und wie schnell sich die Märkte erholen, ist unklar. Fakt ist: Unsere Unternehmen brauchen auf der Kostenseite dringend Entlastungen. Hier spielen die Rohstoffpreise eine große Rolle“, sagt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Welche Rohstoffe verteuerten sich besonders?

Die Preise für Industriemetalle stiegen im Mai gegenüber dem Vormonat um 3,2 %. Besonders deutlich verteuerten sich Germanium mit 27,4 %, Lithium mit 13,7 % und Zinn mit 10,0 %. Auch Kupfer (+5,1 %) und Aluminium (+2,1 %) legten weiter zu.

Wie die vbw mitteilt, wurden nur wenige Industriemetalle günstiger. Im Jahresvergleich verzeichneten insbesondere Lithium und Wolfram starke Preissteigerungen. Lithium verteuerte sich gegenüber Mai 2025 um 210,8 %, Wolfram sogar um 556,6 %.

„Nur wenige der im Index enthaltenen Industriemetalle wurden im Mai günstiger. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai 2025 verteuerten sich Lithium und Wolfram mit Abstand am stärksten. Der Preis für Lithium stieg um 210,8 Prozent, der Preis für Wolfram sogar um 556,6 Prozent“, erläutert Brossardt.

Warum entwickeln sich Seltene Erden und Edelmetalle unterschiedlich?

Entgegen dem allgemeinen Trend sank der Preisindex der Seltenen Erden im Mai leicht um 0,5 %. Rückgänge verzeichneten vor allem Praseodym und Dysprosium mit jeweils 4,3 % sowie Neodym mit 4,1 %. Dagegen stiegen die Preise für Gadolinium um 6,2 % und für Cerium um 2,5 %.

Auch bei den Edelmetallen zeigte sich im Monatsvergleich ein leichter Rückgang von 0,2 %. Günstiger wurden Palladium (-5,3 %), Gold (-2,8 %) und Platin (-1,7 %).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen die Preise der Edelmetalle laut vbw jedoch weiterhin deutlich höher. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten hingegen alle im Index enthaltenen Edelmetalle deutlich höhere Preise. Das zeigt, dass wir uns nach wie vor auf einem deutlich zu hohen Preisniveau bewegen“, mahnt Brossardt.

Welche Forderungen stellt die vbw?

Angesichts der anhaltend hohen Rohstoffpreise fordert die vbw, die Rohstoffversorgung stärker politisch zu priorisieren. Ziel sei es, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern sowie geopolitischen Risiken zu reduzieren.

„Eine sichere Rohstoffverfügbarkeit zu bezahlbaren Preisen bleibt für die Unternehmen eine große Herausforderung. Um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern und der geopolitischen Weltlage zu verringern, müssen wir dringend neue Märkte mit gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen erschließen“, so Brossardt.

Der Rohstoffpreisindex basiert auf dem Jahr 2015 (2015 = 100). Nach Angaben der vbw fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten auf USD-Basis in den Index ein. Die Gewichtung erfolgt entsprechend dem Importanteil der jeweiligen Rohstoffe nach Bayern.

FAQ Rohstoffpreisindex

Warum ist der Rohstoffpreisindex im Mai gestiegen?

Nach Angaben der vbw sind vor allem die Auswirkungen des Iran-Kriegs für die jüngsten Preissteigerungen verantwortlich.

Welche Rohstoffe verteuerten sich im Rohstoffpreisindex besonders stark?

Im Mai legten vor allem Germanium, Lithium und Zinn zu. Im Jahresvergleich verzeichneten Lithium und Wolfram die stärksten Preisanstiege.

Wie entwickelten sich Seltene Erden im Rohstoffpreisindex?

Der Preisindex der Seltenen Erden sank im Mai leicht um 0,5 %, obwohl einzelne Metalle weiterhin teurer wurden.

Was fordert die vbw angesichts des Rohstoffpreisindex?

Die vbw fordert die Erschließung neuer Beschaffungsmärkte mit gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen, um die Rohstoffversorgung langfristig zu sichern.