Should Costing macht Herstellkosten transparent, bevor Teile, Baugruppen oder Produkte gekauft oder gefertigt werden. Simus Systems bietet drei Werkzeuge für die Bottom-up-Kalkulation.
Summary:
Simus Systems zeigt, wie Should Costing Einkauf, Entwicklung und Projektkalkulation unterstützt. Die Methode zerlegt Bauteile und Baugruppen in Fertigungsprozesse und ordnet diesen Kostenparameter zu. Mit costing24, classmate Plan und classmate Costpilot sollen Unternehmen Kostenstrukturen transparenter analysieren und Entscheidungen absichern.
Ob in
Einkauf oder Produktentwicklung – Kostensenkung bleibt ein aktuelles Thema. Bekannt
wurde die Kostenstrukturanalyse oder Schattenkalkulation in den 1990er-Jahren. Damals
besuchten Einkäufer Zulieferbetriebe und rechneten vor Ort Materialmengen,
Fertigungszeiten, Maschinensätze, Gemeinkosten und Marge nach. Heute
wird die Methode partnerschaftlich verwendet, um Angebotspreise zu prüfen, Einsparpotenziale
zu identifizieren oder Kostenstrukturen von Lieferanten transparent darzustellen.
Für den Einkauf entsteht daraus eine belastbare Argumentationshilfe in Verhandlungen. Gleichzeitig lassen sich Make-or-buy-Entscheidungen fundierter treffen. Ingenieure nutzen Should Costing, um für Entwicklungsprojekte frühzeitig einen Kostenrahmen zu ermitteln. Damit bleibt die Methode eng mit kostenbewusstem Engineering und industrieller Wettbewerbsfähigkeit verbunden.
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Wie funktioniert Should Costing?
Was ist Should Costing?
Should Costing ist eine analytische Methode zur Berechnung der theoretisch optimalen Herstellungskosten eines Produkts oder einer Dienstleistung.
Sie zerlegt ein Produkt in seine Bestandteile wie Materialien, Arbeitsaufwand, Gemeinkosten und Gewinnmarge, um einen realistischen Sollpreis unter effizienten Marktbedingungen zu ermitteln.
Im Beschaffungsbereich nutzen Einkäufer Should Costing, um Lieferantenpreise zu prüfen, Verhandlungen zu stärken und Kosteneinsparungen zu erzielen.
Auch heute steht Should Costing für eine Bottom-Up-Kalkulation der nach den angewandten technischen Verfahren realistischen
Herstellkosten. Angewandt wird diese Methode als:
Argumentationshilfe: Man kann
spezifische Kostentreiber – Materialpreise, Maschinenstundensätze,
Ausschussraten – isolieren und verhandeln, anstatt pauschale Rabatte zu
fordern. Die „Black Box“ der Lieferantenpreise wird durch eine Should Cost Analyse transparent, so dass Risikopuffer oder Gewinnmargen des Herstellers erkennbar
werden. Darüber hinaus lassen sich Ineffizienzen des Herstellers aufdecken:
Wenn die Analyse einen viel niedrigeren Preis ergibt, können die Ursachen, wie
veraltete Maschinen, hoher Materialverschnitt beseitigt oder
Prozessoptimierungen ausgelöst werden.
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Entscheidungshilfe: Wer sich
zwischen Eigenfertigung und Zukauf einer Komponente entscheiden will, braucht
eine objektive Quelle für den Herstellungspreis. Hier liefert die
Kostenstruktur-Analyse den Benchmark, gegen den die internen Fertigungskosten
verglichen werden. Dann hängt die Make-or-Buy-Entscheidung nicht nur von
Lieferantenangeboten ab.
Entwicklungshilfe: Should
Costing kann auch im Vorfeld der Produktentwicklung angewandt werden, bevor
überhaupt ein Lieferant kontaktiert oder ein Bauteil hergestellt wird. Als
bottom-up Methode richtet sich Should Costing darauf, die tatsächlichen
Herstellkosten transparent zu machen. Diese Vorkalkulation sichert Wettbewerbsvorteile
und verhindert die Entwicklung von Produkten, die später in der Serienfertigung
zu teuer werden.
Im
Unterschied dazu wird das Target Costing, eine andere übliche Methode zur
Vorkalkulation, vom Marktpreis ausgehend top-down durchgeführt. Als
Zielkosten-Rechnung liefert sie Vorgaben für die „kostenbewusste Konstruktion“
(Design to Cost) damit die späteren Herstellkosten wettbewerbsfähige Produkte
ermöglichen.
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Welche Voraussetzungen braucht Should Costing im Unternehmen?
Wer Kostenstrukturanalysen erfolgreich und mit
wiederholbaren Ergebnissen einsetzen will, braucht verlässliche Datenquellen,
eine standardisierte Methodik und jede Menge Fertigungswissen. Diese Basis
sollte sich weder auf Papier noch in Tabellenkalkulationen befinden. Die
üblichen Systeme der Produktentwicklung und des Enterprise Ressource Planning
liefern zwar relevante Daten, doch selten Fertigungswissen oder Methodik.
Die von Simus Systems entwickelte Software, die bereits vorhandene Datenquellen nutzt,
auf Fertigungswissen zugreift und die Methodik des Should Costing
standardisiert. Für einen gelegentlichen Kostencheck wählt man die Cloudlösung Costing24,
für anspruchsvollere, permanente Kostenanalysen mechanischer Bauteile und
Baugruppen eigener Herstellung Classmate Plan. Darauf aufbauend erlaubt Classmate Costpilot eine entwicklungsbegleitende Projektkalkulation im
Maschinen- und Anlagenbau.
Wie CAD-Daten zur Kostenstruktur-Analyse beitragen
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Als
ersten Schritt der Methode Should Costing zerlegt man Baugruppen in Einzelteile
und „dekonstruiert" Bauteile in Fertigungsprozesse wie Sägen, Fräsen,
Drehen, Wärmebehandlung und Montage, einschließlich der Rüst- und Zykluszeiten.
Dafür hat simus systems ein geniales Verfahren entwickelt. Simus Systems hat
eine Logik entwickelt, die auf Basis der Daten in den CAD-Modellen die
geeigneten Verfahren, Maschinen und Prozesse definiert. Dabei wertet die
Software Geometrie-, Topologie- und
Metadaten etwa zu Oberflächengüten, Passungen und Toleranzen aus. Aus dieser Prozessanalyse, entsteht, als
zweiter Schritt des Should Costings, ein kompletter Arbeitsplan für die
Herstellung, der sich auch in der Arbeitsvorbereitung nutzen lässt.
Individuelle Kostenparameter erhöhen die Genauigkeit
Im
dritten Schritt werden die Kostenparameter ergänzt. Früher erfassten die
Kosteningenieure die Daten mit der Stoppuhr an den Arbeitsplätzen. Bei Costing24 stellen die Anwender Stundensätze, Schnittwerte sowie Rüst- und
Nebenzeiten individuell ein, passen den virtuellen Maschinenpark an und wählen
Berechnungsvarianten aus. Aufgrund der vorgelegten Erfahrungswerte erreicht man
damit eine ausreichende Treffsicherheit.
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Die
Software Classmate Plan integriert sich mit den CAD-, PDM- und ERP-Systemen des
Anwenders, um aktuelle Materialpreise, Stunden- und Maschinensätze zu
entnehmen. Die genauen Bearbeitungsparameter der Fertigungseinrichtungen werden
in einer Technologie-Datenbank gepflegt. Ein umfassendes Regelwerk sorgt dafür,
dass stets die richtigen Betriebsmittel gewählt und nur machbare Teile
kalkuliert werden. So erreichen die Ergebnisse der in Schritt vier folgenden Bottom-Up-Kalkulation regelmäßig geringste Abweichungen von unter 5%.
Was die Ergebnisse der Should-Costing-Software zeigen
Die
Software summiert die Kosten pro Prozess automatisch zu Bauteilkosten – im Fall
von Baugruppen die Werte der Komponenten plus Veredelungs- und Monategekosten. Detaillierte Ergebnisseiten zeigen alle Einzelheiten der
Kalkulation. Bearbeitungszeiten, Rüst-
und Stückkosten verschiedener Losstaffeln können abgelesen werden. An einem
Vorschaumodell erkennt man sofort die Kostentreiber.
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Should Costing für Maschinen und Anlagen
Wer
Einzelteile und Baugruppen zu komplexen Produkten wie Maschinen oder Anlagen
kombiniert, kann das Should Costing mit der Software Classmate Costpilot aufsetzen. Die Lösung akzeptiert Preisinformationen aus allen verfügbaren
Quellen, wie Classmate Plan oder ERP-Systeme. Projektleitung, Controlling,
Beschaffung und Fertigung haben browserbasiert Zugriff auf eine gemeinsame
Datenbasis. Das Kalkulationswerkzeug akzeptiert vorhandene Stücklisten ebenso,
wie manuell angelegte Projektstrukturen, die später mit Daten gefüllt werden.
Die
Anzeige der jeweiligen Kostenquelle macht die Anwendung von Should Costing
Techniken wie regelbasierte Schätzungen oder Reverse Engineering transparent. Im
weiteren Projektverlauf können die Daten verfeinert und abgesichert werden. Damit
geht das Should Costing nahtlos in die entwicklungsbegleitende Kalkulation und
Design-to-Cost über. Die Kostenziele lassen sich damit definieren und
per übersichtlichem Soll-Ist-Vergleich überwachen.
Fazit
Bei
zunehmender Komplexität der Produkte, wachsendem Preisdruck und globalem
Wettbewerb gehört schnelles und präzises Should Costing zu den Erfolgsfaktoren
eines Herstellers – ob es sich um Einzelteile oder Serien, Bauteile oder
komplette Anlagen handelt. Mit den richtigen Werkzeugen erreicht man bessere
Verhandlungsergebnisse, kostenbewusstes Engineering und Vorteile im Wettbewerb.