Die richtige Auffangwanne ist Pflicht, wenn wassergefährdende Stoffe gelagert werden. Vier Leitfragen helfen, Fehlinvestitionen und Haftungsrisiken zu vermeiden.
Redaktion TECHNIK+EINKAUFRedaktionTECHNIK+EINKAUF
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Summary: Betriebe, Werkstätten und Lagerhallen müssen bei wassergefährdenden Stoffen geeignete Auffangräume vorhalten. Entscheidend sind Medium, Materialbeständigkeit, Auffangvolumen, Sonderfunktionen und Zubehör. Wer systematisch auswählt, erhöht die Arbeitssicherheit, reduziert Haftungsrisiken und schafft eine bessere Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung.
Ob Öle, Lacke, Säuren oder Laugen: In Industriebetrieben, Werkstätten und Lagerhallen gehören wassergefährdende Stoffe vielerorts zum Alltag. Ihre Lagerung ist allerdings klar geregelt. Unternehmen müssen geeignete Auffangräume vorhalten, damit Flüssigkeiten im Leckagefall nicht unkontrolliert austreten und Boden, Grundwasser oder Kanalisation gefährden.
Beim Umgang mit
wassergefährdenden Stoffen wie Ölen, Lacken oder Chemikalien gelten strenge
gesetzliche Vorschriften. Das Wasserhaushaltsgesetz (§ 62 WHG) und die
Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 510) schreiben vor, dass ein
geeigneter „Auffangraum“ vorhanden sein muss, um ausgetretene Flüssigkeiten
sicher zurückzuhalten. Auffangwannen bieten hier eine effiziente Lösung, um
gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und Umweltschäden zu verhindern. Im
Folgenden zeigt Ihnen DENIOS die fünf häufigsten Fehler beim Kauf einer
Auffangwanne und gibt praxisnahe Empfehlungen, um diese zu vermeiden.
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Fehler Nr. 1: Das Auffangvolumen der Wanne ist zu gering
Die Wahl einer Auffangwanne mit unzureichendem Volumen kann
nicht nur erhebliche Umweltrisiken mit sich bringen, sondern auch hohe Kosten
verursachen. Im Falle einer Leckage steigt der Reinigungsaufwand erheblich, da
ausgetretene Stoffe aufwendig entfernt und entsorgt werden müssen.
Dies
betrifft sowohl die Sanierung von Gebinden, Böden und Anlagen als auch die
Entsorgung kontaminierter Materialien. Zusätzlich können behördliche Auflagen
oder Bußgelder anfallen, wenn wassergefährdende Stoffe in den Boden oder in
Gewässer gelangen. Beispielsweise kann bereits ein Liter Öl bis zu 1.000.000
Liter Grundwasser verunreinigen, und ein einziger Tropfen Öl reicht aus, um
etwa 600 Liter Trinkwasser unbrauchbar zu machen.
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Als Vorgabe gilt hier:
Eine Auffangwanne muss mindestens 10 % der
insgesamt gelagerten Menge aufnehmen können, wenigstens aber den Rauminhalt des
größten gelagerten Gebindes.
Sofern die Lagerung von wassergefährdenden
Stoffen in Wasserschutzgebieten generell zulässig ist, muss die Auffangwanne in
diesen Fällen 100 % der gesamten Lagermenge aufnehmen können. Ab einer
Lagermenge von 100 m3 gelten abweichende Regelungen (siehe AwSV).
Fehler Nr. 2: Die Auffangwanne ist nicht auf die
Lagerkapazität ausgelegt
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Ein häufiger Fehler in der Praxis ist der Einsatz einer
Auffangwanne mit unzureichender Lagerkapazität – etwa, wenn ein IBC auf einer
Wanne steht, die eigentlich für zwei 200-Liter-Fässer konzipiert ist. Solche
Fehlnutzungen entstehen oft, wenn eine Auffangwanne zunächst mit den korrekten
Anforderungen angeschafft, später aber für andere Zwecke verwendet wird. Dies
kann dazu führen, dass die Traglast überschritten wird oder das notwendige
Auffangvolumen nicht ausreicht.
Um solche Risiken zu vermeiden, sollten regelmäßige
Kontrollen im Rahmen von Safety Walks sowie eine klare Kennzeichnung der Wannen
eingeführt werden. Ergänzend dazu sind regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter
essenziell, um das Bewusstsein für die richtige Handhabung zu schärfen. Denn
während eine zu kleine Wanne unzureichenden Schutz bietet, beansprucht eine
überdimensionierte Wanne unnötig viel Platz und erschwert die Handhabung. Je
nachdem, ob Sie Kleingebinde, 200-Liter-Fässer, IBC oder verschiedene
Gebindegrößen zusammen lagern wollen.
Fehler Nr. 3: Der Werkstoff der Auffangwanne ist
ungeeignet
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Verschiedene Gefahrstoffe stellen unterschiedliche Ansprüche
an die Auffangwanne. Die Eignung der Auffangwanne hängt somit maßgeblich davon
ab, welcher Stoff darauf gelagert werden soll. Grundsätzlich muss der
Werkstoff der Auffangwanne gegen den zu lagernden Stoff beständig sein. Eine
Orientierung für die Wahl der richtigen Auffangwanne bietet in der Regel das
Gebinde, in dem der Stoff angeliefert wird.
Um das passende Material für eine
Auffangwanne auswählen zu können, empfiehlt sich zudem der Blick in die
Sicherheitsdatenblätter der zu lagernden Stoffe. Dort finden Sie alle
relevanten Informationen zu Lagerung und Transport. Auch die
Medienbeständigkeitsliste von DENIOS gibt Ihnen nützliche Hinweise zu
passenden Werkstoffen für verschiedenste Lagermedien. Die Korrosionsbeständigkeit
der verwendeten Wannenwerkstoffe sowie ihre Verträglichkeit mit den gelagerten
Stoffen muss nachweislich gegeben sein.
Als Faustregel gilt hier:
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Zur Lagerung von wassergefährdenden,
entzündbaren Stoffen, wie z.B. Ölen und Lacken, sind Auffangwannen aus Stahl
auszuwählen. Diese sind nicht brennbar und außerdem vergleichsweise
kostengünstig.
Zur Lagerung von aggressiven Chemikalien, wie
z.B. Säuren und Laugen, sind Auffangwannen aus Kunststoff ideal geeignet. Diese
sind korrosionsfrei und damit optimal für die Lagerung dieser Stoffe
ausgelegt.
Bestimmte aggressive und gleichzeitig
entzündbare Flüssigkeiten lassen sich auf einer Edelstahl-Wanne lagern.
Fehler Nr. 4: Die Auffangwanne ohne Gitterrost kaufen
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Praktische Features wie Gitterroste, Leckageanzeigen oder
integrierte Abfüllbereiche werden beim Kauf von Auffangwannen oft nicht
berücksichtigt. Doch besonders ein Gitterrost ist essenziell – hier sind vier
gute Gründe, warum ein Gitterrost immer mit dazu gekauft werden sollte:
1. Maximale Nutzung des Auffangvolumens: Werden
Gefahrstoffgebinde direkt in die Auffangwanne gestellt, verringert sich das im
Leckagefall benötigte Auffangvolumen erheblich. Beispielsweise bietet eine
Auffangwanne für zwei Fässer ohne Gitterrost im Leckagefall nur noch ein
ausreichendes Auffangvolumen für den Austritt eines einzigen Fassinhaltes. Ein
Gitterrost ist hier die kostengünstigere Alternative im Vergleich zum Kauf
einer zweiten Wanne.
2. Saubere Gebinde, weniger Reinigungsaufwand: Ohne
Gitterrost stehen die Gebinde bei einer Leckage direkt in der ausgelaufenen
Flüssigkeit. Dadurch müssen nicht nur die Auffangwanne, sondern auch die
Gebinde im Nachgang sorgfältig gereinigt werden.
3. Vereinfachtes Handling: Das Platzieren
von Fässern auf einer Auffangwanne mit Gitterrost ist mit einem Fassheber
deutlich einfacher als das Absetzen der Fässer nach unten in die Wanne hinein.
4. Optimierte Lastverteilung: Ein Gitterrost
sorgt für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und erhöht die Stabilität der
Auffangwanne.
Fehler Nr. 5: Die Auffangwanne wird an einem ungeeigneten
Standort aufgestellt
Bereits beim Kauf einer Auffangwanne gilt es, die späteren
Aufstellbedingungen sorgfältig zu beachten. Auffangwannen sollten grundsätzlich
im Innenbereich aufgestellt werden, um das Eindringen von Niederschlagswasser
zu verhindern. Auch die Bodenbeschaffenheit am geplanten Standort spielt eine
entscheidende Rolle: Eine ebene, befestigte Fläche ist essenziell, um das
vorgegebene Auffangvolumen einzuhalten und einen sicheren Stand für die darauf
gelagerten Gefahrstoffgebinde zu gewährleisten.
Auffangwannen aus Kunststoff
sollten nicht dauerhaft direkter UV-Strahlung oder Prozesswärme von über 30
Grad ausgesetzt sein, da dies das Material langfristig beeinträchtigen kann. Um
Kontaktkorrosion zu vermeiden, sollten Auffangwannen aus Stahl mit ausreichendem
Abstand zu anderen metallischen Flächen positioniert werden und nicht über
längere Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Wer diese Faktoren bereits vor dem
Kauf einbezieht, sorgt für eine sichere und langlebige Lösung.
Eine Auffangwanne ist erforderlich, wenn wassergefährdende Stoffe gelagert, umgefüllt oder umgeschlagen werden und ein geeigneter Auffangraum vorgehalten werden muss.
Welche Auffangwanne passt zu welchem Medium?
Das hängt von der chemischen Beständigkeit ab. Stahl eignet sich für viele brennbare Flüssigkeiten, während Säuren und Laugen Edelstahl oder Kunststoff wie Polyethylen erfordern.
Wie groß muss eine Auffangwanne sein?
Sie muss mindestens 10 % der Gesamtlagermenge aufnehmen, mindestens aber den Inhalt des größten Einzelbehälters. In Wasserschutzgebieten sind 100 % erforderlich.
Welche Sonderfunktionen kann eine Auffangwanne haben?
Je nach Einsatz kommen Gabeltaschen, Rollen, Abfüllstationen, Flachwannen, Randbefestigungen oder Auffahrrampen infrage.
Warum ist Zubehör bei einer Auffangwanne wichtig?
Zubehör wie Fassheber, Rampen oder Leckage-Warnsysteme verbessert Handling, Ergonomie und Reaktionsfähigkeit im Schadensfall.