Kupfer ist als Metall extrem gefragt - nicht zuletzt aufgrund der Energiewende.salita2010 - stock.adobe.com
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Summary:
Freeport-McMoRan führt das Ranking der größten Kupferproduzenten 2024 an. Die Daten stammen laut Technik+Einkauf von Investingnews.com, Jahresberichten der Unternehmen sowie eigener Recherche. Für Industrie, Maschinenbau und Beschaffung zeigt die Rangliste, welche Unternehmen zentrale Mengen des gefragten Industriemetalls liefern.
Nach Eisen und Aluminium ist Kupfer mengenmäßig das am meisten geförderte Metall. Nach 23 Mio. Tonnen im Jahr 2024 kamen die Bergbauunternehmen 2025 laut der US Geological Survey ebenfalls auf rund 23 Mio. Tonnen in der Minenproduktion. Allein Chile produzierte 5,3 Mio. Tonnen. Hinter Chile folgt die DR Kongo (3,2 Mio. Tonnen), dann kommt Peru (2,7 Mio. Tonnen). Auch China (1,8 Mio. Tonnen) sowie die USA (1 Mio. Tonnen). gehören zu den führenden Kupferproduktionsländern.
Doch welche Unternehmen sind die größten Kupfer-Minengesellschaften? Wer holt das meiste "rote Gold" aus dem Boden? Wir haben die zehn größten Kupferproduzenten nach ihrer Produktion in Tonnen im Jahr 2024 gerankt. Nicht alle sind börsennotiert, wie das chinesische Rohstoffkonzern Zijin. Die Daten stammen von Investingnews.com sowie aus eigener Recherche.
Die Ressourcen weltweit, also die Vorkommen, die zwar vorhanden, derzeit aber nicht wirtschaftlich abbaubar sind, belaufen sich auf 1,5 Mrd. Tonnen. Experten der USGS rechnen damit, dass weitere 3,5 Mrd. an bislang unentdeckten Ressourcen im Boden schlummern.
Es gibt zwei Verfahren, zur Gewinnung von Kupfer aus Kupfererzen. Beim Floating entstehen Kupferkathoden mit einem Kupfergehalt zwischen 20 und 30% , in sehr ergiebigen Vorkommen können es auch bis zu 50% sein. Zum anderen wird die sogenannte SX-EW-Methode angewendet. Das ist eine Abkürzung für Solvent Extraction-Electowinning, eine metallurgische Technik, bei der organische Lösungsmittel das Kupfer aus dem Gestein lösen. Im Anschluss entsteht Kupferkonzentrat durch Elektrolyse. Welches Verfahren angewendet wird, hängt davon ab, ob das vorhandene Kupfererz sulfidisch oder oxidisch ist.
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Größte Kupferproduzenten 2024 (Plätze 11 bis 20)
Rang
Unternehmen
Kupferproduktion 2024 aus Minen in Mio. Tonnen
11.
Teck Resources
0,446
12.
Ivanhoe Mines
0,437
13.
First Quantum Minerals
0,431
14.
Sumitomo Metal Mining
0,3995
15.
KAZ Minerals Group
0,38
16.
Lundin Mining
0,369067
17.
MMG
0,355161
18.
Vale
0,345
19.
PJSC MMC Norilsk Nickel
0,343
20.
Barrick Gold
0,195
Quelle: Jahresberichte der Unternehmen
Sulfidisches und oxidisches Kupfererz
Bei der Herstellung von Primärkupfer aus sulfidischem Kupfererz wird das Gestein in einem ersten Schritt gemahlen. Dieses gemahlene Kupfererz ist wasserabweisend, daher ist es möglich, gemahlenes Kupfererz durch Flotation anzureichern. Dabei reichern sich feste Partikel zu Aggregaten an. Das Ganze passiert in einem Rührbecken, das mit Flüssigkeiten gefüllt ist. Während des Rührens entstehen Gasblasen. An diesen haften die Partikel und steigen mit ihnen auf. Die auf diese Weise gebildeten Aggregate werden anschließend mit einem Abstreifer abgezogen. Das bei der Flotation entstehende Kupferkonzentrat hat einen Kupfergehalt von 20 bis 35% . Der Flotationsprozess erfolgt in der Regel an den Kupferminen, die das Kupfererz abbauen.
Oxidisches Kupfererz: Kupfergewinnung durch SX-EW-Verfahren
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Wird zur Herstellung von Primärkupfer oxidisches Kupfererz verwendet, kommt das zweite Verfahren zum Einsatz, denn oxidische Kupfererze sind nicht wasserabweisend. Sie können daher nicht mittels Flotation angereichert werden.
Im ersten Schritt wird hier das gesammelte Kupfererz mit Schwefelsäure berieselt und ausgewaschen. Dadurch entsteht ein kupferhaltiges Konzentrat, das mithilfe des Solventextraktion-Elektrogewinnungs-Verfahren (SX-EW) im zweiten Schritt zu Kupferkathoden verarbeitet wird. Dieses Verfahren kann in die drei Schritte eingeteilt werden:
Solventextraktion,
Strippen und
Elektrolyse (Electrowinning)
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Beim SX-EW-Verfahren werden zunächst organische Lösungsmittel wie Ketoxime oder Aldoxime zum Konzentrat hinzugegeben und verrührt. Das überführt Kupferionen in die organische Phase. Die dabei entstehende Lösung wird aufkonzentriert. Beim anschließenden Strippen kommt stärker konzentrierte Schwefelsäure hinzu. Diese verdrängt die reine Kupferlösung wieder aus der organischen Phase.
Die größten Kupferminen der Welt
Escondida
Chile
1350
Grasberg
Indonesien
800
Collahuasi
Chile
600
Kamoa-Kakula
Kongo
600
Morenci
USA
570
Cerro Verde II
Peru
550
Buenavista del Cobre
Mexiko
535
Antamina
Peru
450
Tenke Fungureme
Kongo
450
El Teniente
Chile
401
Cobre Panama
Panama
400
Las Bambas
Peru
400
Los Pelambres
Chile
400
Polar Division
Russland
400
Chuquicamata
Chile
370
Oyu Tolgoi
Mongolei
350
Quellaveco
Peru
340
Spence
Chile
315
Bingham Canyon
USA
310
Kamoto
Kongo
300
Quebrada Blance
Chile
300
Quelle: World Copper Factbook 2025, ICSG
Wo liegt die größte Kupfermine?
Die ertragreichste aktive Kupfermine im Jahr 2025 ist nach wie vor die Escondida-Mine in Chile. Sie liegt in der Atacama-Wüste und wird betrieben von einem Konsortium unter der Führung von BHP, das 57,5% der Anteile hält. Weitere Eigentümer sind Rio Tinto (30%) und ein japanisches Konsortium (12,5%).
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Im Jahr 2024 schürften ihre Eigner rund 1,28 Mio. Tonnen Kupfer dort, die Kapazität gibt der Betreiber mit rund 1,35 Mio. Tonnen an. Für 2025 rechnen die Unternehmen mit einer weiteren Steigerung. Allein aus der Escondida-Mine kommen 5% der weltweiten Minen- Kupferprodukton.
Wie wird Kupfer weiterverarbeitet?
Die Extraktion des Kupfererzes aus den Minen ist nur der erste Schritt in der gesamten Produktionskette. Diese besteht aus mehreren Schritten und ist davon abhängig, ob als Ausgangsstoff Sulfiderze oder oxidische Erze gefördert wurden.
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1. Aufbereitung des Erzes
Das geförderte Erz wird zerkleinert und zu feinem Pulver gemahlen, damit die kupferhaltigen Minerale freigelegt werden. Anschließend wird das (Sulfid-)Erz in einer Flotation mit Wasser, Chemikalien und Luft behandelt. Dabei schwimmen die Kupferminerale auf und werden als Konzentrat mit etwa 20 bis 40% Kupfer abgeschöpft. Oxidisches Erz wird mittels Schwefelsäure vorbehandelt und konzentriert (Beschreibung siehe weiter oben).
2. Schmelzmetallurgische Gewinnung von Rohkupfer (bei Sulfiderzen)
Das getrocknete Konzentrat wird in Schmelzöfen erhitzt und mit Zuschlägen (zum Beispiel Siliziumdioxid) verschmolzen. Dabei trennt sich eine kupferreiche Schicht (Kupferstein/Matte) von der Schlacke, die die Gangart enthält. Die Matte wird in Konvertern mit Luft oder Sauerstoff weiter oxidiert. Der hierin noch enthaltene Schwefel und das Eisen werden als Gase oder Schlacke entfernt,. Das Ergebnis ist sogenannter Blisterkupfer mit etwa 96 bis 99,5% Kupferanteil. Durch Feuerraffination wird dieses Blisterkupfer weiter gereinigt zu Anodenkupfer mit rund 99% Kupfergehalt.
Zerkleinertes Erz wird mit Schwefelsäure ausgelaugt, dabei geht das Kupfer in Lösung (beispielsweise Haufenlaugung). Über Lösungsextraktion werden Kupferionen aus der Rohlösung abgetrennt und in eine möglichst reine Kupfersulfat-Lösung überführt. Diese Lösung dient dann als Ausgangspunkt für die elektrolytische Gewinnung von metallischem Kupfer.
4. Elektrolytische Raffination zum hochreinen Kupfer
Im Anschluss an die schmelzmetallurgische oder nassmetallurgische Gewinnung erfolgt die Raffination. Die im vorherigen Schritt gewonnenen Anodenkupferplatten (oder das aus Lösung abgeschiedene Rohkupfer) dienen, wie es der Name bereits vermuten lässt, als Anoden in einem Elektrolysebad aus Kupfersulfat und Schwefelsäure. Als Kathoden werden meist Edelstahl- oder Kupferplatten eingesetzt. Infolge des Stromdurchflusses löst sich Kupfer von der Anode, geht als Cu²⁺ in Lösung und scheidet sich als sehr reines Kupfer an der Kathode wieder ab. Unedlere Bestandteile bleiben in Lösung bestehen, edlere Metalle sammeln sich als Anodenschlamm. Das Ergebnis ist ein hochreiner Kathodenkupfer mit typischerweise 99,95 bis 99,99% Reinheit.
5. Weiterverarbeitung zu Halbzeugen
Der reine Rohstoff Kupfer wird in einem weiteren Schritt zu sogenannten Halbzeugen weiterverarbeitet. Diese sind noch keine Endprodukte, sondern dienen als Vorprodukte für die Herstellung kupferhaltiger Produkte. Dafür wird der Kathodenkupfer geschmolzen und anschließend gewalzt, gezogen oder extrudiert, um die in der Industrie verwendeten Halbzeuge zu erzeugen. Das sind Bleche, Platten, Bänder, Folien, Drähte, Stangen, Rohre und Profile aus Kupfer.
Die größten Kupferraffinerien der Welt
Raffinerie
Land
Kapazität in 1.000 Tonnen
Guixi
China
1.100
Shandong Fangyuan
China
800
Nanko Copper
China
700
Daye/Hubei
China
675
Yanggu C&D
China
600
Adani
Indien
600
Birla
Indien
500
Jinchuan (Fangchenggang)
China
500
Manyar
Indonesien
495
Heding
China
480
Jinlong (Tongdu)
China
470
Pyshma
Russland
460
Toyo
Japan
460
Amarillo
USA
450
Chinalco Southeast Copper
China
450
Chuquicamata
China
450
Tenke Fungurume
Kongo
450
Las Ventanas
Chile
440
Onsan I
Korea
440
Hamburg, Aurubis
Deutschland
416
Quelle: World Copper Factbook 2025, ICSG
Woher kommt das Kupfer für Deutschland?
Entsprechend der unterschiedlichen Verarbeitungsstufen importiert Deutschland sowohl Kupfererze, Kupferkonzentrate, raffiniertes Kupfer und Halbzeuge.
Deutschland importierte laut der WVM - Metallstatistik im Jahr 2020 rund 607.000 Tonnen raffiniertes, nicht legiertes Kupfer. Hinzu kamen 26.000 Tonnen legiertes Kupfer sowie 57.000 Tonnen Kupfer zum Raffinieren. An Kupfererzen und -konzentraten kam 2019 etwa 1.020.000 Tonnen ins Land. An Halbzeug aus Kupfer importierte Deutschland 238.000 Tonnen, wobei die Ausfuhr (906.000 Tonnen) den Import mittlerweile deutlich überholt hat. Den Gesamtumsatz mit Kupfer beziffert die Metallstatistik 2020 mit 13,648 Mrd. EUR. Aktuellere Zahlen hat die WVM nicht.
Im Jahr 2010 stammt laut Deutscher Rohstoffagentur der größte Anteil der Kupfererze aus Belgien (56%), gefolgt von Namibia (19%) und Armenien (10%). Bei raffiniertem Kupfer hat Russland als Lieferland die Nase vorn (31%), gefolgt von Polen (19%) und Chile (18%).
Kupferkonzentrate dagegen kamen vor allem aus Peru (25%), Argentinien (18%), Chile (17 Prozent) und Brasilien (14 Prozent). Auch Indonesien, Kanada und Australien sind Lieferländer für Kupferkonzentrate nach Deutschland.
Wofür wird Kupfer verwendet?
Genutzt wird Kupfer hauptsächlich für Elektroinstallationen (57%), also für Kabel, Leitungen, Drähte, Leiterplatten, Batterien und Elektrogeräte. In Deutschland werden 15% des Kupfers im Bauwesen eingesetzt, zum Beispiels für die Dachentwässerung, für die Fassadenverkleidung oder Installationsrohre. 9% wandern in den Automobilsektor, dort findet sich Kupfer beispielsweise in Bremsbelägen. 8% finden im Maschinen- und Anlagenbau Verwendung, etwa in Sanitär- und Industriearmaturen oder in Kesseln. Immerhin noch 5% gehen in den Handel und 6% in andere Verwendungszwecke wie Schlösser, Beschläge, Musikinstrument, Münzen oder Glocken.
Nachfrage nach raffiniertem Kupfer weltweit
Jahr
Mio. Tonnen
2012
20,48
2013
21,42
2014
22,93
2015
23,06
2016
23,49
2017
23,69
2018
24,46
2019
24,35
2020
24,98
2021
25,24
2022
26,07
Quelle: ICSG
Weltweite Kupfernachfrage steigt
Kupfer ist ein Metall, dessen Nachfrage zyklisch, also mit dem Wirtschaftswachstum, steigt und fällt. Dementsprechend war Kupfer in den vergangenen Jahren ein gefragter Rohstoff - sogar im Corona-Jahr 2020. Wurden 2011 noch 19,71 Mio. Tonnen des weichen Metalls nachgefragt, stiegen die Einkäufe bis 2020 stetig an auf 24,98 Mio. Tonnen. Nur 2019 gab es eine Mini-Delle und die weltweite Nachfrage nach Kupfer sank auf 24,29 Mio. Tonnen, da sich die Weltwirtschaft abgekühlt hatte.
Der Kupferpreis spiegelt diese Nachfrage nicht immer wider, da die Produktion nicht stetig ist. So kostete beispielsweise eine Tonne Kupfer im Januar 2014 knapp 7.300 USD, sank dann bis auf 4.471 USD im Januar 2016, um dann im Jahr 2018 erneut auf über 7.000 US-Dollar zu klettern. Im Jahr 2019 ging der Trend wieder klar nach unten, seit der massiven Corona-Delle im April 2020 kennt der Preis jedoch nur eine Richtung: aufwärts. Zwischenzeitlich schrammte er sogar die 10.000 USD pro Kilo.
Mehr Informationen zu den einzelnen Unternehmen sowie zur 2024er-Produktionsmenge erhalten Sie in unserer Bildergalerie.
FAQ - Kupfer und Kupferproduzenten
Wo sind die größten Kupfervorkommen der Welt?
Die größten Kupferreserven befinden sich laut USGS 2024 in: Chile, Australien, Peru, Russland und der Demokratischen Republik Kongo. Diese Länder verfügen über wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten und gelten als strategisch wichtige Quellen für die globale Versorgung.
Wo liegt die größte Kupfermine der Welt?
Die Escondida-Mine in Chile bleibt auch 2024 die weltweit größte Kupfermine mit einer Produktionskapazität von rund 1,35 Mio. Tonnen pro Jahr. Sie wird von der BHP Group betrieben und liegt in der Atacama-Wüste.
Welches Land hat am meisten Kupfer?
Gemessen an den Reserven liegt Chile mit rund 190 Mio. Tonnen an der Spitze. Auch bei der jährlichen Förderung ist Chile führend mit etwa 5 Mio. Tonnen Kupfer im Jahr 2024.
Wer fördert am meisten Kupfer?
Die Top-Förderländer 2024 sind: Chile, die Demokratische Republik Kongo, Peru, China und die USA.
Wo bekommt Deutschland sein Kupfer her?
Deutschland fördert selbst kein Kupfer mehr und ist auf Importe angewiesen. Die wichtigsten Herkunftsländer sind: Chile, Peru, DR Kongo sowiePolen, Schweden, Russland.Darüber hinaus Zudem stammt etwa 35 Prozentdes deutschen Kupferbedarfs aus Recycling – ein zunehmend wichtiger Faktor für nachhaltige Beschaffung.