Automatisierte Intralogistik soll bei Koch International in Bramsche-Engter Durchsatz, Flexibilität und Verfügbarkeit im Lager erhöhen.
Gerd KnehrGerdKnehr
Die Automatisierung von Transportprozessen ist in vielerlei Hinsicht der Schlüssel zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Intralogistik.Gerd Knehr
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Summary:
Still hat für Koch International in Bramsche-Engter eine Hochregalanlage mit 36.000 Palettenstellplätzen und automatisierten Flurförderzeugen umgesetzt. Fünf EXV iGo Hochhubwagen und drei MX-X iGo Schmalgangstapler transportieren Schnelldreher automatisiert im Doppelspiel. Die Lösung soll Fachkräftemangel, Auftragsspitzen und wechselnde Sortimente durch flexible Automatisierung abfedern.
Still wurde vom
Logistikdienstleister Koch International beauftragt, in einem ersten Schritt eine Hochregalanlage für
36.000 Paletten samt Flurförderzeugen in
einer Lagerhalle
in Bramsche-Engter zu
installieren. Forciert durch den Fachkräftemangel hat auch Koch einen wachsenden
Bedarf an schnell realisierbaren und skalierbaren Automatiklösungen.
Im zweiten Schritt wurde nun der
Lagerbereich für
die schnell drehenden Waren automatisiert.
Heute transportieren fünf
automatisierte EXV iGo Hochhubwagen die Schnelldreher im Doppelspiel vom
Wareneingang ins separate Hochregallager. Dort übernehmen drei automatisierte
MX-X iGo Schmalgangstapler die Paletten. Statt einer fest installierten
Fördertechnik, die wertvollen Raum in Anspruch nimmt, kann der
Logistikdienstleister bei Auftragsspitzen oder sich ändernden Märkten mit weiteren,
manuellen und automatisierten Flurförderzeugen schnell und flexibel reagieren.
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Das ist Koch
International
Die Heinrich Koch Internationale
Spedition GmbH & Co KG, mit Hauptsitz in Osnabrück, beschäftigt
mehr als 850 Mitarbeiter an 14 Logistikstandorten. Im Jahr 1900 als
Fuhrgeschäft gegründet,
zählt das inhabergeführte Familienunternehmen heute zu den
vielseitigsten Logistikunternehmen in Deutschland.
Koch International entwickelt
für seine Kunden unterschiedlichster Branchen individuell zugeschnittene Transport-
und Logistikkonzepte: von nationalem Stückguttransport und Europaverkehren über
See- und Luftfracht bis hin zur kompletten Lagerlogistik.
Smarte Intralogistik im neuen
Lager Bramsche-Engter
Bestehend aus
Konsumgütern der Lebensmittelindustrie sowie der Reinigungs- und
Waschmittelindustrie, ermöglicht das Warensortiment in der neuen Lagerhalle
eine standardisierte Lagerhaltung mit Euro- und Industriepaletten. Das
nachhaltig errichtete Gebäude bietet auf einer Grundfläche von 20.000
Quadratmetern mit 36.000 Palettenstellplätzen und modernen Büro- und
Sozialflächen genug Platz für ein gesundes Wachstum.
Drängender denn je stehen Digitalisierung, Flexibilisierung, Verfügbarkeit und smarte Lagersteuerungen auch bei Koch International auf der Agenda.Gerd Knehr
Drängender
denn je stehen Digitalisierung, Flexibilisierung, Verfügbarkeit und intelligente
Lagersteuerungen auch bei Koch International auf der Agenda.
Da kein Lager dem anderen gleicht, nutzt ein smartes Lagerkonzept den
bestehenden Raum optimal aus, um jederzeit einen einfachen Warenzugriff und
eine transparente Bestandsaufnahme zu ermöglichen – eine wichtige Voraussetzung
für maximale Umschlagleistung und Produktivität. Um einen hohen
Flexibilitätsgrad bei der Lagerhaltung zu erreichen, ist das Logistikzentrum daher
in einen automatisierten, teilautomatisierten und manuellen Lagerbereich
aufgeteilt.
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Maßgeschneiderte Automatisierung
für Schnelldreher
Für
schnelldrehende A-Ware wurde ein mit AGVs automatisierter Lagerbereich mit
18.900 Palettenstellplätzen eingerichtet. Patrick Leue,
Head of
Contract Logistics von Koch International, hebt hervor: „Still hat uns von der Planung bis zur
Inbetriebnahme der gesamten Intralogistik immer zuverlässig und engagiert
unterstützt.
Mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und großen Erfahrung
konnten wir gemeinsam mit Still die automatisierte Lagerhaltung bereits nach
einem Jahr in Betrieb nehmen.“ Christian Riebesehl,
Still Projektleiter und Operation Manager Intralogistics Solutions, fügt an:
„In der Regellaufzeit werden etwa 24 Lkw täglich be- und entladen. Aufgrund der
hohen Dynamik im Warenumschlag haben wir unsere Intralogistiklösungen auf einen
maximalen Durchsatz von etwa 38 Paletten pro Stunde im Doppelspiel ausgelegt.“
Einfach per Knopfdruck und unabhängig vom Wissensstand des Fahrers ermittelt das Assistenzsystem iGo pilot navigation zielgenau die schnellste Anfahrt zur richtigen Palette.Gerd Knehr
Um die äußeren
Abmessungen und das Gewicht für die lagerplatzoptimierte Einlagerung zu erfassen,
transportieren die AGVs die Paletten im Wareneingang zuerst zu den beiden Konturenkontrollstationen.
Damit ergibt sich pro Stunde ein kombinierter Umschlag von 15 Paletten im
Wareneingang und 23 Paletten im Versand.
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Die
Basis einer erfolgreichen Umsetzung und Inbetriebnahme von schlüsselfertigen
Prozessautomatisierungen ist der
enorme Erfahrungsschatz des Hamburger Intralogistikers und
die bewährten Fähigkeiten seiner Flurförderzeuge sowie die maßgeschneiderte
Anpassung an die Bedürfnisse vor Ort. Christian Riebesehl erläutert: „Zunächst hatten
wir das Transportsystem mit AGVs als Taxisystem konzipiert: Koch hätte somit
alle Fahraufträge selbst im Warenwirtschaftssystem ohne die
Hintergrundkenntnisse der Abläufe im Lager koordinieren müssen und unsere AGVs
lediglich als reine ‚Taxis‘ eingesetzt.“
Das Still Leitsystem
kennt jedoch alle relevanten Daten und Koordinaten der AGVs und weiß auch, welche
Konturenkontrollstation gerade frei ist, und welcher Lagerplatz angesteuert
werden muss. „Um Koch bei den Fahraufträgen zu entlasten, haben wir den
gesamten Datenverkehr für die Transporte in einem Black-Box-Algorithmus
zusammengefasst: Koch übergibt also nur noch die Transportbestellungen an unser
AGV-Leitsystem, das anschließend alle zugehörigen Abläufe im Lager steuert“,
unterstreicht der Still Projektleiter. Patrick Leue von Koch ergänzt: „Durch
die hohe Prozesssicherheit bei
den automatisierten Transporten werden insbesondere auch Schäden an unseren
Warengütern auf ein Minimum reduziert.“
Teilautomatisierter
Lagerbereich für Langsamdreher
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Ein weiterer
Lagerbereich mit 9.800 Stellplätzen für Waren mit Überständen – wie Sackware
oder langsamer drehende B- und C-Konsumgüter –, die nicht automatisiert
eingelagert werden können, wird mit teilautomatisierten MX-X Schmalgangstaplern
betrieben. Durch die schmalen Gänge wird das Lagervolumen maximiert.
Bei der prozessoptimierten Regalfahrt ermittelt das
Assistenzsystem iGo pilot navigation zielgenau die schnellste Anfahrt zum
richtigen Palettenstellplatz – einfach per Knopfdruck und unabhängig von Erfahrung
oder Wissensstand des Fahrers.
Das ist Koch International
Branche: Kontraktlogistikdienstleister für Unternehmen verschiedenster Branchen.
Unternehmen: Mit
über 850 Mitarbeitern an 14 Standorten bietet Koch International maßgeschneiderte
Transport- und Logistiklösungen für verschiedene Branchen, u. a.
Stückguttransporte, Europaverkehre, See- und Luftfracht sowie Lagerlogistik.
Herausforderung:
Flexibles Hochregallager mit automatisiertem Bereich für schnelldrehende
A-Ware, teilautomatisiertem Bereich für Langsamdreher und manuellem Bereich für
sperrige Ware.
Produkte:
automatisierte
EXV iGo Hochhubwagen, teilautomatisierte MX-X Schmalgangstapler,
manuelle Schubmaststapler FM-X sowie automatisierte MX-X iGo für das
Hochregallager inkl. iGo pilot navigation.
Manueller
Lagerbereich für sperrige und schwere Konsumgüter
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Das
Breitganglager mit weiteren 7.400 Stellplätzen für sperrige und schwere
Konsumgüter ergänzt das gesamte Lagerkonzept. Dort sind unter anderem in
IBC-Containern flüssige Wasch- und Reinigungsmittel und schwere Big Bags
untergebracht, die sich spielend mit FM-X Schubmaststaplern manövrieren lassen.
„In der Kontraktlogistik
kommen häufig Auftragsspitzen vor. So ist im täglichen Durchsatz
das neue Lager auf eine Spitzenlast von 1.500 Paletten ausgelegt. Automatisiert
können wir davon 800 Paletten bewegen. Das entspricht einem Warenumschlag von
bis zu 45 Lkw am Tag. Zudem wechselt das Warensortiment am neuen Standort
etwa dreimal im Jahr. Bei der Entscheidung für Still haben also auch die
Qualität und Zuverlässigkeit der Flurförderzeuge eine bedeutende Rolle
gespielt“, unterstreicht Patrick Leue von Koch.
Automatisierung bietet viel Potenzial zur Optimierung
Die Automatisierung von
Transportprozessen ist in vielerlei Hinsicht der Schlüssel zu einer
wirtschaftlich erfolgreichen Intralogistik. Wenn steigende Auftragsvolumen zu
Lieferverzögerungen führen, Lagerkapazitäten an ihre Grenzen stoßen oder ein
Mangel an qualifizierten Arbeitskräften die Produktivität beeinträchtigt,
bietet die Automatisierung mehr Potenzial zur Optimierung als jede andere
Lösung. Bei Koch International liegt die Verfügbarkeit im automatisierten
Lagerbereich bei 98 %.
Weitere Optimierungen sind mittels des Analyse-Tools
iGo insights von Still bereits in Planung. Das cloudbasierte Tool wird derzeit
noch von Koch International testweise eingesetzt. Es ist direkt mit dem Transportleitsystem
gekoppelt und leitet aus den gesammelten Prozessinformationen konkrete
Handlungsempfehlungen ab. Patrick Leue betont: „Die partnerschaftliche
Zusammenarbeit mit Still ist immer zielorientiert. Alle Ansprechpartner sind
motiviert und bringen viel Herzblut ein. Bei einem automatisierten Betrieb rund
um die Uhr werden wir sicherlich solche Tools benötigen.“