ELVIS vernetzt E-Lkw-Ladeinfrastruktur mit Depotcharge
ELVIS baut mit Depotcharge eine vernetzte E-Lkw-Ladeinfrastruktur auf. Partner sollen Ladepunkte gemeinsam nutzen und damit Reichweite, Auslastung und Wirtschaftlichkeit verbessern.
Redaktion TECHNIK+EINKAUFRedaktionTECHNIK+EINKAUF
Die neue ELVIS Charging Community vernetzt die Ladeinfrastruktur von ELVIS Partnern und schafft so zusätzliche Lademöglichkeiten für E-Lkw im überregionalen Verkehr.ELVIS
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ELVIS und Depotcharge bauen seit 1. September 2026 eine Charging Community für elektrische Nutzfahrzeuge auf.
Partner können ihre E-Lkw-Ladeinfrastruktur für andere Verbundmitglieder und externe Unternehmen öffnen.
Die technische Plattform zeigt Ladeleistung, Kosten, Verfügbarkeit und Auslastung der angeschlossenen Ladepunkte.
Der Pilotbetrieb soll im Herbst 2026 mit mehreren bestehenden Ladepunkten von ELVIS Partnern starten.
Warum ELVIS die E-Lkw-Ladeinfrastruktur vernetzt
Die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (ELVIS) AG baut gemeinsam mit Depotcharge eine Charging Community für elektrische Nutzfahrzeuge auf. Laut ELVIS, entsteht die Community auf der Plattform von Depotcharge. Sie wird zugleich im bundesweiten Depot-Ladenetz BGL Charge umgesetzt, das der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) gemeinsam mit Depotcharge aufbaut.
Verbundpartner sollen dadurch künftig zu einem vergünstigten Tarif gegenseitig auf ihre jeweiligen Ladesäulen zugreifen können. ELVIS will damit zusätzliche Lademöglichkeiten entlang der Transportstrecken schaffen und den Einsatz von E-Lkw im überregionalen Verkehr erleichtern.
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„Die Elektromobilität im Schwerverkehr entwickelt sich bei unseren Partnern zunehmend von einzelnen Testrelationen zu konkreten Einsätzen. Damit dieser Hochlauf weitergehen kann, brauchen die Unternehmen eine Ladeinfrastruktur, die zu ihren tatsächlichen Transportverkehren passt“, sagt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG.
Die vorhandenen Kapazitäten im Verbund sollen deshalb gebündelt und zu vergünstigten Konditionen nutzbar gemacht werden. „Das eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten und schafft echte finanzielle Vorteile für unsere Partner“, so Grabowski.
Eigene Ladeinfrastruktur stößt an Grenzen
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Rund 30 % der 250 ELVIS Partner setzen bereits schwere Elektro-Lkw ein. Gleichzeitig fehlen laut Mitteilung entlang vieler Transportstrecken öffentliche Ladeangebote für schwere Nutzfahrzeuge. Fahrzeuge im Fernverkehr werden deshalb derzeit fast ausschließlich im Pendel- oder Rundlaufverkehr eingesetzt, bei dem das eigene Depot den Endpunkt bildet.
Auch der Aufbau eigener Ladeinfrastruktur stellt Transportunternehmen vor Herausforderungen. Neben der eigentlichen Ladesäule müssen Netzanschlussleistung, Lastprofile und Stromeinkauf berücksichtigt werden. Teilweise kommen Photovoltaik und Batteriespeicher hinzu. Damit ist ein hoher Investitionsaufwand verbunden.
Wie funktioniert die Charging Community?
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Die Charging Community setzt auf die gemeinsame Nutzung vorhandener Ladepunkte. Statt diese ausschließlich für den eigenen Fuhrpark vorzuhalten, können ELVIS Partner ihre Infrastruktur anderen Verbundmitgliedern sowie externen Unternehmen zugänglich machen.
Über Depotcharge erhalten die teilnehmenden Unternehmen im Gegenzug Zugriff auf ein wachsendes Netz von Ladestandorten entlang ihrer Routen. Betreiber können dadurch ihre Infrastruktur besser auslasten. ELVIS Partner gewinnen zusätzliche Lademöglichkeiten und erhalten vergünstigte Konditionen. E-Lkw müssen damit nicht zwingend zum eigenen Standort zurückkehren, sondern können bei einem Partnerbetrieb laden und anschließend ihre Tour fortsetzen.
Joscha Specks, CEO und Co-Founder von Depotcharge, erklärt: „Mit ELVIS starten wir eine Partnerschaft, die auf einem gemeinsamen Grundgedanken beruht: Gemeinsam ist der Mittelstand stärker. Depotcharge überträgt dieses Prinzip auf das geteilte Laden elektrischer Lkw. Depotbetreiber erzielen zusätzliche Erlöse, Speditionen senken ihre Kosten, der Verbund stärkt sein Netzwerk. Ein Win-win für alle Beteiligten.“
Grundsätzlich kann jeder ELVIS Partner teilnehmen, der über E-Lkw oder eigene Ladeinfrastruktur verfügt. Eine im Vorfeld unter den Verbundpartnern durchgeführte Umfrage zeigt nach Angaben von ELVIS den vorhandenen Bedarf: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden gab an, ihre Fahrzeuge künftig deutschlandweit und nicht ausschließlich auf dem eigenen Betriebsgelände laden zu wollen.
Im Rahmen der Umfrage wurden bereits 42 potenzielle Partnerladestandorte gemeldet. Perspektivisch sollen weitere Standorte hinzukommen.
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Wie Depotcharge die Ladepunkte technisch vernetzt
Für die technische Umsetzung kooperiert ELVIS mit dem Münchner Unternehmen Depotcharge. Die Ladepunkte werden über die jeweils vorhandene Lademanagement-Software der Betreiber in die bestehende Depotcharge-Plattform integriert.
Fahrer und Disponenten können dort erkennen, welche Ladepunkte im Netzwerk verfügbar sind. Zudem stehen Informationen zu Ladeleistung, Kosten und aktueller Auslastung bereit.
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Die Authentifizierung an den Ladepunkten erfolgt über einen einheitlichen ELVIS RFID-Schlüsselanhänger. Depotcharge übernimmt die zentrale Abrechnung der Ladevorgänge. Die Plattform zeigt die Lademöglichkeiten aller angeschlossenen Ladepunkte, wobei die Stationen der ELVIS Charging Community besonders hervorgehoben werden.
Die Charging Community ist gleichzeitig Bestandteil des bundesweiten Depot-Ladenetzes BGL Charge.
Pilotbetrieb der Charging Community startet im Herbst
Der Pilotbetrieb soll noch im Herbst 2026 beginnen. Zunächst werden mehrere bereits bestehende Ladepunkte von ELVIS Partnern in das Netzwerk integriert. Nach einem erfolgreichen Start sollen sowohl die Zahl der teilnehmenden Standorte als auch die Zahl der Partner sukzessive steigen.
Depotcharge betreibt ein herstellerneutrales Netzwerk für gemeinsam genutzte Depotladeinfrastruktur im elektrischen Güterverkehr. Nach Unternehmensangaben umfasst das Netzwerk mehr als 200 Unternehmen mit über 200 Standorten und mehr als 600 elektrischen Lkw in den DACH- und Benelux-Ländern. Das Unternehmen übernimmt dabei Zugangssteuerung, Abrechnung und Zahlungsabwicklung.
ELVIS wiederum vertritt mehr als 250 Partnerunternehmen und ist über seine Partner an 350 Standorten in Deutschland sowie in mehr als 30 europäischen Ländern vertreten. Die Partner verfügen zusammen über eine Flotte von mehr als 19.000 Lkw.
Was Sie zum Thema E-Lkw-Ladeinfrastruktur wissen müssen
Wie funktioniert die E-Lkw-Ladeinfrastruktur bei ELVIS? – Partner öffnen vorhandene Ladepunkte für andere Verbundmitglieder und externe Unternehmen und erhalten über Depotcharge Zugang zu weiteren Standorten.
Wann startet die vernetzte E-Lkw-Ladeinfrastruktur? – Der Pilotbetrieb der Charging Community soll im Herbst 2026 mit mehreren bestehenden Ladepunkten beginnen.
Welche Vorteile bietet die E-Lkw-Ladeinfrastruktur den Speditionen? – Betreiber können ihre Ladepunkte besser auslasten, während andere Partner zusätzliche Lademöglichkeiten und vergünstigte Konditionen erhalten.
Wie wird die E-Lkw-Ladeinfrastruktur technisch organisiert? – Depotcharge integriert die Ladepunkte in seine Plattform, stellt Informationen zu Verfügbarkeit, Ladeleistung, Kosten und Auslastung bereit und übernimmt die Abrechnung.
Wie groß ist die geplante E-Lkw-Ladeinfrastruktur? – In einer Umfrage wurden zunächst 42 potenzielle Partnerladestandorte gemeldet. Nach dem Pilotstart soll das Netzwerk sukzessive wachsen.