Batteriespeicher statt AKW: 1.000 MWh für Brunsbüttel
Vattenfall baut einen Batteriespeicher auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel. Mit 254 MW Leistung und rund 1.000 MWh Kapazität soll die Anlage Ende 2028 in Betrieb gehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen AKW Brunsbüttel errichtet Vattenfall einen Großspeicher.Vattenfall
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Vattenfall gab am 10. September 2026 die finale Investitionsentscheidung für den Batteriespeicher in Brunsbüttel bekannt.
Die Anlage soll 254 MW leisten, rund 1.000 MWh speichern und Ende 2028 in Betrieb gehen.
Der Anschluss erfolgt über ein neues Umspannwerk an das 380-kV-Netz von 50Hertz.
Der Batteriespeicher soll insbesondere überschüssigen Windstrom aufnehmen und damit zur Entlastung des Stromnetzes beitragen.
„Heute ist einer der stolzesten Tage meines Berufslebens“. Diesen Satz schrieb Claus Wattendrup, Leiter des Bereichs "Solar & Batteries" bei Vattenfall. Der Grund: Auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel entsteht einer der größten Batteriespeicher Deutschlands. Vattenfall hat jetzt die finale Investitionsentscheidung für das Projekt bekannt gegeben. Parallel läuft der Rückbau des ehemaligen Reaktors, der sich noch bis weit in die 2030er Jahre erstrecken soll.
Der Standort im Kreis Dithmarschen steht damit für die Transformation eines ehemaligen Kraftwerksareals hin zu neuer Energieinfrastruktur.
Wie groß wird der Batteriespeicher in Brunsbüttel?
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Der geplante Batteriespeicher soll eine Nennleistung von 254 MW erreichen und rund 1.000 MWh Strom aufnehmen können. Daraus ergibt sich eine Speicherdauer von etwa vier Stunden. Nach Angaben von Vattenfall handelt es sich um das bislang größte Batterieprojekt in der Unternehmensgeschichte.
Die Anlage soll an das 380-kV-Netz des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz angeschlossen werden. Dafür errichtet Vattenfall auf dem Gelände zusätzlich ein neues Umspannwerk. Die Inbetriebnahme des Batteriespeichers ist für Ende 2028 vorgesehen.
Vom Kernkraftwerk zum Batteriespeicher
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Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ging 1976 ans Netz. Während seiner Laufzeit produzierte die Anlage rund 118 TWh Strom, bevor sie 2007 dauerhaft vom Netz genommen wurde. Seit 2011 laufen Stilllegung und schrittweiser Rückbau. Erst kürzlich erhielt Vattenfall die Genehmigung für die zweite Abbauphase des Reaktors.
Für den neuen Batteriespeicher bietet das ehemalige Kraftwerksgelände einen entscheidenden Faktor: die vorhandene leistungsfähige Netzanbindung, die ursprünglich für den Betrieb des Kernkraftwerks benötigt wurde und nun weiterverwendet werden kann.
Vattenfall beschreibt Brunsbüttel entsprechend als Beispiel für die Transformation eines klassischen Kraftwerksareals in neue Energieinfrastruktur.
Claus Wattendrup, Leiter des Bereichs Solar & Batteries bei Vattenfall, erklärte anlässlich der Investitionsentscheidung: „Das sind sehr gute Nachrichten für Vattenfall und für den Energiestandort Brunsbüttel.“
Wie aus der Unternehmensmitteilung hervorgeht, verweist Wattendrup zugleich auf die zunehmende Bedeutung von Speichern für die Versorgungssicherheit bei einem weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie.
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Welche Aufgabe übernimmt der Batteriespeicher im Stromnetz?
Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie wächst der Bedarf an Speicherkapazität. Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber rechnen damit, dass die bundesweit installierte Leistung von Großbatteriespeichern bis 2040 die Marke von 80 GW überschreiten wird.
Für Schleswig-Holstein spielt dabei insbesondere die Windenergie eine Rolle. Wird zeitweise mehr Windstrom erzeugt, als das Netz aufnehmen kann, können Batteriespeicher überschüssige Energie zwischenspeichern. Andernfalls muss die Stromerzeugung bei Netzengpässen gedrosselt werden.
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Diese Eingriffe der Netzbetreiber zur Entlastung überlasteter Leitungen werden als Redispatch bezeichnet. Der Batteriespeicher in Brunsbüttel soll insbesondere Windstrom aus Schleswig-Holstein aufnehmen, der bei entsprechenden Netzengpässen ansonsten gedrosselt werden müsste.
Vattenfall baut sein Batteriegeschäft aus
Mit dem Projekt in Brunsbüttel vergrößert Vattenfall sein Batterie-Portfolio deutlich. Dessen bisherige Leistung liegt bei 270 MW. Der neue Speicher bringt weitere 254 MW hinzu.
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Parallel baut das Unternehmen sein Geschäft mit der Vermarktung und Optimierung von Batteriespeichern für Dritte aus. Dieses Portfolio soll bis 2029 auf bis zu 1.500 MW wachsen.
Warum 1.000 MWh nicht mit Stromerzeugung gleichzusetzen sind
Bei Batteriespeichern wird deren Kapazität häufig in die Zahl rechnerisch versorgbarer Haushalte übersetzt. Diese Darstellung kann jedoch missverständlich sein. Ein Batteriespeicher erzeugt selbst keinen Strom. Er nimmt elektrische Energie auf und gibt sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab.
Für Brunsbüttel lässt sich die technische Funktion präziser beschreiben: Der Speicher soll 254 MW Leistung über einen Zeitraum von rund vier Stunden bereitstellen können. Daraus ergibt sich eine Speicherkapazität von rund 1.000 MWh.
Im konkreten Einsatz soll die Anlage vor allem überschüssigen Windstrom aus Schleswig-Holstein aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben.
Bis zur geplanten Inbetriebnahme Ende 2028 liegen noch mehr als zwei Jahre Projektlaufzeit vor Vattenfall. Parallel wird der ehemalige Reaktor auf dem benachbarten Gelände weiter zurückgebaut. Dieser Prozess soll nach Angaben des Unternehmens bis weit in die 2030er Jahre dauern.
Damit treffen am Standort zwei Phasen der Energieinfrastruktur unmittelbar aufeinander: Während das frühere Kernkraftwerk zurückgebaut wird, entsteht mit dem Batteriespeicher eine neue Anlage, die vorhandene Standort- und Netzinfrastruktur nutzt.
Ob und in welchem Umfang der Batteriespeicher das Stromnetz in der Region tatsächlich entlastet, lässt sich anhand belastbarer Betriebsdaten erst nach der geplanten Inbetriebnahme Ende 2028 beurteilen.
Wie groß wird der Batteriespeicher in Brunsbüttel? – Der Batteriespeicher soll eine Leistung von 254 MW und eine Speicherkapazität von rund 1.000 MWh erreichen.
Wann geht der Batteriespeicher in Brunsbüttel in Betrieb? – Vattenfall plant die Inbetriebnahme für Ende 2028.
Wo entsteht der Batteriespeicher in Brunsbüttel? – Die Anlage entsteht auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen.
Wie wird der Batteriespeicher in Brunsbüttel ans Netz angeschlossen? – Der Anschluss erfolgt über ein neues Umspannwerk an das 380-kV-Netz des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz.
Welche Aufgabe hat der Batteriespeicher in Brunsbüttel? – Er soll insbesondere überschüssigen Windstrom aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben, wenn dieser bei Netzengpässen ansonsten gedrosselt werden müsste.