Ranking

Das sind die größten Rohstoffhändler der Welt

Rohstoffhändler sind eine verschwiegene Sippe. Welche Unternehmen sind die größten Player auf dem Weltmarkt? Spoiler: Viele kommen aus der Schweiz.

Rohstoffhändler sind nicht immer auch gleichzeitig Produzenten ihrer eigenen Rohstoffe.
Rohstoffhändler sind nicht immer auch gleichzeitig Produzenten ihrer eigenen Rohstoffe.

  • Vitol ist 2025 mit 343 Mrd. USD Umsatz der größte Rohstoffhändler im Ranking, gefolgt von Glencore mit 247,5 Mrd. USD.

  • Trafigura erreicht 240,3 Mrd. USD, Gunvor 144 Mrd. USD und Mercuria 130 Mrd. USD Umsatz.

  • Neben Öl und Gas handeln die Konzerne unter anderem mit Metallen, Erzen, Kohle, Strom, Emissionsrechten und Agrarrohstoffen.

  • Einige Rohstoffhändler sind zusätzlich in Förderung, Raffinerien, Logistik und weiteren Stufen der Rohstoffwirtschaft aktiv.

Diese Rohstoffe braucht fast jeder Privathaushalt, der nicht mit Wärmepumpe oder Holz heizt: Öl oder Gas, damit im Winter das Haus warm wird. Unternehmen sind in noch viel größerem Maß auf Rohstoffe angewiesen. Für sie sind Rohstoffe die Voraussetzung, um produzieren zu können. So kaufen Stahlhersteller Eisenerze und Veredelungsmetalle ein, Batteriehersteller sind auf Lithium angewiesen und die Elektro- und Bauindustrie kann ohne Kupfer oder Kies ihre Schotten dicht machen.

Dieser Rohstoffhunger lässt die Umsätze der Rohstoffhändler von Jahr zu Jahr wachsen. Manche der großen Konzerne handeln jedoch nicht nur mit Rohstoffen, sie fördern sie auch. So gehört der Schweizer Konzern Glencore seit Jahren sowohl zu den größten Rohstoffhändler als auch zu den größten Bergbaukonzernen. Er verdient sein Geld vor allem mit dem Handel von Industrierohstoffen wie Aluminium, Bauxit, sowie dem Abbau von Nickel, Zink, Kupfer, Blei und Kohle.

Welche sind die größten Rohstoffhändler 2025?

Gemessen an den in der Vorlage genannten Umsätzen ergibt sich für 2025 folgende Rangfolge: Vitol liegt mit 343 Mrd. USD an der Spitze. Dahinter folgen Glencore mit 247,5 Mrd. USD und Trafigura mit 240,3 Mrd. USD. Gunvor erreicht 144 Mrd. USD, Mercuria 130 Mrd. USD.

Damit kommen die fünf aufgeführten Rohstoffhändler zusammen auf einen Umsatz von mehr als 1 Bio. USD.

1. Vitol

Die Vitol-Gruppe mit Sitz in Rotterdam ist nach Umsatz der größte Rohstoffhändler der Welt, obwohl sie von den 505 Mrd. USD aus dem Jahr 2022 aktuell weit entfernt ist. 2025 setzte das Unternehmen mit seinen diversen Töchtern 343 Mrd. USD um, was einem Plus um 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 

Die Ölraffineriekapazität stieg auf 1,2 Mio. Barrel pro Tag, das LNG-Volumen kletterte um 28 % auf 23 Mio. Tonnen.

Weitere Geschäftsstandorte sind Genf, Houston, Singapur und London. Hauptsächlich handelt Vitol mit Erdölerzeugnissen, hat aber auch Beteiligungen an Ölexplorations- und -vorratsprojekten, darunter in Russland, Kasachstan und Aserbaidschan. Auch an einigen Raffinierien hält Vitol über diverse Beteiligungen Anteile. 2023 geriet Vitol in die Kritik, da der Konzern weiterhin mit Erdöl aus dem kriegsführenden Russland handelt.

2. Glencore

Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore ist nicht nur einer der größten Bergwerkskonzerne, sondern gehört auch zu den größten Rohstoffhändlern mit einem Umsatz von 247,5 Mrd. USD in 2025.

Seinen operativen Hauptsitz hat er in Baar, in der Schweiz. Gegründet wurde Glencore 1974 unter dem Gründernamen Marc Rich + Co. 1994 wurde Rich rausgeworfen und der Name änderte sich in Glencore, was die Abkürzung für Global Energy Commodity and Resorces ist.

Das Unternehmen wuchs durch Aufkäufe von Öl- und Kohleunternehmen, auch Raffinerien und Verhütter gehören heute zum Konzern. Eine der größten Akquisitionen war 2012 die des in Zug (Schweiz) ansässigen Bergwerksunternehmens Xstrata.

Verbindungen nach Russland gab es seit 2007 mit der russischen Holding Rusal, 2016 kam eine Beteiligung an Rosneft hinzu. Seit 2022 hat das Unternehmen seine operativen Russland-Verbindungen weitgehend zurückgefahren, nach aktuellem Stand bestehen aber noch Finanzbeteiligungen an russisch geprägten, aber international gelisteten Unternehmen.

So ist Glencore am russischen Aluminiumproduzenten En+ mit 10,55 % beteiligt, wobei En+ knapp 57% an UC Rusal hält.

3. Trafigura

Die Nummer drei unter den größten Rohstoffhändlern hält Trafigura mit einem 2025er-Jahresumsatz von 240,3 Mrd. USD. Zum Vergleich: 2022 waren es noch 319 Mrd. USD und der zweite Platz.

Einen traditionellen Hauptsitz gibt es nicht, dafür sind die Schachtelkonstruktion, um Steuern und juristische Risiken zu minimieren, bei Trafigura besonders komplex, unter anderem mit einer Holding in den Niederlanden, einem Teil der Verwaltung in Singapur, Genf und Amsterdam und der Offshore-Muttergesellschaft in Curaçao.

Trafigura handelt hauptsächlich mit Erdöl und Erdölprodukten, aber auch Nichteisenmetalle, Erze und Konzentrate stehen im Handelskatalog. Gegründet wurde das Unternehmen 1993 und beschäftigt heute etwa 1.900 Mitarbeiter.

2006 war Trafigura in einen Skandal um die Verklappung hochgiftiger Reste aus der Erdölverarbeitung verwickelt. Ursprünglich sollten mehr als 500 Tonnen hochgiftigen Schlamms in Amsterdam entsorgt werden.

Die Entsorgung scheiterte aufgrund einer Preiserhöhung und nach einer Irrfahrt vorbei an europäischen Häfen, die die Fracht nicht aufnehmen wollten, landete die giftige Fracht schließlich in Abidjan an und wurde in Tanklaster abgepumpt.

Doch statt die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen, verklappten die Tankfahrzeuge die Fracht in Bächen nahe des Stadtteils Akuedo. Dieser ist seitdem schwer kontiminiert, 15 Bewohner starben, mehr als 30.000 wurden vergiftet - mit schweren Langzeitfolgen. Trafigura wurde zu 150 Mio. EUR Entschädigung an die Opfer verurteilt. Wie die Deutsche Welle berichtete, kam dort aber nur ein Bruchteil des Geldes an.

4. Gunvor

Die Gunvor Group ist ein Rohstoff- und Energiehändler mit Hauptsitz in Genf, der 2000 von dem Schweden Torbjörn Törnqvist und dem russischen Oligarchen Gennady Timchenko gegründet wurde und sich vom größten Exporteur russischen Rohöls zu einem global diversifizierten Energie- und Rohstoffkonzern entwickelt hat. Gunvor zählt zu den vier größten Rohstoffhändlern weltweit und ist nach Vitol,  Glencore und Trafigura der viertgrößte Rohölhändler. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 144 Mrd. USD bei einem Handelvolumen von 253 Mio. Tonnen Rohstoffen.

Das Geschäftsmodell basiert auf physischem Rohstoffhandel, Arbitrage-Geschäften, Logistikoptimierung und der Bereitstellung von Finanzierungs- und Risikomanagementlösungen für Produzenten und Abnehmer. Gunvor handelt täglich mit rund 3 Mio. Barrel Öl und Produkten – genug, um den Bedarf von Großbritannien und Frankreich zu decken.

Gunvor war bis Ende 2025 mehrheitlich im Besitz des Co-Founders Torbjörn Törnqvist. Im Dezember 2025 vollzog das Unternehmen einen Management-Buy-out, bei dem die Mitarbeiter-Mehrheit übernahm, um sich von historischen Russland-Verbindungen zu distanzieren. Törnqvist trat als CEO zurück; sein Nachfolger wurde der US-amerikanische Ölhändler Gary Pedersen. Der zweite Gründer, Gennady Timchenko, verkaufte seinen 43,6-%-Anteil im März 2014 kurz vor der Verhängung US-amerikanischer Sanktionen gegen ihn im Zusammenhang mit der Annexion der Krim. Timchenko gilt als enger Verbündeter von Wladimir Putin.

Im Oktober 2025 vereinbarte Gunvor den Erwerb der internationalen Assets von Lukoil (u. a. Raffinerien in Bulgarien und Rumänien, Tankstellennetze in Südosteuropa) für rund 22 Mrd. USD. Nach der US-Einstufung Gunvors als „Kreml-Puppe" im November 2025 zog sich das Unternehmen jedoch aus dem Deal zurück.

5. Mercuria

Auch Mercuria hat seinen Sitz in der Schweiz - in Genf. Das Mineralölhandelsunternehmen ist mit einem Umsatz von 130 Mrd. USD (2022: 174 Mrd. USD) die Nummer fünf auf dem weltweiten Markt der Rohstoffhändler und wurde 1993 gegründet und handelt hauptsächlich mit Erdöl und Erdölprodukten. Mittlerweile werden aber auch Strom, Erdgas, Kohle und Emissionsrechte gekauft und verkauft.

Mercuria ist in 50 Ländern aktiv mit insgesamt rund 1.500 Mitarbeitern an mehr als 30 Standorten. Das Unternehmen ist vollständig im Besitz seines Managements, wobei sich ein strategischer Minderheitsanteil von rund 12 % bei ChemChina (heute Teil von Sinochem) befindet. Gegründet wurde Mercuria von den Goldman-Sachs-Veteranen Marco Dunand und Daniel Jaeggi, die Mercuria von einem Nischenhändler für Ölprodukte zu einem diversifizierten globalen Energie- und Rohstoffkonzern entwickelt haben.

Das Geschäftsmodell basiert auf physischem Rohstoffhandel, Arbitrage-Geschäften, Produkt-Blending und der Bereitstellung von Finanzierungs- und Risikomanagementlösungen für Produzenten und Abnehmer. Liquid Fuels machen etwa 60% des Umsatzes aus, während Nicht-Öl-Aktivitäten (Gas, Strom, Metalle) rund 65% der operativen Aktivitäten ausmachen.

Geschäftsfelder sind: Öl und Ölprodukte, Erdgas und LNG, Metalle, Strom und Umweltzertifikate sowie Agrarrohstoffe.

Rohstoffkonzerne in der Kritik

Vor allem jene Konzerne, die nicht nur mit Rohstoffen handeln - meist mit Energierohstoffen wie Erdöl und Erdgas -, sondern die Rohstoffe auch selbst abbauen, stehen in der Kritik. Sie verursachen nicht selten Milliardenschäden an der Umwelt oder beachten Arbeitsschutz und Menschenrechte nicht.

Beispielsweise kam durch die Recherche der Süddeutschen Zeitung im Zuge der Paradise Papers im Jahr 2019 heraus, das Glencore an undurchsichtigen Deals im Kongo beteiligt war. Durch Korruption soll sich das Unternehmen Zugang zu einer lukrativen Mine über Mittelsmänner gesichert haben. Dabei hatte Glencore zuvor schon nicht den allerbesten Ruf: Geschäfte mit sogenannen Warlords und Unrechtsregimen haben die Schweizer unter ihrem Gründer Marc Rich groß gemacht. Er machte mit dem international geächteten Apartheid-Regime in Südafrika glänzende Geschäfte und kaufte trotz des US-Embargos gegen Iran von der Mullah-Regierung Öl, das er anschließend dem Erzfeind Israel anbot.

Neben den großen Rohstoffhändlern gibt es auch noch die kleineren Unternehmen wie Aurubis und Tradium in der EU. Weitere Nischenspezialisten für Metalle sind beispielsweise die Schweizer Rohstoffhändler IXM, die Gerald Group und Transamine  (alle Genf) sowie MetalWerk Trading und Lumet Trading (Cham, Schweiz).

Das waren die größten Rohstoffhändler im Jahr 2025

  1. Vitol

  2. Glencore

  3. Trafigura

  4. Gunvor

  5. Mercuria

Quelle: Geschäftsberichte 2025

  • Wer ist 2025 der größte Rohstoffhändler? – Vitol führt das Ranking mit einem Umsatz von 343 Mrd. USD an.

  • Welche größten Rohstoffhändler folgen auf Vitol? – Auf den weiteren Plätzen liegen Glencore mit 247,5 Mrd. USD, Trafigura mit 240,3 Mrd. USD, Gunvor mit 144 Mrd. USD und Mercuria mit 130 Mrd. USD.

  • Welche Produkte handeln die größten Rohstoffhändler? – Das Spektrum reicht von Erdöl und Erdgas über Metalle und Erze bis zu Kohle, Strom, Emissionsrechten und Agrarrohstoffen.

  • Sind die größten Rohstoffhändler auch in der Förderung aktiv? – Einige Unternehmen sind über den Handel hinaus tätig. Glencore ist beispielsweise zugleich ein großer Bergbaukonzern.

  • Warum sind die größten Rohstoffhändler für die Industrie wichtig? – Sie handeln mit Rohstoffen, die für zahlreiche industrielle Wertschöpfungsketten und Produktionsprozesse benötigt werden.