Straße von Hormus: Containerbuchungen brechen ein
Unternehmen passen ihre Lieferketten wegen des Irankriegs an: Die Stornierungen für die wichtige Frachtroute durch die Straße von Hormus steigen binnen drei Tagen um 364 %.
Straße von Hormus: Frachtbuchungen und Frachtraten sinken.
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Zusammenfassung
Daten von Dun & Bradstreet zeigen Anfang März einen drastischen Rückgang der Containerbuchungen in der Straße von Hormus. Zwischen dem 1. und 3. März stiegen gleichzeitig die Stornierungen deutlich an. Unternehmen reagieren damit kurzfristig auf geopolitische Spannungen und passen ihre Lieferketten an.
Neue Schifffahrtsdaten zur Straße von Hormus zeigen deutliche Verwerfungen im Containerverkehr. Innerhalb weniger Tage sinken Buchungen massiv, während Stornierungen stark zunehmen.
Wie stark sind die Containerbuchungen in der Straße von Hormus eingebrochen?
Die jüngsten Schifffahrtsdaten von Dun & Bradstreet zeigen eine deutliche Verschiebung im Verhältnis zwischen neuen Containerbuchungen und Stornierungen im Transit durch die Straße von Hormus. Innerhalb weniger Tage kippt das Verhältnis klar zugunsten der Stornierungen.
Zwischen dem 1. und 3. März gingen neu gebuchte Importvolumina für Containertransporte im Vergleich zum gleichen Drei-Tage-Zeitraum der Vorwoche deutlich zurück. Die Buchungen sanken um 59 % – von 25.144 auf 10.382 TEU (Twenty-foot Equivalent Units).
Parallel dazu stiegen die Stornierungen massiv an. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die stornierten Volumina um 364 % von 8.010 auf 37.193 TEU. Über den gesamten Drei-Tage-Zeitraum hinweg überstiegen die stornierten Importvolumina die neu gebuchten um 265 %, wie aus den Daten hervorgeht.
Besonders deutlich wurde die Entwicklung am 3. März. An diesem Tag wurden 21.762 TEU storniert, während lediglich 1.915 TEU neu gebucht wurden. Das entspricht nur 13 % des Buchungsvolumens der Vorwoche und markiert zugleich das niedrigste Werktags-Buchungsniveau seit Beginn des Jahres 2024.
Warum entwickeln sich auch Exporttransporte rückläufig?
Auch im Exportgeschäft zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Seit Mitte Februar ist ein kontinuierlicher Rückgang der Buchungsaktivität zu beobachten.
Das rollierende Sieben-Tage-Volumen sank von 34.790 TEU Mitte Februar auf 19.863 TEU Anfang März. Damit liegt der Rückgang bei über 40 %.
Zwischen dem 1. und 3. März gingen neu gebuchte Exportvolumina gegenüber der Vorwoche um 40 % zurück. Gleichzeitig stiegen die Stornierungen um 56 %.
Am 3. März überstiegen die Stornierungen erstmals die neu gebuchten Exportvolumina. An diesem Tag wurden 1.309 TEU storniert, während 1.095 TEU neu gebucht wurden.
Welche Branchen sind von den Störungen betroffen?
Die Daten zeigen, dass die Auswirkungen nicht auf einzelne Branchen begrenzt sind. Besonders häufig betroffen sind Unternehmen aus den Bereichen Transportdienstleistungen und Großhandel.
Unternehmen aus dem Transportsektor machen rund 18 % der betroffenen Firmen aus, während der Großhandel mit 27,5 % vertreten ist. Zusammen mit lebensmittelbezogenen Branchen und weiteren Kategorien entfallen auf diese Gruppen etwa 55 % der betroffenen Unternehmen.
Auch die Unternehmensgröße spielt eine Rolle. Rund 80 % der betroffenen Firmen sind Mikro- oder Kleinunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden.
Insgesamt wurden bis zum 3. März bereits 3.373 Unternehmen identifiziert, die seit Ende Februar mindestens eine Lieferstornierung im Zusammenhang mit Transitverkehren durch die Straße von Hormus verzeichneten, wie aus den Daten von Dun & Bradstreet hervorgeht.
Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für Lieferketten?
Die Zahlen verdeutlichen, wie schnell geopolitische Spannungen reale Handelsströme beeinflussen können. Innerhalb weniger Tage reagieren Unternehmen mit Anpassungen bei Transportbuchungen und Lieferketten.
Die deutliche Zunahme der Stornierungen bei gleichzeitig sinkenden Neubuchungen zeigt, dass Unternehmen ihre Logistik kurzfristig umstellen oder Transporte verschieben.
Die Entwicklung im Containerverkehr durch die Straße von Hormus wird damit zu einem wichtigen Frühindikator für Veränderungen in internationalen Lieferketten.
FAQ - Straße von Hormus und Containerverkehr
Warum gehen Containerbuchungen in der Straße von Hormus zurück?
Laut Schifffahrtsdaten reagieren Unternehmen kurzfristig auf geopolitische Spannungen und passen ihre Transportplanungen an.
Wie stark sind die Buchungen in der Straße von Hormus gesunken?
Bei Importen sanken die neu gebuchten Volumina Anfang März um 59 %, während Stornierungen gleichzeitig um 364 % zunahmen.
Welche Branchen sind von den Störungen in der Straße von Hormus betroffen?
Besonders häufig betroffen sind Transportdienstleister, Großhändler sowie Unternehmen aus lebensmittelbezogenen Branchen.
Welche Unternehmen sind besonders betroffen vom Hormus-Transit?
Rund 80 % der betroffenen Firmen sind Mikro- oder Kleinunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden.