Die Binnenschifffahrt in Deutschland hat 2025 weniger Güter transportiert. Mit 171,6 Mio. Tonnen wurde ein neuer Tiefststand erreicht. Auch im Ranking der größten Binnenhäfen Deutschlands hat sich dadurch einiges verschoben - nur die Nummer eins ist gleich geblieben.
Mannheim: Der Hafen ist unter den Top 5 der größten deutschen Binnenhäfen zu finden.(Bild: VoordenGraphy.com - stock.adobe.com)
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Summary: TECHNIK+EINKAUF zeigt auf Basis von Destatis-Daten das Ranking der größten Binnenhäfen Deutschland für 2025. Auf deutschen Binnenwasserstraßen wurden 173,8 Millionen Tonnen Güter transportiert, ein Minus von 1,3 % gegenüber 2024. Duisburg bleibt nach Umschlag größter Binnenhafen, Massengüter prägen weiterhin die Binnenschifffahrt.
Im Jahr 2025 hat die Binnenschifffahrt in Deutschland 1,3 % weniger Güter befördert als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden auf den deutschen Binnenwasserstraßen insgesamt 171,6 Mio. Tonnen Güter transportiert. Das ist der niedrigste Wert seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990.
Der Rückgang des Transportaufkommens ist in erster Linie auf den Güterversand ins Ausland zurückzuführen. Die dorthin beförderte Menge sank auf 41,1 Mio. Tonnen und lag damit 4,8 % unter dem Vorjahreswert. Demgegenüber stieg die aus dem Ausland nach Deutschland transportierte Gütermenge mit 77 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr nur leicht (+0,6 %). Der innerdeutsche Verkehr blieb mit 42,8 Mio. Tonnen stabil (+0,2 %), während sich der Transitverkehr stark auf 10,7 Mio. Tonnen verringerte (-5,4 %).
Welche Binnenhäfen in Deutschland sind an diesem Transportaufkommen am stärksten beteiligt? Wir zeigen die 99 größten Binnenhäfen in unserer Bildergalerie und in Tabellen - jeweils mit dem 2025er-Umschlag in Tonnen.
Während der Versand ins Ausland deutlich zurückging, entwickelte sich der Empfang aus dem Ausland stabiler. Die aus dem Ausland nach Deutschland transportierte Gütermenge stieg 2025 leicht auf 77 Mio. Tonnen. Das entspricht einem Plus von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr.
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Der innerdeutsche Verkehr blieb mit 42,8 Mio. Tonnen nahezu unverändert und legte um 0,2 % zu. Der Transitverkehr verringerte sich dagegen deutlich. Er sank auf 10,7 Mio. Tonnen und lag damit 5,4 % unter dem Vorjahresniveau.
Welche Ladungsarten die Binnenschifffahrt prägen
Nach Ladungsarten dominierten auch 2025 trockene und flüssige Massengüter. Trockene Massengüter wie Steine und Erden, Erze oder Kohle erreichten ein Volumen von 92,5 Mio. Tonnen. Das waren 1,5 % weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil am gesamten Transportaufkommen lag bei 53,9 %.
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Flüssige Massengüter, darunter flüssige Mineralölerzeugnisse oder Chemikalien, kamen auf 49,0 Mio. Tonnen. Hier verzeichnete Destatis ein Minus von 1,9 %. Der Anteil am gesamten Transportaufkommen betrug 28,5 %. Damit entfielen zusammen mehr als vier Fünftel des Güteraufkommens auf diese beiden Ladungsarten.
Containerverkehr bleibt unter Druck
Auch der Containerverkehr konnte sich dem rückläufigen Gesamttrend nicht entziehen. 2025 wurden in der Binnenschifffahrt 16,6 Mio. Tonnen Güter im Containerverkehr befördert. Das entspricht einem Rückgang von 1 %.
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Der Anteil des Containerverkehrs am gesamten Transportaufkommen lag bei 9,7 %. Die übrigen Ladungsarten erreichten zusammen 13,5 Mio. Tonnen. In diesem Segment meldete Destatis ein Plus von 2,4 %. Der Anteil am Gesamtaufkommen betrug 7,9 %.
Größte Binnenhäfen in Deutschland (Plätze 16 bis 30)
Platz
Hafen
Umschlag in Tonnen
16.
Marl
2.462.319
17.
Bremen
2.420.951
18.
Hamm
2.340.713
19.
Saarlouis
2.265.495
20.
Salzgitter
2.199.679
21.
Wunstorf
2.025.935
22.
Lingen (Ems)
2.024.184
23.
Lünen
2.007.987
24.
Kleve
1.866.202
25.
Rheinberg
1.785.297
26.
Andernach
1.778.441
27.
Heilbronn
1.715.018
28.
Bendorf
1.710.280
29.
Bülstringen
1.688.779
30.
Wesel
1.622.098
Quelle: Destatis
Welche Gütergruppen besonders wichtig waren
Zu den bedeutendsten Gütergruppen der Binnenschifffahrt zählten 2025 flüssige Mineralölerzeugnisse. Dazu gehören Motorentreibstoffe, Heizöle und andere Mineralöle. Die transportierte Menge lag bei 27,8 Mio. Tonnen und damit 2,7 % unter dem Vorjahreswert.
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Es folgten Steine und Erden mit 20 Mio. Tonnen. Hier betrug das Minus 0,7 %. Eisenerze erreichten 17,7 Mio. Tonnen und gingen damit deutlich um 12,7 % zurück. Kohle legte dagegen zu: Die transportierte Menge stieg um 5,9 % auf 16,1 Mio. Tonnen.
Auf diese vier Warengruppen entfielen zusammen 47,5 % des gesamten Transportaufkommens. Damit blieb die Binnenschifffahrt stark von klassischen Industrie- und Massengütern geprägt.
Warum die ARA-Häfen eine Schlüsselrolle spielen
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Im grenzüberschreitenden Verkehr der Binnenschifffahrt hatten die ARA-Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam 2025 einen besonders hohen Stellenwert. Zwischen Rotterdam und Deutschland wurden auf Binnenschiffen 57,2 Mio. Tonnen Güter transportiert. Eingerechnet sind dabei Empfang und Versand von Gütern.
Rotterdam war damit mit Abstand der wichtigste Hafen im grenzüberschreitenden Verkehr. Auf Rang zwei folgte Antwerpen mit 17,7 Mio. Tonnen. Amsterdam lag mit 9 Mio. Tonnen auf Rang drei.
Zusammen entfielen 84,0 Mio. Tonnen auf diese drei Häfen. Das entspricht 71,1 % der insgesamt 118,1 Mio. Tonnen Güter, die im Verkehr mit dem Ausland transportiert wurden.
Bei der Flaggenverteilung zeigt sich ebenfalls eine klare Struktur. Mehr als die Hälfte des gesamten Transportaufkommens entfiel 2025 auf Binnenschiffe unter niederländischer Flagge. Ihr Anteil lag bei 55,1 %.
Schiffe unter deutscher Flagge kamen auf knapp ein Drittel des Transportaufkommens. Destatis nennt hierfür einen Anteil von 31,7 %. Auch diese Zahlen unterstreichen die enge Verflechtung der deutschen Binnenschifffahrt mit den Nachbarländern und insbesondere mit den niederländischen Häfen.
Größte Binnenhäfen in Deutschland (Plätze 31 bis 60)
Für die Statistik werden laut Destatis Ent- und Beladevorgänge von Schiffen mit einer Tragfähigkeit von mindestens 50 Tonnen in deutschen Häfen oder sonstigen Lade- und Löschplätzen erfasst. Voraussetzung ist, dass Ziel oder Herkunft ein Binnenhafen ist. Ebenfalls einbezogen werden Ankünfte und Abgänge im sogenannten Binnen-See-Verkehr.
Unberücksichtigt bleiben unter anderem Schiffe, die ausschließlich als Schlepp- oder Schubkraft eingesetzt werden. Nicht enthalten sind außerdem Schiffe, die einen Hafen nur als Schutz- oder Sicherheitshafen anlaufen, sowie bestimmte Leichterungen auf freier Strecke und Verkehr zum Zweck des Fischfangs, für Wasserbauten oder Baggerarbeiten, sofern das Baggergut nicht Gegenstand des Handels ist.
Größte Binnenhäfen in Deutschland (Plätze 31 bis 99)