Bildzusammenstellung aus flugzeug, Lkw und Hafen mit einer Hand, die ein Smartphone hält

Die Lieferketten sollen sicherer und gleichzeitig agiler werden, so die Vorsätze der Einkaufsabteilungen für 2021. (Bild: kamonrat - stock.adobe.com)

Internationale Großunternehmen haben im Geschäftsjahr 2021 vier Dinge auf ihrer Bucket-List:

  • Planungssicherheit,
  • Digitale Transformation – smart analytics,
  • Modernisierung der Applikationslandschaften,
  • Nachhaltigkeit.

Das hat die Studie Procurement Key Issues 2021 von The Hackett Group herausgefunden. Sie hatten rund 200 große Unternehmen befragt.

Zwar war die Sicherung der Lieferketten schon vor 2020 ein Topthema. Corona-bedingte Unterbrechungen sorgen aber dafür, dass sich Einkäufer auch 2021 auf Werte wie Qualität, Liefertreue und Service weiter fokussieren.

Digitalisierung macht Veränderungen sichtbar

Die Umsetzung einer konsequenten Digitalisierungsstrategie schafft dabei wesentliche Voraussetzungen, um relevante Marktdaten und -veränderungen schnell zu erkennen, zu analysieren und die Versorgungsketten, wenn nötig, tagesgenau anzupassen.

Dabei, so die Hackett-Studie, setzen Unternehmen verstärkt auf leistungsstarke integrierte Analytics und Forecasting-Modelle sowie deren Visualisierung.

Analysen nur mit guten Daten machbar

Die Beschleunigung der betrieblichen Entscheidungsprozesse bedingt dabei eine immer stärkere Integration der Planungs- und Forecastingprozesse über die komplette Supply Chain bis hin zum Financial Forecasting.

Dem Aufbau und der Pflege eines leistungsfähigen (Master-) Data Management Systems kommt bei den befragten Führungskräften eine entscheidende Rolle zu: Nur der Zugriff auf valide und aktuelle Daten erlaubt verlässliche Analysen und Forecasts und ermöglicht zukunftsorientierte strategische Entscheidungen. 

Der Beitrag des Einkaufs zur Umsetzung der gesamtbetrieblichen Nachhaltigkeitsstrategien ist elementar. Der Trend geht dabei weit über die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben hinaus. „Nachhaltigkeit wird verstärkt als differenzierender Wettbewerbsfaktor wahrgenommen. Die Bereitschaft der Führungskräfte in den Unternehmen, in nachhaltiges Lieferantenmanagement zu investieren war nie größer. Einkaufsorganisationen sollten dieses Zeitfenster nutzen“, so Georg Bach, Managing Director, bei The Hackett Group.

Cloud-basierte Einkaufsplattformen sind gefragt

Generell verstärkt sich der Trend zur Investition in Cloud-basierte Einkaufsplattformen – 84% aller Studienteilnehmer beschäftigen sich damit und 56% der Studienteilnehmer investieren bereits in größere Transformationsprojekte. Best of Breed-solutions werden zudem im Rahmen von kleineren Projekten realisiert, etwa um Agilität, Kundenworkflows oder spezielle Innovationsthemen selektiv zu optimieren.

Grundsätzlich bringen die befragten Führungskräfte für 2021 einen eher verhaltenen Optimismus auf. Nur ca. 40 Prozent hoffen auf eine Stabilisierung ihres Geschäftsum-feldes bereits im 2. Quartal, während 36 Prozent dagegen schätzen, dass eine Konsolidierung weitaus länger dauern wird.

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Das sind die zehn Beschaffungstrends 2021

  1. Einkaufskosten reduzieren: Der Klassiker bleibt am wichtigsten für Einkäufer. Das soll vermehrt über digitale Tools und Partnerschaften passieren.
  2. Lieferrisiken minimieren: Seit Beginn der Corona-Pandemie ist dieser Punkt weiter in den Fokus gerückt. Es geht vor allem darum, Risiken besser zu beobachten und abschätzen zu können. Auch hier stehen digitale Tools im Vordergrund.
  3. Den Einkauf zum strategischen Berater machen: Der Einkauf soll zum Partner aller Beteiligten werden und so zum Unternehmenserfolg maßgeblich beitragen.
  4. Den digitalen Wandel im Einkauf vorantreiben: Die traditionelle Zögerlichkeit des Einkaufs, neue Tools einzusetzen, wurde von der Pandemie 2020 bestraft. Die Einführung von Technologien (Artificial Intelligence, Künstliche Intelligenz, etc.) und Tools muss jetzt über die Einführung von einzelnen Use Cases hinaus in die Breite gehen. Beispielsweise haben laut der Hackett Group erst 8 Prozent der Unternehmen virtuelle Assistenten oder Chatbots im großen Stil implementiert, während 31 Prozent immerhin Pilotprojekte verfolgen. Bei KI sind es nur 4 Prozent gegenüber 33 Prozent.
  5. Den Einkauf agiler machen: Agile Einkaufsorganisationen haben gute Vorhersagen und können entsprechend schnell reagieren.
  6. Einkaufsapplikationen modernisieren: Die Technologien, die den Einkauf unterstützen, sollen erneuert werden, beispielsweise auf Cloud-basierte Anwendungen.
  7. Fähigkeiten der Einkäufer an die Bedürfnisse anpassen: Sowohl die Softskills als auch die harten Skills (zum Beispiel Analysefähigkeiten und technisches Wissen) müssen ausgebaut werden.
  8. Analytische Kapazitäten ausbauen: Tools für die Datenanalyse und -visualisierung würden dem Einkauf eines an Arbeit abnehmen. Doch dafür müssen die zugrundeliegenden Daten sicher sein.
  9. Nachhaltigkeitsziele erreichen: Zum ersten Mal erreicht Nachhaltigkeit die Top 10 der Einkäufer-To-Dos. Getrieben wird das durch eine Aufwertung der Corporate Social Responsibility (CSR) - Umwelt, Menschenrechte und Arbeitsrechte.
  10. Mehr Einfluss auf die Ausgaben nehmen: Durch Business-Partnerschaften wollten Einkaufsorganisationen mehr Einfluss gewinnen. Wichtig ist, dass der Einkauf "Neues auf den Tisch bringt".

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