Chinas Rohstoffexporte im Juli

Chinas Rohstoffexporte: Wer im Juli beliefert wurde

Chinas Rohstoffexporte zeigen im Juli ein uneinheitliches Bild. Während Dysprosium, Gallium und Germanium zulegen, sinken Terbium- und Magnetausfuhren. Entscheidend bleibt jedoch, welche Länder tatsächlich beliefert werden.

Gallium und Germanium, aber auch einige Seltene Erden: Chinas Exportkontrollen machen die Versorgung mit den Rohstoffen unberechenbarer.
Gallium und Germanium, aber auch einige Seltene Erden: Chinas Exportkontrollen machen die Versorgung mit den Rohstoffen unberechenbarer.

  • China exportierte im Juli unter anderem Dysprosium, Terbium, Seltenerdmagnete, Gallium und Germanium in unterschiedlichen Mengen.

  • Südkorea erhielt Dysprosium und Terbium, Deutschland war wichtiger Abnehmer von Seltenerdmagneten und Gallium.

  • Die Exportmengen schwanken stark, auch weil einzelne größere Lieferungen die Statistik in kleinen Märkten deutlich verändern können.

  • Höhere Exportmengen bedeuten nicht automatisch eine breitere Versorgung, wenn Lieferungen nur an wenige Empfängerländer gehen.

Chinas Rohstoffexporte haben sich im Juli je nach Material sehr unterschiedlich entwickelt. Während die Ausfuhren von Dysprosium, Gallium und Germanium deutlich zunahmen, gingen die Liefermengen bei Terbium und Seltenerdmagneten zurück.

Dabei zeigt der Blick auf die Empfängerländer, dass reine Mengenangaben nur begrenzt Rückschlüsse auf die Versorgungslage zulassen. Besonders deutlich wird das bei Dysprosium und Terbium.

Wie entwickeln sich Chinas Rohstoffexporte bei Seltenen Erden?

Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde stiegen die Dysprosiumexporte von fast 2.100 Kilogramm im Juni auf gut 11.300 Kilogramm im Juli. Das entspricht einem Plus von rund 440 %. Die gesamte Menge ging nach Südkorea.

Bei Terbium verlief die Entwicklung entgegengesetzt. Hier sanken die Ausfuhren von 3.100 auf etwa 1.300 Kilogramm. Das entspricht einem Minus von knapp 58 %. Auch in diesem Fall war Südkorea der einzige Empfänger.

Damit zeigt sich zugleich, dass höhere Exportmengen nicht automatisch auf eine entspanntere Versorgungslage schließen lassen. Andere wichtige Industrienationen wie Japan erhielten im Juli weiterhin keine Lieferungen.

Brian Hendrich, Rohstoff-Analyst bei Tradium, ordnet die Entwicklung so ein: „Die Exportmenge bei Dysprosium hat sich im Vergleich zum Vormonat mehr als verfünffacht, das ist aber noch kein Zeichen für eine Entspannung am Markt. China hat erneut ausschließlich Südkorea mit Dysprosium und Terbium beliefert, während das benachbarte Japan leer ausging. Daran zeigt sich, wie gezielt der Zugang zu diesen Rohstoffen gesteuert wird. Solange die gesamte Ausfuhr nur an ein einziges Land geht, kann von einer stabilen und breiten Versorgung keine Rede sein.“

Die Exportrohstoffe Chinas folgen im Juli keinem einheitlichen Trend.
Die Exportrohstoffe Chinas folgen im Juli keinem einheitlichen Trend.

Seltenerdmagnete mit leichtem Rückgang

Bei Seltenerdmagneten gingen Chinas Rohstoffexporte im Juli etwas zurück. China exportierte fast 5.400 Tonnen, nachdem es im Juni knapp 5.650 Tonnen gewesen waren. Das entspricht einem Minus von gut 4 %.

Deutschland blieb der wichtigste Abnehmer. Dahinter folgten die USA, Südkorea, Vietnam und Indien. Gegenüber Juni änderte sich die Gruppe der größten Empfänger damit kaum.

Warum ziehen Gallium- und Germaniumexporte wieder an?

Nach einem schwachen Juni legten die Ausfuhren von Gallium und Germanium im Juli wieder deutlich zu.

Bei Gallium stieg die Exportmenge laut chinesischer Zollbehörde von 200 auf 7.200 Kilogramm. Davon gingen 7.000 Kilogramm nach Deutschland und 200 Kilogramm nach Malaysia. Deutschland bleibt damit im bisherigen Jahresverlauf der wichtigste Abnehmer.

Auch die Germaniumexporte erhöhten sich. Im Juni waren 620 Kilogramm ausgeführt worden, im Juli waren es fast 1.500 Kilogramm.

Größter Empfänger war erneut Russland mit knapp 850 Kilogramm. Deutschland folgte mit gut 360 Kilogramm, Armenien erhielt rund 100 Kilogramm.

Dr. Christian Hell, Senior Manager Germanium & Minor Metals, verweist dabei auf die Aussagekraft der Empfängerstatistik: „Man muss es so sagen: Russland bekommt seit Monaten viel Germanium, Deutschland immer wieder ein bisschen. Wirklich interessant sind aber die Kleinstmengen, die nach Armenien, Marokko oder in die Türkei gehen. Diese Länder gehören kaum zum Kreis der klassischen Abnehmer. Dahinter muss keine plötzlich gewachsene Nachfrage stehen. Die Zollstatistik zeigt zunächst nur das Zielland und lässt offen, wo das Material am Ende verarbeitet oder verbraucht wird.“

Exportkontrollen sorgen für starke Schwankungen

Für bestimmte Gallium- und Germaniumprodukte gelten in China seit Sommer 2023 Exportkontrollen und Genehmigungspflichten. Seit April 2025 unterliegen auch Dysprosium, Terbium und weitere Seltene Erden entsprechenden Beschränkungen.

Wie aus den vorliegenden Angaben hervorgeht, können die monatlichen Ausfuhren deshalb deutlich schwanken. Hinzu kommt, dass es sich um vergleichsweise kleine Märkte handelt. Einzelne größere Lieferungen können die Monatsstatistik damit erheblich beeinflussen.

Gerade deshalb reicht der Blick auf die reine Exportmenge nicht aus. Entscheidend ist auch, welche Länder tatsächlich beliefert werden und wie stark sich die Lieferungen auf einzelne Empfänger konzentrieren.

Was Sie über Chinas Rohstoffexporte wissen müssen

  • Wie haben sich Chinas Rohstoffexporte bei Dysprosium entwickelt? – Die Dysprosiumausfuhren stiegen im Juli von fast 2.100 auf gut 11.300 Kilogramm. Die gesamte Menge ging nach Südkorea.

  • Wie haben sich Chinas Rohstoffexporte bei Terbium verändert? – Die Exporte sanken von 3.100 auf rund 1.300 Kilogramm. Auch hier war Südkorea der einzige Empfänger.

  • Welche Rolle spielt Deutschland bei Chinas Rohstoffexporten? – Deutschland war im Juli der wichtigste Abnehmer von Seltenerdmagneten und erhielt zudem 7.000 Kilogramm Gallium sowie gut 360 Kilogramm Germanium.

  • Warum schwanken Chinas Rohstoffexporte so stark? – Für mehrere Rohstoffe gelten Exportkontrollen und Genehmigungspflichten. Zudem können einzelne größere Lieferungen die Statistik kleiner Märkte deutlich verändern.

  • Was sagen Chinas Rohstoffexporte über die Versorgungslage aus? – Die Exportmenge allein reicht nicht aus. Entscheidend ist auch, wie breit die Lieferungen auf verschiedene Empfängerländer verteilt sind.