Wie die Böcker Maschinenwerke GmbH mit einer E-Procurement-Plattform indirekte Beschaffung digitalisiert – und dabei Prozesskosten gesenkt hat.
Kathrin IrmerKathrinIrmer
Der Warenausgangsautomat der Hoffmann Group in der Halle der Böcker Maschinenwerke GmbH über den die Bestellungen in simple system ausgelöst werden.simple system
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Summary: Die Böcker Maschinenwerke GmbH digitalisierte ihre indirekte Beschaffung mit „simple system“, wodurch Prozesse automatisiert und Kosten deutlich gesenkt wurden. Durch Automaten, die Bestellungen selbst auslösen, sowie bessere Struktur und Transparenz wurde Maverick Buying reduziert und der Einkauf effizienter gestaltet.
Die Böcker Maschinenwerke GmbH ist ein führender Hersteller von Höhenzugangstechnik – und ein Unternehmen, das
in den vergangenen zehn Jahren erheblich gewachsen ist. Neue Fertigungsstraßen,
erweiterte Montagehallen, ein laufender Neubau der Logistikhalle: Das Wachstum
war spürbar. Weniger spürbar, aber ebenso dringend notwendig, war die digitale
Weiterentwicklung im Einkauf. Mit der Einführung der E-Procurement-Plattform
simple system ist Böcker diesen Schritt konsequent gegangen – mit messbaren
Ergebnissen.
Indirekte Beschaffung: ein unterschätzter Hebel
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Der indirekte Einkauf bei Böcker Maschinenwerke GmbH macht einen bedeutenden Anteil des gesamten Beschaffungsvolumens aus. Hilfs-
und Betriebsstoffe, persönliche Schutzausrüstung (PSA), Bürobedarf, Facility
Services, Verpackungen, Energie, Entsorgung – die Liste der betroffenen Warengruppen
ist lang. Lange Zeit lief dieser Bereich weitgehend unstrukturiert:
Bestellungen per E-Mail, handschriftliche Entnahmelisten, dezentrale
Einzelbestellungen aus verschiedenen Standorten. Maverick Buying – also das
Beschaffen außerhalb vereinbarter Prozesse und Lieferanten – war die Folge.
Blick in die Produktion bei Böcker.Böcker Maschinenbau
„Die neue Situation hat unter
anderem den Bereich Einkauf dazu veranlasst, in neuen Strukturen zu denken und
Prozesse zu digitalisieren“, erklärt Julian Gestal, Mitarbeiter im
strategischen Einkauf bei Böcker Maschinenwerke GmbH. Die Anforderungen waren klar: Maverick Buying
reduzieren, Kosten transparent machen, Synergien heben, die Beschaffung aller
deutschen Standorte zentralisieren und verbindliche Standards definieren – etwa
für PSA-Artikel.
Schritt für Schritt zur digitalen Plattform
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Der Rollout von simple system
erfolgte schrittweise – und bewusst. Böcker Maschinenwerke GmbH nutzt Genehmigungsworkflows,
Inhouse-Kataloge als strategischen Steuerungshebel sowie OCI-Kataloge für die
direkte Anbindung ausgewählter Lieferanten. Einmallieferanten lassen sich für
seltene Sonderartikel flexibel einbinden, ohne den Gesamtprozess zu stören. Das
Ergebnis: „Unsere Prozesskosten pro Bestellung konnten dank dem Einsatz von
simple system in bestimmten Bereichen gesenkt werden“, so Gestal.
Eine der wirkungsvollsten
Maßnahmen war dabei die Integration von Warenausgabeautomaten. Böcker Maschinenwerke GmbH setzt
dabei auf Tool24 der Hoffmann Group, angebunden an simple system. Die Logik
dahinter ist bestechend einfach: Mitarbeitende entnehmen Artikel – etwa PSA oder
Werkzeug – direkt am Automaten-Terminal. Die Entnahme wird automatisch gebucht,
inklusive Kostenstelle, Nutzer und Zeitstempel. Sobald der Meldebestand
unterschritten wird, löst das System eigenständig eine Bestellung beim
hinterlegten Lieferanten aus. Manuelle Schritte – die BANF, die E-Mail an den
Einkauf – entfallen. „Früher musste der Meister den Einkauf informieren –
heute bestellt der Automat selbst.“
Der Faktor Mensch: Technik allein reicht nicht
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Auf einen Blick
Unternehmen:
Böcker Maschinenwerke GmbH, ca. 600
Mitarbeitende, Hersteller von Höhenzugangstechnik
Nächste
Schritte: OCI-Punch-Outs, Ausbau Inhouse-Kataloge,
Ausschreibungen und Volumenanalysen über die Plattform
Was bei solchen
Einführungsprojekten gern unterschätzt wird: die Akzeptanz im Team. Bei Böcker Maschinenwerke GmbH war das kein Selbstläufer. „Eine neue digitale Lösung ist für den Mitarbeiter
im ersten Moment eine Herausforderung – doch bei nachhaltiger Nutzung und
Begleitung im Onboarding wird der Nutzen erkannt und akzeptiert“, beschreibt
Gestal die Erfahrung. Mit klarer Kommunikation der Vorteile, einem Dialog auf
Augenhöhe und einfachen Schulungsunterlagen gelang es dem Einkaufsteam, eine
breite Akzeptanz zu schaffen.
Auch auf der Lieferantenseite
gab es anfängliche Hürden: Nicht jeder Partner hatte sofort einen
elektronischen Katalog auf der Plattform verfügbar. Böcker begegnete dieser
Herausforderung mit proaktivem Lieferantenmanagement, internen Katalogen und
einer gezielten Kombination aus Vollsortimentern und Spezialanbietern.
Böcker Maschinenwerke GmbH plant, simple system
künftig noch breiter einzusetzen. OCI-Punch-Outs sollen die Artikelsuche bei
strategischen Lieferanten komfortabler machen, der Ausbau von Inhouse-Katalogen
die Steuerung und Bündelung weiter verbessern. Auch für Ausschreibungen und
Volumenanalysen soll die Plattform stärker genutzt werden. Die
Systemarchitektur erlaubt es: simple system ist hardwareunabhängig und lässt
sich mit verschiedensten Vending-Systemen und Automaten-Anbietern integrieren.
Fazit: Einfach loslegen
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Der wichtigste Ratschlag aus
dem Einkauf bei Böcker Maschinenwerke GmbH klingt pragmatisch – und ist es auch: „Einfach loslegen
– starten, daraus lernen, optimieren.“ Das Beispiel Böcker zeigt, dass die
Digitalisierung der indirekten Beschaffung kein Großprojekt sein muss, das
jahrelange Vorbereitung erfordert. Mit dem richtigen System, klaren Zielen und
dem Willen zur Veränderung lassen sich Prozesskosten senken, Transparenz
schaffen und Automatisierungspotenziale heben – standortübergreifend und
skalierbar. „Einkauf ist längst nicht mehr nur Bestellabwicklung – er ist ein strategischer Hebel für Materialverfügbarkeit und Effizienz in der Fertigung. Trotzdem arbeiten viele Unternehmen noch mit Prozessen von gestern", erklärt Michael Petri, unseren CEO und Managing Director bei simple system. "Auf der LogiMAT zeigen wir gemeinsam mit der Böcker Maschinebau GmbH, wie moderne Beschaffung funktioniert: digital, automatisiert, unternehmensübergreifend. Das Panel lohnt sich für alle, die Einkauf neu denken wollen.“