Projektgeschäft und Beschaffung

Warum es im Projektgeschäft kein Standard-Business gibt

Der neue Makerspace in den ST3AM Arbeitswelten in Berlin-Adlershof zeigt, wie anspruchsvoll moderne Projektbeschaffung sein kann. Conrad Electronic unterstützte WISTA bei Planung, Ausstattung und Umsetzung – und positioniert sich damit als Full-Service-Partner für individuelle technische Projekte.

Ungewöhnliche Ideen fördern: Im ST3AM im Technologiepark Adlershof finden Talente ein inspirierendes Arbeitsumfeld.
Ungewöhnliche Ideen fördern: Im ST3AM im Technologiepark Adlershof finden Talente ein inspirierendes Arbeitsumfeld.

Summary: Der neue Makerspace in den ST3AM Arbeitswelten in Berlin-Adlershof zeigt, wie Conrad Electronic komplexe Projektbeschaffung als Full-Service-Partner begleitet. Von Bedarfsanalyse und Raumplanung bis zur Ausstattung und Montage unterstützt Conrad Kunden bei individuellen technischen Lösungen jenseits des Standard-Bestellprozesses.

Standard-Business gibt es im Projektgeschäft nicht

Maßgeschneidertes Prototyping, komplexe Ausstattung, technische Beratung und herstellerunabhängige Beschaffung: Der neue Makerspace in den ST3AM Arbeitswelten in Berlin-Adlershof zeigt, warum besondere Projekte den richtigen Partner brauchen.

„Echt jetzt? Conrad verkauft nicht einfach nur Technik und Elektronik, sondern begleitet Projekte als Full-Service-Partner? Das ist mir neu!“ Solche Reaktionen hört Dr. Jan Gerrit Lonnemann immer wieder, wenn er auf Messen oder bei Kunden über das Projektgeschäft von Conrad spricht. Der 39-Jährige verantwortet die Weiterentwicklung des Geschäftsbereichs Project Business bei Conrad – und weiß, dass das Unternehmen noch immer stark mit seinem früheren Image verbunden wird.

Viele kennen Conrad als Anlaufstelle für Technik- und Elektronikbegeisterte, die dort ihren ersten PC, elektronische Bauteile oder Spezialzubehör gekauft haben. Doch das heutige Geschäft sieht anders aus: Die Conrad Sourcing Platform erwirtschaftet inzwischen rund 80 Prozent ihres Umsatzes im B2B-Bereich. Neben dem klassischen Sortiment unterstützt Conrad Unternehmen auch bei komplexen Projekten, technischen Sonderlösungen und Produktentwicklungen.

Projektbeschaffung über den Standard hinaus

Wie breit das Leistungsspektrum inzwischen ist, zeigt ein aktuelles Projekt in Berlin-Adlershof. Anfang 2025 eröffnete dort der Working-Space ST3AM im Technologiepark Adlershof. Auf rund 3.000 Quadratmetern bietet die WISTA Management GmbH eine Kombination aus Maker-, Working- und Convention-Space. Die Arbeitswelten sollen Kollaboration, Innovation und Motivation fördern – und richten sich insbesondere an Start-ups, KMU und technologieorientierte Unternehmen.

Eine zentrale Rolle spielt der Makerspace im Erdgeschoss. Er ist in einen digitalen und einen analogen Bereich unterteilt und stellt alles bereit, was für unkompliziertes Prototyping und kreative Projektumsetzung benötigt wird. Die Realisierung des analogen Makerspaces wurde federführend von Conrad Electronic begleitet.

Makerspace für Start-ups und KMU

Zufriedene Projektverantwortliche: Robert Wingendorf (links) und Olaf Koeppen (rechts) im neuen ST3AM-Makerspace.
Zufriedene Projektverantwortliche: Robert Wingendorf (links) und Olaf Koeppen (rechts) im neuen ST3AM-Makerspace.

Die digitale Fläche des Makerspace ist mit VR-Brillen, 3D-Druckern, Laserscannern und Lasercuttern ausgestattet. Sogar ein volumetrischer 3D-Drucker ist integriert. In der Analog Area stehen der Community eine Metall-, Holz- und Elektronikwerkstatt zur Verfügung. Dazu gehören Maschinen, Labortische, Messtechnik, Montageflächen und Werkbänke. Auch die Fertigung von Prototypen-Leiterplatten ist vorgesehen. Ergänzt wird die Ausstattung durch Schränke, Abluftanlagen und weitere technische Infrastruktur.

Damit ist der Makerspace nicht auf eine einzelne Branche oder ein bestimmtes Anwendungsszenario zugeschnitten. Vielmehr soll die breite Ausstattung ganz unterschiedliche Zielgruppen und Projektideen ermöglichen – vom ersten Funktionsmuster bis zum komplexeren Prototypen.

Hohe Anforderungen an Beratung und Technik

Die Dimension des Projekts zeigt sich bereits an den Ausschreibungsunterlagen: Mehr als 200 Seiten Verzeichnis und bis zu 600 Positionen machten deutlich, wie viele Details bei der Umsetzung berücksichtigt werden mussten.

Robert Wingendorf und Olaf Koeppen waren seitens der WISTA-Bauabteilung für das Makerspace-Projekt verantwortlich. Für Wingendorf lag eine besondere Herausforderung in der Offenheit des Konzepts: „Wir haben versucht, so wenig wie möglich einzugrenzen, um viele unterschiedliche Zielgruppen zu berücksichtigen mit unserem Angebot. Gerade diese breite Ausrichtung hat viele Fragen aufgeworfen und Detailwissen erfordert, was die Anforderungen an eine passende Technik angeht.“

Genau hier wurde die Rolle von Conrad entscheidend. Gefragt war nicht nur ein Lieferant, sondern ein Partner, der Anforderungen bewertet, Alternativen prüft und technische Entscheidungen nachvollziehbar macht.

Herstellerunabhängige Beratung als Mehrwert

Die Zusammenarbeit habe überzeugt, sagt Wingendorf: „Das Team hat sich super viel Zeit für die Beratung genommen und definitiv nicht am Personal gespart. Es waren immer zwei oder drei Leute seitens Conrad involviert und es haben regelmäßige Treffen stattgefunden.“

Besonders positiv bewertet WISTA die herstellerunabhängige Beratung. Wingendorf hatte nach eigener Aussage während des gesamten Prozesses das Gefühl, dass Conrad keine unnötigen oder unnötig teuren Produkte verkaufen wollte, sondern „einfach das, was sinnvoll ist“. Die Erfahrung des Teams aus früheren Makerspace-Projekten habe zusätzlich geholfen, technische Anforderungen realistisch einzuschätzen.

Für WISTA bedeutet das Ergebnis auch eine spürbare Entlastung für künftige Nutzerinnen und Nutzer: Start-ups müssen nicht mehr viele verschiedene Anbieter kontaktieren, um Werkzeuge, Maschinen oder Ausrüstung für den Prototypenbau zu finden. Die notwendige Infrastruktur ist an einem Ort verfügbar.

Von Bedarfsanalyse bis Montage

Conrad positioniert sich im Projektgeschäft als Full-Service-Anbieter. Das gilt nicht nur für Makerspaces, sondern auch für Werkstätten, Labore, Konferenzräume oder komplette Arbeitswelten.

„Gerade wenn sehr viel Detailwissen und Projekterfahrung erforderlich ist, können wir von der Bedarfsanalyse über Raumplanung und Erstellung der Produktliste bis hin zum Aufbau vor Ort mit unserem Team ideal unterstützen“, sagt Andreas Meiler, Head of Technical Operations & Development bei Conrad Electronic.

Zum Leistungsumfang gehört bei Bedarf auch die Koordination von Lieferungen außerhalb des eigenen Sortiments. Zudem können Schulungen und Montagedienstleistungen gemeinsam mit Partnern angeboten werden, ergänzt Dr. Jan Gerrit Lonnemann, Head of Project Business bei Conrad.

Individuelle Lösungen statt Standardprozess

Das Projektgeschäft bei Conrad beginnt dort, wo der klassische Bestellprozess an Grenzen stößt. Die Aufgaben reichen von vorkonfektionierten Kabeln über kundenspezifische Geräte bis hin zu komplett ausgestatteten Arbeitsumgebungen.

Beispiele gibt es viele: Für einen Kunden ging es um 80 Kilometer vorkonfektioniertes Kabel, für einen anderen um Mini-Nebelmaschinen im spezifischen Look & Feel. Für Toi Toi & Dixi entwickelte Conrad eine Customized-Lösung für Heizlüfter in mobilen Toilettenkabinen. Die Conrad-Tochter Electronic Direct setzte Reengineering-Lösungen um, damit Displays von Fahrkartenautomaten weiter betrieben werden konnten, statt komplette Automaten auszutauschen oder zu verschrotten.

tapeer – Zapfanlagen aus dem ST3AM Makerspace

Das Berliner Startup tapeer wurde im Jahr 2025 gegründet und baut innovative Selbstzapfanlagen. Ob Festival, Club oder Eventgastronomie: Die Neuentwicklung ermöglicht es Gästen, sich ihre Getränke eigenständig zu zapfen – und kontaktlos zu bezahlen. Seine ersten Prototypen und später auch Seriengeräte hat tapeer im Makerspace den ST3AM Arbeitswelten gebaut. „Durch den Makerspace konnten wir uns zu 100% aufs Bauen und Entwickeln konzentrieren. Sonst hätten wir viel Zeit und Fokus beispielsweise für Werkzeugbeschaffung, Kurzzeitlagerung und Transport verloren”, berichtet Ivan Malek, Geschäftsführer von tapeer. Und weiter: „Ohne diese Infrastruktur wären unsere ersten Automaten und damit auch unser Markteintritt nicht so schnell und effizient realisierbar gewesen.”

Der gemeinsame Nenner: Es geht um technische Anforderungen, die nicht mit einem einfachen Klick im Warenkorb erledigt sind. „Alles, was außerhalb des Standard-Bestellprozesses läuft, landet bei uns“, fasst Lonnemann zusammen. Im Projektgeschäft arbeitet Conrad mit einem Team aus erfahrenen Ingenieuren und Entwicklern, das Kundenanforderungen analysiert und praxisnahe, real umsetzbare Lösungen erarbeitet.

Der Makerspace im ST3AM zeigt damit exemplarisch, welche Rolle technische Beschaffung heute übernehmen kann: Sie liefert nicht nur Produkte, sondern schafft funktionsfähige Lösungen – von der ersten Bedarfsanalyse bis zur Umsetzung vor Ort.

Quelle: Conrad, bearbeitet von: Annika Ostermeier

Was Einkäufer über das Conrad Projektgeschäft wissen sollten

Was ist der ST3AM Makerspace in Berlin-Adlershof? Der ST3AM Makerspace ist Teil der neuen Arbeitswelten der WISTA Management GmbH im Technologiepark Adlershof. Er bietet Start-ups, KMU und weiteren Nutzergruppen eine umfassend ausgestattete Umgebung für Prototyping, Entwicklung und kreative technische Projekte.

Welche Rolle spielte Conrad Electronic beim Makerspace-Projekt? Conrad Electronic begleitete die Realisierung des analogen Makerspaces federführend. Dazu gehörten unter anderem Beratung, technische Bewertung, Auswahl passender Ausstattung und Unterstützung bei der Umsetzung.

Warum war das Projekt besonders anspruchsvoll? Der Makerspace sollte möglichst viele Zielgruppen, Branchen und Anwendungsszenarien abdecken. Die Ausschreibungsunterlagen umfassten mehr als 200 Seiten und bis zu 600 Positionen, was ein hohes Maß an technischem Detailwissen erforderte.

Was versteht Conrad unter Project Business? Das Project Business von Conrad umfasst alle Anforderungen, die über den normalen Bestellprozess hinausgehen. Dazu zählen individuelle technische Lösungen, Sonderanfertigungen, Projektberatung, Produktentwicklung, Raumplanung, Beschaffung und Montageunterstützung.

Warum ist herstellerunabhängige Beratung im Projektgeschäft wichtig? Herstellerunabhängige Beratung hilft Kunden, nicht nur verfügbare Produkte zu vergleichen, sondern die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung zu finden. Gerade bei komplexen Projekten kann das Kosten senken, Fehlentscheidungen vermeiden und die Umsetzung beschleunigen.

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