Batteriespeicher in Sachsen-Anhalt

Batteriespeicher: 500 MWh Kapazität in Leuna

Deutschlands aktuell größter in Betrieb befindlicher Batteriespeicherverbund steht bei Leuna/Krumpa. Die Anlage von Münch Energie bietet 250 MW Leistung und rund 500 MWh Speicherkapazität.

Batteriespeicherverbund von Münch Energie in Leuna/Krumpa im Saalekreis (Sachsen-Anhalt).
Batteriespeicherverbund von Münch Energie in Leuna/Krumpa im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/172035 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

  • Münch Energie hat den Batteriespeicherverbund bei Leuna/Krumpa im August 2026 offiziell in Betrieb genommen.

  • Fünf Teilanlagen erreichen gemeinsam 250 MW Leistung und derzeit rund 500 MWh Speicherkapazität.

  • Die Kapazität soll noch 2026 auf 800 MWh steigen.

  • Der Speicher soll vor allem überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen aufnehmen und später wieder ins Netz einspeisen.

In Sachsen-Anhalt ist ein neuer Großspeicher ans Netz gegangen. Münch Energie hat bei Leuna/Krumpa im Saalekreis einen Batteriespeicherverbund offiziell in Betrieb genommen. Mit 250 MW Leistung und derzeit rund 500 MWh Speicherkapazität handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um den aktuell größten in Betrieb befindlichen Batteriespeicherverbund Deutschlands.

Die Anlage besteht nicht aus einer einzelnen Großbatterie. Vielmehr wurden fünf Teilanlagen miteinander verbunden. Mehrere Umspannwerke stellen die Verbindung zum Stromnetz her.

Der Batteriespeicher soll insbesondere dann Energie aufnehmen, wenn Wind- und Solaranlagen mehr Strom erzeugen als aktuell benötigt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt kann diese Energie wieder in das Netz eingespeist werden.

Was leistet Deutschlands größter Batteriespeicher?

Nach Angaben von Münch Energie reicht die Leistung rechnerisch aus, um bis zu 250.000 Haushalte gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Entscheidend ist dabei allerdings die Unterscheidung zwischen Leistung und Speicherkapazität.

Die Leistung von 250 MW gibt an, wie viel elektrische Leistung die Anlage maximal gleichzeitig bereitstellen kann. Die derzeitige Kapazität von rund 500 MWh beschreibt dagegen die gespeicherte Energiemenge.

Würde der Batteriespeicher dauerhaft mit voller Leistung von 250 MW entladen, wären die aktuell gespeicherten 500 MWh rechnerisch nach rund zwei Stunden aufgebraucht.

Batteriespeicher soll noch 2026 wachsen

Mit der aktuellen Kapazität ist der Ausbau des Standorts noch nicht abgeschlossen. Laut Betreiber sollen die rund 500 MWh noch 2026 auf 800 MWh steigen. Die Leistung des Speicherverbunds bleibt stabil bei 250 MW.

Parallel entstehen in Deutschland weitere große Batteriespeicher. Ein Projekt in Förderstedt bei Staßfurt befindet sich noch im Bau und soll auf 300 MW Leistung sowie mehr als 700 MWh Speicherkapazität kommen.

Noch größer ist ein Vorhaben in der Lausitz geplant. Für die sogenannte Gigabattery Boxberg ist eine Speicherkapazität von rund 1.600 MWh vorgesehen. Mit dem Bau wurde Ende August 2026 begonnen.

Der Titel „Deutschlands größter Batteriespeicher“ ist damit zeitlich einzuordnen: Der Verbund bei Leuna/Krumpa ist derzeit der größte bereits in Betrieb befindliche Speicherverbund, während größere Projekte geplant oder bereits im Bau sind.

Warum werden Batteriespeicher für das Stromnetz wichtiger?

Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie schwankt die Stromerzeugung stärker in Abhängigkeit von Wetter und Tageszeit. Bei hoher Sonneneinstrahlung oder starkem Wind kann zeitweise mehr Energie erzeugt werden, als unmittelbar von Industrie und Haushalten verbraucht wird.

Batteriespeicher können einen Teil dieser Schwankungen ausgleichen. Sie nehmen Strom auf, wenn er verfügbar ist, und geben ihn wieder ab, wenn die Erzeugung sinkt oder der Bedarf steigt.

Damit fungieren große Batteriespeicher als Puffer zwischen Stromproduktion und Verbrauch, sodass die Erzeuger nicht abgeschaltet werden müssen.

Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur können Energiespeicher unter anderem dazu beitragen, Erzeugung und Verbrauch zeitlich voneinander zu entkoppeln und zusätzliche Flexibilität im Stromsystem bereitzustellen.

Wie wurde der Batteriespeicher finanziert?

Der Speicherverbund wurde laut Münch Energie ohne staatliche Förderung errichtet. Der Bau habe rund sechs Monate gedauert.

Das Projekt steht für den wachsenden Ausbau großer Batteriespeicher in Deutschland. Für 2026 weist Energy-Charts insgesamt rund 7,48 GWh Kapazität bei großen Batteriespeichern aus.

Was Sie zum Thema Batteriespeicher wissen müssen

  • Wo steht Deutschlands größter Batteriespeicher? – Der derzeit größte in Betrieb befindliche Batteriespeicherverbund Deutschlands steht bei Leuna/Krumpa im Saalekreis in Sachsen-Anhalt.

  • Welche Leistung hat der Batteriespeicher? – Der Verbund von Münch Energie kann eine maximale Leistung von 250 MW bereitstellen.

  • Wie viel Energie kann der Batteriespeicher speichern? – Die aktuelle Speicherkapazität liegt bei rund 500 MWh und soll noch 2026 auf 800 MWh erweitert werden.

  • Wie lange kann der Batteriespeicher Strom liefern? – Bei einer dauerhaften Entladung mit voller Leistung von 250 MW wären 500 MWh rechnerisch nach etwa zwei Stunden verbraucht.

  • Wofür wird der Batteriespeicher eingesetzt? – Die Anlage nimmt vor allem überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen auf und kann ihn später wieder in das Stromnetz einspeisen.