Conrad Marketplace: Diese Einkaufshürde fällt jetzt weg
Beim Conrad Marketplace müssen Geschäftskunden die Marketplace-Partner nicht mehr als eigene Lieferanten anlegen. Vertragspartner und Rechnungssteller ist künftig immer Conrad.
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Ivan Pantic - Getty Images via Conrad Electronic
Conrad Electronic wird für jeden Artikel auf dem Conrad Marketplace alleiniger Vertragspartner und Rechnungssteller.
Geschäftskunden müssen einzelne Marketplace-Partner nicht mehr als Lieferanten anlegen, prüfen und abrechnen.
Die Regelung gilt im Online-Shop ebenso wie für Unternehmen, die per E-Procurement an die Conrad Sourcing Platform angebunden sind.
Der Marketplace bleibt kuratiert und weiterhin auf vorselektierte Partner für technischen Bedarf beschränkt.
Conrad Electronic verändert die Beschaffung über seinen Marketplace. Wie das Unternehmen mitteilt, können Geschäftskunden ab sofort das gesamte Marktplatz-Sortiment beziehen, ohne dafür einzelne Marketplace-Partner als neue Lieferanten anlegen zu müssen.
Conrad ist künftig für jeden Artikel auf dem Conrad Marketplace alleiniger Vertragspartner und Rechnungssteller – unabhängig vom Vertriebskanal. Damit sollen Millionen Produktangebote genauso einfach beschaffbar werden wie das Conrad-eigene Sortiment.
Hinter der Neuerung steht ein Problem, das vor allem Unternehmen mit umfangreichen Einkaufsrichtlinien und Freigabeprozessen betrifft. Zwar konnten das Conrad-eigene Sortiment und Marketplace-Artikel bereits bislang gemeinsam in einen Warenkorb gelegt und über denselben Checkout bestellt werden. Die eigentliche Komplexität begann jedoch nach dem Bestellvorgang.
Warum war der Conrad Marketplace für den Einkauf aufwendig?
Bislang musste jeder Marketplace-Partner als eigener Lieferant angelegt, geprüft und abgerechnet werden. Damit waren unter anderem Prozesse rund um Stammdaten, Compliance, Zahlungsbedingungen und Kreditorenfreigaben verbunden.
Für Einkaufsorganisationen konnte daraus ein erheblicher manueller Aufwand entstehen. Nach Angaben von Conrad führte dies dazu, dass Unternehmen mit strengen Einkaufsrichtlinien und Freigabeprozessen die Conrad Sourcing Platform als Beschaffungspartner teilweise nicht im Fokus hatten.
Mit dem neuen Modell „Alles auf einer Rechnung“ soll diese Hürde entfallen. Geschäftskunden erhalten die Rechnung künftig direkt von Conrad. Das Unternehmen fungiert zugleich als Vertragspartner und zentraler Ansprechpartner bei Fragen zu Bestellungen oder Zahlungen.
Auch die bei Conrad verfügbaren Zahlungsarten gelten damit für sämtliche Artikel auf der Plattform. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bestellung im Online-Shop erfolgt oder das Unternehmen über E-Procurement an die Conrad Sourcing Platform angebunden ist.
Conrad Marketplace soll Prozesskosten reduzieren
Mit der Umstellung will Conrad insbesondere den administrativen Aufwand bei der Beschaffung technischen Bedarfs reduzieren.
Das Unternehmen verweist dabei auf den BME-Benchmark 2025 „Top-Kennzahlen im Einkauf 2025“. Demnach kostet eine einzelne Bestellung in der indirekten Beschaffung durchschnittlich 121,75 EUR. Dieser Betrag entfällt nicht auf das beschaffte Produkt, sondern allein auf die Transaktion.
„Die eigentliche Herausforderung beschaffender Unternehmen ist weniger der Produktpreis, sondern der Aufwand hinter dem Prozess“, erklärt Ralf Bühler, CEO von Conrad Electronic. „Wer Marketplace-Partner separat anlegen, koordinieren und abrechnen muss, verliert Zeit und Ressourcen, die im strategischen Einkauf besser aufgehoben wären. Mit ‚Alles auf einer Rechnung‘ reduzieren wir die administrative Komplexität und machen so die Conrad Sourcing Platform für unsere Geschäftskunden deutlich einfacher nutzbar.“
Die zentrale Rolle von Conrad als Vertragspartner und Rechnungssteller soll damit insbesondere die Prozesse reduzieren, die bislang durch die Vielzahl einzelner Anbieter auf dem Marketplace entstanden.
Wie verändert sich das Lieferantenmanagement?
Für Geschäftskunden liegt die wesentliche Veränderung außerhalb des eigentlichen Bestellvorgangs. Statt für unterschiedliche Marketplace-Partner separate Lieferantenprozesse zu durchlaufen, steht gegenüber dem Kunden künftig Conrad als einheitlicher Vertragspartner.
Damit entfallen unter anderem separate Lieferantenanlagen und Abrechnungen für die jeweiligen Marketplace-Partner.
Für die Beschaffung soll so die Produktvielfalt eines Marktplatzes mit der administrativen Abwicklung über einen einzigen Lieferanten verbunden werden.
Gerade bei indirekten Bedarfen adressiert Conrad damit den Aufwand, der unabhängig vom eigentlichen Warenwert durch einzelne Bestell- und Lieferantenprozesse entstehen kann.
Conrad Marketplace bleibt kuratiert
Die Veränderung der kaufmännischen Abwicklung soll keinen Einfluss auf die Auswahl der Anbieter und Produkte haben. Conrad hält nach eigenen Angaben am kuratierten Ansatz seines Marketplace fest.
Zugelassen bleiben ausschließlich vorselektierte Partner, deren Produkte zum Qualitätsanspruch von Conrad und zum definierten Sortiment für technischen Bedarf passen.
„Reibungslose Prozesse sind die eine Hälfte des Erfolgs. Die andere ist Produktqualität. Ein offener Marktplatz wäre für unsere Kunden kein Fortschritt. Deshalb bleibt der Conrad Marketplace kuratiert – gerade jetzt, wo wir für jeden Artikel einstehen“, erklärt Bühler.
Damit kombiniert Conrad sein Marketplace-Modell künftig mit einer zentralisierten kaufmännischen Beziehung zum Geschäftskunden: Das Produktsortiment stammt weiterhin von unterschiedlichen vorselektierten Partnern, während Vertrag und Rechnung über Conrad laufen.
Was Sie zum Thema Conrad Marketplace wissen müssen
Was ändert sich beim Conrad Marketplace? – Conrad ist ab sofort für jeden Artikel auf dem Marketplace alleiniger Vertragspartner und Rechnungssteller gegenüber Geschäftskunden.
Müssen Geschäftskunden beim Conrad Marketplace neue Lieferanten anlegen? – Für einzelne Marketplace-Partner ist laut Conrad keine separate Lieferantenanlage mehr erforderlich.
Gilt die Neuerung beim Conrad Marketplace auch für E-Procurement? – Ja. Das Modell gilt sowohl für Bestellungen im Online-Shop als auch für Unternehmen, die per E-Procurement an die Conrad Sourcing Platform angebunden sind.
Welche Prozesskosten soll der Conrad Marketplace reduzieren? – Die zentrale Abwicklung soll unter anderem Aufwand für Lieferantenanlage, Stammdaten, Compliance, Zahlungsbedingungen, Kreditorenfreigabe und Abrechnung reduzieren.
Bleibt der Conrad Marketplace kuratiert? – Ja. Nach Angaben von Conrad werden weiterhin ausschließlich vorselektierte Partner zugelassen, deren Produkte zum definierten Sortiment für technischen Bedarf und zum Qualitätsanspruch des Unternehmens passen.