Kühlgeräte richtig beschaffen: Damit der kühle Kopf nicht teuer wird
Beim Einkauf von Kühlgeräten zählt nicht mehr nur die Kühlleistung. Neue Vorgaben für Kältemittel, Energiekosten und internationale Zulassungen machen die Auswahl zur strategischen Aufgabe. Wer genau hinsieht, senkt Risiken und Betriebskosten über den Lebenszyklus.
Redaktion TECHNIK+EINKAUFRedaktionTECHNIK+EINKAUF
Bei industriellen Kühlgeräten und Kälteanlagen müssen Betreiber strenge gesetzliche Auflagen, technische Anforderungen und betriebliche Faktoren beachten.Rittal
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Einkäufer und Maschinenbauer müssen bei der Schaltschrankklimatisierung technische, regulatorische und wirtschaftliche Kriterien verbinden.
Ab 1. Januar 2027 gelten für betroffene Kühlgeräte und Chiller bis 12 kW strengere Vorgaben der europäischen F-Gase-Verordnung.
Rittal setzt bei Blue e+ und Blue e+ S auf R-1234yf sowie eine Hybrid-Technologie aus Kompressor-Kältekreislauf und Heat Pipe.
Welche Auswirkungen? Auslegung, Energieverbrauch, internationale Zulassungen und Service beeinflussen Betriebskosten, Verfügbarkeit und TCO.
Ein Kühlgerät kann technisch funktionieren und trotzdem die falsche Wahl sein: wenn sein Kältemittel bald nicht mehr den Vorgaben entspricht, es zu viel Energie verbraucht oder bei einer Exportmaschine die Zulassung fehlt. Für Einkäufer ist Schaltschrankklimatisierung deshalb kein Randthema. Gefragt ist eine Entscheidung, die Technik, Regularien und Total Cost of Ownership verbindet.
Für betroffene Kühlgeräte und Chiller bis 12 kW gelten durch die europäische F-Gase-Verordnung ab 1. Januar 2027 strengere Anforderungen. Neu in Verkehr gebrachte Geräte dürfen dann nur noch Kältemittel mit einem Global Warming Potential, kurz GWP, unter 150 verwenden. Die Wahl des Kältemittels gehört damit an den Anfang der Beschaffung.
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Die Summe macht’s: In vielen Anlagen laufen zahlreiche Geräte. Selbst scheinbar kleine Energieeinsparungen summieren sich zu beträchtlichem Sparpotenzial.Rittal
R-1234yf besitzt einen GWP-Wert von 0,5 und liegt deutlich unter der ab 2027 relevanten Grenze. Es ist als A2L eingestuft, also als Kältemittel mit geringer Toxizität und niedriger Entflammbarkeit. Deshalb zieht Rittal R-1234yf anderen Alternariven vor. Die entsprechenden Kühlgeräte sind gemäß EN/IEC 60335-2-40 sowie für Nordamerika gemäß UL 60335-2-40 ausgelegt. So verbindet der Hersteller niedrigen GWP mit internationalen Sicherheits- und Zulassungsanforderungen.
Der Wechsel auf R-1234yf ist mehr als der Austausch eines Betriebsstoffs. Kältekreislauf, Komponenten, Regelung und Sicherheitskonzept müssen darauf abgestimmt sein. Rittal stellt Kühlgeräte und Chiller der Reihen Blue e+ und Blue e+ S konsequent auf R-1234yf um. Dabei wurde wurden Kältemittel und Gerätekonzept als verlässliches Gesamtsystem weiterentwickelt und approbiert.
Exakt auslegen, dann bestellen
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Das richtige Kältemittel ist ein neuer Aspekt bei der Kühlgeräte-Wahl. Die korrekte Auslegung der Klimatisierung bleibt dennoch unverzichtbar. Relevant ist, welche Verlustleistung abgeführt und welche Temperatur im Schaltschrank eingehalten werden muss. Hinzu kommen Umgebungstemperatur, Staub, Feuchtigkeit, aggressive Atmosphären oder Outdoor-Betrieb. Auch Schutzart, Anschlussdaten, Einbaufläche, Montageart und Systemeinbindung gehören in die Bewertung.
Kleines Gerät, große Wirkung: Anlagenverfügbarkeit ist ein relevanter Aspekt, denn Ausfallzeiten verursachen hohe Kosten im Betrieb.Rittal
Pauschale Sicherheitszuschläge können zu überdimensionierten Geräten führen und Kosten erhöhen. Eine zu knappe Auslegung birgt das gegenteilige Risiko: Unter hoher Last wird die geforderte Innentemperatur nicht gehalten. Mögliche Folgen sind eine kürzere Lebensdauer der Elektronik und Stillstände.
Der Einkauf sollte auf Grundlage einer nachvollziehbaren thermischen Auslegung erfolgen. Welche Verlustleistung wurde angesetzt? Welche Umgebungs- und Solltemperaturen liegen zugrunde? Mit welchen Betriebsstunden und Lastzuständen wurde gerechnet? Nur mit denselben Ausgangsdaten werden Angebote vergleichbar. Rittal stellt für diese Aufgabe die Auslegungssoftware RiTherm zur Verfügung, inklusive normgerechtem Entwärmungsnachweis und Integration der thermischen Berechnung in Eplan Pro Panel, in vielen Betrieben die Standard-Software für 3D-Planung, Konstruktion und Fertigungsvorbereitung von Schaltschränken, Schaltanlagen und Steuerungen.
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Effizienz entscheidet sich im Betrieb
Der Kaufpreis ist sofort sichtbar. Der Energieverbrauch wirkt über Jahre. Für einen belastbaren Vergleich reichen die Einkaufspreise nicht. Benötigt wird ein realistisches Lastprofil.
Die patentierte Blue e+ Hybrid-Technologie von Rittal kombiniert einen Kompressor-Kältekreislauf mit einer Heat Pipe. Gegenüber herkömmlichen Lösungen lassen sich so durchschnittlich 75 Prozent Energie einsparen. Das Prinzip: Liegt die Umgebungstemperatur unter dem Sollwert im Schaltschrank, kann die Heat Pipe Wärme abführen. Reicht dies nicht, arbeitet der Kompressorkreislauf. Invertergeregelte Komponenten passen die Leistung an den Bedarf an.
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Die bedarfsgerechte Regelung hält die Temperatur möglichst konstant und schont dadurch die klimatisierten Komponenten im Schaltschrank. Sehr relevant, denn Ausfälle der Anlagen würden Kosten geradezu explodieren lassen. Mehrspannungsfähigkeit und länderspezifische Zulassungen unterstützen zudem den weltweiten Einsatz. Maschinenbauer können so verschiedene Zielmärkte mit einer Plattform bedienen.
Service gehört zur TCO
Servicefähigkeit und Ersatzteilversorgung gehören in dieselbe Bewertung wie Preis, Leistung und Verbrauch. Anlagen werden häufig exportiert. Ob Unterstützung am späteren Aufstellort verfügbar ist, wird zum relevanten Faktor.
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Dabei kann Service direkt vom großen Hersteller ein Plus sein. Rittal betreibt weltweit 150 Servicestandorte mit mehr als 1.000 Servicespezialisten. Technischer Support und Störbeseitigung stehen rund um die Uhr bereit. Das Netz ermöglicht kurze Reaktionszeiten und Vor-Ort-Service für international eingesetzte Geräte.
Zu typischen Service-Leistungen gehören Wartung, Inspektionen, Dichtigkeitsprüfungen und Effizienzanalysen. Originalteile können beim Hersteller oder Kunden bevorratet werden. Die First-time-fix-Rate liegt bei über 90 Prozent. Serviceverträge schaffen planbare Kosten. Beim Vergleich zählen daher Reaktionszeiten, regionale Abdeckung, Ersatzteilkonzept und Leistungsumfang.
Ausblick in die Zukunft: Messe-Exponat zeigt Ideen für mögliche Konzepte mit Coldplate und separatem Chiller.Rittal
Auch indirekte Kühlung kann künftig interessant werden. Dabei führt Wasser die Wärme aus dem Schaltschrank zu einem räumlich getrennten Chiller. Das Kältemittel bleibt im zentralen Kühlgerät. Das ist eine Option, wenn viele Schaltschränke zu versorgen sind, Kältekapazitäten bestehen oder bei zukünftig noch strengeren Regularien das Kältemittel aus der Produktionshalle herausgehalten werden soll. Technologieführer wie Rittal arbeiten schon an passenden Konzepten für die Zukunft.
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Beschaffungsstrategie senkt Risiken
Ein geeignetes Kühlgerät muss also richtig dimensioniert, effizient, servicefähig und für die relevanten Märkte zugelassen sein. Vor allem muss das Kältemittel zur regulatorischen Entwicklung passen.
Einkäufer können Einfluss auf den langfristigen Erfolg und die Wirtschaftlichkeit von Anlagen nehmen, wenn sie den Blick erweitern. Gilt die erste Frage weiterhin dem Einkaufspreis, sollte die zweite Frage lauten: Welche Lösung hält Technik, Betriebskosten und regulatorische Risiken über den gesamten Lebenszyklus unter Kontrolle? Wer diese Frage sauber beantwortet, kauft nicht nur Kühlleistung. Er kauft Verfügbarkeit und Zukunftssicherheit. R-1234yf, die Blue e+ Technologie, internationale Einsatzfähigkeit und das globale Servicenetz ergeben in vielen Fällen ein belastbares Gesamtpaket.
Checkliste für den Einkauf
Werden die technischen Anforderungen erfüllt?
Ausreichende Kühlleistung für die tatsächliche Verlustleistung
Eignung für Temperatur, Staub, Feuchtigkeit und Aufstellort
Passende Abmessungen und Schaltschrankausschnitte
Erforderliche Schnittstellen und Einbindung in das Monitoring
Sind die Geräte zukunftssicher?
Kältemittel mit einem GWP-Wert unter 150
Konformität mit den ab 2027 geltenden EU-Anforderungen
Langfristige Verfügbarkeit von Gerät, Kältemittel und Ersatzteilen
Einfacher Austausch bestehender Geräte ohne größere Umbauten
Welche Aspekte sind für den späteren Betrieb wichtig?
Hohe Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten
Zuverlässige Klimatisierung und hohe Ausfallsicherheit
Gute Wartungs- und Servicekonzepte
Transparente Gesamtkosten über den Lebenszyklus hinweg
Vier Fragen an... Niklas Hensel, Rittal
Herr Hensel, was müssen Einkäufer generell beim Einkauf von Kühlgeräten beachten?
Am Anfang steht immer die konkrete Anwendung. Ein geeignetes Kühlgerät muss bekanntlich richtig dimensioniert, effizient, servicefähig und für die relevanten Märkte zugelassen sein. Vor allem muss das Kältemittel zur regulatorischen Entwicklung passen. Umgebungstemperaturen, Staub, Feuchtigkeit, aggressive Atmosphären, Outdoor-Einsatz und die erforderliche Schutzart müssen berücksichtigt werden.
Ebenso wichtig sind die elektrischen Anschlussdaten, die verfügbare Einbaufläche sowie die Art der Montage. Der Maschinenbau arbeitet hochgradig international Zulassungen und Normen der jeweiligen Zielmärkte sind nicht immer trivial. Eine sauber ausgelegte Klimatisierung schützt zudem die Komponenten, erhöht die Anlagenverfügbarkeit und verhindert, dass ein zu groß dimensioniertes Gerät unnötig Energie verbraucht. Die Auswahl sollte deshalb auf einer belastbaren thermischen Auslegung und nicht nur auf einem pauschalen Leistungswert beruhen.
Was ändert sich für Einkäufer durch die neuen Regularien für Kältemittel?
Mit der F-Gase-Verordnung wird das eingesetzte Kältemittel zu einem wichtigen Beschaffungskriterium. Ab dem 1. Januar 2027 gelten für neu in Verkehr gebrachte Kühlgeräte und Chiller bis 12 kW verschärfte Anforderungen. Für die betrachteten Produkte liegt der zulässige GWP-Wert dann unter 150. Einkäufer sollten sich deshalb nicht nur bestätigen lassen, dass ein Gerät heute eingesetzt werden darf, sondern auch, für welche Leistungsklasse, Produktkategorie und Zielmärkte es künftig geeignet ist.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Neuanlagen, bestehenden Anlagen und möglichen sicherheitsbedingten Ausnahmen. Wird eine Ausnahmeregelung benötigt, muss die Entscheidung vom Verantwortlichen für die Anlage nachvollziehbar begründet und dokumentiert werden. Für den Einkauf bedeutet das: Kältemittel, GWP-Wert, Sicherheitsklasse und regulatorische Eignung sollten künftig Bestandteil der technischen Spezifikation und der Angebotsprüfung sein.
Gibt es Aspekte beim Einkauf, die sich erst später im Betrieb zeigen?
Ja, und gerade diese Aspekte sind für die Wirtschaftlichkeit häufig entscheidend. Der Anschaffungspreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Über die Nutzungsdauer wirken sich vor allem Energieverbrauch, bedarfsgerechte Regelung, Wartungsaufwand, Ersatzteilverfügbarkeit und Servicefähigkeit aus. Auch eine falsche Dimensionierung kann teuer werden: Ein zu großes Gerät verursacht unnötige Energiekosten, ein zu kleines Gerät kann hohe Innentemperaturen, verkürzte Komponentenlebensdauer und ungeplante Anlagenstillstände zur Folge haben.
Einkäufer sollten deshalb die Total Cost of Ownership (TCO) betrachten und vergleichbare Betriebsbedingungen für die Bewertung vorgeben. Dazu gehören die erwartete Auslastung, Umgebungstemperaturen und Betriebsstunden. Ebenfalls relevant sind Diagnosemöglichkeiten, Verfügbarkeit von Servicenetz und Ersatzteilen sowie die Frage, ob ein späterer Gerätetausch ohne Änderungen an Schaltschrank, Ausschnitt oder Maschinenkonstruktion möglich ist. So wird aus dem Kauf eines Einzelgeräts eine belastbare Entscheidung für den gesamten Lebenszyklus.
Einkaufsführer in Zusammenarbeit mit: Rittal
Rittal ist ein weltweit führender Systemanbieter für Hardware, Software und Automation. Die Lösungen für Industrie, IT, Energie, Power und Cooling kommen in über 90 Prozent der Branchen weltweit zum Einsatz. Die Unternehmensgruppe ist Vorreiter bei AI-driven Industrial Automation, treibt KI in der Industriesoftware voran und ermöglicht die erforderlichen IT-Infrastrukturen. Rittal wurde 1961 gegründet und ist das größte Unternehmen der inhabergeführten Friedhelm Loh Group. Die Gruppe ist weltweit tätig, verfügt über 94 internationale Tochtergesellschaften, beschäftigt 12.900 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 3,2 Mrd. Euro.
Was Sie zum Thema Schaltschrankklimatisierung wissen müssen
Welche Rolle spielt das Kältemittel bei der Schaltschrankklimatisierung? – Für betroffene Kühlgeräte und Chiller bis 12 kW dürfen ab 1. Januar 2027 neu in Verkehr gebrachte Geräte nur noch Kältemittel mit einem GWP unter 150 verwenden.
Warum setzt Rittal bei der Schaltschrankklimatisierung auf R-1234yf? – R-1234yf besitzt einen GWP-Wert von 0,5 und ist als A2L-Kältemittel mit geringer Toxizität und niedriger Entflammbarkeit eingestuft.
Wie lässt sich die Schaltschrankklimatisierung richtig dimensionieren? – Grundlage sind unter anderem Verlustleistung, Soll- und Umgebungstemperatur, Betriebsstunden, Lastzustände sowie die jeweiligen Umgebungsbedingungen.
Wie beeinflusst die Schaltschrankklimatisierung die TCO? – Neben dem Kaufpreis wirken vor allem Energieverbrauch, Dimensionierung, Service, Ersatzteilversorgung und mögliche Stillstände auf die Gesamtkosten.
Welche Bedeutung hat Service für die Schaltschrankklimatisierung? – Reaktionszeiten, regionale Abdeckung, Ersatzteilversorgung und Wartungsleistungen sind besonders bei international eingesetzten Maschinen wichtige Faktoren.