Meleghy Automotive realisiert Automatisierungslösungen mit schnellem Return-on-Invest, die sich flexibel an neue Produktionsanforderungen anpassen lassen.
Kathrin IrmerKathrinIrmer
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Ein kollaborativer Roboter unterstützt beim Einlegen von Blechteilen in eine Schweißpresse. So werden Prozessstabilität und Arbeitsergonomie im Fertigungsalltag weiter verbessert.Igus)
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Wettbewerbsfähig bleiben und
Prozesse stabilisieren: Dieses Ziel verfolgt der Automobilzulieferer Meleghy
Automotive aus Wilnsdorf bei Siegen. In einer Branche, die sich durch
wechselnde Abrufmengen, kurze Modellzyklen und den Wandel zur Elektromobilität
stark verändert, sind flexible und wirtschaftliche Automatisierungslösungen
gefragt.
Mithilfe der RBTX Online-Plattform des Kölner Kunststoffspezialisten
und Robotikherstellers Igus hat Meleghy Automotive praxisnahe Systeme gefunden,
die sich einfach integrieren, schnell in Betrieb nehmen und flexibel anpassen
lassen. Das Unternehmen setzt dabei auf Lösungen, die die tägliche Arbeit der
Mitarbeitenden erleichtern, die Prozessqualität sichern und für stabile Abläufe
sorgen.
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Die Produktionsstandorte von
Meleghy Automotive stehen für moderne Fertigungskompetenz in der automobilen
Struktur- und Karosserietechnik. In hochautomatisierten Presswerken und
Montagebereichen entstehen täglich anspruchsvolle Strukturbauteile und komplexe
Baugruppen für führende Automobilhersteller wie Audi, BMW, Mercedes-Benz und
Volkswagen. Dabei verbindet das Unternehmen Präzision, Prozesssicherheit und
Innovationsgeist mit effizienter Fertigungstechnologie.
Mit rund 1.300
Mitarbeitenden an acht Standorten in Deutschland, Spanien, Tschechien und
Ungarn erwirtschaftet Meleghy Automotive einen Jahresumsatz von rund 350
Mio Euro. Die Kombination aus internationaler Aufstellung, lokaler
Kundennähe und hohem Automatisierungsgrad bildet das Fundament für Qualität und
Zuverlässigkeit – seit der Gründung im Jahr 2012 ein fester Bestandteil der
Unternehmens-DNA. „Für uns steht nicht nur die reine Kostenreduzierung im
Vordergrund, sondern die nachhaltige Verbesserung unserer Prozesse – im Sinne
von Stabilität, Qualität und Effizienz“, betont Matthias Leienbach, Werkleiter
Meleghy Automotive Wilnsdorf.
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Kein Innhalt
„Low-Cost-Automation ist ein Baustein, mit dem
wir diese Ziele pragmatisch und ohne großen Investitionsaufwand erreichen
können.“ Raúl Pérez, COO Meleghy Automotive, ergänzt: „Low-Cost-Automation ist
für uns nicht nur ein lokales Pilotthema, sondern ein wichtiger Bestandteil
unserer Gesamtstrategie. In einer Zeit der Transformation – mit neuen
Antriebskonzepten, wechselnden Stückzahlen und wachsender Komplexität – müssen
Automatisierungslösungen skalierbar, wirtschaftlich und schnell umsetzbar sein.
LCA gibt uns die Möglichkeit, genau das zu erreichen.“
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Alles aus einer Hand mit
Kompatibilitätsgarantie
Der Betrieb verfolgt daher beim
Thema Automatisierung eine doppelte Strategie: Zum einen konstruiert er neue
Roboterzellen so flexibel, dass sie sich bei Bedarf schnell auf andere
Fahrzeugmodelle umstellen lassen. Zum anderen setzt Meleghy Automotive bewusst
auf Low-Cost-Automation von igus, um wirtschaftliche und zugleich
prozesssichere Automatisierungslösungen zu realisieren.
Passende Systeme zu
finden, die den hohen qualitativen Ansprüchen eines Automobilzulieferers
gerecht werden, ist dabei nicht einfach. Ungeplante Stillstände gilt es zu
vermeiden. „Entsprechend erleichtert waren wir, als wir die Onlineplattform
RBTX von Igus entdeckt haben,“ erklärt Matthias Leienbach. Sie habe es möglich
gemacht, LCA-Komponenten zahlreicher Hersteller nach dem Lego-Prinzip zu
kombinieren, darunter Roboter, Greifer, Vision-Systeme und Steuerungen, und
nach dem Plug-and-Play Prinzip zügig in Betrieb zu nehmen.
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„Normalerweise
benötigt es viel Zeit, Systeme mit Komponenten verschiedener Anbieter
zusammenzubauen, da allein die Kompatibilität problematisch sein kann. Da bei
RBTX alles von vornherein hinsichtlich Kompatibilität getestet wird, konnten
wir in kürzester Zeit und mit geringem Investment zwei Prozesse in unserer
Produktion automatisieren,“ so Matthias Leienbach.
Automatisierung mit Augenmaß
Gefertigt aus Hochleistungskunststoff und ohne Programmierkenntnisse zu bedienen: der Rebel von Igus.Igus)
In einer Branche, in der
Produktionsvolumina schwanken und Projekte kurzfristig angepasst werden müssen,
ist Flexibilität entscheidend. Statt in starre Großanlagen zu investieren,
setzt Meleghy Automotive zunehmend auf modulare, kompakte Systeme, die sich
schnell umrüsten und an neue Aufgaben anpassen lassen. „Mit den Lösungen von Igus können wir Prozesse effizient automatisieren, ohne lange Vorlaufzeiten
oder komplexe Schnittstellen. Das erleichtert unseren Teams die Arbeit und
schafft mehr Sicherheit und Beständigkeit im Ablauf“, sagt Matthias Leienbach.
Ziel von Meleghy Automotive ist es, Mitarbeiter
mit LCA von monotonen Routineaufgaben zu entlasten und die Qualität durch
stabile, wiederholgenaue Prozesse abzusichern. Zu diesen Aufgaben gehört
beispielsweise das Aufbringen von Barcodes auf rohrförmige, schwarze
Versteifungsstreben für die Karosserie. Früher musste ein Mitarbeiter die Rohre
reinigen und Barcode-Aufkleber per Hand anbringen. Das war nicht nur eintönig,
sondern auch fehleranfällig im Verlauf einer langen Schicht. Die
Automatisierung dieses Arbeitsschritts war ein logischer Schritt, um
Wiederholgenauigkeit, Prozesssicherheit und Nachverfolgbarkeit auf ein neues
Niveau zu heben. „Unser Ziel war es, den Prozess nicht nur effizienter, sondern
vor allem sicherer und konstanter zu gestalten“, sagt Matthias Leienbach.
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Das Unternehmen stellte sich daher auf RBTX eine Lösung
zusammen. Das Fundament: das Flächenportal DLE-FG-0002 von igus, das in einer
kleinen Arbeitszelle auf einen Tisch montiert ist und mit zwei Achsen einen maßgeschneiderten
Arbeitsraum von 300x300 Millimetern aufspannt. Innerhalb dieses Bereichs befinden
sich vier Passformen, in welche die Mitarbeiter lediglich die Rohre einlegen
müssen.
Starten sie den Vorgang, setzt sich der Portalroboter in Bewegung,
angetrieben von Zahnriemen und Schrittmotoren der Baugröße NEMA17. Ein
Schlitten mit einem montierten Druckkopf verfährt auf einem hartanodisierten
Aluminiumprofil zu den Rohren und druckt zwei weiße Barcodes auf. Dafür
benötigt er wenige Sekunden. Eine vorherige Reinigung der Rohre ist nicht notwendig,
Fehler und Reklamationen sind ausgeschlossen. „Mit einem vergleichsweise
kleinen Investment konnten wir diesen Arbeitsschritt effizient und zuverlässig
automatisieren“, sagt Richard Kremser, Elektrotechniker bei Meleghy Automotive.
„Die Mitarbeitenden werden entlastet, und gleichzeitig sichern wir eine
gleichbleibend hohe Prozessqualität.“
Investition von 1.625 Euro
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Das Portal hat 1.218 Euro gekostet, die
Steuerung Drylin D1, die Steuerungsbefehle über das SPS erhält, 407 Euro. Zudem
ist die Lösung laut Matthias Leienbach im Alltag nahezu wartungsfrei. Der
Grund: Die Schlitten bewegen sich über Gleitlager aus Hochleistungskunststoff
auf den Schienen. In den Werkstoff integrierte Festschmierstoffe sorgen dabei
für einen reibungsarmen und schmutzunempfindlichen Trockenlauf ohne Schmieröl
oder -fett. „Wir haben die Lösung intern vorgestellt und sofort großes
Interesse an anderen Standorten geweckt“, ergänzt Leienbach. „Das zeigt, dass
Low-Cost-Automation ein echtes Zukunftsthema ist – wenn sie richtig eingesetzt
wird.“
Cobot als ergonomische Unterstützung im
Pressprozess
Weil der Return-on-Investment gut war, realisierte
Meleghy Automotive im Werk in Wilnsdorf eine zweite Automatisierungslösung.
Schauplatz: Eine kleine Schweißanlage, die Schweißmuttern auf Bleche aufbringt.
Früher mussten Mitarbeiter jeweils zwei Bleche aus einer Kiste greifen und in
die Anlage einlegen. Heute übernimmt ein kompakter Cobot diese Arbeit –
zuverlässig und ergonomisch. Damit wird die körperlich belastende Routinearbeit
automatisiert, während die Mitarbeitenden sich stärker auf überwachende und
qualitätssichernde Tätigkeiten konzentrieren können.
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Das Unternehmen kaufte
daher auf RBTX den Dobot Nova 5, ein weißer, kollaborativer Industrieroboter
mit fünf Kilogramm Nutzlast, 850 Millimeter Reichweite und einer
Wiederholgenauigkeit von +- 0,05 Millimetern, geeignet für
Automatisierungsaufgaben wie Pick-and-Place, Schrauben und Löten. Die Kosten:
6.880 Euro. Hinzu kommt ein Vakuumgreifer für 407 Euro. Mit diesem Greifer legt
der Roboter, angesteuert von einer SPS über IOs, die Bleche von einem Transportband
in die Maschine ein. „Neben der Effizienzsteigerung steht hier ganz klar die
Verbesserung der Ergonomie im Mittelpunkt,“ erklärt Kremser.
„Low-Cost-Automation hilft uns, Arbeit sicherer und gleichzeitig
wirtschaftlicher zu gestalten.“
FAQ - Low Cost Robotic
Was versteht man unter Low-Cost-Robotic?
Low-Cost-Robotic bezeichnet kostengünstige Robotersysteme, die durch vereinfachte Konstruktionen, günstigere Materialien und Open-Source-Komponenten erschwinglich sind. Diese Roboter eignen sich besonders für Bildungseinrichtungen, kleine Unternehmen und Hobbyisten, die ohne große Investitionen in die Robotik einsteigen möchten.
Welche Anwendungsbereiche gibt es für Low-Cost-Roboter?
Low-Cost-Roboter werden hauptsächlich in der Ausbildung, für Prototyping, in der Forschung und für einfache Automatisierungsaufgaben eingesetzt. Sie kommen auch in Maker-Spaces, Schulen und für DIY-Projekte zum Einsatz.
Welche Komponenten benötigt man für einen Low-Cost-Roboter?
Die Grundausstattung besteht typischerweise aus einem Mikrocontroller (z.B. Arduino oder Raspberry Pi), Motoren, Sensoren und einer Stromversorgung. Je nach Anwendung können weitere Komponenten wie Greifer, Kameras oder zusätzliche Aktoren hinzukommen.
Was sind die Grenzen von Low-Cost-Robotic?
Low-Cost-Roboter haben meist eine geringere Präzision, Tragkraft und Lebensdauer als professionelle Industrieroboter. Sie eignen sich daher weniger für hochpräzise oder schwere industrielle Produktionsaufgaben, bieten aber dennoch große Möglichkeiten für Lernen und Experimentieren.