Geopolitische Sorgen

Kupferpreis mit neuem Rekord-Hoch

Die Preise für Industriemetalle sind im neuen Jahr stark gestiegen, besonders Kupfer ragt heraus. Da die fundamentalen Rahmenbedingungen gleich bleiben, stellt sich die Frage: Wird Kupfer das nächste Gold?

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Kupferrohre Kupfer
Der Kupferpreis kennt fast kein Halten mehr.

(Update 4.2.2026) Die Kupferpreise erreichten am 29. Januar 2026 erneut ein Allzeithoch, wobei der Dreimonats-Kupferpreis an der LME 14.527,50 US-Dollar pro Tonne erreichte. Das ist der größte Tagesanstieg des Kupferpreises seit 2008 und erreichte fast die von der LME festgelegte tägliche Schwankungsgrenze von 12 %. Dieses Rekordniveau war jedoch nur von kurzer Dauer, denn am Ende des Tages blieb der Preis bei 13.720,50 US-Dollar stehen und fiel nach Wiederaufnahme des Handels am 30. Januar weiter. Die Experten von Benchmarkminerals.com vermuten, dass der Preisanstieg am 29. Januar mit der Rolle von Kupfer im sogenannten „Debasement Trade” zusammenzuhängen könnte. Angesichts der Sorgen um den Dollar wollen Anleger harte, physische Vermögenswerte. Diese Rolle wurde in der Vergangenheit von Silber und Gold übernommen, aber zunehmend fließt Geld aus diesen Märkten in Kupfer.

„Große Vermögensverwaltungs- und Makrofonds, vor allem in China (die keine traditionellen Spekulanten mit Metallrohstoffen sind), stürzen sich auf die Währungsabwertung und die geopolitische Fragmentierung des Metallmarktes“, erklärte ein Händler gegenüber Benchmark und wies darauf hin, dass selbst kleine Kapitalbeträge dieser Fonds für den Kupfermarkt relativ bedeutend sind. Auch die Aufregung um KI könnte die Preise in die Höhe treiben, da der Ausbau von Rechenzentren viel Kupfer erfordert. Meta kündigte am selben Tag, an dem die Kupferpreise in die Höhe schossen, Pläne an, die Ausgaben für KI bis 2026 auf 135 Milliarden Dollar fast zu verdoppeln.

Kupfer notiert seit seinem Hoch im Mai 2024 aktuell fast 2.000 US-Dollar höher. Seit dem 12. Januar 2026 liegt Kupfer bei mehr als 13.300 US-Dollar pro Tonne. Seit Mitte Dezember verzeichnet Kupfer einen fast durchgehenden Anstieg.

Neben den mittlerweile bekannten Sorgen rund um einen Rohmaterialmangel spielen neue Ängste hinsichtlich der Einführung von US-Zöllen eine Rolle für den jüngsten Preisschub. Zu erkennen sei das an den weiterhin steigenden Lagerbeständen der COMEX, so eine Analyse der Commerzbank. An der LME fallen die Bestände nach einer zwischenzeitlichen Erholung nach Einführung der US-Zölle dagegen wieder. Denn die Zölle werden zunächst nur auf halbfertige Kupferprodukte und Derivate fällig.

Es wird nun aber offenbar befürchtet, dass die Zölle doch noch auf Kupferraffinade ausgeweitet werden, weshalb US-Unternehmen ihre Kupferlager wieder bzw. weiter ausbauen. Da es allerdings bislang keinerlei Indikation gibt, ob und wann tatsächlich ein solcher Schritt kommt, erscheint den Commerzbank-Analysten eine Fortsetzung dieses Lageraufbaus fraglich. Hinzukommt, dass zumindest kurzfristig die Kupferproduktion in China, dem wichtigsten Metallproduzenten, noch auf hohem Niveau verharren dürfte.

Daher rechnen die Analysten für die kommenden Wochen wieder mit einem Rückgang beim Kupferpreis. Erst im späteren Jahresverlauf, wenn sich tatsächlich abzeichnet, dass die chinesische Kupferproduktion - nicht zuletzt aufgrund staatlicher Intervention - ein Plateau erreicht, geht die Commerzbank von nachhaltigen Zugewinnen aus. Die Prognose der Bank sieht den Kupferpreis bei etwa 14.000 US-Dollar je Tonne.

Kupfer notiert seit seinem Hoch im Mai 2024 aktuell fast 2.000 US-Dollar höher. Seit dem 12. Januar 2026 liegt Kupfer bei mehr als 13.300 US-Dollar pro Tonne. Seit Mitte Dezember verzeichnet Kupfer einen fast durchgehenden Anstieg.

Kupferpreis
Kupferpreis.

Neben den mittlerweile bekannten Sorgen rund um einen Rohmaterialmangel spielen neue Ängste hinsichtlich der Einführung von US-Zöllen eine Rolle für den jüngsten Preisschub. Zu erkennen sei das an den weiterhin steigenden Lagerbeständen der COMEX, so eine Analyse der Commerzbank. An der LME fallen die Bestände nach einer zwischenzeitlichen Erholung nach Einführung der US-Zölle dagegen wieder. Denn die Zölle werden zunächst nur auf halbfertige Kupferprodukte und Derivate fällig.

Es wird nun aber offenbar befürchtet, dass die Zölle doch noch auf Kupferraffinade ausgeweitet werden, weshalb US-Unternehmen ihre Kupferlager wieder bzw. weiter ausbauen. Da es allerdings bislang keinerlei Indikation gibt, ob und wann tatsächlich ein solcher Schritt kommt, erscheint den Commerzbank-Analysten eine Fortsetzung dieses Lageraufbaus fraglich. Hinzukommt, dass zumindest kurzfristig die Kupferproduktion in China, dem wichtigsten Metallproduzenten, noch auf hohem Niveau verharren dürfte.

Daher rechnen die Analysten für die kommenden Wochen wieder mit einem Rückgang beim Kupferpreis. Erst im späteren Jahresverlauf, wenn sich tatsächlich abzeichnet, dass die chinesische Kupferproduktion - nicht zuletzt aufgrund staatlicher Intervention - ein Plateau erreicht, geht die Commerzbank von nachhaltigen Zugewinnen aus. Die Prognose der Bank sieht den Kupferpreis bei etwa 14.000 US-Dollar je Tonne.

Aluminium bleibt auf einem hohen Preisniveau

Die Commerzbank-Prognose für den Aluminiumpreis folgt einem ähnlichen Muster. Hier habe die Produktion im ebenso wichtigsten Herstellerland China bereits vergangenes Jahr offensichtlich ihr Hoch erreicht. Zumindest stagnierte die monatliche Produktion zuletzt auf hohem Niveau. Und auch hier fallen die Lagerbestände an der LME seit Anfang November, nachdem sie sich im Spätsommer kurzzeitig erholt hatten, und deuten damit auf eine Angebotsverknappung hin. Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen erachtet den Preisanstieg zwar als nachhaltig, sieht aber nur noch begrenztes weiteres Aufwärtspotenzial bis auf 3.300 US-Dollar je Tonne bis Ende dieses Jahres.

Aluminiumpreis
Aluminiumpreis.

Ein Grund, weshalb die Analysten ihre Prognosen nur moderat erhöhen und den jüngsten Preistrend nicht fortschreiben, ist, dass die Produktion außerhalb Chinas durch das höhere Preisniveau steigen dürfte. Der Kupferpreis notiert nahe seinem Rekordhoch, der Aluminiumpreis ist so hoch wie zuletzt im Jahr 2022. Damals hatten Angebotssorgen im Zuge der Gaspreisexplosion den Aluminiumpreis hochgetrieben. Die Energiepreise - allen voran der europäische Gaspreis - sind seitdem aber deutlich gesunken. 

Hinzu kommt, dass sich auch Bauxit und Alumina, die wichtigsten Rohmaterialen in der Aluminiumproduktion, zuletzt verbilligt haben. Dies dürfte die Profitabilität vieler Aluminiumproduzenten außerhalb Chinas verbessern. Mittel- bis langfristig sei daher mit einer Belebung der Aluminiumproduktion zu rechnen. Dies dürfte laut Nguyen den Preis auf "natürliche Weise" deckeln. Kurzfristig seien aufgrund der Preisdynamik der letzten Monate weitere deutliche Ausschläge nach oben jedoch nicht auszuschließen.

Verfrühter Nickel-Optimismus

Nickelpreis
Nickelpreis.

Noch viel kritischer sieht Nguyen den Preisanstieg bei Nickel . Diese Einschätzung fußt auf Befürchtungen, dass die indonesische Regierung die Minenproduktion deutlich drosseln könnte. Es gibt weiterhin Spekulationen, dass die Regierung in Jakarta eine stärkere Regulierung planen könnte. Es ist aber noch unklar, in welchem Ausmaß die auszugebenden Schürfrechte tatsächlich eingeschränkt werden könnten. 

Die Commerzbank hält es aber für fraglich, dass die Regierung die heimische Minenproduktion derart stark und vor allem schnell drosselt, dass der Preis auf ein Niveau zurückkehrt, der der Konkurrenz außerhalb des Landes zugute käme. Vielmehr sei vorstellbar, dass die Produktion nur graduell gedrosselt wird. Die Analystin hält daher eine Preisprognose zum Ende dieses Jahres von 16.000 US-Dollar je Tonne Nickel für realistisch. Erst Ende kommenden Jahres sieht sie eine nachhaltigere Erhöhung in Richtung 18.000 US-Dollar je Tonne.

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