Top-50-Ranking 2025

Erdölproduzenten: Die Länder mit den größten Erdölreserven

Einkäufer schauen besorgt auf die steigende Zahl weltweiter Konflikte, die den Ölpreis stark schwanken lassen. Wo liegen die meisten Reserven des begehrten Rohstoffs?

Erdöl-Bohrturm Erdöl-Reserven
Erdöl-Bohrturm auf See.

Summary: Mehrere Länder verfügen über große Erdölreserven, die wirtschaftlich förderbar sind. Während die OPEC viele arabische Staaten vereint, existieren auch außerhalb des Kartells bedeutende Produzenten. Deutschland hingegen fördert nur geringe Mengen und ist stark auf Importe angewiesen.

"Drill, Baby, Drill" - das zumindest ist das Mantra den alten und neuen US-Präsidenten Donald Trump. Er setzt vermehrt auf den fossilen Energieträger Erdöl, obwohl in den USA nicht die meisten Erdölreserven liegen. Denn das Geschäft mit Erdöl und Erdölprodukten ist immer noch lukrativ. Sehr lukrativ.

Interessant: Zwar gelten die arabischen Staaten weithin als die größten Öllieferanten, befeuert durch die öffentliche Präsenz der OPEC, die einen Ölpreis festlegt. Und tatsächlich sind in der OPEC viele arabische Staaten organisiert - aber eben nicht nur. Daneben gibt es aber einige weitere Erdölproduzenten, die auf ein großes Reservoir an Erdöl blicken.

Unsere Bildergalerie zeigt die Länder mit den weltweiten höchsten Erdöl-Reserven nach Ländern im Jahr 2025. Dabei bezeichnen Reserven Vorkommen, die nach dem heutigen Stand der Technik wirtschaftlich abbaubar sind. Im Gegensatz zu den Reserven bezeichnen Ressourcen Vorkommen, die zwar nachweislich vorhanden sind, aber gegenwärtig noch nicht wirtschaftlich gefördert werden können. Das Ranking basiert auf Daten von Globalfirepower.com.

Länder-Ranking: Wo liegen die meisten Erdöl-Reserven?

Wo liegen die größten Erdölreserven weltweit?

Der fossile Energieträger Erdöl bleibt ein zentraler Bestandteil der globalen Energieversorgung. Besonders die Vereinigten Staaten setzen weiterhin stark auf die Förderung,  Während die USA durch Schieferöl-Fracking ihre Produktion massiv gesteigert haben, liegt das langfristige Potenzial weiterhin im „strategischen Ellipsoid“ zwischen dem Nahen Osten und Westsibirien.

Plätze 11 bis 20 der Länder mit den meisten Erdölreserven (in Mrd. Barrel, Stand 2025)

11. Nigeria 36,89
12.Kasachstan30
13.China26,02
14.Brasilien12,72
15.Algerien12,2
16.Ecuador8,27
17.Norwegen8,12
18.Angola7,78
19.Aserbaidschan7
20.Mexiko6,79

Quelle: Globalfirepower.com

Obwohl die USA über große Förderkapazitäten verfügen, befinden sich die weltweit größten Erdölreserven nicht ausschließlich dort. In der öffentlichen Wahrnehmung gelten häufig arabische Staaten als wichtigste Öllieferanten. Ein Grund dafür ist die Organisation OPEC, die eine bedeutende Rolle bei der Steuerung der globalen Ölproduktion spielt und Einfluss auf die Preisentwicklung hat.

Viele Mitglieder der Organisation stammen aus der arabischen Welt. Dennoch umfasst die Gruppe auch Staaten außerhalb dieser Region. Gleichzeitig existieren weitere große Erdölproduzenten, die nicht Teil der OPEC sind, aber über umfangreiche Reserven verfügen.

Was unterscheidet Erdölreserven von Ressourcen?

Bei der Bewertung der globalen Erdölvorkommen ist eine wichtige begriffliche Differenzierung entscheidend. Unter Erdölreserven versteht man nicht das gesamte theoretisch vorhandene Erdöl im Untergrund, sondern nur den Teil, der geologisch nachgewiesen und unter den aktuellen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen förderbar ist. Steigen Ölpreise oder verbessert sich die Fördertechnik, können zuvor unrentable Vorkommen nachträglich als Reserven eingestuft werden, was die offiziellen Zahlen erhöht. Viele Staaten betrachten ihre Erdölreserven als Teil der nationalen Sicherheitsstrategie und begrenzen aus diesem Grund Transparenz und ausländische Beteiligung an der Förderung.

Davon zu unterscheiden sind Ressourcen. Diese beschreiben zwar nachweislich vorhandene Vorkommen, deren Förderung jedoch derzeit wirtschaftlich noch nicht rentabel ist. Erst mit technologischen Fortschritten oder veränderten Marktbedingungen können solche Ressourcen zu Reserven werden.

Ein Sonderfall sind staatlich aufgebaute strategische Lagerbestände die sogenannten nationalen strategischen Erdölreserven (SPR). Bei ihnen handelt es sich um physisch eingelagertes Rohöl und Ölprodukte, die als Puffer bei Lieferausfällen dienen. Sie lagern in Depots oder auch Salzkavernen. In Industrieländern verpflichten gesetzliche Regelungen Unternehmen und staatliche Stellen, Vorräte für mehrere Monate des Verbrauchs zu halten.

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Wie hoch sind die nationalen strategischen Erdölreserven?

Die nationalen strategischen Erdölreserven (SPR) dienen als Puffer gegen Versorgungsengpässe und umfassen physisch gelagerte Rohölmengen in Salzkavernen oder Depots.

Plätze 21 bis 30 der Länder mit den meisten Erdölreserven (in Mrd. Barrel, Stand 2025)

21.Oman5,375
22.Indien4,605
23.Vietnam4,4
24.Südsudan3,75
25.Malaysia3,6
26.Ägypten3,3
27.Jemen3
28.DR Kongo2,885
29.Syrien2,5
30.Uganda2,5

Quelle: Globalfirepower.com

USA: Die Strategic Petroleum Reserve (SPR) der USA ist die größte der Welt und lag im März 2026 bei etwa 415 Mio. Barrel. Kürzlich wurden 172 MIo. Barrel freigegeben, um die Preisschocks durch die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran abzufedern. Die maximale Kapazität beträgt rund 727 Mio. Barrel, gelagert in vier Anlagen an der Golfküste.

Europa: Europa verfügt über keine einheitliche EU-weite strategische Reserve, sondern nationale Bestände, die durch die Internationale Energieagentur (IEA) koordiniert werden. Mitgliedstaaten müssen 90 Tage-Nettoimporte als Mindestvorrat halten, was insgesamt etwa 1,5 bis 2 Mrd. Barrel entspricht (verteilt auf Länder wie Deutschland mit ca. 100 Tagen Verbrauchsvorrat). Im März 2026 einigten sich 32 IEA-Staaten auf eine Freigabe von insgesamt 400 Mio. Barrel, wobei Europa anteilig beiträgt. Deutschland und andere Länder priorisieren private und staatliche Lagerpflichten für Raffinerieprodukte zusätzlich zu Rohöl.

Erdölförderung in Deutschland

Die Erdölproduktion hat in Deutschland eine lange Tradition. Bereits seit über 160 Jahren wird hierzulande Erdöl gefördert. 1858 stieß man im niedersächsischen Wietze auf Erdöl – die erste erfolgreiche Erdölbohrung der Welt! 

In den 1950er Jahren stieg die Erdölförderung stark an. In den späten 1960er-Jahren wurden in Deutschland mit rund 8 Mio. Tonnen Erdöl pro Jahr die bisher größten Mengen gefördert, seitdem geht die Produktion kontinuierlich zurück.

Plätze 31 bis 40 der Länder mit den größten Erdölreserven (in Mrd. Barrel, Stand 2025)

31.Großbritannien2,5
32.Argentinien2,483
33.Indonesien2,48
34.Australien2,446
35.Kolumbien2,036
36.Gabun2
37.Tschad1,5
38.Sudan1,25
39.Peru0,858
40.Ghana0,66

Quelle: Globalfirepower.com

Wo liegen die wichtigsten Erdölreserven in Deutschland?

Die bedeutendsten Erdölvorkommen Deutschlands befinden sich in Norddeutschland. Besonders Schleswig-Holstein und Niedersachsen spielen eine zentrale Rolle für die heimische Förderung.

Im Jahr 2022 wurden in Schleswig-Holstein rund 1 Mio. Tonnen Erdöl produziert, während Niedersachsen etwa 600.000 Tonnen förderte. Zusammen entfällt damit rund 90 % der deutschen Erdölproduktion auf diese beiden Bundesländer. Auch in weiteren Regionen wird Erdöl gewonnen, allerdings in deutlich kleineren Mengen. Dazu zählen unter anderem Rheinland-Pfalz, Bayern und Hamburg.

Welche Rolle spielt das Ölfeld Mittelplate?

Zu den wichtigsten deutschen Förderstätten zählt das Ölfeld Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Seit der Inbetriebnahme der Bohr- und Förderinsel im Jahr 1987 wurden dort mehr als 40 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. In den späten 1980er Jahren lag die jährliche Fördermenge noch bei knapp 4 Millionen Tonnen Erdöl pro Jahr und war damit nahezu doppelt so hoch wie heute.

Warum ist Deutschland stark auf Erdölimporte angewiesen?

Die in Deutschland geförderten Mengen decken nur einen kleinen Teil des Bedarfs. Im Jahr 2022 wurden hierzulande insgesamt rund 1,7 Mio. Tonnen Erdöl produziert. Damit deckt die heimische Förderung lediglich etwa 2 % des nationalen Verbrauchs. Der Großteil des benötigten Erdöls wird daher importiert. Rund 98 % stammen aus dem Ausland.

Plätze 41 bis 50 der Länder mit den meisten Erdölreserven (in Mrd. Barrel, Stand 2025)

41.Rumänien0,6
42.Turkmenistan0,6
43.Usbekistan0,594
44.Pakistan0,54
45.Italien0,498
46.Dänemark0,441
47.Tunesien0,425
48.Ukranine0,395
49.Türkei0,366
50.Thailand0,252

Quelle: Globalfirepower.com

Zu den wichtigsten Lieferländern zählten laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Jahr 2021 unter anderem die Russische Föderation, die USA, Kasachstan, Großbritannien und Norwegen. Mit den Sanktionen infolge des Ukrainekriegs hat sich die Importstruktur deutlich verändert. Der Anteil russischen Erdöls an den deutschen Importen sank von 36,5 % im Januar 2022 auf lediglich 0,1 % im Januar 2023.

Heimische Erdölproduktion in der EU

Die Erdölproduktion der Europäischen Union hat sich von 1965 bis 2024 dramatisch verändert. Seit dem Ende der 19760er-Jahre fiel die Produktion zunächst langsam, dann bis zu Beginn der 1980er-Jahre stärker ab. Bis Anfang der Nullerjahre stieg die Erdölproduktion der EU dann wieder und erreichte 2002 ihren Höhepunkt mit 43,6 Mio. Tonnen. Seitdem geht es rasant abwärts mit der Produktion von Erdöl innerhalb der EU-Länder. Die Produktion umfasst dabei Rohöl, Schieferöl, Ölsande und NGL (Erdgaskondensate). 

Strengere Umweltauflagen, höhere Importabhängigkeit und der Fokus auf erneuerbare Energien beschleunigten den Rückgang. Die EU bleibt trotz geringer heimischer Produktion ein signifikanter Energieverbraucher, was strategische Reserven und Diversifizierung notwendig macht.  Der Rückgang der europäischen Förderung erhöht die Importabhängigkeit der EU.

Welche Länder prägen die Erdölförderung in Europa?

Norwegen gilt als mit Abstand wichtigster Erdölproduzent Europas. Die Förderung konzentriert sich dabei vor allem auf große Offshore-Felder in der Nordsee. Zu den bedeutendsten zählen Troll, Ekofisk und Johan Sverdrup. Diese Lagerstätten stellen einen erheblichen Anteil der europäischen Produktion.

Neben Norwegen tragen mehrere weitere Staaten zur Ölproduktion bei, wenn auch in deutlich kleineren Mengen. Dänemark fördert rund 77.000 Barrel Erdöl pro Tag, Rumänien etwa 52.000 Barrel täglich. Die Niederlande erreichen rund 22.000 Barrel pro Tag, während auch Polen zu den europäischen Förderländern zählt.

Länder mit den größten Erdölreserven der Welt

  1. Venezuela
  2. Saudi-Arabien
  3. Iran
  4. Kanada
  5. Irak
  6. Kuwait
  7. VAE
  8. Russland
  9. Libyen
  10. USA

Mehr Informationen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Quelle: Globalfirepower.com

FAQ - Erdölreserven

Was versteht man unter Erdölreserven?

Erdölreserven sind die Mengen an Rohöl, die nach heutigen technischen und wirtschaftlichen Maßstäben förderbar sind. Sie unterscheiden sich von Ressourcen, die zwar vorhanden, aber noch nicht wirtschaftlich nutzbar sind.

Welche Länder verfügen über die größten Erdölreserven?

Die größten nachgewiesenen Reserven liegen in Venezuela, Saudi-Arabien, Iran und Kanada. Diese Länder besitzen teils schwer zugängliches Öl, etwa in Form von Ölsanden oder Tiefseelagerstätten.

Wie lange reichen die globalen Erdölreserven noch?

Je nach Verbrauchsrate und technologischem Fortschritt reichen die bekannten Reserven noch mehrere Jahrzehnte, oft wird ein Zeitraum von 40 bis 50 Jahren genannt. Neue Entdeckungen oder alternative Energien könnten diesen Zeitraum verlängern.

Welche Rolle spielen Erdölreserven in der Geopolitik?

Erdölreserven sind ein strategischer Machtfaktor, da sie wirtschaftliche Stabilität und politische Einflussnahme ermöglichen. Länder mit großen Reserven haben oft eine Schlüsselrolle in internationalen Beziehungen und Energieabkommen.

Wie werden Erdölreserven erfasst und bewertet?

Sie werden durch geologische Untersuchungen, Bohrungen und seismische Messungen ermittelt. Die Bewertung hängt von Faktoren wie Förderbarkeit, Marktpreis und Umweltauflagen ab.

Importstruktur: Woher bezieht Deutschland sein Öl?

Nach dem Stopp russischer Importe infolge des Ukraine-Kriegs hat sich die Versorgungsstruktur fundamental gewandelt. Die Daten des Statistischen Bundesamtes (März 2026) zeigen eine deutliche Diversifizierung:

  1. Norwegen (16,6%)
  2. USA (16,4%)
  3. Libyen (13,8%)
  4. Naher Osten (6,1 %) - darunter Irak 4,2%, VAE 1,1% und Saudi-Arabien 0,8%