Lithium-Akkus fachgerecht lagern, laden und transportieren
Lithium-Ionen-Akkus leisten viel, doch ihre hohe Energiedichte birgt auch Risiken: Ein Thermal Runaway kann verheerende Folgen haben. Wir zeigen, wie Sie Lithium-Akkus sicher lagern, laden und transportieren und wie Sie im Ernstfall richtig reagieren.
Kathrin IrmerKathrinIrmer
VeröffentlichtGeändert
Vom Unterbauschrank bis zum SmartStore Pro mit bis zu 48 Steckdosen, bei Denios finden Sie ein umfangreiches Sortiment an Sicherheitsschränke für Lithium-Akkus.Denios)
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Im Arbeitsalltag sind Lithium-Ionen-Akkus allgegenwärtig und das aus gutem Grund: Sie können klein und gleichzeitig effizient sein,
wodurch sie für eine Vielzahl von Anwendungen interessant sind.
Lithium-Ionen-Akkus liefern Strom für Werkzeuge, Gartengeräte und vieles mehr.
Im Vergleich zu herkömmlichen Geräten mit Verbrennungsmotoren sind Akku-Geräte
leiser im Betrieb und angenehmer in der Handhabung. Lithium-Akkus speichern
dabei zum Teil enorme Energiemengen auf kleinem Raum.
Die hohe Energiedichte bei
geringem Eigengewicht und einer schnellen Ladegeschwindigkeit bedeuten im
Umkehrschluss ein erhöhtes Brandrisiko bei unsachgemäßer Handhabe. Brände und Explosionen von
Lithium-Akkus können nicht nur teure Sachschäden verursachen, sondern im
schlimmsten Fall auch Menschenleben gefährden.
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Wann brennen Lithium-Ionen-Akkus?
Beim Laden von Lithium-Akkus
gilt besondere Vorsicht, denn es besteht erhöhte Gefahr eines Thermal Runaway.
Das gilt insbesondere, wenn ein defekter Lithium-Akku an ein Ladegerät
angeschlossen wird und die zugeführte Energie nicht mehr korrekt umgewandelt
werden kann. Das Brandrisiko ist deshalb erhöht, da die Batterien den für
den Brand benötigten Sauerstoff selbst erzeugen.
Die innere Zersetzung einer
Lithium-Batterie startet ab einer Temperatur von 80 °C. Kommt es zu einem
Brand, wird diese Reaktion als Thermal Runaway bezeichnet. Bereits das
thermische Durchgehen von nur einer Zelle genügt, um die benachbarten Zellen
des Akkublocks so weit aufzuheizen, dass eine folgenschwere Kettenreaktion
entsteht. Ist diese einmal in Gang gesetzt, dauert es nur wenige Minuten bis
zum explosionsartigen Abbrennen des Akkus. Der Brandverlauf der
Lithium-Batterie ist heftig und es entstehen Temperaturen bis 1.400 °C.
Durch
den Temperaturanstieg steigt im Gehäuse der Lithium-Batterie der Druck, wodurch
brennbare Gase frei werden und ein zündfähiges Gemisch mit der Luft bilden.
Eine rasche Brandausbreitung mit hoher Energiefreisetzung ist die Folge. Brände
von Lithium-Ionen-Akkus gelten als sehr schwer zu bekämpfen. Der Lithium-Akku
beinhaltet alles, was für einen Brand benötigt wird. Darüber hinaus verhindert
das Gehäuse der Lithium-Batterie, dass das Löschmittel den Zellbrand erreicht.
Lager- und
Ladeschränke SmartStore
Ein sicheres Lagerungs- und Ladekonzept für Lithium-Akkus
ist von größter Bedeutung, um sowohl den Schutz von Personen und Anlagen als
auch den Versicherungsschutz zu gewährleisten. Dank verschiedener
Sicherheitsfeatures bieten Lager- und Ladeschränke einen Feuerwiderstand
von 90 Minuten – sowohl von außen nach innen gemäß DIN EN 14470-1 als auch von
innen nach außen in Anlehnung an DIN EN 1363-1.
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Die Modelle SmartStore Pro und Ultra von Denios sind zusätzlich durch Realbrandversuche auf das Szenario eines Thermal Runaway
getestet und nach VDMA 24994 zertifiziert. Isolierte Fachböden verhindern eine
Propagation zwischen den Lagerebenen. Eine 3-Punkt-Verriegelung sorgt für eine
komfortable Bedienung und garantiert laut Hersteller gleichzeitig geprüfte Sicherheit bei
geschlossenen Türen im Brandfall. Auch eine Druckentlastungsklappe mit
Rauchgasanschluss ist in der Serienausstattung vorhanden.
Die eingebaute
technische Lüftung verhindert einen Wärmestau beim Laden der Akkus. Integrierte
Sensorik und automatische Warnmeldungen ermöglichen die frühzeitige Erkennung
potenzieller Gefahren und das sofortige Einleiten geeigneter Gegenmaßnahmen.
Laderäume
für Lithium-Akkus mit smartem Lademanagement
Für das Laden von Lithium-Akkus im großen Stil bietet
Denios den anschlussfertigen Laderaum WFP Li-Ion Charge. Er kann auch große Mengen Lithium-Akkus sicher laden und bietet einen zertifizierten baulichen Brandschutz für 90 oder 120 Minuten (REI 90/REI 120). So wird auch eine Aufstellung
direkt an der Außenwand von Gebäuden oder zum Beispiel in einer Fahrzeughalle möglich.
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Der Laderaum WFP Li-Ion Charge kann mit einer individuellen Anzahl an
Steckdosen ausgestattet werden. Die Steckplätze können durch auf Regalen platzierte
Ladegeräte oder alternativ in Form einer Wandanbringung realisiert
werden. Eine optionale technische Lüftung oder Klimaanlage verhindert, dass
beim Laden der Lithium-Akkus ein Wärmestau entsteht und Ihre
Temperaturanforderungen eingehalten werden können.
Ein smartes,
SPS-gesteuertes Lademanagement verteilt die verfügbare Leistung effizient, sodass Netzüberlastungen vermieden und teure Stromleitungsanpassungen
oft nicht erforderlich sind.
Lager- und
Transportboxen
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Im Betriebsalltag können Lithium-Ionen-Akkus durch
verschiedenste Ereignisse und äußere Einflüsse, wie beispielsweise mechanische
Beschädigungen, Schaden nehmen. Um Mitarbeiter, Produktionsanlagen und die
Umwelt im Fall eines Thermal Runaway zu schützen, müssen Unternehmen defekte
Lithium-Ionen-Akkus umgehend separieren und bis zu ihrer fachgerechten
Entsorgung sicher zwischenlagern. Lithium-Akkus werden in die Gefahrgutklasse
9 eingestuft, das heißt, sie gelten als gefährliche Güter und unterliegen den
Vorschiften der Gefahrgut-Beförderung.
Denios bietet professionelle Lager- und
Transportboxen, die sich als Quarantänebehälter für defekte
Lithium-Ionen-Akkus eignen. Die Spezialbehälter bestehen aus Kunststoff,
Aluminium, Stahl oder Edelstahl und sind in mehreren Größen erhältlich. Je
nach Modell kommen unterschiedliche Brandschutzmittel als Füllmaterial zum
Einsatz, etwa Pyro Bubbles oder Cirrux-Kissen. Viele Boxen sind auch
für den anschließenden Transport geeignet und verfügen über die entsprechenden
Transportzulassungen für defekte, beschädigte oder kritisch defekte
Lithium-Ionen-Akkus.
Der Versand von kritisch defekten Lithium-Akkus ist eine
Einzelfallprüfung, da die Eignung des Behälters für den zu transportierenden
Akku geprüft werden muss. Für kritisch defekte Lithium-Akkus sind Stahlbehälter
erforderlich, die Denios ebenfalls im Sortiment hat. Je nach
Gefährdungsbeurteilung, Leistung und Zustand der eingelagerten
Lithium-Ionen-Akkus bieten die Quarantäneboxen anwendungsgerechte
Sicherheitsstandards sowie Schutz vor exothermen Reaktionen bis hin
zur vollständigen Kontrolle eines möglichen Thermal Runaway. So verhindern die
Quarantäneboxen den Austritt von Flammen und Splittern im Falle einer Havarie.
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FAQ - Sicherheit von Lithium-Ionen-Akkus
Wie sicher sind Lithium‑Ionen‑Akkus grundsätzlich?
Lithium‑Ionen‑Akkus gelten bei sachgemäßer Nutzung als sehr
sicher und werden weltweit in Millionen Geräten eingesetzt. Die meisten
Zwischenfälle entstehen durch Fehlbedienung, Beschädigung oder minderwertige
Produkte.
Warum können Lithium‑Ionen‑Akkus überhitzen?
Überhitzung entsteht meist durch interne Kurzschlüsse,
mechanische Schäden oder falsches Laden. Wenn die Temperatur stark ansteigt,
kann ein sogenannter Thermal Runaway ausgelöst werden, der den Akku weiter
aufheizt.
Welche typischen Ursachen führen zu Akkubränden?
Akkubrände entstehen häufig durch Stürze, Quetschungen,
falsche Ladegeräte oder extreme Temperaturen. Auch Produktionsfehler können
eine Rolle spielen, sind aber bei zertifizierten Herstellern selten.
Wie kann ich die Sicherheit beim Laden erhöhen?
Es ist wichtig, nur passende und geprüfte Ladegeräte zu
verwenden und den Akku nicht unbeaufsichtigt über viele Stunden zu laden. Laden
auf brennbaren Oberflächen oder in direkter Sonneneinstrahlung sollte vermieden
werden.
Was sollte ich tun, wenn ein Akku aufgebläht ist?
Ein aufgeblähter Akku ist ein ernstes Warnsignal und darf
nicht weiter genutzt oder geladen werden. Er sollte sicher gelagert und so
schnell wie möglich einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden.
Wie lagere ich Lithium‑Ionen‑Akkus sicher?
Akkus sollten kühl, trocken und bei mittlerem Ladezustand
gelagert werden. Direkte Hitze, Frost oder längere Voll- bzw. Tiefentladung
können die Sicherheit und Lebensdauer beeinträchtigen.
Kann ein beschädigter Akku noch verwendet werden?
Ein beschädigter Akku sollte grundsätzlich nicht weiter
genutzt werden, da er ein erhöhtes Risiko für Kurzschlüsse und Überhitzung
darstellt. Schon kleine Risse oder Verformungen können die innere Struktur
beeinträchtigen.
Wie erkenne ich, dass ein Akku defekt ist?
Typische Anzeichen sind starke Erwärmung, ungewöhnliche
Gerüche, Aufblähungen oder deutlich verringerte Kapazität. In solchen Fällen
sollte der Akku sofort außer Betrieb genommen werden.
Wie entsorge ich Lithium‑Ionen‑Akkus richtig?
Lithium‑Ionen‑Akkus dürfen nicht in den Hausmüll, sondern
müssen über Sammelstellen oder Fachhändler entsorgt werden. Eine sichere
Entsorgung verhindert Brände in Müllfahrzeugen und Recyclinganlagen.