Defence-Ramp-up: Lieferketten werden zum Schlüsselfaktor
Der Defence-Ramp-up bis 2029 braucht mehr als Budgets und zusätzliche Produktionslinien. Der BME sieht industrielle Fähigkeiten, Lieferketten und Infrastruktur als entscheidende Faktoren.
Redaktion TECHNIK+EINKAUFRedaktionTECHNIK+EINKAUF
Der Marschflugkörper Anthem des Rüstungsunternehmens Covenant soll künftig in Sachsen produziert werden.Covenant
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BME, TKMS, Dynamit Nobel Defence und Duisport benennen zentrale Voraussetzungen für den Defence-Ramp-up.
Die Forderungen wurden am 17. September 2026 in Eschborn im Kontext der deutschen Verteidigungsfähigkeit bis 2029 formuliert.
Strategische Schlüsselkompetenzen sollen geschützt beziehungsweise wieder aufgebaut und Lieferketten sowie Infrastruktur belastbar gestaltet werden.
Nur verfügbare Technologien, Vorprodukte, Verarbeitungskapazitäten, Lieferanten und Transportwege ermöglichen nach Einschätzung der Beteiligten eine zuverlässige Skalierung.
Deutschland diskutiert über den Aufbau seiner Verteidigungsfähigkeit bis 2029. Dabei geht es nicht allein darum, wie viel beschafft und produziert werden soll. Für einen erfolgreichen Defence-Ramp-up müssen auch die erforderlichen Technologien, Vorprodukte, Verarbeitungskapazitäten, Lieferanten und Transportwege verfügbar sein.
Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), TKMS, Dynamit Nobel Defence und Duisport – Duisburger Hafen sehen deshalb nicht allein Rohstoffe und Produktionskapazitäten als Herausforderung. Im Mittelpunkt stehen ebenso technologische und industrielle Schlüsselkompetenzen sowie eine leistungsfähige Infrastruktur.
Warum der Defence-Ramp-up industrielle Fähigkeiten braucht
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Nach Einschätzung der beteiligten Unternehmen und des BME verliert Deutschland derzeit in strategisch relevanten Bereichen technologische und industrielle Schlüsselkompetenzen. Diese seien für Verteidigungsfähigkeit und Handlungsfreiheit von hoher Bedeutung. Verlorene industrielle Substanz lasse sich im Krisenfall nicht kurzfristig wieder aufbauen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
Für Defence Readiness reichen zusätzliche Produktionslinien demnach nicht aus. Benötigt werden industrielle Fähigkeiten und qualifizierte Unternehmen, die erforderliche Technologien entwickeln, fertigen und verfügbar halten können.
Lieferketten als Basis für den Defence-Ramp-up
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Neben den industriellen Fähigkeiten rücken belastbare und transparente Lieferketten in den Fokus. Entscheidend ist, ob notwendige Vorprodukte und strategisch relevante Materialien verfügbar sind und zuverlässig an die benötigten Standorte gelangen.
Damit wird die Lieferfähigkeit zu einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Produktionskapazitäten müssen ebenso vorhanden sein wie geeignete Lieferanten, Verarbeitungskapazitäten und Transportwege.
Warum Infrastruktur für Defence Readiness entscheidend ist
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Die Industrie benötigt nach Auffassung der Beteiligten eine moderne, leistungsfähige und resiliente Infrastruktur. Verlässliche Schienen-, Straßen- und Wasserwege sollen gewährleisten, dass Güter, Vorprodukte und strategisch relevante Materialien schnell, sicher und wettbewerbsfähig transportiert werden können.
Damit wird Infrastruktur zu einem Bestandteil der industriellen Skalierungsfähigkeit. Zusätzliche Produktionskapazitäten allein reichen nicht aus, wenn die dafür benötigten Materialien und Vorprodukte nicht zuverlässig transportiert werden können.
Mirjam Zeller, Leiterin Competence Center Defence Procurement und SVI-Connect beim BME, formuliert die Forderung an die Politik so: „Unsere Forderung an die Politik lautet: Strategische Schlüsselkompetenzen und kritische Infrastruktur müssen als Teil der nationalen Sicherheitsvorsorge erkannt, geschützt, gezielt erhalten beziehungsweise wieder aufgebaut werden. Deutschland muss in der Lage sein, sicherheits- und verteidigungsrelevante Technologien eigenständig zu entwickeln, zu fertigen und verfügbar zu halten. Denn nur wer die Fähigkeiten im Land oder bei engen Bündnispartnern hat und auf eine funktionierende Infrastruktur zurückgreifen kann, kann dauerhaft souverän handeln und liefern."
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Defence-Ramp-up erfordert mehr als neue Aufträge
Defence Readiness entsteht nach Einschätzung des BME durch das Zusammenspiel industrieller Fähigkeiten, qualifizierter Unternehmen, belastbarer Lieferketten und einer verlässlichen Infrastruktur.
Die Forderung an die Politik geht deshalb über die Finanzierung von Aufträgen hinaus. Fähigkeiten und Infrastruktur sollen gezielt aufgebaut und erhalten werden. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren schafft nach Auffassung der Beteiligten die erforderliche Lieferfähigkeit für den Defence-Ramp-up.
Was benötigt der Defence-Ramp-up neben zusätzlichen Budgets? – Nach Einschätzung von BME, TKMS, Dynamit Nobel Defence und duisport sind industrielle Fähigkeiten, belastbare Lieferketten und eine leistungsfähige Infrastruktur erforderlich.
Warum sind Schlüsselkompetenzen für den Defence-Ramp-up wichtig? – Strategisch relevante Technologien und industrielle Fähigkeiten sollen im Land oder bei engen Bündnispartnern verfügbar sein und sich im Krisenfall nicht erst neu aufbauen müssen.
Welche Rolle spielen Lieferketten beim Defence-Ramp-up? – Sie müssen Vorprodukte und strategisch relevante Materialien zuverlässig für Produktion und Skalierung verfügbar machen.
Welche Infrastruktur braucht der Defence-Ramp-up? – Der BME nennt insbesondere verlässliche Schienen-, Straßen- und Wasserwege für den Transport von Gütern, Vorprodukten und strategisch relevanten Materialien.
Was fordert der BME für den Defence-Ramp-up von der Politik? – Strategische Schlüsselkompetenzen und kritische Infrastruktur sollen als Teil der nationalen Sicherheitsvorsorge geschützt, erhalten beziehungsweise wieder aufgebaut werden.