Ein Mann installiert Hardware in einem Server-Raum

Die Beschaffung von Hardware und Software muss nachhaltiger werden. Doch das bringt auch Kostenvorteile. (Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Ausgetrocknete Flüsse, verdorrte Wälder, Moorbrände und Überschwemmungen lassen mittlerweile auch Deutschland und seine Nachbarn die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar spüren. Um dem noch entgegenzuwirken, ist heute jede und jeder Einzelne gefragt, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Unternehmen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Ihre Aktivitäten haben schließlich besonders große Auswirkungen – regional, national und oftmals sogar global.

Staatlich verordnete Pflicht zur Nachhaltigkeit

Diese Verantwortung wird demnächst staatlich verordnet. Durch Regelungen wie das Lieferkettengesetz und die Berichtspflicht zur Nachhaltigkeit. Mit ihnen soll EU-weit Transparenz geschaffen und jedem sichtbar gemacht werden, inwieweit Unternehmen von der Rohstoffbeschaffung über die Wertschöpfungs- und Lieferketten bis zur Entsorgung ihrer Produkte ökologisch und sozial handeln.

Diese Kontrolle wird die Wirtschaft verändern. Künftig sollte es in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten keinen Geschäftsbereich mehr geben, bei dem nicht genauestens darauf geachtet wird, dass er nachhaltig geführt wird. Ab 2025 gilt dies auch für Firmen größer 250 Mitarbeitenden.

Die Beschaffung langlebiger Software ist ein wichtiger Beitrag des Procurements zu einer verbesserten Ökobilanz.

Björn Orth, Vendosoft

Hardware-Einkauf als Hebel zu mehr Nachhaltigkeit

Einer der Geschäftsbereiche mit großem Einfluss auf die Nachhaltigkeit ist der Einkauf. Auf ihn kommt die neue Pflicht zu, das gesamte Sourcing einer Organisation durch die Ökobrille zu betrachten. Das umfasst auch die IT-Beschaffung. Denn die CO₂-Bilanz von Soft- und Hardware fällt denkbar schlecht aus. Giftige Halogene, Schwermetalle, seltene Erden und natürlich eine Menge Plastik sind in PCs, Smartphones, Tablets und Servern verbaut. Hinzu kommt der Energieverbrauch für Betrieb und Kühlung.

Laut Bundesumweltamt verursacht ein Computer mit etwa 10 Kilogramm Gewicht von der Entstehung bis zur Entsorgung rund 700 Kilogramm CO₂. Zig Millionen Tonnen dieser Geräte landen jährlich weltweit auf dem Müll – oft ohne technische Mängel.

So wird jeder nicht angeschaffte Computer zu einem echten Öko-Argument. Doch gerade in der gewerblichen Nutzung passiert das Gegenteil: Die Hardware in Unternehmen wird im Schnitt alle drei bis vier Jahre durch neue ersetzt. Funktionell ist dies nicht zu begründen. Der eigentliche Grund für diese Verschwendung liegt in der softwarebedingten Obsoleszenz. Neue Lizenzversionen erfordern häufig in einem Maße mehr Rechenleistung, Festplatten- und Arbeitsspeicherkapazitäten, dass noch vollkommen funktionsfähige Rechner und Server ausgetauscht werden müssen, wenn die Software ein Update erfährt.

Einkauf übernimmt Verantwortung für IT

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als Anwender von Notebooks und PCs haben oft ein Faible für das Neue. Auch IT-Verantwortliche können sich in der Regel für mehr Prozessorleistung und Arbeitsspeicher begeistern. Deshalb fällt es vor allem dem Einkauf zu, die ökologische Verträglichkeit in den Fokus von IT-Neuanschaffungen zu stellen und jeden voreiligen Austausch zu vermeiden.

Sind sie fachlich nicht in der Lage, dies zu beurteilen, ist externer Rat empfehlenswert. Der rechnet sich, denn der positive Nebeneffekt dieses nachhaltigen Vorgehens ist eine drastische Senkung der IT-Kosten.

Lizenzoptimierung statt Neukauf für mehr Nachhaltigkeit

Lizenzoptimierung nennt es Vendosoft, wenn das Unternehmen Geschäftskunden über die bestmögliche Ausstattung mit Microsoft-Lizenzen berät. Das geht üblicherweise mit Einsparungen im hohen zweistelligen Prozentbereich einher – sowohl beim Software-Kauf selbst, als auch durch Einsparungen bei der Hardware.

Denn softwarebedingte Obsoleszenz muss nicht sein. Die wenigsten Mitarbeitenden benötigen beispielsweise das jeweils neueste Microsoft-Office-Paket. Sie arbeiten über viele Jahre genauso effizient mit den Funktionalitäten der Vorgängerversionen. Für die stehen über Jahre alle Sicherheits-Updates zur Verfügung, sodass auch unter diesem Gesichtspunkt kein Upgrade notwendig wird.

Es lohnt sich doppelt, herauszufinden, für wen langlebige Software bestens zum Arbeiten geeignet ist und diese dann zu kaufen, statt zu mieten. Vendosoft führt Microsoft-Lizenzen beispielsweise auch als gebrauchte Kauflizenz. Für sie zahlt ein Unternehmen einmalig und zwischen 50 bis 70 Prozent weniger als für Software im Cloud-Modell. So reduziert Lizenzoptimierung nicht nur den Verbrauch wertvoller Rohstoffe, sie spart auch in hohem Maße IT-Kosten ein.

CO₂ und Kosten sparen

Mit dem Wissen, welchen Einfluss Soft- und Hardware auf die Ökobilanz eines Unternehmens haben, fällt es dem Einkauf zu, das Thema IT-Beschaffung neu zu bewerten. Ein Teil der ökologischen Verantwortung, die Lieferkettengesetz und Nachhaltigkeits-Berichterstattung transparent machen sollen, liegt immerhin in diesem Geschäftsbereich. Ein Umdenken kann durchweg positiv gesehen werden – schließlich spart nachhaltiges IT-Management Kosten und CO₂-Emissionen.

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