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| von Dörte Neitzel

Stapler sind in vielen Unternehmen unabdingbar. Doch ihre Anschaffung verschlingt oft viel Geld, Geld das an anderer Stelle meist genau so dringend benötigt wird. Das haben neben Banken auch alle führenden Anbieter von Flurförderzeugen längst erkannt und haben deshalb viele verschiedene Finanzierungsmodelle im Portfolio.

Mieten oder kaufen?

So bietet etwa Jungheinrich, die laut eigenen Angaben mit über 25 000 Flurförderzeugen die größte Mietflotte weltweit betreiben, Finanzierungs- und Nutzungsvarianten von der Miete bis zum Eigentum. Mit dem Rental-Paket ist neben der Finanzierung der Fahrzeuge auch deren volle Einsatzbereitschaft, dank der im Mietpreis bereits enthaltenen Full-Service-Leistungen, gesichert. Dabei profitieren die Kunden laut Jungheinrich von flexiblen Laufzeiten und maximaler Kostensicherheit. Dabei geht die Laufzeit von 12 bis 120 Monaten. Geregelt ist dies in nur einem Vertrag, der sowohl Finanzierung wie auch Full-Service beinhaltet. Zum Vertragsende hat der Kunde – abhängig von seinem Bedarf – die Möglichkeit der Fahrzeugrückgabe oder einer Vertragsverlängerung.Um günstigere Raten zu erzielen, bietet Jungheinrich zudem die Varianten Rental Light und Rental Light vario.

Der Mietkauf mit einer variablen Laufzeit zwischen 12 und 84 Monaten beinhaltet eine Kaufoption zum kalkulierten Restobjektwert und weist daher im Vergleich eine geringere Rate während der Laufzeit auf. Zudem ist im Falle von Mietkauf auch ein Anschlussvertrag über die Finanzierung des Restwertes möglich. So hat man die Möglichkeit, den Stapler am Vertragsende zum kalkulierten Restwert zu übernehmen oder eine Finanzierung über den Restobjektwert abzuschließen.

Das gesamte Spektrum

Auch Linde Material Handling deckt das gesamte Spektrum an Finanzierungs- und Nutzungskonzepten ab: Von der Kurzfristmiete für den zeitlich sehr begrenzten Bedarf oder die Abdeckung saisonaler Spitzen über Leasing mit individueller Laufzeitgestaltung beziehungsweise Mietkauf mit unterschiedlicher Ratengestaltung bis zum Linde Rental-Paket, welches neben der Finanzierung den kompletten Wartungs- und Reparaturservice mit festen All-in-Raten umfasst. Alle genannten Finanzierungsalternativen lassen sich dabei vertraglich flexibel auf das individuelle Kundenprofil ausgestalten. Aufgrund ihrer Vorteile werden Kurzfristmiete, Leasing, Mietkauf und Rental quer durch alle Branchen genutzt.

Das entsprechende Backup der Finanzierung leistet die Linde Leasing GmbH. Ebenso wichtig wie die eigene Finanzierungsgesellschaft ist für Linde das Beratungs-Know-how der Händlermitarbeiter. Denn letztlich geht es darum, dem Kunden das für seinen individuellen Einsatzfall passende Finanzierungsmodell anzubieten. Die Wahl des günstigsten Finanzierungsmodells ist abhängig von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Kriterien. Dazu gehören unter anderem die zu leistenden Betriebsstunden der Flurförderzeuge, die geplante Laufzeit aber auch die aktuellen Zinssätze.

Unter den genannten Finanzierungsoptionen bietet die Kurzfristmiete, bei der ein bestimmtes Gerät für wenige Tage oder Wochen gemietet wird, größtmögliche Flexibilität. Mit insgesamt über 9 000 Fahrzeugen der Marke Linde steht bei den Vertragshändlern deutschlandweit eine der größten Kurzfrist-Mietflotten zum sofortigen Einsatz bereit. Da Linde Material Handling über ein komplettes Produktangebot verfügt, erhalten die Kunden nicht nur Gabelstapler und Lagertechnikgeräte, sondern beispielsweise auch Schwerstapler aus einer Hand.

Immer die neueste Technik

Vorteilhaft bei der Finanzierung ist laut Still auch die Tatsache, dass der Betreiber immer über die neueste Technik verfügt: Die Geräte werden in der Regel am Ende der Vertragslaufzeit ausgetauscht. Auf diese Weise minimiert man nicht nur den Serviceaufwand und kann die FFZ-Flotte immer dem aktuellen Bedarf anpassen. Man profitiert auch von den Entwicklungen, die die Staplerhersteller bei neuen Gerätegenerationen beispielsweise in Bezug auf Energieverbrauch, Produktivität und Ergonomie erzielen.

Als ‚Restrisiko‘ muss man bei Leasing und Rental jedoch den Restwert der Fahrzeuge nach Ende der Vertragslaufzeit ansehen. Dieser Wert kann je nach Beanspruchung der Geräte und der Behandlung durch die Fahrer schwanken: Wer hier nachlässig ist, muss unter Umständen zuzahlen. Diesem Risiko kann man laut Still jedoch durch das Modell der Langzeitmiete entgehen, bei dem man monatlich feste Raten zahlt. Eine spezielle Finanzierungsvariante ist laut Thomas A. Fischer, Geschäftsführer Vertrieb, Marketing und Service (CSO) der Still GmbH, der BasicDynamic-Tarif: Er ist ein besonders flexibler Tarif, der sich an wechselnde Auslastungen anpasst, mit dem Abrechnungsmodell der Strom- oder Wasserwerke vergleichbar.

Auch die Nachteile bedenken

Karin Sommer, Leasingfachwirtin/IHK bei der Oberbank Augsburg, gibt zu bedenken, dass am Ende des Leasingvertrages ein automatischer Eigentumsübergang nicht vorgesehen ist: „Vielmehr muss sich die Leasinggesellschaft verhalten wie ein Eigentümer, das heißt sie darf sich nicht von der Mehrerlösmöglichkeit ausschließen. In der Praxis werden die Restwerte möglichst marktwertgerecht angesetzt, um Überzahlungen zu vermeiden.“

Sie gibt auch zu bedenken, dass eine vorzeitige Kündigung von Leasingverträgen nur einvernehmlich möglich ist: „Ein prinzipielles Kündigungsrecht besteht hier nicht. Die Leasinggesellschaft hat das Recht auf Erfüllung des Vertrages. Werden dabei nicht min. 40 % der Abschreibungsdauer als Leasinglaufzeit erreicht, läuft der Leasingnehmer Gefahr, dass ihm der steuerliche Effekt aberkannt wird. Daher sind kurzfristige Laufzeiten oft nicht im Leasingvertrag abzubilden oder nur als reiner Mietvertrag darstellbar.“ Doch auch die Vorteile dürfen laut Sommer nicht außer Acht gelassen werden: Das Eigenkapital wird geschont und steht für andere Investitionen zur Verfügung .Eine Schonung des Eigenkapitales führe auch zu besseren Ratings bei den Banken und damit wieder zu besseren Konditionen aufgrund verminderter Risiken für die Finanzierungsinstitute.

Autor: Leo Breu

Foto: Still

 

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