Wie digitale Lieferantenanfragen den Einkauf neu definieren
Zeichnungsteile anfragen ist aufwendig, jedes Teil ein Unikat, jeder Lieferant eine separate E-Mail, jedes Angebot eine manuelle Eingabe ins ERP. Das Anfragesystem Expran verspricht, diesen Prozess radikal zu vereinfachen. Tino Schnetzke, Einkäufer bei Emag, nutzt das Tool seit acht Jahren und zieht eine positive Bilanz.
Die Beschaffung von hochindividuellen Zeichnungsteilen wird mit ExpAn leichter.ChristianS - stock.adobe.com
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Summary: EMAG setzt am Standort Zerbst im operativen Einkauf auf Expran, um digitale Lieferantenanfragen für Zeichnungsteile effizienter abzuwickeln. Statt Einzelmails, manueller Auswertung und SAP-Eingabe bündelt das System Anfrage, Angebotsvergleich und Übertragung. Das reduziert den Aufwand von gut einer Stunde auf rund zehn Minuten und erhöht die Transparenz für Einkauf und Lieferanten.
Wer im
operativen Einkauf Zeichnungsteile beschafft, kennt das Dilemma: Anders als bei
Standardartikeln lässt sich hier nichts einfach per Artikelnummer bestellen.
Jedes Teil ist individuell, jede Anfrage ein Einzelfall. Zeichnungen müssen
beigefügt, technische Details erläutert, Rückfragen beantwortet werden. Und das
für jeden Lieferanten einzeln.
Für Tino Schnetzke, der am
Emag-Standort Zerbst im Einkauf tätig ist, war das jahrelang gelebte Realität.
Der klassische Prozess: eine Anfrage formulieren, für jeden Lieferanten
individuell versenden, die Rückläufe einsammeln, auswerten und schließlich manuell
ins SAP-System einpflegen. Klingt beherrschbar – wird aber schnell zum
Zeitblock, sobald mehrere Lieferanten und Teile im Spiel sind. „Ich musste für
jeden einzelnen Lieferanten eine Formulierung per E-Mail bauen – individuell
versenden, individuell empfangen, individuell auswerten. Das ist ein enormer
Zeitfaktor, den man täglich einkalkulieren muss“, berichtet Schnetzke.
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Konkret gerechnet: Allein das
Vorbereiten und Versenden einer Anfrage an fünf Lieferanten kostet rund
fünfzehn Minuten. Die Rückläufe auswerten und ins System übertragen – nochmals
zehn Minuten pro Lieferant. Macht zusammen gut eine Stunde für eine einzige
Anfrage.
Der neue
Weg: Eine Maske, ein Klick, alle Lieferanten
ExprAn setzt
genau an diesem Engpass an. Das Prinzip ist einfach: Lieferanten werden vorab
in thematischen Poolgruppen registriert – gegliedert nach
Fertigungsschwerpunkten. Der Einkäufer füllt einmalig eine Anfragemaske aus,
lädt Zeichnungsdateien hoch und wählt den passenden Pool. Per Knopfdruck geht
die Anfrage an alle gelisteten Lieferanten gleichzeitig. Dabei bleibt
die Flexibilität erhalten: Einzelne Lieferanten können manuell abgewählt werden
– etwa wenn es in der Vergangenheit Probleme gab oder ein Lieferant für diesen
Auftrag nicht in Frage kommt. Auch während der laufenden Angebotsfrist lässt
sich jederzeit der aktuelle Stand einsehen.
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Nach
Fristablauf werden die eingegangenen Angebote automatisch nach Preis und
Lieferzeit ausgewertet und übersichtlich dargestellt. Die besten drei Angebote
werden optisch hervorgehoben. Das Ergebnis kann anschließend per Knopfdruck
direkt ins SAP übertragen werden – inklusive aller relevanten Preis- und
Losgrößensätze. „Sagen wir zehn Minuten gegenüber einer Stunde – das schlägt
wirklich gut. Das ist eine immense Erleichterung, definitiv“, so Tino Schnetzke. Dass für Expran dabei keine
komplizierte Implementierung erfordert, ist für ihn ein weiterer Pluspunkt:
„Das Tool läuft einfach im Browser, ich rufe es mit einem Klick auf und bin
direkt in der Eingabemaske. Kein Installationsaufwand, keine Einarbeitungszeit
– es ist wirklich selbsterklärend.“
Transparenz
als Mehrwert – auch für Lieferanten
Expran im Überblick
Der digitale Anfrageprozess in fünf Schritten
Lieferanten registrieren
sich in thematischen Poolgruppen nach Fertigungsschwerpunkten.
Einkäufer stellt die
Anfrage einmalig ein: Artikel, Zeichnungen, gewünschte Informationen.
Per Knopfdruck geht die
Anfrage an alle relevanten Lieferanten im Pool.
Angebote werden nach
Fristablauf automatisch nach Preis und Lieferzeit ausgewertet.
Ergebnis
wird per 1-Klick-Übertragung direkt ins SAP eingespielt.
Ein Aspekt, den Schnetzke
besonders hervorhebt, ist die Transparenz des Systems für alle Beteiligten.
Nicht nur der Einkäufer profitiert von der automatisierten Auswertung – auch
die Lieferanten erhalten nach jeder abgeschlossenen Ausschreibung eine Rückmeldung:
ein anonymisiertes Ranking, das zeigt, auf welchem Platz sie sich positioniert
haben.
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Das ermöglicht Lieferanten, ihre
eigene Preisstrategie zu überdenken und sich am Markt zu orientieren – ohne die
konkreten Preise der Wettbewerber zu kennen.
Ergänzt wird dies durch eine
jährliche Lieferantenbewertung, bei der Liefertreue, Qualität, Zuverlässigkeit
und Kommunikation bewertet und an den Lieferanten zurückgespiegelt werden.
„Es
ist sehr transparent – sowohl für mich als Anwender als auch für den
Lieferanten. Der hat gleich ein Feedback vom Markt, wo er positioniert ist.
Letztendlich ist es eine Win-Win-Situation für beide Parteien“, betont der Schnetzke.
Ganz ohne
Einschränkungen ist auch Expran nicht. Tino Schnetzke beschreibt einen
konkreten Grenzfall: Lieferanten, die nur regional liefern wollen, passen nicht
in das standortübergreifende Anfragenetzwerk in ExprAn. Für Schnetzke bleibt
das jedoch ein überschaubarer Sonderfall: Gut 80% seines
Artikelspektrums kann er problemlos über Expran anfragen. Bei täglicher Nutzung
und bis zu 20 bis 30 Positionen gleichzeitig summiert sich das zu einer
erheblichen Zeitersparnis.
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Fazit:
Ein Werkzeug für alle, die Zeichnungsteile einkaufen
Expran ist kein Allheilmittel
für sämtliche Beschaffungsaufgaben – aber für den spezifischen Bereich der
Zeichnungsteil-Anfragen hat das Tool bei der Emag längst seinen festen Platz im
Arbeitsalltag gefunden. Die Kombination aus einfacher Bedienbarkeit, erheblicher
Zeitersparnis und transparentem Feedback für alle Beteiligten macht es zu einem
Werkzeug, das weit über eine einfache Einkaufshilfe hinausgeht. „Das kann ich
jedem nur empfehlen, der Zeichnungsteile einkauft. Es ist eine enorme
Zeitersparnis – ein einfaches, unkompliziertes Arbeiten. Und es macht täglich
einen echten Unterschied“, so das Fazit des Einkäufers der Emag.
Für
Unternehmen, die noch mit manuellen Einzelanfragen arbeiten, lohnt sich ein
Blick auf Expran – nicht nur wegen der eingesparten Stunden, sondern weil es
den Einkauf insgesamt transparenter, vergleichbarer und letztlich
wettbewerbsfähiger macht.