Die Straße von Hormus bleibt ein neuralgischer Punkt der globalen Energieversorgung. Die VAE setzen auf Pipeline- und Bahnlogistik zum Hafen Fudschaira, der an den Indischen Ozean grenzt.
Die VAE planen eine zweite Pipeline von Jebel Ali nach Fujairah.EIA, Grafik: Oxford Analytica (via X)
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Summary: Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Öltransporte stärker am Risiko der Straße von Hormus vorbeiführen. Dafür soll der Hafen Fudschaira über bestehende und neue Pipelines sowie Bahnprojekte angebunden werden. Die Pläne könnten die Energie- und Logistikinfrastruktur der Golfregion strategisch verändern.
Die Vereinigten Arabischen Emirate könnten eine zentrale Rolle dabei spielen, Öltransporte unabhängiger von der Straße von Hormus zu machen. Im Fokus steht der Hafen Fudschaira, der östlich der Meerenge am Golf von Oman liegt. Dort können Ölexporte verschifft werden, ohne die Engstelle passieren zu müssen.
Bereits vor dem Irankrieg lief etwa die Hälfte der Ölexporte der VAE über die bereits existierende Habshan-Pipeline nach Fudschaira. Genannt wird eine Menge von 1,8 Mio. Barrel pro Tag. Ein Barrel entspricht 159 Litern. Mit einer neuen Pipeline von Jebel Dhanna nach Fudschaira sollen zusätzlich 1,5 Mio. Barrel pro Tag transportiert werden können. Damit könnten die VAE nach Einschätzung von Hussain Abdul-Hussain vom Thinktank Foundation for Defense of Democracies ihre bisherige Opec-Quote von 3,3 Mio. Barrel pro Tag erfüllen, ohne Öl durch die Straße von Hormus zu schicken. Das würde das Land zum "wichtigsten Energiekorridor der Welt" machen, so Abdul-Hussain.
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Damit würden die VAE zu einem der am besten abgesicherten Ölexporteure der Region.
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Wie Fudschaira zum Energiehub werden soll
Der Hafen Fudschaira gewinnt durch diese Infrastruktur eine strategische Funktion. Pipelines, Speicher und Hafenanlagen bilden dabei die Basis für eine alternative Exportachse am Golf von Oman.
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Hussain Abdul-Hussain formuliert es auf der Plattform X so: "Mit überlegener, CO2-armer Produktion, erstklassigen Pipelines, enormen Speicherkapazitäten und Hafenanlagen entwickeln sich die VAE nun zum Energiezentrum der Region", schreibt der Forscher auf "X".
Auch weitere Golfstaaten könnten an diesen Hub angebunden werden. Kuwait könnte eine Pipeline anschließen und zusätzliche drei Mio. Barrel pro Tag liefern. Für den Irak wird ein mögliches Potenzial von vier Mio. Barrel pro Tag genannt, allerdings nur bei vorherigem Ausbau der Pipeline-Infrastruktur. Auch Katar könnte seine Dolphin-Pipeline umfunktionieren, um LNG über Fudschira zu exportieren - müsse sich dafür jedoch zunächst von der Muslimbruderschaft distanzieren.
Kosten und Fertigstellung
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Die Inbetriebnahme wird derzeit für 2027 angepeilt. Berichten zufolge ist das Projekt bereits teilweise fertiggestellt.
Offizielle Gesamtkosten werden von den VAE bislang nicht umfassend veröffentlicht. In der öffentlichen Debatte wird das Vorhaben jedoch als milliardenschweres Infrastrukturprojekt eingeordnet, weil neben der Rohrleitung selbst auch Pumpstationen, Terminals und Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind. Je nach technischer Auslegung und begleitender Infrastruktur können die Investitionen erheblich steigen.
Welche Rolle die Bahnlogistik spielt
Neben den Pipelines setzen die VAE auf den Ausbau ihres Schienennetzes. Etihad Rail hat 2023 eine 900 Kilometer lange Erweiterung eröffnet, die Städte von Ghuwaifat bis Fudschaira verbindet. Damit entsteht ein zusätzlicher logistischer Korridor zwischen den Emiraten und dem Hafen am Golf von Oman.
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Ein weiteres Projekt soll die VAE mit dem Oman verbinden. Hafeet Rail, ein Joint Venture von Etihad Rail, Oman Rail und Mubadala Investment, meldete dem Bericht zufolge zuletzt einen Fertigstellungsgrad von 40 %. Etihad Rail bezeichnete das Projekt in einer Unternehmensmeldung als "eines der bedeutendsten strategischen Gemeinschaftsprojekte in den Bereichen Infrastruktur, Transport und Logistik" der Region.
Für die Industrie- und Energielogistik ist diese Kombination aus Pipeline, Hafen und Bahn entscheidend. Sie schafft zusätzliche Transportoptionen und reduziert die Abhängigkeit von einer einzelnen maritimen Engstelle.
Warum die Straße von Hormus weiter ein Risiko bleibt
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Die Bedeutung der Projekte ergibt sich aus der Lage an der Straße von Hormus. Der Iran hält die Wasserstraße weiterhin quasi in Geiselhaft. Fracht- und Tankschiffe stecken im Persischen Golf fest, was dafür sorgt, dass Öl und Gas am Weltmarkt fehlen.
Damit wird die Straße von Hormus nicht nur zu einem geopolitischen, sondern auch zu einem industriellen Risikofaktor. Die stark gestiegenen Energiepreise wirken auf Produktion, Logistik, Transportkosten und Beschaffungsketten.
Wie andere Staaten Hormus umgehen
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Die VAE sind nicht das einzige Land, das Alternativen zur Straße von Hormus nutzt. Saudi-Arabien greift laut Bericht auf eine Pipeline zurück, die pro Tag sieben Mio. Barrel Öl zum Rotmeerhafen Yanbu transportieren kann.
Für die VAE könnte der Ausbau allerdings weitergehen müssen. Zum 1. Mai 2026 ist das Land aus dem Ölförderkartell Opec austreten. Dadurch könnte es die bisherige Förderquote von 3,3 Mio. Barrel überschreiten. Um zusätzliche Mengen nach Fudschaira zu transportieren, reichen die bestehenden Kapazitäten demnach noch nicht aus.
Die geplanten und bestehenden Infrastrukturprojekte zeigen damit eine klare Richtung: Die Golfstaaten arbeiten an belastbareren Exportwegen. Für die globale Energieversorgung könnte Fudschaira dadurch weiter an Bedeutung gewinnen.