Die richtige Materialauswahl für die optimale Wellenfeder
TFC bietet die Wellenfedern von Smalley in vielen verschiedenen Werkstoffen an. Das eröffnet große Spielräume bei der Realisierung von Baugruppen, die aggressiven Medien und extremen Temperaturen ausgesetzt sind.
Michael KieferMichaelKiefer
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Wellenfedern aus Elgiloy und MP35N verfügen über hohe Festigkeiten und eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit. Häufig werden sie daher für Unterwasser-Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt.TFC
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In nahezu allen Branchen unterstützen die ein- und
mehrlagigen Wellenfedern von Smalley Produktdesigner, Ingenieure und
Konstrukteure bei der Umsetzung der stetig wachsenden Qualitätsanforderungen
bei der Entwicklung moderner Baugruppen. Als besonders raumsparende Federlösung
ermöglichen sie Miniaturisierungen, die sich mit konventionellen
Runddrahtfedern nicht erreichen lassen. In entscheidendem Maße tragen sie daher
zur Realisierung kompakter und innovativer Produkte bei.
Damit selbst jene
Systemhersteller, die Komponenten und Geräte für den Einsatz unter Extrembedingungen
fertigen, von diesen Vorteilen profitieren können, arbeitet Smalley
kontinuierlich an der Ausweitung seiner Werkstoffauswahl für die Produktion von
Wellenfedern. Das spiegelt sich auch wieder im Portfolio von Zulieferer TFC, dem
Exklusivanbieter dieser vielseitigen Konstruktionselemente. Konkret heißt das:
Die Wellenfedern stehen nicht nur in verschiedenen Carbonstählen und einer
Reihe von Edelstählen zur Verfügung, sondern auch in Buntmetallen und vor allem
in Superlegierungen, die zugelassen sind für den Einsatz in Petrochemie,
Offshore-Industrie, Hochtemperatur-Umgebungen, Luft- und Raumfahrt sowie
Ultrahochvakuum-Anwendungen (UHV).
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Die Fertigung der Wellenfedern erfolgt im
patentierten Circular-Grain-Kantenwickelverfahren von Smalley.
Diese einzigartige Technik ist überaus flexibel und eignet sich auch zur
Verarbeitung von Superlegierungen. Die gewünschten Materialeigenschaften werden
dabei auch durch verschiedene Wärmebehandlungen eingestellt. „Zudem sind keine
speziellen Werkzeuge erforderlich, was die Kosteneffizienz der Produktion erhöht
– sowohl von Prototypen und Kleinserien als auch von Großserien“, berichtet
Johannes Lambertz, der Technische Leiter von TFC.
Wenn
es heiß hergeht
Eine häufig für Wellenfedern eingesetzte Superlegierung ist Inconel X-750. Dieser nickel-chrombasierte Werkstoff erhält durch Ausscheidungshärtung einen federharten Zustand und bietet eine hohe Festigkeit sowie eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 370° C. Wärmebehandlungen können die Korrosionsbeständigkeit und andere physikalische Parameter des Materials weiter verbessern. Daneben gibt es weitere Varianten wie etwa Inconel 718 und 625, deren spezielle Eigenschaften – etwa ihre Temperaturfestigkeit von bis zu 700° C – das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten weiter vergrößern. Die Inconel-Typen sind unter anderem zugelassen für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrt, der Öl- und Gasförderung sowie auch der Chemietechnik.
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Ein ähnliches Eigenschaftsprofil wie Inconel X-750
hat die nickel-eisenbasierte Legierung A286. In federgehärtetem Zustand lässt
sie sich bei Temperaturen von bis zu 540°C einsetzen. Über die zuvor genannten
Branchen hinaus wird dieses Material insbesondere bei der Konstruktion von
Abgasrückführungssystemen und Turboladern für verschiedene Fahrzeug-Plattformen
verwendet. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass sich diese Superlegierungen
auch für Anwendungen am anderen Ende der Temperaturskala eignen – also für den Tieftemperatureinsatz
im kryogenen Bereich. „Hier gelten ähnlich herausfordernde Bedingungen wie im
Hochtemperatursektor. Die Wahl des Federwerkstoffs entscheidet dabei maßgeblich
über die Funktionssicherheit von Ventilen, mechanischen Dichtungen und Pumpen,
die bei der Flüssiggasförderung zum Einsatz kommen“, sagt Johannes Lambertz.
Der
Korrosion keine Chance
Ausgelegt auf Anwendungen, in denen
Korrosionsbeständigkeit oberste Priorität hat, ist Hastelloy C-276.
Diese Nickel-Molybdän-Chrom-Legierung mit Wolfram-Anteil verleiht Wellenfedern
eine hohe Resistenz gegen Spalt- und Spannungsrisskorrosion sowie Lochfraß –
selbst bei hohen Temperaturen. Der Werkstoff eignet sich daher gut für
Wellenfedern, die in Baugruppen der chemischen Industrie zum Einsatz kommen.
Beispiele hierfür sind mechanische Dichtungen, Druckbehälter und Regelventile.
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Elgiloy und MP35N sind hingegen nickel-kobaltbasierte Legierungen, die über hohe Festigkeit und eine
hervorragende Korrosionsbeständigkeit verfügen. Häufig werden sie für
Unterwasser-Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt, insbesondere
wenn im Umfeld saurer Schwefelwasserstoff (H₂S,
„sour gas“) auftritt.
Im Vergleich zu anderen NACE-zugelassenen Materialien bietet Elgiloy eine verbesserte Beständigkeit gegen Sulfid-Spannungsrisskorrosion.
Über die erwähnten Anwendungen hinaus finden sich
im aktuellen Portfolio von TFC auch Smalley-Wellenfedern, die prädestiniert
sind für den Einsatz in Lebensmitteltechnik, Medizintechnik, Schiffbau und
Automobilindustrie. Zudem stehen die genannten Materialoptionen auch für das
gesamte Smalley-Sortiment an Sicherungsringen zur Verfügung – inklusive der Spirolox-,
Hoopster-, und Wavering-Ringe sowie dem für hohe
Drehzahlen ausgelegten Revolox-Sicherungsring.
Viel
Freiraum für innovative Ideen
TFC ist der in Europa führende Anbieter von
Smalley-Wellenfedern und Sicherungsringen. Mit technischen Zentren in
Großbritannien und Deutschland kann das Unternehmen seine Kunden über den
gesamten Entwicklungsprozess begleiten – von der ersten Designberatung über das
Prototyping bis hin zur Serienproduktion. „Dabei spielt es keine Rolle, ob eine
einzelne Feder für ein spezifisches Projekt benötigt wird oder große
Stückzahlen für die Automobil-, Medizin- oder Konsumgüterindustrie zu fertigen
sind“, betont Johannes Lambertz.
Wellenfedern aus
gewalztem Flachdraht beanspruchen bis zu 50 Prozent weniger axialen Bauraum
sowie einen etwas geringeren radialen Bauraum als konventionelle
Runddrahtfedern – bei gleichem Federweg und gleicher Belastbarkeit. Sie punkten
daher bei der raumoptimierten Umsetzung kinematischer Funktionen in feinwerktechnischen, elektromechanischen und
mechatronischen Baugruppen. Von hoher Relevanz für die Performance von
Flachdraht-Wellenfedern (und -Sicherungsringen) ist die Auswahl des
Werkstoffs. Neben der Bestimmung der konstruktiven Parameter ist sie ein
maßgebendes Kriterium für die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer einer
Baugruppe. TFC hat deshalb in einem Whitepaper für Ingenieure, Konstrukteure und Beschaffer zusammengetragen, welche
Werkstoffe derzeit für welche Wellenfeder-Anwendungen von Bedeutung sind. Die
Herausgabe dieses Whitepapers gehört zu den kostenfreien Serviceleistungen des
Unternehmens.
FAQ - Wellenfedern
Was sind Wellenfedern und wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Druckfedern?
Wellenfedern sind flachdrahtige Federn mit wellenförmigem Verlauf, die axiale Kräfte aufnehmen. Im Unterschied zu klassischen zylindrischen Druckfedern aus Runddraht benötigen sie deutlich weniger Bauraum in axialer Richtung. Durch ihre spezielle Geometrie können sie bei gleicher Federkraft eine reduzierte Einbauhöhe ermöglichen – häufig bis zu 50 % geringer. Das macht sie besonders attraktiv für kompakte Baugruppen und gewichtssensitive Anwendungen.
In welchen Anwendungen werden Wellenfedern typischerweise eingesetzt?
Wellenfedern kommen überall dort zum Einsatz, wo axialer Bauraum begrenzt ist und gleichzeitig definierte Federkräfte erforderlich sind. Typische Anwendungen sind: Lager-Vorspannung in Elektromotoren und Getrieben, Kupplungssysteme, Ventile und Pumpen, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Automotive-Anwendungen. Insbesondere bei rotierenden Baugruppen werden Wellenfedern häufig zur spielfreien Lagerung oder Toleranzkompensation eingesetzt.
Welche Vorteile bieten Wellenfedern in der Konstruktion?
Die wichtigsten Vorteile sind: Reduzierte Bauhöhe bei gleicher oder höherer Leistungsfähigkeit, Gewichtsersparnis durch optimierte Materialausnutzung, hohe Flexibilität im Design (einlagig, mehrlagig, mit variabler Wellenausführung), gleichmäßige Kraftverteilung, geringere Teileanzahl durch Integration mehrerer Funktionen. Für Konstrukteure bedeutet das: mehr Gestaltungsfreiheit bei gleichzeitiger Miniaturisierung von Baugruppen.
Wie werden Wellenfedern ausgelegt und dimensioniert?
Die Auslegung erfolgt auf Basis der benötigten Federkraft, des verfügbaren Bauraums (Innen- und Außendurchmesser), des gewünschten Federwegs sowie der Einsatzbedingungen (Temperatur, Korrosion, Lastzyklen). Wichtige Parameter sind Drahtstärke (Flachdrahtdicke), Anzahl der Windungen, Anzahl der Wellen pro Windung, Werkstoff (z. B. Edelstahl, Kohlenstoffstahl, Sonderlegierungen), moderne Hersteller bieten Berechnungstools oder kundenspezifische Auslegung an, um optimale Performance und Lebensdauer sicherzustellen.
Welche Werkstoffe und Normen sind bei Wellenfedern relevant?
Wellenfedern werden häufig aus rostfreiem Edelstahl (z. B. 1.4310 / AISI 301), Kohlenstoffstahl oder hochfesten Speziallegierungen gefertigt. Für Hochtemperatur- oder korrosive Umgebungen kommen Nickelbasis- oder Sonderlegierungen zum Einsatz. Normativ orientieren sich Wellenfedern oft an kundenspezifischen Anforderungen, da sie selten Standard-DIN-Federn entsprechen. Maßgeblich sind jedoch allgemeine Anforderungen an Federn gemäß DIN EN 13906 sowie branchenspezifische Vorgaben (z. B. Automotive, Medizintechnik, Luftfahrt).