Reederei-Hochzeit

Hapag-Lloyd will Zim kaufen

Was plant Hapag-Lloyd mit Zim? Der Hamburger Konzern führt fortgeschrittene Verhandlungen über eine mögliche Übernahme.

Veröffentlicht
Hapag-Lloyd will durch den Zukauf des israelischen Konkurrenten wachsen.

Hapag-Lloyd treibt die Konsolidierung im globalen Containerverkehr voran. Die Hamburger Top-10-Reederei verhandelt über die vollständige Übernahme der israelischen Reederei Zim – ein Schritt mit strategischer und regulatorischer Tragweite.

Fortgeschrittene Gespräche über Komplettübernahme

Die nach Transportmenge größte deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd führt fortgeschrittene Verhandlungen über einen möglichen Erwerb sämtlicher Anteile an der Zim Integrated Shipping Services Limited, wie das Unternehmen mitteilt. Ziel ist die vollständige Übernahme des israelischen Wettbewerbers.

Bislang seien keine bindenden Vereinbarungen abgeschlossen worden, heißt es aus Hamburg. Damit befindet sich das Vorhaben weiterhin in einem ergebnisoffenen Stadium. Details zur möglichen Transaktionsstruktur oder zu einem Kaufpreis wurden nicht genannt.

Zustimmungsgremien und staatliche Freigabe

Für den potenziellen Deal sind mehrere formale Hürden zu nehmen. Erforderliche Zustimmungen des Vorstands und des Aufsichtsrats von Hapag-Lloyd sowie der zuständigen Gremien der Vertragspartner stehen noch aus.

Darüber hinaus ist die Freigabe des Staates Israel notwendig. Hintergrund sind Sonderrechte, die in der Satzung von Zim verankert sind. Ohne diese staatliche Zustimmung kann die Transaktion nicht vollzogen werden.

Wirtschaftliches Umfeld: Gewinnrückgang bei Hapag-Lloyd

Die möglichen Expansionspläne fallen in ein wirtschaftlich anspruchsvolles Umfeld. Hapag-Lloyd verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Gewinnrückgang. Wie das Unternehmen mitteilte, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vorläufig bei 1 Mrd. EUR. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert noch 2,6 Mrd. EUR betragen. Als Grund werden unter anderem gesunkene Preise genannt.

Zim mit globalem Netzwerk und Börsennotierung

Zim ist eine international tätige israelische Reederei mit eigener Flotte von Containerschiffen. Der Hauptsitz befindet sich in der Hafenstadt Haifa. Seit 2021 ist das Unternehmen an der New Yorker Börse notiert.

Mit einem weltweiten Netzwerk von Seerouten zählt Zim zu den etablierten Akteuren im internationalen Containerverkehr. Eine Übernahme durch Hapag-Lloyd würde die Marktstruktur im globalen Linienschifffahrtsgeschäft spürbar verändern.

FAQ - Hapag-Lloyd

Was plant Hapag-Lloyd mit Zim?

Hapag-Lloyd führt fortgeschrittene Verhandlungen über den möglichen Erwerb sämtlicher Anteile an der Zim Integrated Shipping Services Limited.

Ist die Übernahme bereits beschlossen?

Nein. Bislang wurden keine bindenden Vereinbarungen abgeschlossen, und mehrere Zustimmungen stehen noch aus. 

Welche Genehmigungen sind erforderlich?

Neben internen Gremienzustimmungen ist die Freigabe des Staates Israel aufgrund von Sonderrechten in der Zim-Satzung notwendig. 

Welche Bedeutung hätte ein Zusammenschluss der beiden Reedereien?

Es würden sich die Nummer 5 und die Nummer 9 der zehn weltweit größten Reedereien zusammenschließen. Damit würde eine neue Großreederei entstehen, die Giganten wie Cosco oder CMA CGM überholen könnte.

Wie hat sich das Ergebnis von Hapag-Lloyd zuletzt entwickelt?

Das vorläufige Ebit für 2025 lag bei 1 Mrd. EUR, nach 2,6 Mrd. EUR im Jahr 2024.