Einkaufsmanagerindex zeigt stärkere Industrienachfrage
Der Einkaufsmanagerindex Deutschland signalisiert im August einen anhaltenden Aufschwung im verarbeitenden Gewerbe. Auftragseingänge und Exportneugeschäft legen deutlich zu, während Lieferengpässe den Einkauf belasten.
Redaktion TECHNIK+EINKAUFRedaktionTECHNIK+EINKAUF
Der EMI zeigt im August 2026 wieder nach oben.Naypong Studio - stock.adobe.com
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Der S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) steigt im August von 52,2 auf 54,3 Punkte und erreicht den höchsten Stand seit 51 Monaten.
Die Auftragseingänge wachsen den dritten Monat in Folge und so stark wie seit Februar 2022 nicht mehr; auch das Exportneugeschäft legt ähnlich deutlich zu.
Verteidigungsausgaben, der Bau von Rechenzentren und Lageraufbau stützen laut Umfrageteilnehmenden die Nachfrage.
Gleichzeitig nehmen Lieferengpässe zu, während sich die Geschäftsaussichten der Hersteller deutlich verbessern.
Warum steigt der Einkaufsmanagerindex Deutschland?
Der Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland hat sich im August fortgesetzt. Das geht aus dem gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellten S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) hervor.
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Der Index stieg von 52,2 Punkten im Juli auf 54,3 Punkte im August. Damit erreichte er den höchsten Wert seit 51 Monaten. Hauptgrund für die Entwicklung war ein beschleunigter Anstieg der Auftragseingänge. Diese nahmen den dritten Monat in Folge zu und wuchsen so stark wie seit Februar 2022 nicht mehr.
Auch beim Exportneugeschäft wurden ähnlich hohe Zuwächse verbucht. Die Umfrageteilnehmenden führten den Nachfrageanstieg auf steigende Verteidigungsausgaben, den Bau von Rechenzentren sowie einen Lageraufbau bei vielen Unternehmen zurück.
Lieferengpässe erhöhen die Einkaufsmenge
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Parallel zur steigenden Nachfrage signalisieren die Umfrageergebnisse zunehmende Lieferengpässe. Die Hersteller deckten sich deshalb verstärkt mit Rohmaterialien ein. Zusammen mit der höheren Produktion sorgten diese Vorsorgemaßnahmen für den stärksten Zuwachs der Einkaufsmenge seit Mai 2022.
Die Lieferzeiten verlängerten sich im August so deutlich wie seit drei Monaten nicht mehr. Zahlreiche Befragte nannten als Gründe eine höhere Nachfrage, insbesondere nach elektronischen Bauteilen, sowie logistische Probleme. Letztere wurden durch die niedrigen Wasserstände des Rheins verschärft.
Wie entwickelt sich das Geschäftsklima der Hersteller?
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Auch bei den Geschäftsaussichten zeigt die Umfrage eine Verbesserung. Die Hersteller in Deutschland äußerten sich im August deutlich optimistischer als noch im Vormonat. Der entsprechende Index fiel so positiv aus wie seit Ausbruch des Krieges in Nahost nicht mehr und lag wieder über seinem Langzeitmittel.
Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmenden rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Produktionszahlen. Als Gründe werden steigende Auftragseingänge, die Einführung neuer Produkte und die Hoffnung auf höhere Investitionen genannt.
Entwicklung unterscheidet sich nach Güterbereichen
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Im Konsumgüterbereich gingen die Auftragseingänge trotz höherer Exportumsätze zurück. Gleichzeitig fiel der Produktionsrückgang so gering aus wie seit sieben Monaten nicht mehr. Der Kostendruck erreichte den niedrigsten Stand seit Februar.
Deutlich dynamischer entwickelte sich der Vorleistungsgüterbereich. Hier wurde die höchste Produktionssteigerung seit mehr als fünf Jahren verzeichnet. Die Neuaufträge nahmen deutlich zu, zugleich erhöhten sich die Einkaufspreise stark.
Auch bei den Investitionsgütern zogen die Zuwachsraten von Fertigung und Auftragseingängen an. Allerdings verlängerten sich die Lieferzeiten so deutlich wie seit vier Jahren nicht mehr. Der Geschäftsausblick erreichte ein Sechsmonatshoch.
Was Sie zum Thema Einkaufsmanagerindex Deutschland wissen müssen
Wie hoch ist der Einkaufsmanagerindex Deutschland im August? – Der S&P Global EMI steigt von 52,2 Punkten im Juli auf 54,3 Punkte im August und erreicht damit den höchsten Stand seit 51 Monaten.
Warum steigt der Einkaufsmanagerindex Deutschland? – Treiber sind vor allem deutlich höhere Auftragseingänge und ein wachsendes Exportneugeschäft. Als Gründe werden unter anderem Verteidigungsausgaben, Rechenzentren und Lageraufbau genannt.
Was zeigt der Einkaufsmanagerindex Deutschland bei den Lieferketten? – Die Lieferengpässe nehmen zu. Höhere Nachfrage, insbesondere nach elektronischen Bauteilen, logistische Probleme und niedrige Wasserstände des Rheins verlängern die Lieferzeiten.
Was bedeutet der Einkaufsmanagerindex Deutschland für die Produktion? – Im Vorleistungsgüterbereich steigt die Produktion so stark wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Auch bei Investitionsgütern ziehen Fertigung und Auftragseingänge an.
Wie sind die Aussichten laut Einkaufsmanagerindex Deutschland? – Rund ein Drittel der Befragten erwartet in den kommenden zwölf Monaten steigende Produktionszahlen.