Elektrische Schmelztechnologie bei Paroc

Elektrische Schmelztechnologie: Bis zu 80 % weniger CO₂

Elektrische Schmelztechnologie soll die Steinwolleproduktion von Paroc CO₂-effizienter machen. In Verbindung mit erneuerbarem Strom sinken die Emissionen im Schmelzprozess um bis zu 80 %.

Elektrisches Schmelzen statt fossiler Brennstoffe: Die modernen Öfen reduzieren die CO2-Emissionen im Schmelzprozess um bis zu 80 % und erhöhen gleichzeitig die Prozessflexibilität.
Elektrisches Schmelzen statt fossiler Brennstoffe: Die modernen Öfen reduzieren die CO2-Emissionen im Schmelzprozess um bis zu 80 Prozent und erhöhen gleichzeitig die Prozessflexibilität.

  • Paroc betreibt drei elektrische Schmelzöfen in Finnland und Polen und errichtet in Schweden die neue „Natura Line“.

  • Mit erneuerbarem Strom kann die elektrische Schmelztechnologie die CO₂-Emissionen des Schmelzprozesses um bis zu 80 % reduzieren.

  • Seit Anfang 2022 werden die beiden polnischen Elektroschmelzanlagen vollständig mit Windstrom versorgt.

  • Eine neue EPD weist für drei Dachdämmstoffe eine Verringerung des Gesamt-CO₂-Fußabdrucks über den Lebenszyklus um 78 % aus.

Steinwolle-Dämmstoffe tragen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zur Energieeinsparung bei. Gleichzeitig ist ihre Herstellung besonders energieintensiv – vor allem der Schmelzprozess der mineralischen Rohstoffe. Dies erfolgt traditionell in koksbetriebenen Kupolöfen, die hohe CO₂-Emissionen verursachen und nur begrenzte Flexibilität in der Prozesssteuerung ermöglichen.

Eine interne Analyse der Produktionsabläufe bei Paroc zeigte, dass der Schmelzprozess die Hauptquelle der Emissionen darstellt. Auf Basis dieser Erkenntnis hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren eine umfassende technologische Strategie entwickelt, um die Emissionsintensität der Produktion zu reduzieren. 

Erfahren Sie mehr über den Maschinenbau-Gipfel: Klicken Sie hier!
Erfahren Sie mehr über den Maschinenbau-Gipfel: Klicken Sie hier!

Elektrisches Schmelzen als Schlüssel zur Emissionsreduktion

Die Einführung und Skalierung elektrischer Schmelzöfen stellt den wohl tiefgreifendsten Schritt der Produktionsumstellung dar. Im Gegensatz zu Kupolöfen basiert das elektrische Schmelzen nicht auf fossilen Brennstoffen, sondern auf Stromzufuhr und ermöglicht somit einen vollständig anderen energetischen Ansatz.

Besonders deutlich wird der Vorteil, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Unter diesen Bedingungen lassen sich die CO₂-Emissionen des Schmelzprozesses um bis zu 80 % reduzieren. Paroc betreibt derzeit drei elektrische Schmelzöfen – eine Anlage in Finnland und zwei in Polen. Sie sind in den laufenden Produktionsbetrieb integriert und bilden die Basis für eine weitreichende Transformation der Steinwolleherstellung.

Ergänzend wird in Schweden derzeit die neue „Natura Line“ errichtet – eine Produktionslinie, die vollständig auf diese CO₂-arme Schmelztechnologie ausgelegt ist und damit die Fortsetzung der strategischen Elektrifizierung markiert. 

Kontinuierliche Prozessoptimierung: Vom Rohstoffhandling über den Schmelzprozess bis zur Endfertigung werden alle Produktionsschritte auf Energieeffizienz und Emissionsreduktion geprüft.
Kontinuierliche Prozessoptimierung: Vom Rohstoffhandling über den Schmelzprozess bis zur Endfertigung werden alle Produktionsschritte auf Energieeffizienz und Emissionsreduktion geprüft.

Der technologische Wandel ist jedoch nur ein Teil der Emissionsreduktion. Ebenso entscheidend ist die Energiequelle selbst, mit der die elektrischen Öfen betrieben werden. Während Finnland und Schweden bereits seit Jahren Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, war dies in Polen zunächst nicht der Fall. Die dortige Stromerzeugung basiert traditionell zu großen Teilen auf Kohle, was die CO₂-Bilanz trotz elektrischer Öfen beeinträchtigte.

Um dies zu ändern, initiierte Paroc eine umfangreiche Prüfung verschiedener Energiebezugsmodelle und entschied sich im Jahr 2021 für ein Virtual Power Purchase Agreement (VPPA) mit Octopus Renewables. Seit Anfang 2022 erfolgt die Versorgung der beiden polnischen Elektroschmelzanlagen vollständig mit Strom aus Windenergie. Allein durch diese Umstellung konnten die Emissionen der europäischen Paroc-Steinwolleproduktion um etwa 30 % reduziert werden. 

Messbare Effekte auf Produktebene: Neue EPDs belegen CO₂-Verringerungen

Die technologischen Maßnahmen zeigen sich nicht nur in der Prozessbilanz, sondern auch deutlich im Produktprofil. Die neue Umweltproduktdeklaration (EPD NEPD-4337-3565-EN) belegt, dass die Dachdämmstoffe PAROC Tectum 037, PAROC Robust 038 und PAROC Premo 90 ihren Gesamt-CO₂-Fußabdruck über den Lebenszyklus (A1–C4) um 78 % reduzieren konnten.

Diese Werte basieren auf standardisierten, extern verifizierten Berechnungsverfahren und unterstreichen den direkten Zusammenhang zwischen elektrischer Schmelztechnologie, erneuerbaren Energiequellen und den Auswirkungen auf das Endprodukt. Bemerkenswert ist zudem, dass diese Emissionsreduktionen nicht auf Kosten der Produktleistung erfolgen.

Die Dämmstoffe verfügen weiterhin über ihre gewohnt hohe Brandsicherheit, Langlebigkeit und Formstabilität. In einigen Fällen konnten die technischen Eigenschaften sogar weiter verbessert werden – so wurde beispielsweise die Druckfestigkeit von PAROC Premo 90 auf größer oder gleich 90 Kilopascal erhöht. 

Neue EPDs zeigen, dass ausgewählte Paroc Dachdämmstoffe ihren Lebenszyklus-CO2-Fußabdruck um bis zu 78 Prozent reduziert haben.
Neue EPDs zeigen, dass ausgewählte Paroc Dachdämmstoffe ihren Lebenszyklus-CO2-Fußabdruck um bis zu 78 Prozent reduziert haben.

Der Ansatz von Paroc ist klar formuliert: Innovationen werden nur dort umgesetzt, wo sie einen echten Mehrwert liefern. Tommy Lindgren, Leiter der Forschung und Entwicklung, fasst dies wie folgt zusammen: „Wir verändern uns nicht um der Veränderung willen, sondern um der Zukunft willen.“

Qualität ist und bleibt der zentrale Wettbewerbsfaktor von Paroc. Jede Prozessoptimierung muss daher sowohl zur Emissionsreduktion als auch zur Sicherstellung der gewohnt hohen technischen Leistungsfähigkeit beitragen.  

Ausblick: Fortsetzung der Elektrifizierung und weitere Prozessinnovationen

Die bisherigen Schritte markieren einen fundamentalen Wandel innerhalb der Steinwolleproduktion. Gleichzeitig ist die Entwicklung nicht abgeschlossen.

Paroc arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner elektrischen Schmelzprozesse, an der Ausweitung erneuerbarer Energiequellen sowie an technischen Innovationen in vorgelagerten und nachgelagerten Produktionsphasen. Ziel ist es, die CO₂-Effizienz der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu verbessern und damit einen wesentlichen Beitrag für die zukünftigen Anforderungen zu leisten.

Was Sie über elektrische Schmelztechnologie wissen müssen

  • Wie stark reduziert elektrische Schmelztechnologie die CO₂-Emissionen? – In Verbindung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen lassen sich die CO₂-Emissionen des Schmelzprozesses laut Paroc um bis zu 80 % senken.

  • Wo nutzt Paroc elektrische Schmelztechnologie? – Paroc betreibt einen elektrischen Schmelzofen in Finnland und zwei in Polen. In Schweden entsteht zudem die neue „Natura Line“.

  • Welche Rolle spielt erneuerbarer Strom bei elektrischer Schmelztechnologie? – Er ist entscheidend für die CO₂-Bilanz. Die beiden polnischen Anlagen werden seit Anfang 2022 vollständig mit Windstrom versorgt.

  • Wie wirkt sich elektrische Schmelztechnologie auf die Produkte aus? – Für drei Dachdämmstoffe weist eine neue EPD einen um 78 % reduzierten Gesamt-CO₂-Fußabdruck über den Lebenszyklus A1–C4 aus.

  • Wie will Paroc die elektrische Schmelztechnologie weiterentwickeln? – Das Unternehmen arbeitet an seinen elektrischen Schmelzprozessen, der Ausweitung erneuerbarer Energiequellen und weiteren Prozessinnovationen.