Ein Kriterium für den Einkauf eines E-Autos als Firmenwagen ist seine Reichweite. Diese 40 Elektromodelle kommen so weit wie durchschnittliche Benziner - und mache sogar weiter.
Elektroautos sind immer häufiger Teil der Firmenflotte. Diese Modelle bieten besonders viel Reichweite.Heidelberg
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Summary: Die reale Elektroauto-Reichweite hängt im Alltag und auf der Autobahn von Tempo, Außentemperatur, Streckenprofil, Beladung und Nebenverbrauchern ab. Für Unternehmen und Vielfahrer sind neben der WLTP-Reichweite vor allem Verbrauch, nutzbare Batteriekapazität, Ladezeit und Ladeprofil entscheidend. Eine passende Fahrzeugauswahl kann Reichweitenrisiken und unnötig hohe Gesamtkosten vermeiden. Die 40 E-Auto-Modelle mit der höchsten Reichweite bieten alle mehr als 650 Kilometer laut WLTP.
Der häufigste Grund gegen ein Elektroauto lautet meist "zu wenig Reichweite". Dass das kein Argument mehr sein muss, zeigen diese 20 E-Auto-Modelle. Alle bieten eine Reichweite (nach WLTP) von mindestens 650 Kilometern. Allerdings müssen Einkäufer dafür schon tiefer in die Tasche greifen. Dann aber gibt es Reichweiten bis zu 960 Kilometern.
Wir haben die 20 reichweitenstärksten Limousinen, SUVs und Kombis in ein Ranking gepackt und nach ihrer WLTP-Reichweite sortiert. Das spiegelt zwar nicht die unter realen Umständen jederzeit abrufbare Reichweite wider, macht das Ranking aber zumindest einigermaßen vergleichbar, auch wenn einige Modelle aus einer kleineren Batterie mehr Reichweite herausholen als andere Modelle aus einer großen.
Interessanterweise steht ein US-amerikanisches Unternehmen an der Spitze, der bisherige Reichweitenkönig Tesla reiht sich mit seinen Modellen 3, S, X und Y weiter hinten ein. Vor allem deutsche Oberklasse-Modelle können mit einer hohen Reichweite punkten - es gibt sie aber auch (und dann meist günstiger) mit einer kleineren Batterie. Dann aber auch natürlich mit einer geringeren Reichweite.
E-Autos mit der höchsten Reichweite (Plätze 21 bis 40)
Platz
Modell
Reichweite (WLTP)
21.
Tesla Model X Dual Motor AWD
649
22.
Cupra Born
631
23.
Kia EV4 Fastback LR
630
24.
BMW i5 eDrive 40
627
25.
Ford Capri Extended Range RWD
627
26.
Hyundai Ioniq 9 (Heckantrieb)
620
27.
Polestar 4 LR Single Motor
620
28.
Ford Mustang Mach-E Extended Range
615
29.
BMW i4 eDrive 40 Gran Coupé
613
30.
Tesla Model Y LR RWD
609
31.
Kia EV3 LR
605
32.
Ford Explorer Extended Range RWD
602
33.
Nio ET5 LR
590
34.
Volvo EC40
584
35.
Skoda Enyaq 85
587
36.
Nio ET7 LR
584
37.
Skoda Elroq 85
576
38.
BYD Seal Design (Heckantrieb)
570
39.
Kia EV9 LR
563
40.
Cupra Tavascan
557
Quelle: eigene Recherche
Das WLTP-Testverfahren ist ein standardisiertes Laborverfahren für Elektroautos und läuft wie folgt ab:
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Prüfstand: Das Elektroauto wird auf einen Rollenprüfstand gestellt, auf dem es verschiedene Fahrzyklen simuliert, ohne sich tatsächlich zu bewegen. Dabei werden Strom, Spannung, Leistung und Drehmoment gemessen.
Fahrzyklen: Der WLTP-Test besteht aus vier Teilzyklen, die verschiedene Fahrbedingungen abbilden: niedrige, mittlere, hohe und sehr hohe Geschwindigkeit. Diese simulieren Stadtverkehr (maximal 56,5 km/h), Überland- und Autobahnfahrten. Jeder Zyklus enthält Abschnitte mit Beschleunigung, konstanter Geschwindigkeit und Verzögerung.
Testbedingungen: Die Umgebungstemperatur beträgt 23 °C (in Europa zusätzlich auch 14 °C). Die gesamte Testdauer beträgt 30 Minuten, die gefahrene Strecke 23,25 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 46,5 km/h, die Höchstgeschwindigkeit bei 131 km/h.
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Akkuladung: Das Fahrzeug startet mit vollständig geladener Batterie. Der Test wird so oft wiederholt, bis die Batterie leer ist, um die gesamte elektrische Reichweite zu bestimmen.
Messung des Energieverbrauchs: Während des Tests wird der Stromverbrauch in kWh/100 km erfasst. Am Ende wird die entnommene Energiemenge durch die gefahrene Strecke geteilt, um den offiziellen Verbrauch und die Reichweite zu berechnen.
Berücksichtigung von Sonderausstattung: Anders als frühere Verfahren berücksichtigt der WLTP auch optionale Ausstattungen, die Gewicht und Aerodynamik beeinflussen können.
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Wie weit kommen Elektroautos in der Realität?
Die angegebene WLTP-Reichweite ist vor allem ein standardisierter Vergleichswert. Wie weit ein Elektroauto im Alltag tatsächlich fährt, hängt unter anderem von Geschwindigkeit, Außentemperatur, Streckenprofil, Beladung, Reifen, Heizung und Klimaanlage ab. Besonders bei längeren Autobahnfahrten liegt die reale Reichweite deshalb häufig unter dem offiziellen WLTP-Wert.
Für die Praxis bedeutet das: Ein Elektroauto mit 700 Kilometern WLTP-Reichweite wird diese Distanz nicht unter allen Bedingungen ohne Ladestopp zurücklegen. Wer regelmäßig lange Strecken fährt, sollte deshalb nicht allein auf den höchsten Prospektwert achten, sondern auch den Energieverbrauch bei Autobahntempo und die Ladeleistung prüfen. Aussagekräftiger als die reine Maximalreichweite ist häufig die Kombination aus niedrigem Verbrauch, großer nutzbarer Batteriekapazität und kurzen Ladepausen.
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Wie stark sinkt die Reichweite von Elektroautos im Winter?
Niedrige Temperaturen können die Reichweite eines Elektroautos deutlich reduzieren. Zum einen laufen die chemischen Prozesse in der Batterie bei Kälte weniger effizient ab. Zum anderen benötigt das Fahrzeug Energie, um den Innenraum und gegebenenfalls den Akku zu erwärmen. Kurze Fahrten wirken sich dabei besonders ungünstig aus, weil der Heizvorgang bei jeder Fahrt erneut Energie benötigt.
Wie hoch der Reichweitenverlust ausfällt, unterscheidet sich von Modell zu Modell. Wärmepumpe, Batterievorkonditionierung und eine effiziente Heizstrategie können den Mehrverbrauch begrenzen. Für Fuhrparks mit regelmäßigen Winterfahrten empfiehlt es sich daher, bei der Fahrzeugauswahl einen ausreichenden Sicherheitspuffer einzuplanen und nicht mit der vollständigen WLTP-Reichweite zu kalkulieren.
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Autobahn-Reichweite: Warum hohes Tempo den Verbrauch erhöht
Auf der Autobahn steigt der Energieverbrauch vor allem durch den mit der Geschwindigkeit stark zunehmenden Luftwiderstand. Ein Elektroauto, das im gemischten WLTP-Zyklus besonders weit kommt, kann bei dauerhaft hohem Autobahntempo erheblich früher eine Ladestation benötigen. Große SUV sind wegen ihrer Stirnfläche und ihres Gewichts häufig stärker betroffen als aerodynamisch optimierte Limousinen.
Für Vielfahrer und Außendienstflotten ist daher die Reichweite bei realistischen Reisegeschwindigkeiten wichtiger als ein theoretischer Spitzenwert. Ein gleichmäßiges Tempo, vorausschauendes Fahren und eine moderate Geschwindigkeit können die Reichweite spürbar verbessern. Auch Dachboxen, Fahrradträger oder schwere Zuladung erhöhen den Verbrauch und sollten in der Einsatzplanung berücksichtigt werden.
Ladeleistung ist für die Langstrecke ebenso wichtig wie Reichweite
Eine große Batterie allein macht ein Elektroauto noch nicht automatisch langstreckentauglich. Entscheidend ist auch, wie schnell das Fahrzeug Energie nachladen kann und wie lange es eine hohe Ladeleistung hält. Die vom Hersteller genannte maximale DC-Ladeleistung wird meist nur für einen begrenzten Zeitraum und bei optimaler Batterietemperatur erreicht.
Für den Alltag ist deshalb die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent aussagekräftiger als der maximale Kilowattwert. Ebenso relevant ist, wie viele Kilometer Reichweite innerhalb von zehn oder 20 Minuten nachgeladen werden können. Ein effizientes Fahrzeug mit kleinerem Akku und stabiler Ladekurve kann auf einer langen Reise schneller am Ziel sein als ein Modell mit größerer Batterie, aber niedriger oder früh abfallender Ladeleistung.
Welche Reichweite sollte ein Elektroauto mindestens haben?
Die notwendige Reichweite hängt stärker vom Einsatzprofil als von der Fahrzeugklasse ab. Für tägliche Pendelstrecken und regionale Dienstfahrten reichen häufig bereits Elektroautos mit einer WLTP-Reichweite von 300 bis 400 Kilometern. Wer regelmäßig lange Autobahnetappen fährt oder nur eingeschränkt laden kann, sollte eher Modelle mit mindestens 600 Kilometern WLTP-Reichweite betrachten.
Eine überdimensionierte Batterie ist nicht in jedem Fall wirtschaftlich. Sie erhöht in der Regel Kaufpreis, Gewicht und Ressourcenbedarf. Unternehmen sollten deshalb zunächst Fahrprofile, tägliche Kilometerleistungen, Standzeiten und verfügbare Ladepunkte analysieren. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Mindestreichweite für die jeweilige Nutzergruppe erforderlich ist.
Worauf Unternehmen beim Kauf eines Elektroautos achten sollten
Für den betrieblichen Einsatz reicht ein Vergleich der WLTP-Reichweiten nicht aus. Neben dem Listenpreis sollten Einkäufer auch Leasingrate, Stromverbrauch, Ladeverluste, Versicherung, Wartung, Restwert und die Kosten der Ladeinfrastruktur berücksichtigen. Diese Faktoren bestimmen die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer, die sogenannten Total Cost of Ownership.
Auch das Ladeprofil spielt eine wichtige Rolle. Fahrzeuge, die überwiegend auf dem Betriebsgelände oder zu Hause geladen werden, verursachen meist geringere Energiekosten als Autos, die häufig öffentliche Schnellladesäulen nutzen. Bei einer größeren Flotte kommen zudem Lastmanagement, Abrechnung, Zugangssteuerung und die verfügbare Anschlussleistung am Standort hinzu.