Adrian Raidt, Gründer von Laserhub

Er ist der Gründer von Laserhub: Adrian Raidt. - Bild: Laserhub

| von Gabriel Pankow

Die Gründer der Laserhub GmbH hätten sich mehr Durchhaltevermögen für mehr Wettbewerb und höhere Entwicklungsdynamik gewünscht, heißt es in einer Pressemitteilung.  

Bis zum Ende 2019 blickte die Laserhub GmbH, Betreiber einer digitalen Beschaffungsplattform für Laser- und Blechteile, auf eine ganze Reihe von direkten und indirekten deutschen Wettbewerbern. Zwei Übernahmen in den vergangene Wochen haben das Marktumfeld nun deutlich verändert: Zunächst schluckte das amerikanische Unternehmen Xometry kurz vor Weihnachten 2019 die CNC-Plattform Shift. In der vergangenen Woche vollzog das aus Tübingen stammende Unternehmen Kreatize dann eine schwäbische Hochzeit mit Fabrikado aus Balingen.

Laserhub-Gründer Adrian Raidt sieht diese Entwicklung sehr kritisch: „Wir hätten wir uns im Sinne aller Beteiligten weiterhin einen Markt mit möglichst vielen – und möglichst starken - Konkurrenten gewünscht. Aus unserer Sicht geschieht diese  Konsolidierung des Markts der industriellen Plattformen zu früh. Dadurch kann viel Dynamik und Innovationsdruck verloren gehen.”

Kleine Fische, die kleine Fische schlucken

„Wir schätzen den adressierbarer Markt in Europa auf jährlich rund 150 Milliarden Euro. Die momentanen Anbieter digitaler Plattformen in diesem Business setzen allerdings jeweils nur wenige Millionen um”, ergänzt Co-Gründer Christoph Rößner. „Das ungenutzte Potenzial ist gigantisch! Keine Plattform hat bisher bewiesen, dass ihr Konzept nachhaltig und skalierbar funktioniert. Ich hätte mir gewünscht, dass wir gemeinsam mit dem Wettbewerb den Markt groß machen. Das wäre für die Industrie insgesamt besser gewesen, da die Wettbewerbsdynamik zu schnelleren Entwicklungen geführt hätte.”

Aus den jüngste Konsolidierungen zieht Laserhub mehrere Schlüsse. „Wir vergleichen die Gründung eines Start-ups im B2B mit einem Marathon”, sagt Rößner. „Im B2C ist es eher ein Sprint. Wer hier mit der falschen Einschätzung an den Start geht, dem geht schnell die Puste aus.”

Neben solchen grundsätzlichen Fehleinschätzungen ergänzt Adrian Raidt eine spezifische Herausforderung, die sich industriellen Beschaffungsplattformen stellt: „B2B Startups müssen die richtige Entscheidung zwischen einem breiten Leistungskatalog oder einer hohe Fertigungstiefe mit wenigen Verfahren treffen.“

Die Gründer der 2-Jahre jungen  Laserhub GmbH haben sich bewusst für den zweiten Weg entschieden, da jedes Werkstoff-Bearbeitungsverfahren in sich sehr komplex ist. Der Drang durch ein möglichst breites Portfolio möglichst viel Kundenbedarf abzudecken, ist zwar nachvollziehbar aber sehr gefährlich.

Die Anzahl der sehr fachspezifischen Problemstellungen, die ein kleines Start-up-Team lösen, potenziert sich exponentiell. Darunter leiden oft Nutzererfahrung und der Service.

Vor der Breite kommt die Tiefe

Deshalb hat sich Laserhub seit seiner Gründung 2017 vornehmlich auf den Markt der Blechbearbeiter und deren Kunden konzentriert. Das Stuttgarter Team ergänzt seither die zwei Verfahren Laserschneiden und Biegen kontinuierlich in der Tiefe.

Kunden können so über Laserhub auch Laser- und Biegeteile gleich entgraten oder pulverbeschichten lassen. Gewinde und Senkungen helfen beim schnellen Zusammenfügen von Baugruppen. “Wir haben hierdurch Kunden, die ihren gesamten Blechbedarf über uns decken - vom Einzelstück für den Prototypenbau bis hin zu den Teilen für große Serienproduktionen”, berichtet Christoph Rößner. Erst jetzt, wo eine ordentliche Traktion bei diesen beiden Verfahren erzeugt worden wäre, wird das Portfolio auch in die Breite ergänzt - im zweiten Quartal 2020 erweitert sich die Laserhub-Plattform um Rohrlaserschneiden und CNC-Drehteile.

 „Wir bleiben bei diesen Erweiterungen weiterhin sehr bedacht, um uns unseren laserklaren Fokus auf die Bedürfnisse unserer Kunden zu erhalten”, schließt Rößner ab. „Der Markt ist und bleibt riesig - und endlich entwickelt die Digitalisierung auch in der Beschaffung ein unaufhaltbares Momentum. Wir werden beweisen, dass wir mit unserer Strategie den richtigen Ansatz gewählt haben, um dieses Potenzial zu nutzen.”

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