Ranking Global Family Index

Top 20: Die größten Familienunternehmen der Welt

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Volkswagen Produktion Zwickau
Welche Familienunternehmen liegen international in der Branche "Industrie" an der Spitze? Der Global Family Index gibt Antworten.

Betriebe in Familienbesitz schaffen es bis an die Spitze. Führend sind hier vor allem die Autobauer, so eine Studie.

Der Global Family Business Index 2025 zeigt die größten Familienunternehmen der Welt. Sie sind nicht nur Nischenakteure, sondern Schwergewichte der Weltwirtschaft. Der Index wird gemeinsam von der Universität St. Gallen und der Unternehmensberatung EY erstellt. Wir haben aus den 500 gelisteten Unternehmen diejenigen aus der Industrie herausgefischt. Das können zum Teil auch Mischkonzerne sein. Reine Beratungsunternehmen, Handelsketten (wie Walmart oder die Schwartz-Gruppe) lassen wir bei der Betrachtung außen vor.

Die betrachteten Unternehmen kommen 2024 auf einen aggregierten Umsatz von 8,8 Trillionen US-Dollar und 25,1 Millionen Beschäftigte. Der Großteil kommt aus den USA und Deutschland. Aber auch China, Frankreich und Italien sowie Brasilien, Kanada und Mexiko sind stark vertreten.

In unserer Bildergalerie finden Sie die 20 größten Familienunternehmen der Welt nach ihrem Umsatz im Jahr 2024.

Regionale und branchenspezifische Vielfalt

Die internationale Streuung der größten Familienunternehmen hat sich in den letzten Jahren weiter verlagert. Laut dem Global Familiy Business‑Index sind 47 Prozent der Unternehmen in Europa beheimatet, 29 Prozent in Nordamerika, 18 Prozent in Asien und 6 Prozent im übrigen Teil der Welt.

Deutschland stellt dabei 78 Unternehmen und beheimatet fünf der zwanzig größten Firmen, darunter die Schwarz‑Gruppe und die Autohersteller Volkswagen und BMW. Aus den USA kommen 23 Prozent der Familienunternehmen, sie stehen für etwa 30 Prozent des Gesamtumsatzes . Indien und China stellen jeweils rund drei Prozent der größten Familienunternehmen, wobei mit Tata Sons und Reliance Industries gleich zwei indische Gruppen in der Spitzengruppe vertreten sind.

Branchenmäßig ist der Einzelhandel mit 20 Prozent der Index‑Unternehmen und 26 Prozent des Gesamtumsatzes am stärksten vertreten. Dahinter folgen Konsumgüter (19 Prozent), der Bereich „Advanced Manufacturing“ (15 Prozent) und Mobilität (9 Prozent). Die deutschen Firmen führen insbesondere in den Sektoren Advanced Manufacturing und Mobilität: Sechzehn deutsche Hersteller erreichen gemeinsam 191 Milliarden US‑Dollar Umsatz, vierzehn Mobilitätsunternehmen 669 Milliarden US‑Dollar.

Strategische Erfolgsfaktoren und Innovation

Nicht nur der Global Family Business Index von EY, sondern auch Studien wie die von McKinsey und KPMG betonen die besonderen Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen. McKinsey hebt hervor, dass Familienunternehmen weltweit mehr als 70 Prozent des globalen BIP erwirtschaften und rund 60 Prozent der Arbeitsplätze stellen. Ihr langfristiger Fokus, ihr Zweck über den reinen Gewinn hinaus und ihre vorsichtige Finanzpolitik tragen dazu bei, Krisen besser zu überstehen.

Das von KPMG untersuchte „Legacy‑Paradox“ beschreibt, dass das Erbe einer Unternehmerfamilie als Inspirationsquelle dient, aber Innovation auch behindern kann. Die Studie zeigt, dass 45 Prozent der Familienunternehmen mit hohen „Legacy‑Scores“ eine bessere wirtschaftliche Performance aufweisen und 53 Prozent besonders nachhaltige Ergebnisse erzielen.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen im EY‑Index war in den letzten zwei Jahren an mindestens einer M&A‑Transaktion beteiligt. Insgesamt wurden 616 Deals registriert, wobei ein Drittel einen Wert von über 250 Millionen US-Dollar. Das heißt: Familienunternehmen wachsen trotz konservativer Finanzen und richten sich neu aus.

McKinsey identifiziert als Erfolgsformel vier Denkweisen:

  • Zweckorientierung,
  • langfristiger Blick,
  • vorsichtige Finanzen und
  • effiziente Entscheidungsfindung.

Auch fünf strategische Maßnahmen wie Diversifikation, dynamische Ressourcenallokation, Talentförderung und Governance‑Überprüfung stellt McKinsey als Erfolgsfaktoren dar. Damit entsteht ein Bild von Familienunternehmen als anpassungsfähige, gleichzeitig traditionsbewusste Innovatoren.

Portrait Dörte Neitzel Redakteurin Technik+Einkauf

Die Autorin: Dörte Neitzel

Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.

Nachfolge, Familienkultur und Diversität

Die langfristige Kontinuität ist ein zentrales Thema aller Familienunternehmen. Der US‑Think‑Tank Conway Center stellt fest, dass Familienunternehmen durchschnittlich über 60 Jahre unter Kontrolle einer Familie stehen , aber nur rund 12 Prozent die dritte Generation erreichen. In den USA planen 40 Prozent der Eigentümer, in den nächsten Jahren in den Ruhestand zu gehen, doch weniger als die Hälfte hat bereits einen Nachfolger benannt.

Obwohl 72 Prozent ihr Unternehmen in der Familie halten möchten, verfügen lediglich 34 Prozent über einen belastbaren Nachfolgeplan. KPMG betont, dass starke Familienlegenden den Austausch zwischen den Generationen fördern sollten; Ältere müssten „Platz machen“, damit die nächste Generation eigene Ideen und Technologien einbringen kann.

Diversity scheint dabei zu einem Erfolgsfaktor zu werden: Laut Conway Center werden 24 Prozent der Familienunternehmen von einer Frau geführt, bei 31,3 Prozent ist eine Frau als Nachfolgerin vorgesehen und nahezu 60 Prozent haben Frauen in der Geschäftsleitung. Frauengeführte Familienfirmen sind in den vergangenen Jahren um 37 Prozent gewachsen und weisen eine um 40 Prozent geringere Abwanderung von Familienmitgliedern auf. Auch ethische Standards spielen eine Rolle. Eine Mehrheit der Familienunternehmen glaubt, strengere Werte zu haben als die Konkurrenz.

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Die größten Familienunternehmen weltweit

  1. Volkswagen
  2. Ford
  3. BMW
  4. Tata
  5. Koch Industries
  6. Reliance
  7. SK
  8. Bosch
  9. MSC
  10. Idemitsu Kosan

Mehr Informationen zu den Unternehmen erhalten Sie in unserer Bildergalerie - zum auch die Plätze 11 bis 20.

Quelle: EY Global Familiy Business Index 2025

FAQ - internationale Familienunternehmen

Wer ist das aktuell größte internationalen Familienunternehmen?

Laut EY Familiy Business Index ist die US-Handelskette Walmart das größte Familienunternehmen. Bezogen auf die Branche Industrie ist es Volkswagen.

Welche Bedeutung haben Familienunternehmen für die Weltwirtschaft?

Familienunternehmen spielen eine zentrale volkswirtschaftliche Rolle: Laut McKinsey erwirtschaften sie weltweit mehr als 70 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und stellen rund 60 Prozent der weltweiten Arbeitsplätze. Die 500 größten Familienfirmen erwirtschafteten 2025 zusammen 8,8 Billionen US‑$ Umsatz und beschäftigen über 25 Millionen Menschen. Als „fiktive Volkswirtschaft“ wären sie damit die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt.

In welchen Regionen und Branchen gibt es besonders viele Familienunternehmen?

Der Global‑Family-Business-Index zeigt, dass knapp die Hälfte der größten Familienunternehmen in Europa, etwas weniger als ein Drittel in Nordamerika und nicht ganz ein Fünftel in Asien beheimatet sind. Deutschland ist mit drei Unternehmen an der Spitze im Industrie-Ranking besonders gut aufgestellt.

Was macht Familienunternehmen so erfolgreich?

Studien zeigen, dass erfolgreiche Familienfirmen vier Grundhaltungen pflegen: Sie verfolgen einen Zweck jenseits des Profits, denken langfristig, agieren finanziell vorsichtig und treffen Entscheidungen effizient. Diese Mindsets werden durch strategische Maßnahmen wie Diversifikation, dynamische Allokation von Ressourcen, konsequente Talentförderung und regelmäßige Überprüfung der Governance ergänzt.