Hochgeschwindigkeitszug Velaro von Siemens für die türkische Staatsbahn TCDD

Siemens ist in der Türkei von den Stromabschaltungen betroffen. (Bild: Siemens)

Die türkische Regierung kappt den Industriebetrieben im Land drei Tage lang die Versorgung mit Strom und Gas. Wer trotz des Verbots Strom und Gas verbrauche, dem drohen strafrechtliche Konsequenzen, so der türkisch Netzversorger Teias. Das berichtet das Handelsblatt.

Der Grund für die drastische Maßnahme: Der Iran liefert nicht genug Erdgas. Zuletzt hatte das Land 16 Prozent des Erdgasbedarfs der Türkei gedeckt. Aufgrund der ungewöhnlich niedrigen Temperaturen in der Region ist der Eigenverbrauch in Iran sprunghaft angestiegen. Entsprechend weniger wird exportiert.

Aber auch die Türkei benötigt aufgrund des Wintereinbruchs mehr Energie als sonst - für die Produktion, die Beheizung von Maschinen, Büros und Lagerhallen. Der Flughafen Istanbul wurde bereits zeitweise geschlossen.

Unternehmen müssen Produktion unterbrechen oder Strafe zahlen

Laut Thilo Pahl, Chef der Außenhandelskammer Istanbul, sind auch deutsche produzierende Unternehmen betroffen. Die Auswirkungen seien erheblich, so Pahl zum Handelsblatt. Industrielle Anlagen könnten nicht einfach an- und ausgeschaltet werden, ohne dass technisch sensible Systeme wie zum Beispiel Hochöfen Schäden nehmen.

Der türkische Autohersteller Tofaş und der französische Renault-Konzern haben bereits angekündigt, ihre Produktion in der Türkei zu unterbrechen. Tofaş werde drei Tage aussetzen, Renault hält die Bänder gleich für zwei Wochen an. Auch deutsche Großkonzerne wie Siemens, Bosch und Bayer sind in der Türkei ansässig und betroffen.

Besonders große Sorgen macht sich laut Handelsblatt die türkische Glasindustrie. Bekommen die Industrieglasöfen zu wenig Energie, kühlen sie ab. Anschließend sei eine sogenannte Kaltwartung erforderlich und diese dauert vier bis fünf Monate. Ein Glasofen kostet etwa 40 bis 50 Millionen Euro. Strafzahlungen müsse man dann in Kauf nehmen, so der Manager eines deutschen Werks. Wann der Strom abgestellt wird, ist noch nicht bekannt.

Siemens kann zumindest den Stromausfall teilweise überbrücken, das Unternehmen bezieht Energie aus einer hauseigenen Solaranlage, wie unser Schwesterportal PRODUKTION berichtet.

China hatte Stromausfälle und Stromabschaltungen 2021

Im vergangenen Jahr war es China, wo die Unternehmen unter Stromabschaltungen ächzten. Diese kamen zum Teil nicht immer angekündigt und störten die Produktion zum Teil gewaltig.

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