Weniger Dysprosium und Terbium aus China

Dysprosium- und Terbium-Exporte brechen ein

Die Dysprosium- und Terbium-Exporte aus China sind zum Jahresauftakt 2026 deutlich zurückgegangen. Verschärfte Exportkontrollen zeigen Wirkung, während die Ausfuhren von Seltenerdmagneten wieder zulegen.

China exportiert weniger Terbium und Dysprosium.

Summary: Chinas strengere Genehmigungsverfahren für Dysprosium und Terbium haben die Ausfuhren im Januar und Februar 2026 deutlich gedrückt. Japan taucht bei beiden Metallen nicht mehr als Empfänger auf, während einzelne Lieferungen nach Vietnam, Südkorea, Estland und Deutschland gingen. Gleichzeitig zogen die Exporte von Seltenerdmagneten wieder an, auch nach Japan.

Warum die Dysprosium- und Terbium-Exporte sinken

Seit April 2025 unterliegen die Ausfuhren von Dysprosium, Terbium und weiteren Seltenen Erden aus China strengeren Genehmigungsverfahren. Wie aus den Handelsdaten der chinesischen Behörden für Januar und Februar 2026 hervorgeht, sind die exportierten Mengen deutlich rückläufig.

Besonders stark fiel der Rückgang bei Dysprosium aus. Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Ausfuhren um knapp drei Viertel auf 6.182 Kilogramm ein. Wichtigster Abnehmer war Vietnam, gefolgt von Südkorea und Estland. Im Februar verließ dann kein Material mehr die Volksrepublik.

Auch bei Terbium setzte sich der Abwärtstrend fort. Gegenüber Januar 2025 gingen die Ausfuhren um rund 35% zurück. Im Februar lag das Exportvolumen nur noch bei 500 Kilogramm, was einem Minus von 87% im Jahresvergleich entspricht.

Welche Länder noch beliefert werden

Die Exporte von Dysprosium liegen zwar höher als im Herbst/Winter 2025, aber immer noch auf niedrigem Niveau.
Die Exporte von Dysprosium sind im Februar eingebrochen.

Während im Januar bei Terbium vor allem Südkorea größere Mengen bezog, gingen kleinere Lieferungen nach Vietnam, Estland und Deutschland. Im Februar erhielt ausschließlich Estland Material.

Japan wird in beiden Monaten bei Dysprosium und Terbium nicht mehr unter den Empfängerländern aufgeführt. Die chinesische Regierung hatte zu Jahresbeginn die Exportkontrollen für Dual-Use-Güter nach Japan verschärft. Als möglicher Hintergrund gelten die angespannten politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die Maßnahmen richten sich vor allem auf militärische Endverwendungen, könnten jedoch auch Auswirkungen auf andere Bereiche der Industrie haben.

Dysprosium und Terbium sind zentrale Bestandteile von Hochleistungsmagneten, weil sie deren Leistungsfähigkeit und Temperaturbeständigkeit verbessern. In Estland wird derzeit der Aufbau einer eigenen Wertschöpfungskette für Seltenerdmagnete vorangetrieben.

Wie sich die Magnetexporte entwickeln

Die Exporte von Seltenerd-Magneten ist zwar leicht gesunken, bleibt aber insgesamt auf einem stabilen Niveau.
Die Exporte von Seltenerd-Magneten ist zwar leicht gesunken, bleibt aber insgesamt auf einem stabilen Niveau.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Seltenerdmagneten. Hier zogen die Ausfuhren zum Jahresstart wieder an. Im Januar lagen die Liefermengen mit 6.024 Tonnen nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Deutschland erhielt davon mehr als 20%, kleinere Mengen gingen nach Südkorea, in die USA und nach Vietnam.

Im Februar stiegen die Exporte im Jahresvergleich um mehr als 30% auf 4.739 Tonnen. Die Verteilung auf die Zielländer ähnelte dabei jener vom Januar.

Im Unterschied zu Dysprosium und Terbium wurde Japan in beiden Monaten weiterhin mit Seltenerdmagneten beliefert. Das Volumen lag mit rund 220 Tonnen etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Was Tradium aus den Zahlen ableitet

Die Terbium-Exporte sind im Februar auf einen neuen Tiefstand gesunken.
Die Terbium-Exporte sind im Februar auf einen neuen Tiefstand gesunken.

Brian Hendrich, Marktanalyst beim Rohstoffhändler Tradium , ordnet die Entwicklung wie folgt ein: „Die strengen Auflagen für den Export von Dysprosium und Terbium zeigen weiterhin Wirkung: Die Ausfuhrmengen gingen deutlich zurück, bei Dysprosium fielen sie im Februar sogar auf null, auch die Terbiumexporte brachen stark ein. 

Ein Blick auf die Empfängerländer zeigt: Japan erhielt in den ersten beiden Monaten keine schweren Seltenen Erden aus China. Hintergrund sind die wachsenden Spannungen zwischen den beiden Ländern. Während Japan kein Material mehr für die eigene Hochleistungs-Magnetproduktion erhält, liefert China weiterhin fertige Seltenerdmagnete, deren Endnutzung leichter nachzuvollziehen ist als bei Rohstoffen selbst.

China begründete die Verschärfung der Exportkontrollen Anfang Januar gegenüber Japan mit dem Dual-Use-Charakter der Rohstoffe, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können.“

Wie aus den vorliegenden Handelsdaten und der Einordnung von Tradium hervorgeht, treffen die verschärften Kontrollen bei schweren Seltenen Erden vor allem die Rohstoffausfuhr. Bei verarbeiteten Magneten bleibt China dagegen weiter lieferfähig.

FAQ - Dysprosium- und Terbium-Exporte

Warum gehen die Dysprosium- und Terbium-Exporte zurück?

Die Dysprosium- und Terbium-Exporte stehen seit April 2025 unter strengeren Genehmigungsverfahren aus China.

Welche Länder erhalten noch Dysprosium- und Terbium-Exporte?

Bei Dysprosium gingen Lieferungen im Januar nach Vietnam, Südkorea und Estland, bei Terbium nach Südkorea, Vietnam, Estland und Deutschland.

Welche Rolle spielt Japan bei den Dysprosium- und Terbium-Exporten? 

Japan wird in den ersten beiden Monaten 2026 bei Dysprosium und Terbium nicht mehr als Empfänger aufgeführt. Japan und China sind historisch keine "befreundeten" Staaten.

Was bedeuten die Dysprosium- und Terbium-Exporte für Seltenerdmagnete?

Dysprosium und Terbium sind wichtige Bestandteile von Hochleistungsmagneten, weil sie Leistung und Temperaturbeständigkeit verbessern.

Warum liefert China Magnete, aber kein Dysprosium nach Japan?

Laut Marktanalyse von Tradium erlaubt der Export von fertigen Magneten eine präzisere Endverbleibskontrolle. Während Dysprosium als Rohstoff im militärischen Bereich (Dual-Use) flexibel eingesetzt werden kann, binden Magnete die Ressource an eine spezifische zivile oder industrielle Komponente.