Halbleiterhersteller sind begehrte Zulieferer. Welche Firmen liefern die meisten Chips?(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Wo sitzt der größte Chip-Hersteller? Welche Unternehmen der Halbleiterbranche kommen aus Deutschland? Antworten gibt es in unserem Ranking 2025.
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Die weltweiten Halbleiterumsätze beliefen sich im Jahr 2025 auf 793 Mrd. USD, ein erneuter Anstieg um 21% gegenüber dem Vorjahr, so die Unternehmensberatung Gartner. Besonders ein Unternehmen konnte das Boomjahr für sich nutzen: Nvidia, zog im Ranking an die Spitze.
„KI-Halbleiter – darunter Prozessoren, Hochbandbreitenspeicher (HBM) und Netzwerkkomponenten – trieben weiterhin das beispiellose Wachstum des Halbleitermarktes voran und machten 2025 fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus“, sagte Rajeev Rajput, Senior Principal Analyst bei Gartner. „Diese Dominanz wird weiter zunehmen, da die Ausgaben für KI-Infrastruktur im Jahr 2026 voraussichtlich 1,3 Mrd. USD übersteigen werden.“
Wir stellen die zehn Unternehmen mit den höchsten Umsätzen aus Halbleiterverkäufen im Gesamtjahr 2025 vor. Einen Platz im Top-10-Ranking bekommen Halbleiterentwickler mit eigener Fabrikation und sogenannte Fabless-Unternehmen, also solche ohne eigene Produktion. Das heißt als "Hersteller" gelten auch Unternehmen, die Chips entwickeln, jedoch nicht selbst bauen. Reine Auftragsfertiger wie die taiwanische TSMC lassen wir jedoch außen vor. 2025 erreichte TSMC einen Umsatz von umgerechnet 120,5 Mrd. USD.
In 2025 waren fünf der Top 10 Halbleiterzulieferer jene ohne eigene Fertigung. Die zehn größten Chiphersteller zusammen hatten zusammengenommen einen Umsatz von 495 Mrd. USD. Im Vergleich zum Jahr 2024 verzeichneten alle großen Chiphersteller ein Plus, außer Intel. Besonders stark wuchsen Nvidia, Micron und SK Hynx.
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Halbleiter-Ranking: Die größten Chiphersteller 2024
Platz 10: MediaTek. Mit einem 2025er-Umsatz von 18,472 Mrd. USD (2024: 15,934 Mrd. USD) bleibt MediaTek auf seinem zehnten Platz unter den größten Chipherstellern der Welt auf. Möglich machte das ein Umsatzplus von 15,9%. Damit kommt das Unternehmen jetzt auf einen Marktanteil von 2,3%. MediaTek ist ein in Taiwan ansässiger Chiphersteller ohne eigene Chip-Produktion. Es entwickelt Halbleiter für optische Laufwerke, Smartphones, Tablets, Fernseher, Set-Top-Boxen, GPS-Empfänger, WLAN-Router und Bluetooth-Geräte.(Bild: MakZin - stock.adobe.com)
Platz 9: Apple. Auf dem neunten Rang tummelt sich Apple als fabrikloser (fabless) Hersteller mit 24,596 Mrd. USD Umsatz in 2025, ein Plus von 19,9% bei einem Marktanteil von 3,1%. 2024 waren es 20,51 Mrd. USD und ebenfalls Platz neun. Bei der Fertigung der Chips für seine iPhones und iPads setzt das US-Unternehmen seit Jahren auf den Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan für seine M-Chips, die es mittlerweile in der vierten Generation gibt.(Bild: hanohiki - stock.adobe.com)
Platz 8: AMD. In 2025 bleibt der US-Hersteller auf dem achten Platz mit einem Umsatz von 32,484 Mrd. USD. Das ist ein sattes Plus von 34,6%. Im vergangenen Jahr belief sich das Umsatzplus noch auf gute 8%. 2009 gründete AMD seine Halbleiterfertigung unter dem Namen Global Foundries aus und ist seitdem ein fabless Unternehmen. Gefertigt werden die Chips heute von TSMC, Global Foundries und von Samsung.(Bild: iama_sing - stock.adobe.com)
Platz 7: Broadcom. Der US-Chipriese Broadcom entwickelt vor allem integrierte Schaltkreise für Netzwerkanwendungen und optische Elemente. Mit diesem Portfolio setzte das Unternehmen im Jahr 2025 insgesamt 34,279 Mrd. USD um. (2024: 27,801 Mrd. USD, 2023: 25,613 Mrd. USD) Das ist ein Plus von 23,3%. Broadcom fällt trotzdem von Platz sechs auf den siebten Rang der größten Chipherstellern und erreicht einen Marktanteil von 4,3 Prozent.(Bild: Tada Images - stock.adobe.com)
Platz 6: Qualcomm. Aus den USA stammt der Chiphersteller Qualcomm. Mit 37,046 Mrd. USD (2024: 32,976 Mrd. USD, 2023: 29,229 Mrd. USD) fällt das Unternehmen vom fünften auf den sechsten Platz unter den größten Chipherstellern - trotz eines Umsatzsprungs um 12,3%. Der Marktanteil gibt leicht nach auf 4,7%. Qualcomm lässt seine Halbleiter mittlerweile (wieder) bei TSMC fertigen, nachdem die Qualität bei Samsung nicht den Ansprüchen genügt hatte. Qualcomm lässt Chips mit Strukturbreiten bis runter auf 4 nm fertigen. Sie sind für mobile Endgeräte gedacht.(Bild: Qualcomm)
Platz 5: Micron Technology. Mit einem Umsatz von 41,487 Mrd. USD (2024: 27,619 Mrd. USD) schwebt Micron vom siebten auf den fünften Platz unter den größten Chip- und Halbleiterherstellern der Welt ein. Bereits im Jahr 2024 betrug das Plus rekordverdächtige 71%, im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen noch einmal 50% Umsatzplus obendrauf. Das ist ein rasanter Aufstieg, denn 2023 betrug der Umsatz noch 16,153 Mrd. USD, was Platz 13 bedeutete. Aktuell kommt Micron auf einen Marktanteil von 5,2%. Micron produziert SSD-, Flash-, DRAM- und NAND-Speicherchips.(Bild: Micron)
Platz 4: Intel. 2025 geht es für Intel weiter abwärts, nachdem es bereits im vergangenen Jahr auf den dritten Platz im Ranking der größten Halbleiterhersteller abgerauscht war. Mit 47,883 Mrd. USD (2024: 49,804 Mrd. USD) ist Intel auch das einzige Unternehmen im Ranking mit einem Minus vor dem Umsatzwachstum mit -3,9%. 2019 eroberte der US-Hersteller die Spitze im Ranking der größten Chiphersteller – bis zum ersten Halbjahr 2021. Im dritten Quartal zog Samsung an den Amerikanern vorbei. Auch 2022 blieb Intel auf dem undankbaren Vize-Platz mit 58,373 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Jahr 2023 wurden daraus wieder 48,664 Milliarden US-Dollar und erneut der erste Platz - allerdings war das damals das eher den noch größeren Verlusten von Konkurrent Samsung zuzuschreiben. Intel baut vor allem PC-Mikroprozessoren, Mikrochips und Flash-Speicher. Da der Markt für Consumer-PCs 2022 einbrach und die Konkurrenz für seinen x86-Prozessor größer wird, fiel die Umsatzeinbuße entsprechend hoch aus.(Bild: Intel Corporation)
Platz 3 : SK Hynix. SK Hynix zieht an Intel vorbei auf den dritten Rang, den es bereits 2022 inne hatte. Der südkoreanische Halbleiterhersteller entstand aus Hyundai Electronics heraus. Auch 2025 schafft SK Hynix ein Plus von 37% auf 60,64 Mrd. USD Umsatz. 1999 übernahm das Unternehmen den Konkurrenten LG Semiconductor, 2011 kam SK Telekom hinzu und 2020 übernahm SK das NAND-Geschäft von Intel. Damit schwang es sich zu einem der größten Halbleiterhersteller der Welt auf. Der Konzern produziert DRAM-Elemente unter anderem in China.(Bild: SK Hynix)
Platz 2: Samsung. Samsung bleibt mit einem Umsatz von 72,544 Mrd. USD (2024: 65,697 Mrd. USD) auf dem zweiten Rang. Auch der Umsatzsprung um 10% hat nicht für die Spitze gereicht, ein Unternehmen war noch erfolgreicher in 2025. In den Jahren 2021 und 2022 belegte Samsung die Spitze im Ranking der größten Halbleiterunternehmen. Nur zwischen 2018 und 2020 mussten die Südkoreaner ihren Spitzenplatz vorübergehend an Intel abgeben. 2023 stand ebenfalls im Schatten eines Umsatzrückgangs von 37,5 Prozent Aber für Samsung bedeutet das immer noch ein komfortables Polster und einen Marktanteil von 7,5 Prozent. Samsung produziert sowohl Speicherchips als auch NAND-Flash.(Bild: Samsung)
Platz 1: Nvidia. Nachdem es 2024 von Platz 5 an die Spitze ging, verhilft ein Umsatz von 125,703 Mrd. USD dem Unternehmen dabei, seine Position nicht nur zu halten, sondern komfortabel auszubauen. Das Umsatzplus betrug 63,9%, Rekord im Feld. Damit kommt Nvidia auf einen Marktanteil von 15,8%. Das in Santa Clara, Kalifornien, ansässige Unternehmen ist bekannt für seine Grafik- und vor allem KI-Chips. Damit setzte das Unternehmen bereits in 2024 rund 76,692 Mrd. USD um (2023: 34,846 Milliarden).(Bild: Nvidia)
Die Entwicklung auf dem Halbleitermarkt
Von 2012 bis zum Jahr 2017 stieg der Mikrochip-Hunger der Autoindustrie von 25,4 auf 34,4 Milliarden US-Dollar an. Das ist ein Plus von 35 Prozent. Nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZEVI) stecken in Fahrzeugen Mikrochips für etwa 430 Euro, in Elektroautos ist es etwas mehr. Die Experten gehen davon aus, dass sich der Wert durch das automatisierte Fahren noch einmal um etwa 910 Euro erhöht.
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Der Anteil von Halbleitern und passiven Bauelementen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. So sind in einem voll ausgestatteten Premiumauto bis zu 10.000 Halbleiter und ein Vielfaches davon an passiven Bauelementen verbaut.
Auf solche Bauteile sind Halbleiterhersteller spezialisiert, die auf Halbleiter basierende elektronische Bauteile herstellen. Doch welche Halbleiterhersteller sind die größten? Dominieren die asiatischen Halbleiter-Produzenten wirklich den Markt? Immerhin hatte sich Peking in seiner 2015 beschlossenen Industriestrategie "Made in China 2025" das Ziel gesetzt 70 Prozent der in China benötigten Halbleiter selbst herzustellen.
Welche Arten von Halbleiterherstellern gibt es?
Halbleiterhersteller lassen sich in drei Gruppen einteilen:
1. Klassische Halbleiterhersteller (IDM, Integrated Device Manufacturer): Diese Unternehmen sind sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion von Halbleitern tätig. Beispiele sind etwa Intel, Samsung, SK Hynix, Micron Technologies und Texas Instruments. Ihr Problem: Der Betrieb der Fabriken wird aufgrund der steigenden technischen Anforderungen immer kapitalintensiver.
2. Auftragsfertiger (Pure-Play Foundries): Diese Unternehmen produzieren für andere Unternehmen. Ihre Halbleiter tragen keine eigene Marke. Größter Auftragsfertiger ist TSMC in Taiwan. Auch die chinesische Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) fertigt im Auftrag. Seit September 2020 wird das Unternehmen nicht mehr mit Komponenten aus den USA beliefert wegen eines Embargos.
3. Reine Chipentwickler (Fabless): Diese Unternehmen sind nur noch in der Entwicklung tätig. Sie besitzen keine Produktionsstätten (fabless = fabriklos). Sie lassen andere für sich fertigen. Dazu zählen zum Beispiel Apple, AMD, Nvidia, Broadcom und Qualcomm.
2022er-Delle im Chipmarkt kommt 2024 zum Ende
Das Jahr 2022 läutete eine Wende im Chipmarkt ein: Zwar stieg der weltweite Umsatz mit Halbleitern diverser Bauarten um 1,1% auf 601,7 Mrd. USD, jedoch stellt diese Zahl das geringste Wachstum der vergangenen Jahre dar. Nach einem recht erfolgreichen ersten Halbjahr kündigte sich die Trendwende bei einigen Herstellern an. So sahen die Umsatzzahlen von Micron für das dritte Quartal 22 – mit den traditionell starken Monaten Juli und August – alles andere als gut aus. Und das nach einem Rekord Quartal 2/22!
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Experten sprachen von einem "Kanarienvogel-in-der-Mine-Moment" - also den ersten Anzeichen, dass sich eine bislang gute Situation ins Schlechte wendet – was nicht weiter verwunderlich wäre, folgt die Konjunktur auf dem Halbleitermarkt doch einem Schweinezyklus, da das Angebot nur sehr verzögert auf eine steigende oder sinkende Nachfrage reagieren kann.
Insgesamt sank der Umsatz der Chipindustrie laut Gartner im Jahr 2023 um 11%. Laut den Analysten waren dafür die hohe Inflation, steigende Zinsen, hohe Energiepreise und der damals immer noch angewiesene Lockdown in China für die Entwicklung verantwortlich. „Verbraucher haben ihre Ausgaben reduziert, was die Nachfrage nach PCs und Smartphones getroffen hat, daraufhin zügelten auch die Unternehmen ihre Ausgaben in der Erwartung einer globalen Rezession“, so Andrew Norwood von Gartner. Die Kehrtwende folgte 2024 mit einem Rekordumsatz der Chipindustrie, getrieben vor allem durch den KI-Trend.
Der Ausbau der KI-Infrastruktur führt zu einer hohen Nachfrage nach KI-Prozessoren, HBM- und Netzwerkchips. Im Jahr 2025 machte HBM 23% des DRAM-Marktes aus und überschritt einen Umsatz von 30 Mrd. USD, während KI-Prozessoren einen Umsatz von über 200 Mrd. USD erzielten. KI-Halbleiter werden bis 2029 voraussichtlich über 50% des gesamten Halbleiterumsatzes ausmachen, so Gartner.
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Unternehmen im deutschen Halbleitermarkt
Diese Unternehmen mischen in Deutschland in der Halbleiterindustrie mit - als Chip- oder Wafer-Fertiger oder als Ausrüster. Die Besonderheit: Hierzulande ist fast die komplette Wertschöpfungskette abgebildet.
Chip- und Wafer-Hersteller
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Infineon Technologies, Neubiberg
Infineon Technologies wurde 1999 als eigenständiges Halbleitergeschäft aus dem Siemenskonzern ausgegliedert und ist ein aktiennotiertes Unternehmen. Es hat im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 8 Milliarden Euro ausgewiesen. Mehr als 50.000 Mitarbeiter sind weltweit beschäftigt (Stand 30. September 2021), Kerngeschäft sind vor die Halbleiter-Produktion sowie Systemlösungen mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz und Mobilität. Das Unternehmen gliedert sich in die Geschäftsbereiche Automotive, Digital Security Solutions, Industrial Power Control und Power Management & Multimarket. In der Automobilindustrie sind Infineon-Halbleiter für Antriebsstränge, Komfortelektronik oder Sicherheitssysteme gefragt. Infineon fertigt aber auch Halbleiter für Telefonie, Haushaltsgeräte, Computer-Elektronik oder Maschinen.
Robert Bosch GmbH, Gerlingen
Automobilzulieferer Bosch produziert Halbleiter an den Standorten Reutlingen und Dresden. Das Unternehmen entwickelt und fertigt nach eigenen Angaben seit mehr als 60 Jahren Halbleiter - vor allem für die Automobilbranche, aber auch für Consumer-Produkte. In der neuen Chipfabrik in Dresden produziert Bosch Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter
Siltronic, München
Siltronic ging 1996 aus Wacker Chemitronik hervor, wobei es nach wie vor Verbindungen zu Wacker Chemie gibt (30 prozentige Beteiligung). Im Jahr 2019 meldete Siltronic einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen produziert in den USA (Portland), in Singapur und in Deutschland. Fokus sind Siliziumwafer. Die dünnen Platten sind als elektronische Bauelemente in der Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik und der Photovoltaik gefragt.
Die Nürnberger stellen Leistungsmodule, Chips, Stacks und intelligente Leistungsmodule her. Das sind vor allem solche Halbleiter, die den Energieverbrauch steuern und ihn effizienter machen. Die Komponenten decken das mittlere Leistungssegment zwischen zirka 2 kW bis 10 MW ab.
Ausrüster für die Chiphersteller
Carl Zeiss SMT, Oberkochen
Carl Zeiss SMT ist eine Tochter der Carl Zeiss AG. Das Kürzel SMT steht für Semiconductor Manufacturing Technology. Im Jahr 2018/2019 wies das Unternehmen einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro aus. Seit 2016 ist der niederländische ASML mit 25 Prozent beteiligt, ebenfalls im Halbleitergeschäft unterwegs. An fünf Standorten sind etwa 2.800 Mitarbeiter beschäftigt. Zeiss fertigt Halbleiter nicht selbst, sondern gehört zu den Ausrüstern. Schwerpunkt der Fertigung sind Produkte für die Fotolithographie, eine Methode zur Produktion von integrierten Schaltkreisen. Auch die Prozesskontrolle und die Maskenoptimierung gehört zum Repertoire.
Aixtron, Herzogenrath
Aixtron stellt unterschiedliche CVD-Anlagen (Chemical Vapour Deposition, chemische Gasphasenabscheidung) her. Diese sind für Beschichtungsverfahren gedacht, die unter anderem bei der Herstellung von mikroelektronischen Bauelementen benötigt werden. Das Unternehmen zählt zu den weltweit wichtigsten Ausrüstern der Halbleiterbranche, obwohl es nur 718 Mitarbeiter zählt (Stand 2021), mit ihnen aber 429 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet (2021). Die Anfänge gehen zurück auf eine Ausgründung der RWTH Aachen für Anlagen zur Produktion von Halbleitern aus Galliumarsenid und Indiumphosphid. Später kamen Anlagen zur Herstellung von Galliumnitrid hinzu. Durch Übernahmen kamen Produktionsanlagen für die Siliziumindustrie hinzu.
Trumpf, Ditzingen
CO₂-Laser von Trumpf spielen bei der Chip-Herstellung eine große Rolle. Der große Technologiesprung jedoch ist das sogenannte EUV-Verfahren. EUV steht für extrem ultraviolettes Licht. Dadurch werden Halbleiter belichtet, was Halbleiter von Strukturgrößen von unter sieben Nanometern ermöglicht. Trumpf arbeitet eng mit dem niederländischen Ausrüster ASML zusammen.
Süss Microtec, Garching
Das Unternehmen aus Bayern fertigt hochpräzise Anlagen für die Herstellung von Halbleitern. Darunter sind die Bereiche Backend-Lithographie, Wafer Bonding und Fotomasken-Reinigung. Als Kunden hat Süss Microtec sowohl die IDMs (Integrated Device Manufacturer) als auch OSATs (Outsourced Assembly And Test), also jene, die Halbleiterchips im letzten Schritt testen.
Gasehersteller
Linde, BASF, Merck
In der Halbleiterindustrie werden Gase im gesamten Herstellungsprozess eingesetzt – angefangen beim Wachstum des einzelnen Siliziumkristalls bis zu jedem einzelnen Schritt in der Produktion der Halbleiterscheiben: Oxidation, chemische Abscheidung in der Dampfphase, Bespritzung, Verkleidung, Verätzung, Thermodiffusion und Ionisierung. Mehr als 30 Gase kommen zum Einsatz. Halbleitergase sind zum Beispiel:
Stickstoff wird in vielen Prozessen angewendet, um eine reaktionsarme Umgebung zu schaffen oder um reaktive Gase nach dem Abschluss eines Prozesses abzuführen/zu reinigen.
Sauerstoff verwendet man für die Oxidation von Silizium.
Argon wird eingesetzt, um eine reaktionsarme Umgebung beim Zerstäubungsprozess von Metall zu schaffen (wo selbst Stickstoff zu reaktiv wäre und zur Bildung von Metallnitriden führen würde).
Wasserstoff wird verwendet, um eine reduzierende Umgebung für das Abglühen von metallischen Belägen zu schaffen.
TSMC: Reiner Auftragsfertiger
Der taiwanische Chip-Produzent TSMC, kurz für Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, taucht nicht im Ranking auf, da er ausschließlich fertigt – es findet keine Entwicklung statt. TSMC fertigt unter anderem für Apple, Nvidia, Qualcomm und Broadcom. Bislang produziert das Unternehmen mit Schwerpunkt in Taiwan.
Angesichts der politischen Lage mit China, versucht TSMC geografisch zu diversifizieren. So entsteht jedoch bis 2024 eine TSMC-Chipfabrik in Arizona, in der Nähe von Phoenix. Wafer, aus denen die Halbleiter entstehen, fertigt TSMC bereits an der US-Westküste, in Texas gibt es ein TSMC Forschungszentrum für Prozessordesign.
Immer wieder gibt es zudem Gerüchte, dass die Taiwaner auch in Deutschland, nahe Dresden, eine Chipfabrik hochziehen könnten, bislang gibt es dafür aber keine Bestätigung. Bestätigt ist der Bau einer neuen Fabrik in Japan. Diese soll ab 2024 Chips in Strukturbreiten von 12 bis 16 nm herstellen. Benötigt werden diese unter anderem in der Bildverarbeitung und in der Automobilindustrie.
Kritische Rohstoffe: Der große Überblick
Salar de Uyuni(Bild: Gerd Mischler)
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Der aktuelle Krise um die Zugehörigkeit Taiwans zum chinesischen Festland bringt eine Tatsache aufs internationale Tapet: Taiwan ist für die weltweite Halbleiterproduktion systemrelevant. Rund zwei Drittel des globalen Bedarfs an Chips werden aus Taiwan gestillt, das Land ist als Chip-Hochburg ein unabdingbares Glied in den Lieferketten rund um die Welt - von weißer Ware über Autos bis zu Rüstungsgütern, ohne die passenden Halbleiter stehen die Bänder still.
Was macht Taiwan so stark in Sachen Halbleiter? Mit TSMC befindet sich der größte Auftragsfertiger (und drittgrößte Chiphersteller) im Land. Dessen größte Kunden sind Apple, AMD, Mediatek, Broadcomm, Qualcomm, Intel und Nvidia - alles sogenannte fabless Entwickler, die vor allen in den USA sitzen (bis auf MediaTek, Taiwan). Auch das größte Unternehmen für die Montage und das Testen von Chips, ASE, ist auf der Insel ansässig. 25% der Chips gehen durch die Hallen von ASE im südtaiwanischen Kaohsiung.
Aber auch die Waferproduktion ist aus Taiwan nicht mehr wegzudenken. 2019 lag das Land noch vor Südkorea, Japan und China auf den ersten Platz. Nicht zu vergessen
(Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten von Trendforce/eigene Recherchen)
Bedeutung von Chips steigt
Apple hat auf seiner Keynote 2020 seinen eigenen Computerchip aus dem Hause Apple Silicon vorgestellt. Mit den M-Prozessoren ersetzt der Tech-Riese die Intel-Prozessoren, mit denen er seine Produkte mehr als zwei Jahrzehnte ausgestattet hat, Schritt für Schritt. Ein Zulieferer wird also durch Eigenproduktion ersetzt.
Bisher konnte Apple in der von Intel und Samsung Electronics angeführten Halbleiterindustrie noch kaum Fuß fassen. Das soll sich nun mit den M-Chips ändern. Das zeigt, wie viel Musik in der Halbleiterindustrie steckt. Und, dass die USA eine führende Rolle im Halbleitermarkt spielen. Das gilt besonders für Mikroprozessoren (MPUs), wie sie vor allem in traditionellen PCs und Laptops verbaut sind. Aber auch Smartphones benötigen die kleinen Bauteile.
Top 5 MPU-Hersteller 2021 nach Marktanteilen
Intel (USA): 52,3%
Apple (USA): 13%
Qualcomm (USA): 9,1%
AMD (USA): 8,9%
MediaTek (Taiwan): 4%
Die Top 5 Produzenten - Intel, Apple, Qualcomm, AMD und MediaTek - hatten 2021 einen Anteil von 86 Prozent am weltweiten MPU-Markt. 2016 betrug dieser noch 82. Zu%m Vergleich: Die nächsten fünf - Nvidia, Samsung, Unisoc, Hisilicon und NXP - hielten gemeinsam nur einen Anteil von 4,3 Prozent am 2021er-Markt. Neuere Daten gibt es nicht.
Die Corona-Pandemie hatte den Halbleitermarkt im ersten Quartal 2020 kalt erwischt, auf die "Corona-Krise" folgte die "Halbleiter-Krise", die vor allem in der Automobilindustrie sichtbar wurde. Viele Autobauer und ihre Zulieferer mussten die Pforten schließen, weil die Nachfrage einbrach. Neue Autos fanden kaum noch Abnehmer - und das rund um den Globus.
Getätigte Halbleiter-Bestellungen der OEMs wurden flugs entweder reduziert oder komplett storniert, man wollte die teuren Teile nicht auf Lager kaufen, denn die Aussichten sahen auf kurze Frist nicht besonders gut aus. Den Chip-Produzenten fielen also viele ihrer Abnehmer weg, sie mussten sich nach Alternativen umschauen. Diese fanden sie in der Unterhaltungsindustrie und bei den Herstellern von Smart-Home-Produkten. Während der Lockdowns boomte dieser Bereich, die Nachfrage war entsprechend hoch und der Bedarf an Halbleitern ebenso.
Doch dann erholte sich China schneller als gedacht. Ebenso schneller als gedacht liefen die chinesischen Werke wieder an und die auch die Nachfrage nach Neuwagen stieg mit dem Ende des Jahres 2020 unerwartet stark. Die Folge: Es fehlten Mikrochips an allen Ecken und Enden. So sehr, dass im Jahr 2021 Autobauer weltweit immer wieder Werke zeitweise dichtmachen müssen, weil sie die Produktion ohne die wichtigen Elektronikbauteile nicht aufrechterhalten konnten.
Allein beim Autoriesen Stellantis wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters im ersten Quartal 2021 rund 190.000 Autos weniger produziert als geplant. Volkswagen sprach von rund 100.000 Fahrzeugen, die nicht gebaut werden konnten. Zunächst rechneten die Branchenexperten von Alix Partners für das Jahr 2021 weltweit mit rund 3,9 Mio. Fahrzeuge im Wert von rund 110 Mrd. USD, die weniger produziert wurden. Später korrigierten sie die Schätzung auf 210 Mrd. USD.
Im dritten Quartal 2021 traf die Chipkrise verstärkt die europäischen Automobilzulieferer erreicht. Deren wirtschaftliche Situation trübte sich kontinuierlich ein, wie PwC und Strategy& in einer Analyse der finanziellen Situation von 494 Zulieferern aus 35 Ländern ermittelten. Demnach befanden sich 42 Prozent der Unternehmen inzwischen in einer finanziell angespannten Lage und mussten rasch Gegenmaßnahmen einleiten. Im zweiten Quartal 2021 habe der Wert noch bei 36 Prozent, zu Beginn des Jahres bei 33% gelegen. Nur 24% der betrachteten Unternehmen befanden sich in einer soliden finanziellen Lage.
Bis zur Jahresmitte 2021 profitierten Autohersteller und Zulieferer noch von Nachholeffekten und der steigenden Nachfrage nach E-Autos, daher hatten die OEMs aus Sorge vor erneuten Verwerfungen in der globalen Lieferkette massiv Teile bei ihren Zulieferern geordert, um ihre Lager aufzufüllen. Diese wurden jedoch nicht abgerufen, da die Autohersteller aufgrund des Chipmangels Fahrzeuge nur verzögert oder gar nicht ausliefern konnten. Die Krise schwappte also auf die Zulieferer über, die in der Folge mit ihrerseits überhöhten Lagerbeständen bei gleichzeitig steigenden Rohstoff- und Energiepreisen zu kämpfen hatten.
Kurzfristige Bestellungen von Halbleitern bei Infineon & Co. waren und sind nicht möglich. Um die richtigen Chips für den passenden Zweck herzustellen, sind hunderte von Prozessschritten nötig. Nachschub zu organisieren dauert also in einem solchen Fall nicht Tage, sondern Monate.
Ein nicht zu unterschätzendes Risiko für alle Halbleiter-Einkäufer sind die Sanktionen der USA unter Donald Trump gegen chinesische Unternehmen wie die gegen den Konzern Huawei. Zunächst galt ein Verbot, von Huawei entwickelte Chips in US-Produkten zu verwenden. Die US-Regierung befürchtet, dass sich Huawei über sein Firmen-Netzwerk über Umwege Zugriff auf amerikanische Technik verschafft. Diese Regelung wurde jedoch verschärft.
Die Sanktionen betreffen mittlerweile auch Zulieferer von Huawei. So stehen Unternehmen auf der Blacklist, die Maschinen aus den USA nutzen, um Chips herzustellen, die an Huawei geliefert werden sollen. Das Problem der Lieferanten: Sie haben ihre Maschinen für die Chipherstellung meist in den Vereinigten Staaten gekauft. So stellen beispielsweise KLA-Tencor, Lam Research oder Applied Materials entsprechende Maschinen für die Herstellung von Chips her. Aber auch die niederländische ASML ist betroffen.
2022 verschärften die USA den Wettkampf um die Technologieführerschaft erneut: Leistungsstarke Chips, etwa für KI-Anwendungen, dürfen nun grundsätzlich nicht mehr nach China exportiert werden. Das trifft nicht nur das chinesische Militär, sondern auch Firmen wie die Tiktok-Mutter Bytedance. In dieser Hinsicht ziehen Demokraten und Republikaner an einem Strang. „Wenn wir unsere Exportkontrollen nicht ausweiten, wird China uns eines Tages als Weltmarktführer im Chipdesign überholen“, warnte jüngst der republikanische Senator Marco Rubio im Gespräch mit Reuters.
(Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten von Gartner)
(Bild: mi connect)
Die Autorin: Dörte Neitzel
Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.
Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.
Die größten Halbleiterhersteller 2025
Aufgeführt sind die Unternehmen nach Umsatz im Jahr 2025.
Nvidia
Samsung
SK Hynix
Intel
Micron
Qualcomm
Broadcom
AMD
Apple
MediaTek
Weitere Angaben zu Umsatz und Marktanteilen finden Sie in der Bildergalerie.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz für die Halbleiterindustrie?
Der erwartete Nachfrageanstieg ist zu einem erheblichen Teil auf den zunehmenden Einsatz von KI und generativer KI zurückzuführen, die spezielle Chips wie neuronale Verarbeitungseinheiten und leistungsstarke Grafikprozessoren benötigen Capgemini. Analysten prognostizieren für die Halbleiterindustrie im Jahr 2026 einen Umsatzsprung von 26,3% auf 975,4 Mrd. USD It-Boltwise, angetrieben durch die steigende Nachfrage nach KI-Technologien in Rechenzentren, Smartphones und anderen Bereichen.
Warum investieren führende Wirtschaftsregionen massiv in die Halbleiterindustrie?
Seit 2022 kündigen führende Wirtschaftsregionen massive Investitionen in ihre Halbleiter- und Zulieferindustrien an, um die Absicherung der Lieferketten und der Bedarfe der Anwenderindustrien zu gewährleisten Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Der US-amerikanische CHIPS and Science Act sieht ein Gesamtinvestitionsvolumen von 200 Mrd. USD vor, während der European Chips Act mit 15,9 Mrd. EUR bis 2030 die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette verbessern soll. Die Halbleiterindustrie spielt eine Schlüsselrolle für etliche Wirtschaftszweige, und Störungen würden nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens betreffen.
Welche geopolitischen Risiken belasten die Halbleiterindustrie?
Taiwan produziert den Großteil der weltweiten Halbleiter, wobei ein Großteil dieser Produktion sich noch immer auf der Insel befindet, während neue Fabriken in den USA, Europa und Japan noch nicht voll funktionsfähig sind Invezz. Mehr als die Hälfte der nachgelagerten Unternehmen ist aufgrund geopolitischer Spannungen, Produktionskapazitäten und dem Bedarf an stärkerer Individualisierung besorgt, dass die Industrie möglicherweise nicht in der Lage sein wird, ihre Bedürfnisse zu erfüllen Capgemini. Die Spannungen zwischen China und den USA um Taiwan sowie Exportkontrollen für fortschrittliche Chips schaffen zusätzliche Unsicherheit.
Welche technologischen Herausforderungen prägen die Zukunft der Halbleiterindustrie?
Führende Unternehmen wenden über 20 Prozent ihres Jahresumsatzes für Forschung und Entwicklung auf, um bei künstlicher Intelligenz, Quantencomputing und neuen Konnektivitätsstandards wettbewerbsfähig zu bleiben PTC. Die Entwicklung neuer Materialien wie Graphen und Galliumnitrid ist entscheidend, um die Grenzen herkömmlicher Silizium-Halbleiter zu überwinden. Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit zur obersten Priorität, da die energieintensive Halbleiterproduktion mit erheblichem Wasserverbrauch und CO2-Emissionen verbunden ist.
Was sind Halbleiter?
Halbleiter sind Stoffe, die sowohl isolieren, als auch elektrischen Strom leiten. Sie besitzen also die Eigenschaften von nicht leitenden Isolatoren als auch von Leitern. Welche der Eigenschaft im Vordergrund steht, bestimmen äußere Bedingungen sowie die Störungen in der Struktur des Atomgitters eines Halbleiters. Die Stoffe werden in kristalline und amorphe Halbleiter eingeteilt. Eines der bekanntesten Materialien für Halbleiter ist Silizium . Auch Germanium wird verwendet. Sogenannte organische Halbleiter bestehen größtenteils aus Kohlenstoffatomen. Sie kommen beispielsweise in Leuchtdioden (OLEDs) oder Solarzellen zum Einsatz.